Stress, Sorge und Angst vor Anfällen

JackyMusik, Monday, 11.08.2014, 14:55 (vor 4388 Tagen)

Hey ihr Lieben,

ich habe im Moment echt viel Stress. Jeder will irgendwas anderes von mir und in der eigenen Familie kann man auch nicht nein sagen, weil eh schon alles zerstritten ist und ich die einzigste bin die noch mit beiden Seiten reden kann. Bedingt durch die Sommerzeit/ Festivalzeit habe ich meine Tabletteneinnahmezeiten nach hinten verschoben ( langsam natürlich) sodass ich jetzt auch mal Nachts länger durchhalte und morgens länger schlafe. Das hat auch die ganze Zeit echt super funktioniert und ich wollte es auch eigendlich noch ein bisschen so lassen. Die nächsten 2 Wochen werden allerdings hart bzw. sind schon hart. Ich muss mich alleine um meine Demente Großmutter kümmern (kochen, putzen, einkaufen...) weil meine Mutter im Urlaub ist und nebenbei auch noch bei ner Freundin helfen, was ich schon vor nem halben Jahr versprochen habe. Jetzt wegen der dementen Oma nicht sagen Pfegedienst, Pflegeheim... das ist schon alles in die Wege geleitet ( habe ich auch die letzten Wochen gemacht) aber das dauert. Sie lässt vorallem keine Hilfe von außen zu und schmeißt Pflegedienste wieder aus dem Haus raus. Mein Opa ist restlos überfordert und steigert sich in uralte dinge rein wo man eh nichts mehr machen kann. ( Um verjährte Erbgeschichten soll ich mich dann auch noch kümmern) So jetzt aber erstmal genug des ganzen das ist nur meine Beschreibung von dem Stress.

Seid den letzten 2 Tagen habe ich ständig so ein komisches Gefühl. Es ist keine Aura. Ich kann normal sprechen und alles, aber irgendwie habe ich das Gefühl ich bin nicht richtig bei mir und ab und zu kommt auch mal nen flaues Gefühl im Bauch hoch was aber binnen Sekunden wieder weg ist. Alles zieht an mir vorbei. Ich mache meine Arbeit aber irgendwie nehme ich nichts auf. Ich fühle mich wie ein Computer. Mein Körper sagt mir auch mit so komischen Gefühlen "Tabletten nehmen"... Ich fühle mich wie als ob ich im Trance bin. Ich habe natürlich jetzt Angst das das in einem Anfall endet, was den Druck auf mich noch Höher macht. Ohne meinen Führerschein wär ich im Moment aufgeschmissen. Ich versuche mich als wieder aufzubauen in dem ich mir sage, in 2 Wochen ist die Urlaubszeit vorbei, dann kannst du Urlaub machen aber es funktioiert nicht. Dieses Gefühl bleibt.
Ich kann es echt 0 Einschätzen und bekomme langsam echt Angst. Wenn ich das jetzt irgendjemanden sagen brechen die ihren Urlaub ab und ich mache mir ewig Vorwürfe und mache es damit nur noch schlimmer. Habt ihr sowas schonmal gehabt? Gibt es irgendwelche Tricks wie man schnell und wirksam einfach mal wieder runter kommen kann? Sorgen vergessen...
Was soll ich machen ?
Wenn ich jetzt zum neurologen gehen, der sieht das am Ende schon als Aura und damit als Anfall und sagt Good Bye Führerschein. Das kann ich mir echt nicht leisten.
Liebe Grüße Jacky

Stress, Sorge und Angst vor Anfällen

Easybabe88, Monday, 11.08.2014, 15:59 (vor 4388 Tagen) @ JackyMusik

Nein ich denke eher du leidest unter Panik und Angstattacken ......
So wie du dein flaues Gefühl beschreibst hatte ich das auch ne lange zeit lang als ich unter angstzuständen litt..... ich hatte tierisch panik und angst einen anfall zu bekommen, ich hatte nix anderes mehr im kopf als "anfall anfall anfall" ...... irgendwann bin ich dann zu meinem neurologen, der hat mir dann ein pflanzlichen mittel dagegen verschrieben es nennt sich "LASEA" , das sind lavendel öl kapseln, gegen panik und angstattacken, die wirken wahre wunder !!!! die kosten 10 euro 14 stück, nimmste zwei wochen lang eine am tag und nach einer woche schon merkst du wie das flaue gefühl verfliegt......
ich hatte meinen letzen anfall letze woche montag nach 3 jahren anfallsfreiheit, habe nie tabletten genommen, bis jetzt , nehme jetzt lamotrigin zweimal täglich, habe zwar jetzt wieder panikattacken, aber weis ja jetzt das es nur die panik ist und versuch mir einzureden das alles jetzt so bleibt :-)

Stress, Sorge und Angst vor Anfällen

Green, Monday, 11.08.2014, 18:08 (vor 4388 Tagen) @ JackyMusik

Hallo JackyMusik

der Preis den zuzahlst weil du dich um alle kümmerst und nicht nein sagst...anfälle zubekommen und den Führerschein zuverlieren........mensch das ist es doch nicht wert
nimm dir ein Herz und kümmere dich um dich.....du hast das recht dazu.
Sei es Dir selber wert.....das gleiche würdest du bestimmt auch einer Freundin sagen :-)
...stimmts?
Gruss Green

Stress, Sorge und Angst vor Anfällen

JackyMusik, Monday, 11.08.2014, 18:16 (vor 4388 Tagen) @ Green

Ja natürlich müsste ich mal zu irgendwas nein sagen, aber wenn ich das jetzt mache haben zu viele zu viele Probleme. Meine Mutter müsste ihren Urlaub absagen. Genauso wie eine Freundin von mir und die Mutter von meiner Freundin müsste ihren Hund ins Tierheim bringen. Alles Dinge die mir im endeffekt noch ein schlimmeres schlehtes gewissen machen und die ich mir nie verzeien könnte. Ich muss da jetzt mal irgendwie durch in der Hoffnung das nichts passiert....

Stress, Sorge und Angst vor Anfällen

huge88, Großraum Nürnberg/Fürth/Erlangen, Monday, 11.08.2014, 19:45 (vor 4388 Tagen) @ JackyMusik

Jeder will irgendwas anderes von mir und in der eigenen Familie kann man auch nicht nein sagen, weil eh schon alles zerstritten ist und ich die einzigste bin die noch mit beiden Seiten reden kann.

Ich weiß, das klingt vielleicht hart, aber Du solltest mit Rücksicht auf Dich selbst Dich ruhig trauen, einfach einmal höflich "Nein" zu sagen (und wenn's ne nette Notlüge ist). Manchmal kann es auch einfacher sein, sich für eine Seite zu entscheiden (oder beiden klar zu machen, dass Du aus Konflikten rausgehalten werden möchtest), anstatt sich verpflichtet zu fühlen, da ein letztes Bindeglied zu bilden und sich damit nur selbst zu belasten.

--
Das ist der Weisheit letzter Schluss:
Nur der verdient sich Freiheit wie das Leben,
Der täglich sie erobern muss.
Johann Wolfgang Goethe - Faust, der Tragödie zweiter Teil

Stress, Sorge und Angst vor Anfällen

JackyMusik, Tuesday, 12.08.2014, 10:53 (vor 4387 Tagen) @ huge88

Danke für die netten antworten!
Nachdem ich dann gestern ne Freundin noch was geholt habe und dann mit meinem freund gekocht habe und ich ihm dann auch mal erzählt habe was los ist. Hat er mich ein wenig wieder aufgemuntert! Wir waren dann noch einkaufen damit ich eben den Kuchen noch machen könnte und backen ist bei mir eigentlich immer das was ich bei schlechter Laune mache damit es mir besser geht. Jetzt steht der Kuchen im Ofen und naja es hat Spaß gemacht und ein bisschen geholfen hat es auch. Habe die Nacht sehr bescheiden geschlafen weil ich als am husten War wie so ein etwas (immer diese pollen) aber nachts kommt man auch nicht auf die Idee das es an den Pollen liegen kann. Nachdem heute morgen meine Augen gejuckt haben War klar was los ist. Ich habe heute morgen auch versucht bei meiner Tante anzurufen und abzusagen aber es geht nicht. Ich kann das nicht! Im Endeffekt haben wir uns über Ihre neuen Klamotten unterhalten... ich rede mir als ein saß es ja nur 2 Wochen sind und ich das schon irgendwie schaffe. Muss ich ja auch. Das Gefühl in mir ist ja schon besser geworden. Ich hoffe das ich nachher bei meiner Freundin abschalten kann und es dann weg ist. Ich werde nachher mal mit ihr reden! Sie hat eigentlich immer ganz gute Ideen...

Stress, Sorge und Angst vor Anfällen

keki, Wednesday, 13.08.2014, 13:42 (vor 4386 Tagen) @ JackyMusik

Im Flugzeug heißt es immer:" Bei plötzlichem Druckabfall setzen Sie sich unbedingt erst Ihre Sauerstoffmaske auf, dann helfen Sie anderen."
Und so ist das am Boden auch. Wenn Du umkippst, kannst Du niemandem helfen. Teil Dir Deine Kraft gut ein!

Stress, Sorge und Angst vor Anfällen

mezeg, München, Wednesday, 13.08.2014, 22:53 (vor 4386 Tagen) @ keki

Im Flugzeug heißt es immer:" Bei plötzlichem Druckabfall setzen Sie sich unbedingt erst Ihre Sauerstoffmaske auf, dann helfen Sie anderen."
Und so ist das am Boden auch. Wenn Du umkippst, kannst Du niemandem helfen. Teil Dir Deine Kraft gut ein!

kann ich nur französisch bestätigen: "Charité bien ordonnée commence par soi-même". In etwa "richtig organisierte Hilfe fängt bei sich selbst an". Wem nützt es, wenn man sich selber nicht schont? Dann kann nicht mehr helfen und braucht sogar selber Hilfe von Anderen.

Oder wie ich es hier im Rahmen eines Ehrenamts gehört habe: "Grenzen setzen!"

mezeg