Warnung Benzos

Jack, Monday, 22.09.2014, 10:15 (vor 4346 Tagen)

Hallo an alle

War früher mal wegen angeblicher Anfälle auf Neuro und bekam Valium verschrieben also Diazepam. Schliesslich wurde ich abhängig von dem Zeug und entwickelte eine Hochdosisabhängigkeit mit Toleranzsteigerung. Hab letztes Jahr den Entzug gemacht und bin seitdem clean. Der Drogenentzug den ich vor über 20 Jahren hatte (Heroin) war obwohl ich den damals kalt machte wie ein angenehmer Lustgarten gegenüber dem Benzoentzug. Der Suchtdruck (Substanzverlangen) war extrem. Alles kam daher. Angstzustände, Panikattacken, Suizidimpulse. Nun bin ich stabil. Die "Anfälle" entpuppten sich als LSD-Flashbacks. Ein Flashback ist eine Art Drogenrausch den man immer und immer erlebt obwohl man nichts mehr nimmt. Drogenkarent bin ich seit 21 Jahren. Ich dachte ich schreib das mal rein weil viele Benzopräpparate wie Valium, Gewacalm, Xanor, Tavor, Psychopax, Praxiten um nur einige zu nennen bekommen und nehmen wie Zuckerlen. Das Zeug ist gefährlich. Wenn man es im Akutfall z.b. bei einem Anfall bekommt macht es ja nix aber mal soll es nie länger nehmen gerade weil es schwer abhängig machen kann. Passt euch auf was ihr da nehmt und hinterfragt es gegebenenfalls. Die gehen viel zu leichtfertig um damit. Nur ein warnender Hinweis damit anderen sowas erspart bleibt.

grüße Jack

Warnung Benzos

Chey, Saturday, 27.09.2014, 15:07 (vor 4341 Tagen) @ Jack

Hallo Jack

Da frage ich mich, wusste dein behandelnder Arzt "vor" der Verordnung von Benzodiazepinen von deiner früheren (schweren) Drogenabhängigkeit?

Warum ist das nicht aufgefallen das du immer mehr Benzo's genommen hast, oder aber benötigt, was ja ein Indiz einer klaren Toleranzentwicklung ist und man überlegen sollte eine neue Option zu finden?

Hast du diese Rezepte nur von deinem behandelnden Facharzt geholt/bekommen, oder dir diese Aufgrund diesem sogenannten Freifahrtschein auch bei anderen Ärzten verschreiben lassen?

Bitte nicht böse sein, aber mich würde das wirklich interessieren. Ich kenne Suchtpatienten und wenn sie eines noch besser können als andere belügen, ist es sich selbst zu belügen. Ein Teufelskreis eben, nicht böswillig, so manches wohl auch unbewusst oder aber verdrängt, doch diese Mechanismen sind schon der Hammer.

Persönlich finde ich, das dahingehend einzig hilfreiche, immer wieder Aufklären!

Ansonsten möchte ich dazu noch ein Zitat von Galileo Galilei anfügen:

"Man kann den Menschen nichts beibringen. Man kann ihnen nur helfen es in sich selbst zu finden."

Fakten über Heroin

Fakten über rezeptpflichtige Medikamente

Wichtig! Der zu beachtende Hinweis und somit Unterschied:

Der Missbrauch rezeptpflichtiger Medikamente kann sogar riskanter sein als der Missbrauch illegal hergestellter Drogen. Durch die hohe Wirksamkeit einiger synthetischer (künstlich hergestellter) Drogen, die als Arzneimittel verschrieben werden, ist auch das Risiko einer Überdosierung hoch.[...] Viele Menschen erkennen nicht, dass die Verteilung oder der Verkauf von rezeptpflichtigen Medikamenten (außer durch einen Arzt oder Apotheker) eine Form von Drogenhandel ist und genau so illegal wie der Verkauf von Heroin oder Kokain, ...[...]

Und die neue Welle, die meint sich mit Chrystal Meth aufputschen zu müssen, na ob die wissen WAS sie da zu sich nehmen? *würg*

Ganz gewöhnliche Pillen wie etwa Erkältungspillen dienen oft als Grundlage für die Herstellung der Droge. Der „Meth-Koch“ extrahiert den Wirkstoff in diesen Pillen, nämlich Pseudoephedrin (eine chemische Substanz, die von dem Stimulans Amphetamin stammt), und kombiniert sie mit Zutaten wie Batteriesäure, Abflussreiniger, Lampenöl und Frostschutzmittel, um die Stärke der Droge zu intensivieren.

Ich selbst nehme auch hin und wieder für eine Weile Rivotril (Clonazepam) als zusätzliches AE, entweder wenn ich umdosiert werde (z.B. bis ein anderes greift), oder es zu einer (meist) zeitlichen Verschlechterung (zum Teil) auch aufgrund äußerer Umstände kommt. Als Notfallmedikament habe ich Tavor Expident (Lorazepam).

Bis Dato hatte ich noch keinerlei Probleme die z.B. mir verordnete Dosis Rivotril nach entsprechender Zeit wieder auszuschleichen. Ein Beispiel dazu: Längste Einnahme - 9 Monate am Stück, 3 x 0,5 mg täglich.

Mein Notfallmedikament betrachte ich so wie es sich "liest".

Wünsche dir natürlich weiterhin alles Gute und freue mich sehr mit dir das du diesen Weg geschafft hast! :-)

Viele Grüße
Chey

Warnung Benzos

Jack, Sunday, 28.09.2014, 18:44 (vor 4340 Tagen) @ Chey

Hallo Chey

Danke für deine Antwort. damals hab ich die Ärzte sehrwohl darüber informiert das ich mal ein Drogenproblem hatte weil ich die Drogen von Anfang an in Verdacht hatte die "Anfälle" wie sie es nannten auszulösen. Es hieß nur die machen nix. Unglaublich aber das hatte mir der so gesagt. Im Nachhinein weiß ich das vor allem LSD ein Halluzinogen des Mutterkorns auch viele Jahre nach dem Letztkonsum solche Flaschbacks auslösen kann. Aufgrund der Drogenabhängigkeit wär es ja kontraindiziert gewesen Benzos überhaupt zu geben. jahrelang habs ich von einem Arzt bekommen auch obwohl es schleichend mehr wurde. erst als ich richtig in die Hochdosisabhängigkeit geriet hab ichs überall hergeholt. Das ist das teuflische dran das man selber überhaupt nicht oder erst als letzter merkt das man süchtig ist. Da Benzos oder sonstige Medikamente keine Fahne machen wie Alkohol kommt auch die Umgebung jahrelang nicht dahinter was eigentlich los ist. deshalb nennt man Medikamentensucht auch heimliche Sucht. Wenn man im Notfall z.B. bei einem Anfall solche Tabletten nimmt macht es ja nix aber täglicher Konsum über längeren Zeitraum birgt Gefahren. ist mit dem Alkohol das gleiche. Wenn du mal ein alkoholisches Getränk trinkst wird nichts passieren aber wenn man regelmäßig konsumiert besteht Suchtgefahr. Nun bin ich seit gut einem Jahr Medifrei. Vor allem in der Psychiatrie wird viel zu schnell und leichtfertig verschrieben. Wo ich den Entzug machte war noch eine junge Frau mit Benzobhängigkeit. Sie hatte eine Wochenbettdepression und bekam deshalb Gewacalm also Benzo verschrieben. ich frage mich nur wozu so ein suchtbringendes Zeug. Ein Antidepressivum für die erste Zeit o.k. aber doch nicht sowas. Da gehörte den Herrn Doktoren mal auf die Finger geschaut. Also immer hinterfragen was man so bekommt und wieso und weshalb. Im Nachhinein ist man immer gescheiter.

Grüße Jack

Warnung Benzos

Katlyn, Monday, 29.09.2014, 10:28 (vor 4339 Tagen) @ Jack

Hi Jack,

meine damalige Neurologin,wollte mir dies verschreiben,ist jaaahre her,wegen meiner Epi,nannte sich,glaube ich Frisium.Doch ich war froh,ihr zu berichten,das ich dieses nicht vertrage(schlimmes Medikamentenexanthem)also Hautausschlag und Juckreiz ohne Ende.
Ich musste einmal,wegen LWS, Musaril(ein Muskelrelaxanz) nehmen,und dann gings los.
Dies erzählte ich ihr natürlich,und sie meinte:
Seien Sie froh,dann können Sie wenigstens nicht abhängig werden.
Das ist zwar zig Jahre her,doch bei Ärzten muss man es ja immer wieder angeben.

Gruß
Katlyn