Leben mit starken Nebenwirkungen von Medis?

Kat_72, Wednesday, 27.08.2014, 22:10 (vor 4372 Tagen)

Hallo zusammen,

sorry im Voraus, dass der Beitrag so lang ist, aber ohne den Hintergrund zu kennen, ist mein Problem glaub ich schwer zu verstehen. Ich hoffe, es ist in Ordnung, wenn ich als Neue damit so reinplatze – ich habe keinen Vorstellungsthread gefunden.

Ich habe seit 10 Jahren fokale motorische Anfälle (rechter Arm zuckt), die manchmal sekundär generalisiert werden (dann Grand Mal). Häufigkeit ohne (wirksame) Medis ca: fokal mit Grand Mal 2 mal im Jahr, fokal viel öfter. Ist aber bei den fokalen schwer zu sagen, das schwankt sehr stark. Wobei mich die fokalen eigentlich gar nicht so stark stören.

Ich war schon bei verschiedenen Neurologen. Probiert wurden so ziemlich alle Medis (z.B. Lamotrigin, Levetiracetam). Das Problem ist, dass ALLE Medis, die mir helfen, Nebenwirkungen haben, mit denen ich nicht mehr leben kann und will: schlimme Depressionen, ausgeprägte Stimmungsschwankungen, hibbelig sein; und auch richtig heftige Konzentrationsprobleme und Verwirrtheit. Heulend in der Ecke sitzender verwirrter Zombie.
Ohne Epilepsie-Medikamente geht es mir dann ganz okay. Depression wurde auch diagnostiziert kurz nach Beginn der Epilepsie. Seitdem bekomme ich auch Antidepressiva.
Ich habe bei den Medis immer mindestens 2-3 Monate durchgehalten.
Aber das ist nicht die Art, wie ich leben möchte. Ich finde die Anfälle IM VERGLEICH zu den Nebenwirkungen der Medikamente nämlich gar nicht so schlimm.

Wir sind von einer Weile umgezogen. Ich habe hier eine gute Hausärztin gefunden. In Absprache mit ihr habe ich das letzte Epilepsiemedikament vor 6 Monaten abgesetzt, weil es mir extrem schlecht ging.
Ich hatte gleich als wir hergezogen sind, einen Termin mit einem hiesigen Neurologen abgemacht (Wartezeit über 3 Monate). Aber an dem Tag hatte ich dann die Grippe mit hohem Fieber und allem - nächster Termin wäre dann gestern in vier Wochen gewesen.

Ich merke immer, ob ein Tag ein Anfallstag ist oder nicht, d.h. ob ich einen kriegen könnte (nicht muss!)
In Absprache mit meiner Hausärztin nehme ich dann an „solchen“ Tagen Rivotril, das hat für mich tolerierbare Nebenwirkungen, nämlich Müdigkeit, leichte Konzentrationsprobleme, Koordinationsprobleme. Damit bin ich kein depressive Zombie und damit kann ich auch leben. Früher habe ich von Ärzten aus demselben Grund auch schon Diazepam bekommen.

Das Problem dabei ist, dass die ganzen Benzodiazepine abhängig machen. Manchmal dauern "solche" Tage halt auch vier Wochen. Und da es süchtig macht, sag(t)en die Ärzte, Rivotril oder früher Diazepam höchstens eine Woche nehmen. Ich habe auch den totalen Horror davor, abhängig zu werden.

Also hatte ich letzte Woche ohne Rivotril an einem "solchen" Tag einen Grand Mal aus einem fokalen Anfall heraus, bei dem ich mich ziemlich an der linken Hand verletzt habe. War mein erster Grand Mal seit ca. 2 Jahren. Wobei ich einen Grand Mal immer vorher merke an der Art, wie der fokal anfängt. Ist irgendwie anders. Ich habe dann so ungefähr eine Minute, in der ich das sagen und mich auch sicher irgendwie hinlegen kann. Aber die Umstände waren ein bisschen blöd und daher lag ich halt zuhause zu nahe an einem Regal.
Jetzt war ich von der Hausärztin geschickt notfallmäßig beim Neurologen. Und er möchte, dass ich wieder "richtige" Epilepsiemedikamente nehme wegen des Grand Mal Risikos.

Ich bin ja auch nicht gegen Medikamente, und ich bin ja auch bei sehr vielen Nebenwirkungen bereit, damit zu leben. Aber ich möchte halt auch LEBEN!

Meine neue Psychiaterin hat mir sehr vorsichtig formuliert vorgeschlagen, mal in Absprache mit einem Neurologen darüber nachzudenken, eine ärztlich überwachte Abhängigkeit von Rivotril in Kauf zu nehmen. Sie meint, aus psychiatrischer Sicht wäre das für mich viel besser.

Jetzt schiebe ich das alles seit einer Woche im Hirn rum. Eigentlich habe ich die "richtigen" Medikamente so satt und finde die Anfälle im Vergleich gar nicht so schlimm. Aber will auch nicht einfach keine mehr nehmen (wegen Grand Mal Risiko). Aber eigentlich auch nicht abhängig sein. Wobei ich dann wieder denke, dass die Psychiaterin vielleicht doch recht hat.

Ich für mich finde einfach keine Lösung und kenne auch sonst niemand, der Epilepsie hat. Deshalb traue ich mich jetzt auch mal in ein Forum. Nicht, damit mir jemand sagt, was ich tun muss, das ist ja meine eigene Entscheidung.
Aber einfach mal um zu hören, wie es anderen Betroffenen mit Medikamenten geht und was Ihr für Erfahrungen gemacht habt. Vielleicht mal andere Sichtweisen kennenlernen.

Hat irgendjemand von Euch vielleicht Erfahrungen mit dieser Art von Problemen oder versteht, dass ich mit diesen Nebenwirkungen nicht mein Leben verbringen möchte?
Ach so, mein ursprünglicher Text war länger, wollte aber nicht 2 Postings draus machen. Wenn also Infos fehlen, einfach fragen.

Über Antworten würde ich mich sehr freuen.

Viele Grüße von Kat

Leben mit starken Nebenwirkungen von Medis?

pegasus, Wednesday, 27.08.2014, 22:27 (vor 4372 Tagen) @ Kat_72

Ich würde an deiner Stelle mal eher versuchen einen stationären Termin in einem Epilepsiezentrum zu bekommen, bevor du weiterhin "Versuchskaninchen" spielst.

Leben mit starken Nebenwirkungen von Medis?

podi, Wednesday, 27.08.2014, 23:35 (vor 4372 Tagen) @ Kat_72

Bei mir haben die letzten Medikamente, Zonegran, extreme Depressionen ausgelöst. Ich hätte mich fast umgebracht. Und ich weis, das will ich nie wieder. Hab seit 40 Jahren Absencen, kürzere und längere. Früher hatte ich auch öfter mal einen GM, den letzten aber vor ein paar Jahren. Bei mir wars immer das Problem, das die Wirkung der Medis nicht sehr lang hielt. Hab zur Zeit ca. 10-15 Absencen in der Woche, was eigentlich ein ganz guter Wert ist. Aber wenn die Wirkung nachlässt, werdens gleich wieder mehr. Hab sicher schon 20 verschiedene genommen, auch eine längere Zeit Rivotril. Und ich hatte schon eine Menge verschiedener Nebenwirkungen. Was ich aber sagen möchte ist, ich hab lieber doppelt so viele Anfälle, als einmal noch die Erfahrung unter Zonegran durchzumachen. Da nimm ich sogar einen GM inkauf, aber nie wieder werd ich so was durchmachen.

Leben mit starken Nebenwirkungen von Medis?

Green, Thursday, 28.08.2014, 08:21 (vor 4371 Tagen) @ Kat_72

Hallo Kat-72

ch merke immer, ob ein Tag ein Anfallstag ist oder nicht, d.h. ob ich einen kriegen könnte (nicht muss!)
Hallo was den einen grossen anfall oder einen fokalen ?

Beim lesen Ihres Beitrags ist mir sofort eingefallen und haben sie mal daran gedacht die antideprissiva ab zusetzen/zuverändern.....das ist ja auch ein nettes zeug mit netten nebenwirkungen.

Haben sie mal ein Kalender geführt wann wie anfälle auf treten also ohne rivortil.....so das sich auffälligkeiten ergeben..........kenne von mir wetter wechsel/Mond /Neumond in verbindung mit Periode oder eisprung.klasse kombi bin ich gern dabei mit anfällen.

Wenn ich merke das heute ein anfallstag ist schau ich halt das ich genügend ruhe bekomme mehr schlafe nichts tue was die anfälle fördert oder oder..............nicht einfach aber möglich.

www.moses-schulung.de

Beratungstelefon für Epilepsie mal nutzen....Adressen/Telefon vorn auf den Seiten hier
nutzen.
Wie auch schon empfohlen an ein Epizentrum wenden........lange Wartezeit und/oder einen Neurologen suchen der auch Epileptologe ist.
Mal an eine psychosomatik <reha gedacht.....vorallem auch wegen der Depriss......und ist die Depressionsdiagnostik von einem zweiten arzt bestättigt worden?
Oder aber Psychologische hilfe vor Ort ...kann sehr hilfreich sein.

Und noch eins man kann darf als Patient nein sagen...zu dem was Ärzte für vermeintlich richtig halten.
Weil aushalten muss man ganz allein das ja wie das nein.
Trauen sie sich einen anderen weg zugehen.......schön das Sie sich hier her getraut haben.;-)

Gruss Green

Leben mit starken Nebenwirkungen von Medis?

Kat_72, Wednesday, 03.09.2014, 13:39 (vor 4365 Tagen) @ Green

Hallo Green,

vielen Dank für deine ausführliche Antwort und deine Ermutigung. Bin mir n.B. grade nicht sicher, ob ich Sie oder Du sagen soll - ich hatte den Eindruck, in Foren duzt man sich ... oder liege ich da falsch? Wenn Sie lieber das Sie wollen, sagen Sie einfach Bescheid.

Zu deinen Anmerkungen:

Ich merke immer, ob ein Tag ein Anfallstag ist oder nicht - das gilt für fokale Anfälle und für Grand Mal Anfälle, egal welcher Typ. Das ist einfach morgens ein Gefühl, als ob die Realität einen Schritt nach links gemacht hat und alle Sinneseindrücke irgendwie auf negative Art intensiver sind, fast wie eine Übelkeit, nur irgendwie nicht, dass mir richtig schlecht ist. Besser kann ich das halt nicht erklären. Manchmal wache ich aber schon mit einem fokalen Status auf...

Antidepressiva/Psychotherapie: Ja, die sind bei mir anfallsfördern, v.a. wenn die Dosis erhöht wird. Ohne geht es allerdings auch nicht, das wurde insgesamt 6 mal versucht. Die Depressions-Diagnose wurde von mehreren Fachärzten gestellt, ich habe schon zweimal eine Psychotherapie gemacht und war auch zweimal längere Zeit in einer psychosomatischen Klinik. Das alles war sehr hilfreich und einige Dinge sind besser geworden und habe ich bearbeitet, dennoch geht es leider nach wie vor nicht ohne AD. Die Diagnose ist rezidivierende Depression, d.h. chronisch.

Zu deinen anderen Tipps siehe meine allgemeine Antwort unten.

Anfallstagebuch habe ich am Anfang mal gemacht, ist aber Jahre her und ich wusste da gar nicht, dass es außer Flackerlicht noch andere Auslöser gibt. Habe von der Beratungsstelle in Kork (da hatte ich auch angerufen) grade eine Liste mit möglichen Anfallsauslösern bekommen und bin doch ziemlich platt, was es da alles gibt. Vor ein paar Tagen habe ich mit einem Anfallstagebuch angefangen, wo alles drinsteht, was ich tue, wie das Wetter ist etc. Vielen Dank für den Tipp!

Und nein hab ich gestern zu einem Arzt gesagt - siehe unten.;-)

LG
Kat

Leben mit starken Nebenwirkungen von Medis?

huge88, Großraum Nürnberg/Fürth/Erlangen, Thursday, 28.08.2014, 09:43 (vor 4371 Tagen) @ Kat_72

Hi!

Also das ist natürlich richtig blöd, wenn einem das, was einem hilft, solche Probleme bereitet.

Ich glaub da ist es - wie schon vorgeschlagen wurde - wirklich eine gute Sache, einmal ein Epilepsiezentrum aufzusuchen. Vielleicht haben die Ideen (basierend auf der Liste, was Dir hilft und Du nicht verträgst), was man machen könnte, um Deine Situation zu verbessern (Wurde bei Dir schon einmal eine ketogene Diät versucht? Hilfestellung und Beratungen dazu finden sich in den Epilepsiezentren.).
Und auch für den Extremfall einer langfristigen Einnahme eines Notfallmedis wären die Epileptologen dort für mich die Ansprechpartner 1. Wahl.
Vielleicht haben die auch Ideen, ob eine Kombitherapie mit zwei Wirkstoffen mit unterschiedlichem Mechanismus, sinnvoll sein kannt, wenn man von denen man weiß, dass sie Deine Situation verbessern, aber jedes für sich in so niedriger Dosierungen, dass vielleicht die Nebenwirkungen ausbleiben.

Und dann wäre da ja noch die Möglichkeit, dass Du in den Epizentren abklären lassen kannst, ob die Ursache vielleicht Operativ behandelt werden könnte (der eigentliche Herd scheint bei Dir ja, so wie ich das verstehe, vermutlich stark lokal begrenzt zu sein, wenn die fokalen Anfälle sich auf einen so kleinen Körperteil beschränken).

--
Das ist der Weisheit letzter Schluss:
Nur der verdient sich Freiheit wie das Leben,
Der täglich sie erobern muss.
Johann Wolfgang Goethe - Faust, der Tragödie zweiter Teil

Leben mit starken Nebenwirkungen von Medis?

Kat_72, Wednesday, 03.09.2014, 13:25 (vor 4365 Tagen) @ huge88

Hallo huge,

vielen Dank für deinen Beitrag und deine Vorschläge! Eine Niedrig-Dosis-Kombitherapie wurde schon mit verschiedenen Medikamenten versucht. Leider setzt die Nebenwirkung der schweren Depression auch schon bei niedrigen Dosierungen (unterste Grenze des Spiegels) ein ...


LG
Kat

Leben mit starken Nebenwirkungen von Medis?

Easybabe88, Thursday, 28.08.2014, 11:07 (vor 4371 Tagen) @ Kat_72

Ich hatte früher schonmal (ohne medikamente) mit schweren depressionen zu kämpfen gehabt, wo ich irgendwann zum glück selber rausgefunden habe, um kurz drauf Angstzustände und Panikattacken zu bekommen nach einem Grand Mal Anfall !! Bei mir ist es anders ! Du sagst ich bleib lieber ohne Medis, denn ein Anfaal finde ich im Vergleich zu den Medis nicht so schlimm. Bei mir ist es das ich seit den Panikattacken solche Angst vor neuen Anfällen habe, das ich mich vor 3 Wochen (nach meinen letzen Anfall) auf Lamotrigin habe einstellen lassen. Früher habe ich auch alles an Medikamente abgelehnt, weil ich mir auch sagte, den Anfall merk ich eh nicht und ich weis ja was ich zu tun habe um das Anfallsrisiko runter zu schrauben, nämlich genug Schlaf (bei mir werden Anfälle durch übermüdung und schlafentzug verursacht). Aberseit meine letzen zwei anfälle waren irgendwie anders.... ich habe vorher gemerkt wie meine augen sich verdrehten, ich anfing mich im kreis zu drehen, nix mehr dagegen tun konnte und erst das bewusstsein verlierte als ich auf den boden fiel...... Und davor hab ich mittlerweile bei den Anfällen so Angst, vor dem fiesen Gefühl bevor ich umkippe, ich mein es sind nur ca. 10 Sekunden, aber es sind für mich schreckliche 10 sekunden, vor denen ich Angst habe und desshalb leider schon wieder jetzt an angstattacken leide, da ich auch ein neugeborenes habe, und ich ja auch schonmal nachts raus muss, morgens meinen ältesten zum kindergarten bringen...... da kommt schlafmangel schonmal vor, und desshalb habe ich mich jetzt auch auf medis einstellen lassen.......
Meine Nebenwirkungen sind das ich erst aggressiv werde, immer rumschreie etc. und im nächsten moment mich ins zimmer verkrieche und rumheule........ Aber ich denke vielleicht mal das die Nebenwirkungen auch nachlassen wenn der Körper sich erstmal an das Medikament gewöhnt hat.
ich nehme jetzt morgens und abends jeweils 50mg lamotrigin, und hoffe das die nebenwirkungen bald nachlassen, denn ohne medikamnete hätte ich wahrscheinlich nochmehr panik und angst als mit, mich stören vielmehr meine angst und panikattacken als die nebenwirkungen, die durch die angst nochmehr zum vorschein kommen -.-

Leben mit starken Nebenwirkungen von Medis?

Kat_72, Wednesday, 03.09.2014, 13:15 (vor 4365 Tagen) @ Easybabe88

Hallo Easybabe,

ich verstehe deine Angst sehr gut und wünsche dir, dass das Medikament greift und die Nebenwirkungen besser werden. Dauernd mit Angst zu leben (egal ob vor Medikamenten wie in meinem Fall oder ob vor Anfällen wie in deinem Fall) ist ja ein schlimmer Zustand.

LG
Kat

Leben mit starken Nebenwirkungen von Medis?

Kat_72, Tuesday, 02.09.2014, 10:25 (vor 4366 Tagen) @ Kat_72

Hallo zusammen,

vielen Dank für Eure hilfreichen Antworten. Werde mich ausführlicher melden, die letzten paar Tage ging es mir zu schlecht zum Schreiben.. Heute schon besser, denke, ich schaffe es morgen, auf Eure Beiträge einzugehen.

LG
Kat

Leben mit starken Nebenwirkungen von Medis?

Kat_72, Wednesday, 03.09.2014, 12:31 (vor 4365 Tagen) @ Kat_72
bearbeitet von Kat_72, Wednesday, 03.09.2014, 13:39

An alle, die geantwortet haben:

also, ich war, dank eurer Hinweise, am Montag in der Epilepsieberatungsstelle in Würzburg und arbeite jetzt gerade daran, alle Unterlagen zusammenzustellen und ins Epilepsiezentrum Kehl-Kork zu schicken. Ich habe da schon angerufen und die haben mir gesagt, was sie alles brauchen.

Danke für eure Ermutigung, das in Angriff zu nehmen und zu auf Epilepsie spezialisierten Ärzten zu gehen.

Außerdem habe ich, nach einem erneuten Versuch, mein Problem darzulegen, den Neurologen gewechselt. Er war nach wie vor strikt auf der Hauptsache anfallsfrei Linie - mit der ich mir mehr schade als mit Rivotril - schließlich können solche Depressionen auch tödlich enden - aber die Argumentation ist irgendwie an ihm abgeprallt.

Es gibt 30 km weiter eine Praxis, die Notfalltermine einplant (da muss man am Tag vorher anrufen und bekommt für den darauffolgenden Tag einen Termin). Werde ich diese Woche noch machen - mein Mann hat Freitag frei und könnte mich fahren. Die sind zwar auch nicht auf Epilepsie spezialisiert, aber ich werde da auch nicht mit dem Ziel hingehen, dass sie mich behandeln, sondern dass sie alle Diagnostik machen, die für Kork erforderlich ist und meine momentane Medikation überwachen.

Denn tatsächlich habe ich mich entschieden, bis zu einem Termin in Kork in den am wenigsten sauren Apfel zu beißen und solange Rivotril zu nehmen, da es wirklich gut hilft und ich mit den Nebenwirkungen (auch wenn sie z.T. sehr unangenehm sind) leben kann.

Sowohl in der Epilepsieberatungsstelle als auch in Kork (beim Telefonat) haben alle sehr gut verstanden, dass ich nicht den Rest meines Lebens anfallsfrei aber mit schweren Depressionen in der Psychiatrie verbringen will.

LG
Kat

Leben mit starken Nebenwirkungen von Medis?

huge88, Großraum Nürnberg/Fürth/Erlangen, Wednesday, 03.09.2014, 16:48 (vor 4365 Tagen) @ Kat_72

also, ich war, dank eurer Hinweise, am Montag in der Epilepsieberatungsstelle in Würzburg und arbeite jetzt gerade daran, alle Unterlagen zusammenzustellen und ins Epilepsiezentrum Kehl-Kork zu schicken. Ich habe da schon angerufen und die haben mir gesagt, was sie alles brauchen.

Hi!

Warum Kehl-Kork und nicht Erlangen? Von Würzburg aus gibt's meines Wissens nach eine schnelle Zugverbindung nach Nürnberg und von dort kommst Du mit der S-Bahn (so nicht gerade mal wieder gefühlte Dauerbaustelle ist *gruml*), nach Erlangen. Da wärst Du dann auch weniger abhängig von Deinem Mann.

Auf jeden Fall viel Glück, dass der neue Anlauf was bringt!

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Leben mit starken Nebenwirkungen von Medis?

Kat_72, Wednesday, 03.09.2014, 17:41 (vor 4365 Tagen) @ huge88
bearbeitet von Kat_72, Wednesday, 03.09.2014, 17:50

Hi Huge,

danke, dass du dir Gedanken machst! Erlangen war im Gespräch, hab da auch angerufen, aber die wollten gleich stationär. Kehl-Kork kann ich erstmal ambulant hin.
Und Zugfahren kann ich nicht sehr lange - hab zwei kaputte Hüftgelenke und Züge bzw. die Sitzhöhe (da ich sehr klein bin) sind der Horror, dafür müsste ich mich mit sehr starken Schmerzmedis zudröhnen und das ist immer kontraproduktiv bei mir. Und ich wohne auch nicht gerade in der Nähe von Würzburg, das ist nur von mir aus die nächstgelegene Beratungsstelle... Nach Erlangen bräuchte ich mit dem Zug auch drei Stunden.

Was die Abhängigkeit von meinem Mann betrifft - mich nach Kork zu fahren war sogar sein Vorschlag und er ist total toll, was das alles angeht (und sonst auch) und froh, wenn er irgendwie helfen kann. Und mich zu fahren ist halt seine Art, auch etwas TUN zu können und er will das auch.

LG
Kat

Leben mit starken Nebenwirkungen von Medis?

huge88, Großraum Nürnberg/Fürth/Erlangen, Wednesday, 03.09.2014, 21:11 (vor 4365 Tagen) @ Kat_72

Erlangen war im Gespräch, hab da auch angerufen, aber die wollten gleich stationär.

Echt??? *Ungläubig guck* Ich mein gerade die Epilepsieambulanz ist ja eigentlich dafür da, nicht immer gleich einen stationären Aufenthalt zu brauchen.

Wobei da kommt mir die Frage, ob Du im Epilepsiezentrum oder der Ambulanz angerufen hast - hatte als es um einen MRT-Termin ging mich einmal in der Zeile verguckt und kam im anderen Sekreteriat raus und die wollte dort dann gleich einen stationären Termin dafür, bis nach vielem hin und her und herumverbinden dann das wie für alle, die von der Ambulanz geschickt werden, auch so ging.

Aber mal anders gefragt: Wie lange wäre denn die Wartezeit für den stationären Aufenthalt gewesen? Ich mein, so wie sich Deine Geschichte für mich anhört, wirst Du den ja früher oder später sowieso bekommen und die Wartezeiten sind da mitunter nicht gering, also wenn der in nicht allzu ferner Zeit liegt, wär das ja auch eine Überlegung wert, die gleich einmal das volle Programm durchziehen zu lassen.

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