Absetzen von Medikamenten - was kann passieren ?
unbekannt, Friday, 04.04.2014, 07:18 (vor 4517 Tagen)
bearbeitet von unbekannt, Friday, 04.04.2014, 07:53
... außer daß man einen Anfall bekommt, frag ich jetzt mal etwas provokant.
Habt ihr da irgendwas von eurem Arzt mal gehört oder in irgendwelchen Packungsbeilagen etwas zu gelesen was mit dem Körper und seinen Einzelteilen sonst noch passieren kann ?
Also ich hatte nach meiner ersten eigenmächtigen Tablettenabsetzung ziemliche Kopfschmerzen und Depressionen.Es kann zwar vielleicht auch ein Sonnenstich gewesen sein aber ich tendiere eigentlich eher zu meiner fehlenden Zusatzernährung.
Ich hatte das auch immer im Kopf daß dann wieder ein Anfall kommen kann aber ich habe das nie so als dramatisch betrachtet.
( " probiers mal aus und wenns nicht funktioniert dann kann ich ja immer noch wieder Medikamente nehmen ")
Vielleicht auch weil ich mich bisher noch nicht groß verletzt habe außer ein paar kurzzeitigen Schrammen und mittlerweile einer Narbe am Kinn wo jetzt kein Bart mehr wächst.
Hatte dann auch ab Ende der Absetzung 2 Jahre keinen Unfall
Und was macht ein Arzt anders bei einer Tablettenstreichung als wenn mans alleine macht ?
Will niemand dazu ermuntern etwas abzusetzen, mich interessiert das Thema einfach.
Absetzen von Medikamenten - was kann passieren ?
huge88, Großraum Nürnberg/Fürth/Erlangen, Friday, 04.04.2014, 10:16 (vor 4517 Tagen) @ unbekannt
Und was macht ein Arzt anders bei einer Tablettenstreichung als wenn mans alleine macht ?
Normalerweise sollte der Arzt einen Zeitplan aufstellen, in dem die Dosis schrittweise sehr langsam herabgesetzt wird, damit sich der Körper an das Fehlen des Medis gewöhnen kann.
Habt ihr da irgendwas von eurem Arzt mal gehört oder in irgendwelchen Packungsbeilagen etwas zu gelesen was mit dem Körper und seinen Einzelteilen sonst noch passieren kann ?
Das ist eine sehr komplexe Frage, die stark vom Wirkstoff und dem eigenen Körper abhängt. Das kommt nämlich ganz darauf an, wie sich der eigene Stoffwechsel anpasst.
Nehmen wir z.B. an, dass der Körper zur Verstoffwechslung eines Wirkstoffes die Produktion eines Enzyms stark ankurbelt. Fällt jetzt das Medi plötzlich von heute auf morgen weg und vom chemischn Mechanismus her (da gibt's ja sehr unterschiedliche) würde Produktion des Enzyms erst mit ein klein wenig Zeitverzögerung heruntergeschraubt, dann würde irgendetwas anderes, das von dem Enzym auch verstoffwechselt werden kann, deutlich schneller verarbeitet werden, als es der Normalfall wäre.
--
Das ist der Weisheit letzter Schluss:
Nur der verdient sich Freiheit wie das Leben,
Der täglich sie erobern muss.
Johann Wolfgang Goethe - Faust, der Tragödie zweiter Teil
Absetzen von Medikamenten - was kann passieren ?
unbekannt, Friday, 04.04.2014, 12:05 (vor 4517 Tagen) @ huge88
> Normalerweise sollte der Arzt einen Zeitplan aufstellen, in dem die Dosis schrittweise sehr langsam herabgesetzt wird, damit sich der Körper an das Fehlen des Medis gewöhnen kann.
Ja aber manche machen das ja auch in der Klinik hab ich hier gelesen.
Aber solange kann man da doch gar nicht verbringen bis man das langsam ausgeschlichen hat.Wird dann da ständig geschaut wie sich das EEG verhält ? Wie lange hat bei dir denn die Medikamentenumstellung gedauert von der du neulich geschrieben hast ?
Enzyme , ok. Studierst du irgendwas mit Bio/Chemie weil du dich da immer so gut auskennst ?
Also ich mein im Beipackzettel ist ja jede Menge an Wirkungen angegeben die auftreten können wenn man es einnimmt aber nicht wenn man es nicht mehr einnimmt.
Absetzen von Medikamenten - was kann passieren ?
huge88, Großraum Nürnberg/Fürth/Erlangen, Friday, 04.04.2014, 15:58 (vor 4517 Tagen) @ unbekannt
Aber solange kann man da doch gar nicht verbringen bis man das langsam ausgeschlichen hat.Wird dann da ständig geschaut wie sich das EEG verhält ? Wie lange hat bei dir denn die Medikamentenumstellung gedauert von der du neulich geschrieben hast ?
Mit Medikamentenumstellung im Krankenhaus habe ich 0 persönliche Erfahrung, kenn ich so nur vom Hören und wirkt auf mich recht brutal. Da gehen die ja binnen Tagen teilweise auf die "Zieldosis" und nehmen das alte "Weg". Da haben wir hier im Forum ja einige "nette" Berichte darüber, wie stark dann manche Nebenwirkungen sein können.
Meine erfolgreiche Umstellung hat eine gefühlte Ewigkeit gedauert. Am Anfang gings gefühlt schnell beim ersten Schritt vom Aufdosieren, das war ganz wie gewohnt, aber danach: Bisschen vom einen rauf, bisschen vom anderen runter, abwarten, Blutbild, EEG, nochmal abwarten und dann wieder ein bisschen und dann wieder warten... Hat insgesamt zwischen einem dreiviertel Jahr und Jahr gedauert.
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Absetzen von Medikamenten - was kann passieren ?
Twinky, Monday, 14.04.2014, 17:40 (vor 4507 Tagen) @ unbekannt
Hello
Ich habe mit 15j meine medikamente selbst abgesetzt ohne urgendjemanden bescheit zu sagen,ich bin nie umgefallen und dachte ich waere gesund.Das ging auch gut ich wurde nicht krank lebte einfach weiter wie sonst auch :) mit 16j fiel ich dann das erstemal um und wurde von allen seiten verflucht :)) dann wurde es wieder besser und ich setzte meine Medikamente wieder runter (nicht ganz aber die hälfte) das ging dann wieder für jahre gut.Keine nebenwirkungen oder so.Jetzt allerdings falle ich jeden Monat mindestens 2 mal um.Also absetzung nicht möglich.Damit will ich dir sagen du muss wissen wie du dich fühlst viele nebenwirkungen wird es nicht geben ausser natürlich könntest du einen rückfall bekommen.
Absetzen von Medikamenten - was kann passieren ?
Heidi, Monday, 14.04.2014, 20:04 (vor 4507 Tagen) @ Twinky
Twinky,
was willst Du konkret sagen?
Es ist ja bekannt, dass jugendliche die Krankheit Epilepsie nur schwer akzeptieren. Selbst probieren und bei sich austesten wie weit der Körper ohne (oder mit weniger) Medizin auskommt ist legitim, aber man muß auch nach erneuten Anfällen seine Lehren ziehen. Man will ja mit seinen Freunden weiterleben, feiern oder lustig sein um seine Lebensqualität nicht zu verlieren. Das kann heilsam sein, aber es kann auch zu noch mehr Anfällen führen, wenn man die warnenden Zeichen einfach ignoriert. Fest steht, dass eine sicher diagnostizierte Epilepsie meist nur mit Antiepileptika gut zu behandeln ist. Alles andere ist fahrlässig und schadet nur der eigenen Gesundheit. Akzeptanz und Willenskraft ist hier sehr nötig, ich spreche aus eigenen Jugendsünden und Erfahrungen.
Viele Grüße
Heidi
Absetzen von Medikamenten - was kann passieren ?
unbekannt, Monday, 14.04.2014, 20:19 (vor 4507 Tagen) @ Twinky
mit 16j fiel ich dann das erstemal um und wurde von allen seiten verflucht :))
Verflucht ? Oha.
Wie schnell ging das bei dir mit dem Absetzen ?
Naja die Warnungen klingen halt hier und im anderen Forum immer so dramatisch :
" Setz bloß nicht deine Medikamente selber ab ".Dann klingt das immer noch nach Mehr.
Oder mein ExExarzt " dann können sie wieder einen Anfall kriegen " (*Zeigefinger erheb*).Ja nu daß weiß ich eigentlich selber.
Aber ich spür schon bei kleinen Veränderungen der Dosis rauf oder runter daß ich mich am Hinterkopf total verspanne.Daß das nur ein negatives Placebo ist kann ich mir nicht wirklich vorstellen.Naja zumindest hab ich jetzt nachdem ich mir am vorletzten Samstag erlaubt habe morgens 250 Gramm weniger zu nehmen kaum noch nervige Blähungen und mein Schlaf ist auch besser geworden.
Mal zu eventuellen Langfolgen : Jemand meinte mal zu mir " ja wenn der Wirkstoff aus dem Körper raus ist dann ist auch der Entzug vorbei " .Ist das wirklich so einfach ?
Also ich mein die Enzyme und die ganzen Andockstellen an den Synapsen haben sich doch an den Wirkstoff angepaßt und eventuell oder wahrscheinlich ummodelliert ?
Und wenn ich mal nur für einen Augenblick die guten Medikamente mit den bösen Drogen vergleiche. Jemand der mal wirklich körperlich abhängig von einer Droge wie Alkohol , Heroin ect. war der kann doch durchaus weiterhin auch nach einem Entzug körperliche Probleme und Auffälligkeiten über einen längeren Zeitraum haben oder etwas nicht ? Mal von dem Verlangen selber abgesehen.
Absetzen von Medikamenten - was kann passieren ?
Twinky, Monday, 14.04.2014, 21:08 (vor 4507 Tagen) @ unbekannt
Meine Erfahrungen habe ich mit Lamical,Keppra,topamax,Depakine und jetzt Trileptal gemacht.Lamical nahm ich ungefaer 8 jahre als ich es absetzte 300mg Morgends und Abends.Ich nahm irgendwann keine mehr das ging auch ein jahr gut.Dann kammen noch 500 mg keppra dazu und später dann topamax vom topamax bekam ich aber untergewischt so beschloss ich topamax einfach weg zulassen.Verbunden mit Kopfschmerzen am anfang. Dann kamm Depakine die vertrug ich garnicht ich machte 3Tage lang Migrenen und nahm garnichts mehr plözlich gings mir gut. Natürlich muss ich irgendetwas nehmen wegen den anfällen und nehme jetzt Trileptal. Ich für mein Teil denke man kann sie selbst absetzen wenn man es langsam tut und wenn du dir wirklich sicher bist dass es dir besser geht.Die Medikamente sind sehr stark man merkt es bereits an den Nebenwirkungen vom Lamictal wurde ich sehr müde ich wahr fast kein Mensch mehr auch ein grund wieso ich sie nicht normal nahm.
Wenn du die Dosis veringern möchtest dann tu es in kleinen schrieten von 100mg zb auf 75mg weil die gefahr besteht dass du rückfällig wirst.Probiere es in kleinen schrieten und sage deinem Arzt bescheit ,ich nehm mal an dass deine Anfälle besser sind sonst würdest du sws nicht so weit gehn und dein Arzt wird einverstanden sein.
Absetzen von Medikamenten - was kann passieren ?
unbekannt, Tuesday, 15.04.2014, 12:19 (vor 4506 Tagen) @
Twinky
bearbeitet von unbekannt, Tuesday, 15.04.2014, 12:30
Wenn du die Dosis veringern möchtest dann tu es in kleinen schrieten von 100mg zb auf 75mg weil die gefahr besteht dass du rückfällig wirst.Probiere es in kleinen schrieten und sage deinem Arzt bescheit ,ich nehm mal an dass deine Anfälle besser sind sonst würdest du sws nicht so weit gehn und dein Arzt wird einverstanden sein.
Bei meinem Keppra Generika ist 250 mg schon die kleinste unteilbare Einheit.
Mein Arzt ? Hm.Der wollte eigentlich daß ich mehr nehme statt weniger.Nach einem EEG das schlecht aussah weil ich schlecht geschlafen habe.( " damit Sie ausreichend geschützt sind " )
Hab nur noch meinen Hausarzt für die Rezepte.Ja momentan hab ich etwas Ruhe (seit 11 Monaten ).Kleine Zuckungen von Muskeln manchmal aber ich nehme an das zählt noch nicht als lokaler kleiner Anfall.( und eine kurze seltsame Ganzkörper-Wellenbewegung manchmal , 5 Minuten nachdem ich mich abends ins Bett gelegt habe )
Naja falls ein Rückfall kommt versuch ich erstmal meinen Kaffekonsum noch etwas zu senken.Immerhin nur noch 4 Tassen statt 6.
Hattest du von Anfang an schon Grand Mals ?
Absetzen von Medikamenten - was kann passieren ?
huge88, Großraum Nürnberg/Fürth/Erlangen, Tuesday, 15.04.2014, 15:50 (vor 4506 Tagen) @ unbekannt
Hab nur noch meinen Hausarzt für die Rezepte.Ja momentan hab ich etwas Ruhe (seit 11 Monaten ).Kleine Zuckungen von Muskeln manchmal aber ich nehme an das zählt noch nicht als lokaler kleiner Anfall.( und eine kurze seltsame Ganzkörper-Wellenbewegung manchmal , 5 Minuten nachdem ich mich abends ins Bett gelegt habe )
Also wenn Deine Elektrolyte auf Deinen Blutbildern gutaussehen, koennen das schon fokale Anfaelle sein. Gibt auch Anfaelle ohne Zucken und troztdem sind's welche. Dieses "Entspannungszucken" im Bett haben auch viele Nichtepileptiker.
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Das ist der Weisheit letzter Schluss:
Nur der verdient sich Freiheit wie das Leben,
Der täglich sie erobern muss.
Johann Wolfgang Goethe - Faust, der Tragödie zweiter Teil
Absetzen von Medikamenten - was kann passieren ?
Twinky, Tuesday, 15.04.2014, 20:18 (vor 4506 Tagen) @ unbekannt
Ich hatte keppra nicht lang sie wurden nur in verbindung zum lamical genommen bei mir daher gab ich auch nur ein beispiel.Ich glaub ich bekam 500 mg und 300 mg lamical damals.
Nein grand mal also die grossen anfälle kammen erst als ich 16j alt wahr.Ich weiss nicht wie dei zustand ist daher rede lieber zuerst mit dem Arzt.
Absetzen von Medikamenten - was kann passieren ?
podi, Monday, 14.04.2014, 21:33 (vor 4507 Tagen) @ unbekannt
ich nimm seit ca. 2 Jahren ein Depakine 100mg weniger, als vom Arzt verordnet. Das sollte ich immer um 17h nehmen, aber da sitz ich in der Firma und denk nicht dran. Dann hab ich mir gedacht, geht mir ohne dem eh nicht schlechter, also lass ichs bleiben. Und bis jetzt gibts keine Probleme. (obwohl ich heute einige Absencen hatte...)
Absetzen von Medikamenten - was kann passieren ?
sandytimmy, Monday, 14.04.2014, 22:11 (vor 4507 Tagen) @ unbekannt
Ich habe mit Mitte zwanzig mal alle Tabletten auf einmal abgesetzt, nach Jahren der Anfallsfreiheit. Ich dachte mir nur" was soll passieren, im schlimmsten Fall bekommt man einen Anfall, gibt schimmeres. Dann weiste wenigstens dass du das zeug wirklich noch brauchst"
Und was ist passiert? Nichts.
Gut fünf Jahre Anfallsfreiheit ohne medis, in der Zeit eine dadurch in diesem Punkt unkomplizierte Schwangerschaft. Keine Probleme außer denen die bei zwillingsschangerschaften fast vor programmiert sind.
Bereut hab ich diesen schritt daher nie 
Absetzen von Medikamenten - was kann passieren ?
unbekannt, Tuesday, 15.04.2014, 12:26 (vor 4506 Tagen) @ sandytimmy
Ich habe mit Mitte zwanzig mal alle Tabletten auf einmal abgesetzt
Also von heut auf morgen ?
Absetzen von Medikamenten - was kann passieren ?
sandytimmy, Tuesday, 15.04.2014, 18:05 (vor 4506 Tagen) @ unbekannt
Ja, ohne jegliche regeln, einfach komplett weg gelassen. Alle drei Sorten