Mein Leben mit Epilepsie

yvop, Wednesday, 16.07.2014, 18:33 (vor 4414 Tagen)

Hi ich wollte mal wissen,wie euer Leben mit dieser Krankheit läuft ?:)

Also meins läuft von Jahr zu Jahr immer schlechter ich bin 23j und lebe zurzeit in einem Männerwohnheim und bin arbeitslos wie es dazu gekommen ist kann ich euch erzählen.

Es fing alles mit 16 Jahren an damals wurde mir berichtet,dass ich keine Medikamente mehr nehmen muss,da es kein Verdacht auf Epilepsie bestand,also da hab ich mich richtig gefreut den ich hätte wieder alles machen dürfen jede Ausbildung,die ich gerne machen wollte und mein Traum war es im Metall Bereich zu arbeiten :) hab auch eine Ausbildung als Schlosser angefangen doch musste sie abrechen weil ich mit 17 Jahre doch wieder einen Jahre hatte :( ihr könnt euch bestimmt vorstellen,wie ich mich dann gefüllt habe.Also fing alles wieder von vorne an wurde auch wieder medikamentös eingestellt und laut meiner Neurologin dürfte ich auch wieder im Metall Bereich arbeiten hab also vom Amt eine Umschulung zum industriemechanik er bekommen :)ging wieder bergauf dachte ich mir.Alles lief auch gut bis ich 1 Woche bevor die IHK-Prüfung begann,bekahm wieder einen Anfall und dieses mal sogar während der Arbeitszeit :( zum Glück waren damals meine Ausbilder sehr nett und sagten ich soll mich einfach für die praktische Prüfung krankschreiben lassen die theoretische Prüfung dürfte ich absolvieren sie erwähnen nichts davon :) war also richtig super von den und hab auch meine Prüfung mit einer 2 bestanden :).So dachte damals super es geht doch nach meiner Ausbildung wurde ich auch in einer Zeitarbeitsfirma übernommen und lebte mit meiner Ex-Freundin zusammen doch dann passierte es ich hab wieder ein Anfall bekommen wurde erst mal beurlaubt und dann gekündigt da ich ja noch in Probezeit war nicht sehr schön aber ok damals hat mich meine Ex-Freundin unterstützt und mich aufgebaut doch dann bekahm ich auch in ihrem Auto einen Anfall und ab da wurde es immer schlimmer sie konnte nicht mehr ihr war es zu viel und machte mit mir Schluss.Wir haben dann damals die Wohnung gekündigt und sind freundschaftlich auseinander gegangen,sind auch jetzt immer noch freunde aber es ist halt nicht wie früher.In der Zeit hab ich kein job gefunden/bekommen da ich es nicht schaffe 1 Jahr anfallsfrei zu bleiben , und da ich keinen Kontakt zu meiner Familie hab,blieb mir nichts anderes übrig in einen Männerwohnheim zu ziehen.Jeden Tag suche ich nach einer wohung und versuche eine Umschulung zu bekommen im It-Bereich da ich vielleicht mehr Chancen auf einen Job,mit dieser Krankheit hab.Es läuft zurzeit nicht sehr gut aber ich gebe mein bestes.

Und bei euch habt ihr auch so was erleben müssen oder sogar was Schlimmeres? Würde mich echt interessieren den dan könnte ich endlich mal mit jemanden darüber reden das würde mich echt freuen,den zurzeit bin ich nur alleine und fresse alles in mich rein.

Mein Leben mit Epilepsie

huge88, Großraum Nürnberg/Fürth/Erlangen, Wednesday, 16.07.2014, 19:36 (vor 4414 Tagen) @ yvop

Und bei euch habt ihr auch so was erleben müssen oder sogar was Schlimmeres? Würde mich echt interessieren den dan könnte ich endlich mal mit jemanden darüber reden das würde mich echt freuen,den zurzeit bin ich nur alleine und fresse alles in mich rein.

Hab mein Erststudium nach zwei Jahren, als wieder Anfälle nach ewiger anfallsfreiheit kamen "freiwillig abbrechen müssen" (reale Chancen in der Arbeitsplatzwelt war in dem Studiengang = 0). Hab also Studiengang gewechselt (IT triffts als Bereichsbeschreibung gut). Seitdem geht's bergauf. Mach gerade meinen Master und hab nebenbei Arbeit als Werkstudent seit über einem Jahr (die Verträge laufen im Normalfall immer ein halbes Jahr, aber bei der zweiten Verlängerung wollten sie mich gleich für ein ganzes Jahr behalten).

... und versuche eine Umschulung zu bekommen im It-Bereich da ich vielleicht mehr Chancen auf einen Job,mit dieser Krankheit hab.

Da stehen die Chancen gut, wenn Du in den Softwarebereich gehen willst und nicht photosensibel bist. War bei meinem Arbeitgeber gar kein Problem. Wenn Du da Deine Bewerbungschancen verbessern willst, dann versuch, in irgendein OpenSource-Projekt einzusteigen (Verweise darauf sind in Bewerbungsschreiben gerne gesehen).
Gute Chancen hast Du, da rein zu kommen, wenn Du Dich bei OpenSource-Projekten als Tester anbietest. Davon gibt es dort grundsätzlich zu wenige und die offiziellen Betreuer müssen einen dazu nicht zwingend gleich aufnehmen, aber man bekommt, wenn man öfters Fehler findet und ordentliche, wiederverwendbare Testfälle schickt, recht leicht einen Eintrag z.B. in der Liste der Helfer.

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Das ist der Weisheit letzter Schluss:
Nur der verdient sich Freiheit wie das Leben,
Der täglich sie erobern muss.
Johann Wolfgang Goethe - Faust, der Tragödie zweiter Teil

Mein Leben mit Epilepsie

pegasus, Wednesday, 16.07.2014, 21:09 (vor 4414 Tagen) @ huge88

Wegen einer Umschulung könntest du aufgrund deiner Epilepsie einen Reha Antrag nach §33 SGB 9 stellen, solltest dich allerdings zuvor informieren, wer für dich zuständig ist (entweder die Rentenversicherung oder die Agentur für Arbeit).

Mein Leben mit Epilepsie

Green, Wednesday, 16.07.2014, 22:40 (vor 4414 Tagen) @ yvop

Hallo
wieviel anfälle hast du jetzt...jeden Tag welche...oder warum lebst du nicht allein?
Kennst du www.moses-schulung.de
Gruss Green

Mein Leben mit Epilepsie

stepl, Wednesday, 23.07.2014, 07:48 (vor 4407 Tagen) @ yvop

Hallo

Es ist auch eine Frage des Glaubens.

Der Glauben ist auch eine Frage der Vermutung, Spekulation.

Als ich davon hörte, dass ich Epilepsie habe, habe ich mich weiter darüber informiert.
Es hieß, dass Epilepsie zu Konzentrationsprobleme führt.

Ich habe Konzentrationsprobleme.
Noch war nichts bewiesen, dass die Konzentrationsprobleme was damit zu tun haben.

Durch die andere Krankheit, die ich im Innern fühlte,
wodurch wahrscheinlich die Konzentrationsprobleme entstehen,
habe ich die Konzentrationsprobleme von der Epilepsie getrennt behandelt.
Damals war ich noch ein Kind.


„Was können wir ändern und was nicht?“
Irgendwie versucht der Glaube es zu beantworten.

Es kann besser sein, nicht alles mit der Epilepsie in Zusammenhang zu bringen.

gruß stepl