Nach Jahren wieder ein Anfall

Dina, Wednesday, 30.04.2014, 12:45 (vor 4491 Tagen)

Hallo zusammen,

ich hatte vor 2 Jahren, im Spet., erstmalig einen ausgepägten epilept. Anfall (das ganze Programm eben).
Gestern, auf Arbeit (ich arbeite als Fachkraft im Altenheim), war ich urplötzlich kaltschweißig, mir war schwindelig, schlecht und ich hatte ganz weiche Knie, mußte mich setzten, sonst wär ich hingefallen. Mein Kollege (auch fachkraft, von einem anderen Wohnbereich, den ich angerufen hatte, kam zu mir, hat meinen Blutdruck gemessen (100/60) und meinen Blutzucker (100mg/dl). Er meinte, ich sei so blaß wie ein weißes Bettlaken und ich zitterte wohl.
Ich hatte wohl ein Blckout:
Die Betreuungskraft (die mit den Bewohnern Spiele spielt, backt, Gedächtnistraining macht,...) auf meinem Wohnbereich saß scheins neben mir. Die Fachkraft vom anderen Wohnbereich mußte wohlkurz weg - was ich schon nicht mitbekommen hatte, daß Sie weg war. Ich habe anscheinend die Hand der Betreuungskraft krampfhaft festgehalten, dabei sei ich ganz zittrig gewesen und hätte ein paar mal zu Ihr gesagt, Sie soll nicht gehen, Sie soll mich nicht alleine lassen. Davon weis ich absolut nichts, kann mich nicht daran erinnern. War demnach doch nicht die ganze Zeit bei vollem Bewußtsein.
Sie wollten mich dann hinlegen, auf ein Bett in einem freien Zimmer. Doch ich konnt mich kaum auf den Beinen halten. Dann haben Sie mich im Rollstuhl in das Zimmer gebracht. Dort ruhte ich mich aus. Offensichtlich lag ich da dann eine gute Std., bis ich dann mal wieder zum Dienstzimmer vorging. Ich ging davon aus, daß ich nur so 20 min., auf dem Bett gelegen habe. Aber meine Kollegin meinte heute zu mir, als ich die Bescheinigung, daß ich beim Arzt war, abgegeben habe, daß es so ungefähr eine Std. war, daß ich ausgeruht habe. Gestern kam ich erst ins grübeln, als ich auf die Uhr gesehen hatte. Den Schweißausbruch, etc., hatte ich so 9:30; als ich dann, nach dem Ausruhen nach Hause ging, war es bereits kurz vor 12 Uhr.

Habe bei dem Neurologen vor ein paar Min. angerufen, bei dem ich regelm. zur Kontrolle bin. Die Sprechstundenhilfe hat sich alles nptiert und gibt es dem Arzt nä. Woche weiter, wenn dieser aus dem Urlaub zurück ist. Wenn bis dahin noch weitere Anfälle kommen sollten, solle ich mich gleich melden, dann sehen sie nach, was los ist.

Nach Jahren wieder ein Anfall

schnüpü, Wednesday, 30.04.2014, 17:08 (vor 4491 Tagen) @ Dina

hallo dina!

ich kann mir gut vorstellen wie elendig du dich fühlen musst, zumal das du jetzt im ungewissen bist was los war und wie es weiter gehen soll, und du sicherlich die angst hast oder die Befürchtung hast, das das dir nocheinmal passiert.
ich selbst bin auch FK in der altenpflege, nur am rande erwähnt! ;)

du bist sicher beunruhigt und hast angst das das nochmal vorkommt, ich stecke zur zeit in einer ähnlichen Situation.

ich bin seid 6 jahren anfallsfrei, aber zur zeit fühle ich mich wieder unwohl und bin beängstigt weil ich vor ein Monat wieder Absencen hatte, oder Myoklonien, ich weiß selbst nicht genau.
Termin beim fach doc habe ich erst in 2 Monaten, was mich voll anätzt, und heute sitze ich den ganzen tag zu hause und warte auf den doc anruf wegen meinen Blutwerten, ich bin ganz nervös.

aus dem grund verstehe ich dich sehr gut das du verunsichert bist.
ich drücke dir die Daumen das dir nicht nochmal ein epi passiert.

Nach Jahren wieder ein Anfall

Dina, Wednesday, 30.04.2014, 21:42 (vor 4491 Tagen) @ schnüpü

Danke für deine Antwort, schnüpü.

Das komische an der Sache ist die, daß ich bisher immer nur von anderen lese, daß Sie,wenn man es Ihnen erzählt, ein Blackout hatten. Selbst weis man ja nichts davon.
Und nun habe ich es selbst erlebt, bzw., es wurde mir gesagt.
Das ist es, was mir zu schaffen macht. Es fühlt sich unangenehm an. Obwohl man ja nichts für kann.

Nur gut, daß ich gemerkt habe, daß es mir komisch wird und ich konnte mich noch rechzeitig hinsetzten. Ich war nämlich gerade dabei, Treppen zu laufen, runter, auf mein Stockwerk. Will gar nicht daran denken, was passiert wäre, wär ich einfach nur (hin-)gefallen, hätte nicht gespührt, daß was passiert.
Sprich, ich saß da auf der Treppe und habe meinen Kollegen vom FK-Telefon aus angerufen. Habe mich selbst mit kläglicher Stimme sagen hören, daß es mir voll mieß ging, daß er bitte ganz schnell da und da hin kommen soll. Er hat mich dann auf den Wohnbereich begleitet, mich gestützt. Und meine Beine fühlten sich in etwa wie Wackelpudding an. Kam gerade so bis zu einem Sofa, daß im Flur steht.

Angst, daß wieder ein Anfall kommen könnte ..., weniger. Eher, daß meine Kollegen es mitbekommen.
Es fühlt sich einfach alles sch.... an. Aber wem erzähl ich das? Du/Ihr kennt das ja.

Habe mich jetzt, am Abend, mit der Betreuerin, die das alles mitbekommen/erlebt hat, lange unterhalten. Sie hat mir nochmals im einzelnen gesagt, was los war. Daß ich total aufgelöst war, unruhig, überall kaltschwißig war, ihr die Hand sehr fest gedrückt habe,...
Das wird mich noch eine Zeit lang beschäftigen.
Und klar habe ich trotdem Angst, ob so was wieder passiert. Und wenn ja, hoffentlich niemals im Straßenverkehr. Ob jetzt als Fußgänger, Fahrradfahrer,.....!
Mir hat damals schon das Blackout gereicht, als mein Mann den Notarzt rief, weil er ja nicht wußte, was los war und die Ärztin, als ich langsam wieder zu mir kam, Sachen fragte, wo ich dann zeigleich mich innerlich fragte; "sag mal, setzt es bei dir jetzt vollens aus?"!
Die Ärztin fragte mich damals, ob ich verheirtet sei.... ich schaute auf meine Hand und bejate, da ich den Ring sah. Ob wir Kinder hätten.... ich grübelte und meinte dann ein langezogenes, zögerliches ja, weil ich irgendwie doch wußte, daß ich ein Kind habe. Ob es ein Junge oder Mädchen sei..... "ääähhhmm....., Junge?" (stimmt ja auch). Dann die Frage, welchen Monat wir hätten. ...."Ähm...., Sept.?" (das war richtig. Richtig geraten *zwinker*).
So und andere Fragen, wo man selbst anfängt, an sich zu zweifeln.
Und im Augenwinkel sah ich dann meinen Mann, der total verheulte Augen hatte, weil er immernoch total fertig und mitgenommen von der ganzen Sache war und ich ja total durch den Wind. Das tat mir am meisten weh.

Schön, sich mit Gleichgesinnten austauschen zu können. Tut gut! ;-)

Nach Jahren wieder ein Anfall

schnüpü, Wednesday, 30.04.2014, 23:37 (vor 4491 Tagen) @ Dina

ja das stimmt das das gut tut sich mit anderen austauschen zu können.
vorallem die menschen hier verstehen einen, man ist nicht alleine, hier fühle ich mich sicher aufgehoben,ich habe hier auch neulich meine geschichte von der seele geschrieben die ich bisher keinen erzählt habe, und es war als würde mir eine last abfallen.

ich brauche mich nicht zu schämen, hier kann ich offen zu dem stehen wer ich bin und was ich habe.
früher wollte ich mich nie mit dem Thema auseinandersetzen und bin dem Thema ausgewichen, jetzt allerdings wo ich mir unsicher bin was ich habe, was zur zeit eigentlich los ist mit mir, befasse ich mich hier im Forum damit.
ich finde es hilfreich die geschichte nanderer zu hören, bzw zu lesen, es hilft mir etwas damit umzugehen.

ich lese hier immer mehr dazu und frage mich ob das auf mich zutrifft, Absencen, Myoklonien, Aura, das kannte ich zum teil nicht.
ich hatte mich so auf die blutergebnisse gefreud die ich heute bekommen sollte, den ganzen tag saß ich vorm tele und hab gewartet.
alle werte sind in Ordnung, nur den lamotriginspiegel bekomme ich erst nächste Woche, wieder eine Woche warten....
ich hatte meine Schilddrüse im verdacht für die Myoklonien die ich hatte, aber die werte sind gut.

ich habe 3 tage eine neue höhere Dosierung laut Arzt eingenommen, den 4. tag wurde mir blut entnommen, ist bis dahin wohl, der wert verändert, oder brauch er wohl ne Woche bis er sich angepasst hat?
naja, jetzt ist es eh zu spät. alles ärgerlich.

Nach Jahren wieder ein Anfall

Susan63, Sunday, 04.05.2014, 15:20 (vor 4487 Tagen) @ Dina

Habe seit 2002 Epilepsie, vor einem Jahr wurde ich auf Keppra umgestellt.,Danach
bekam ich erstmals wieder eine Gran mal., Jetzt hatte ich vorgestern den nächsten
Anfall.,Ich hatte die letzten 2 Monate 4-5 mal abends meine Tablette vergessen.
Hatte früher Carbamazepin da war das nicht so,, Jetzt nehme ich noch Frisium ein
paar Tage zur Beruhigung, Auto fahren habe ich schweren Herzens aufgegeben.
Was für eine Medikament nimmst Du? Hast Du ähnliche Erfahrungen?
Liebe Grüße Susan
Ich bin das erste mal im Forum. Ich kenne keinen der auch Epilepsie hat. Keinen
zum austauschen.

Nach Jahren wieder ein Anfall

Dina, Sunday, 04.05.2014, 15:40 (vor 4487 Tagen) @ Susan63

Hey,

ich bekomme seit meinem damal. Anfall Lamotrigin 100 mg; 1- 0- 1.
Seither war nichts mehr. Nun eben die Situation auf Arbeit.
Im Prinzip kann ich vorerst nur abwarten, ob nochmals was kommt oder nichts mehr. Wenn es wieder passiert, ist klar, melde ich mich bei meinem Neurologen. Denn es heißt ja, daß man noch nach einem Tag des Anfalls EEG machen kann und gegebenenfalls MRT.
Viell. muß ich medikamentös neu eingestellt werden?

LG, Dina

Nach Jahren wieder ein Anfall

Mondenkind, Monday, 05.05.2014, 00:09 (vor 4487 Tagen) @ Susan63

Hallo Susan,

vor einem Jahr wurde ich auf Keppra umgestellt.(...) Jetzt hatte ich vorgestern den nächsten
Anfall.,Ich hatte die letzten 2 Monate 4-5 mal abends meine Tablette vergessen.
Hatte früher Carbamazepin da war das nicht so,

bei mir war das beim Keppra genauso. Ich habe Keppra recht hoch eingenommen (2.000-0-2.000), dann ist es (mit Absprache von Bethel) runterdosiert worden (500-0-500). Seitdem es runterdosiert wurde, durfte ich auch die Einnahme nicht mehr vergessen... Dann hatte ich irgendwann zwichen 14 h und 16 h einen (zusätzlichen) Anfall.

Keppra wurde bei mir ein Jahr nach einer OP (Entfernung des linken Hippocampus) dann wieder langsam ausgeschlichen und seit der OP bin ich auch anfallsfrei (gut 4,5 Jahre) und hatte auch nie wieder das Problem, dass ich wenn ich meine Medikamente mal vergessen hab (was sehr, sehr selten vorkommt) einen Anfall hatte / habe oder sonst irgendwelche Probleme.

Lieben Gruß
Mondenkind

--
"Ich habe gelernt, vom Leben nicht viel zu erwarten. Das ist das Geheimnis aller echten Heiterkeit und der Grund, warum ich immer angenehme Überraschungen statt trostloser Enttäuschungen erlebe."
(George Bernard Shaw)

Nach Jahren wieder ein Anfall

Susan63, Wednesday, 07.05.2014, 07:40 (vor 4484 Tagen) @ Mondenkind

Ich habe immer das Gefühl ich bin am Anfall SChuld, ich habe die Tablette mal
vergessen oder ich habe 3 Gläser Sekt getrunken, oder , oder. Aber man kann
auch ohne Erkennbaren Grund einen Anfall kriegen , oder nicht. Mein Neurologe sagt
ich darf auch Sekt trinken aber ich brauche genug Schlaf. Aber Epilepsie ist nun mal da. Gr

Nach Jahren wieder ein Anfall

huge88, Großraum Nürnberg/Fürth/Erlangen, Wednesday, 07.05.2014, 08:12 (vor 4484 Tagen) @ Susan63

Ich habe immer das Gefühl ich bin am Anfall SChuld, ich habe die Tablette mal vergessen oder ich habe 3 Gläser Sekt getrunken, oder , oder. Aber man kann auch ohne Erkennbaren Grund einen Anfall kriegen , oder nicht. Mein Neurologe sagt ich darf auch Sekt trinken aber ich brauche genug Schlaf.

Die Trigger fuer Anfaelle sind sehr individuell, auch wenn es typische Faktoren gibt, die bei vielen zutreffen, wie z.B. Schlafentzug. Es kann helfen, die persoenlichen Faktoren besser kennen zu lernen, indem man ein Anfallstagebuch fuehrt und dort nicht nur aufzeichnet, wann man einen Anfall hatte, sondern was dem z.B. vorausging(wie viel geschlafen und wie gut man sich in der Frueh erholt fuehlt, ob und wie viel Alkohol man getrunken hat, ob man irgendwo Feiern(z.B. Disko) war, wie viel Kaffee man trinkt, wann man seine Tabletten genommen hat und alles, was einem irgendwie mehr oder weniger wichtig erscheint; immerhin koennen bei einem auch Dinge mit reinspielen, an die man so gar nicht denkt). Dann kann man auch statistische Aussagen zu den Anfaellen treffen. Z.B. kann es (wenn wir schon beim Punkt Tablette vergessen sind), ja sein, das der Trigger nicht alleine das Vergessen ist, sondern vielleicht ein Umstand, der zum Vergessen davon fuehrt. Sowas kann ja stark korrelieren.

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Das ist der Weisheit letzter Schluss:
Nur der verdient sich Freiheit wie das Leben,
Der täglich sie erobern muss.
Johann Wolfgang Goethe - Faust, der Tragödie zweiter Teil