Welche Medikamente zuerst?

haggi, Raum Freiburg, Wednesday, 13.08.2014, 23:30 (vor 4386 Tagen)

Hallo alle zusammen!
Meld mich nach längerer Zeit auch mal wieder.Hatte gestern meinen dritten Grand-Mal.
Hab mir beim Sturz die Nase gebrochen und das halbe Gesicht zerschlagen.Jetzt muß ich nach Langem Zögern doch zu Medikamenten greifen.Bloß hab ich von 2 Ärzten 3 verschiedene Medies für den Anfang "empfohlen" bekommen.
Mich würde interessieren nach welchen Kriterien die Medikamente verordnet werden.Meine Neurologin kommt erst in 2 Wochen aus dem Urlaub,doch die Neuro´s aus dem Krankenhaus meinten ich müßte sofort anfangen.Wie lief´s bei Euch am Anfang?

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Easybabe88, Wednesday, 13.08.2014, 23:50 (vor 4386 Tagen) @ haggi

Ich hatte meinen letzen vor einer Woche und hab mich da es mein siebter war in 10 Jahren entschlossen nochmal mit medikamenten anzufangen, im krankenhaus der neurologe hat auf meinem befund die empfehlung "Lamotrigin" geschrieben , das ich mit 25mg morgens und abends anfange und nach einer woche auf 50mg morgens und abends erhöhe..... da mein neuro aber auch nicht schnellmöglich termin frei hatte habe ich mir aufgrund des empfehlungsschreibens die medis einfach von meinem hausartz verschreiben lassen !!!

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haggi, Raum Freiburg, Thursday, 14.08.2014, 00:13 (vor 4385 Tagen) @ Easybabe88

Der Arzt vom Nachtdienst sprach was von Carbamazepin und Lamotrigin,der vom Tagdienst
"empfahl" Keppra.Jetzt was? Weiß nicht ob ich meinem Hausarzt bei der Medikamentenwahl
richtig vertrauen kann.Er ist Internist und kein Neurologe.Die im Krankenhaus waren zwar Neurologen, aber mit drei verschiedenen Meinungen.

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Green, Thursday, 14.08.2014, 07:28 (vor 4385 Tagen) @ haggi

Hallo
der eine hat die alte Genration der Epilepsiemedikamente empfohlen und der andere die neue Generation ...sprich Keppra............was besser ist kann dir keiner sagen.

Du hast ja jetzt schon die Erfahrung gemacht zwei Ärzte drei Meinungen :-D

Jetzt hast du solange nichts genommen dann kannst du auch auf deinen Neurologen des vertrauens warten bis er aus dem Urlaub kommt.oder?

Ich würde schauen ob ich einen Neurologen finde der auch Epileptologe ist...Adressen findest du vorne auf den Seiten.

Hast du den Neurologen gefragt warum du jetzt umbedingt mit Tabletten anfangen musst?

Müssen muss man nichts ....und hinterfragen tut der Aufklärung gut...und darfst Du als
Patient.

Alles Gute
Gruss Green

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Bepi74, Thursday, 14.08.2014, 08:47 (vor 4385 Tagen) @ Green

Es kann Dir jeder Arzt wahrescheinlich ein Bespiel nennen, wo das eine Medi besser war und eines, wo das dandere besser war. Was das bessere Medi ist, kannst Du erst sagen, wenn Du die entsprechenden Medis ausprobiert hast. Hier ist es -glaub ich- Glückssache, wenn du das "richtige" Medi für Dich findest.
Ich würde mir einen guten Arzt suchen, der sich auskennt (ist nicht so einfach einen solchen zu finden) und mir die Vor-und Nachteile der Medis erklären lasse.

Viel Glück
Bepi74

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mezeg, München, Thursday, 14.08.2014, 09:54 (vor 4385 Tagen) @ haggi

als die Epilepsie endlich als Folge einer Hirnhauttumor diagnostisziert wurde und die OP bei der darauffolgenden Besprechung im Krankenhaus auf die darauffolgende Woche gesetzt wurde, wurde mir von den Neuro-Chirurgen Keppra zur sofortigen Einnahme verschrieben. Wohl um einen Krampf während der OP zu vermeiden. Sollte 6 Monaten nach der OP langsam abgesetzt werden. In der Hoffnung, daß alles nun geregelt war.

War es nicht, sechs Wochen danach bekam ich wieder einen GM, wenn aber in einer anderen Form, nun ist die innere Narbe der Störfaktor.

Der zustehende Neurologe verschrieb dann Lamotrigin, weil "allgemein gut vertragen" Bin weiterhin dabei.

Keppra hatte bestimmt für die Neuro-Chirurgen den Vorteil, daß es sofort wirkte. Aber heftig! Nach der ersten Einnahme lag ich vollkommen erledigt den ganzen Tag im Bett.

Mit Lamotrigin mußte ich ganz langsam anfangen: 25 mgr und jede zweite Woche weiterhin um 25 mgr erhöhen. Habe mich nun ganz daran gewöhnt.

Für eine schnelle Wirkung könnte Keppra eine bessere Lösung sein, für eine lange Zeit Lamotrigin aber eben langsam, um die Nebenwirkungen nicht auf einmal in voller Kraft zu spüren.

Keine Erfahrung mit sonstigen AE.

Und ausdrücklich: Arzt bin ich nicht!

mezeg

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huge88, Großraum Nürnberg/Fürth/Erlangen, Thursday, 14.08.2014, 09:34 (vor 4385 Tagen) @ haggi

Mich würde interessieren nach welchen Kriterien die Medikamente verordnet werden.

Mal ein paar mögliche Punkte, die Ärzte in Betracht ziehen können:
- Epilepsieart (so klar diagnostizierbar): da gibt es oft eine Reihe von Medis, die besser helfen oder gar nicht helfen und die man dann entsprechend bevorzugt bzw. gar nicht erst ausprobiert.
- Gesundheitliche Gesamtsituation: Hat jemand z.B. eine angeschlagene Leber, kann man wenn möglich zuerst eines probieren, das über die Nieren verstoffwechselt wird, um die Leber zu schonen
- Geschlecht/Alter: Z.B. für Frauen im gebärfähigen Alter mit Kinderwunsch sollten für gewöhnlich ja Medikamente ausgesucht werden, die einen Fötus schonen.
- Bereits bekannte Medikamentenunverträglichkeiten: Wenn Medikamentenunverträglichkeiten bekannt sind, ist die Wahrscheinlichkeit, auch einen verwandten Stoff nicht gut zu vertragen höher, also kann man da dann vielleicht erst etwas anderes probieren

Die Liste kann man noch ewig so weiterführen. Ich denke, bei vielen Ärzten spielt da die Erfahrung, die sie mit gewissen Stoffen gemacht haben und das Bauchgefühl auch eine sehr große Rolle. Und ggf. auch Behandlungsempfehlungen der Fachgesellschaften.

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Das ist der Weisheit letzter Schluss:
Nur der verdient sich Freiheit wie das Leben,
Der täglich sie erobern muss.
Johann Wolfgang Goethe - Faust, der Tragödie zweiter Teil

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Anning, Großraum Hamburg, Thursday, 14.08.2014, 11:39 (vor 4385 Tagen) @ haggi

Also mir wurde nach meinem GM Lamotrigin zur langsamen Aufdosierung empfohlen. Mit Sicherheit hat dazu beigetragen, dass ich es früher schon genommen habe und sehr gut vertragen habe. Da habe ich es zusammen mit Orfiril (Valproat) genommen, welches ich nicht so gut vertragen habe. Allerdings hat das Lamotrigen damals auch ausgereicht, dass ich keine Auffälligkeiten im EEG hatte und auch keine Anfälle. Das langsame aufdosieren (ca. alle zwei Wochen um 25mg erhöhen) hängt lt. meinem Arzt mit den Nebenwirkungen zusammen. Ich merke jedoch keine der Nebenwirkungen...Aber mein Arzt und auch die drei Neurologen im Krankenhaus waren von Lamotrigen überzeugt bzw. einer Meinung, dass es bei GM gut wirkt und beim richtigen aufdosieren und auch danach wenige Nebenwirkungen hat...

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haggi, Raum Freiburg, Thursday, 14.08.2014, 22:28 (vor 4385 Tagen) @ haggi

Danke für Eure Antworten!
Ich warte jetzt bis meine Neurologin aus ihrem Urlaub zurück ist.Auf die Frage warum Keppra,meinte mein Hausarzt:"Weil das so üblich ist".:-D