Angst aus dem Haus zu gehen
Aram, Monday, 13.10.2014, 08:28 (vor 4325 Tagen)
Könnt ihr mir helfen.
Ich habe Grand Mal Anfälle. Diese kommen aus dem nichts. Ich hatte mich mit diesen Anfällen schon abgefunden, bis ich das letzte Mal nach einem Anfall nach 2 Tagen im Krankenhaus aufgewacht bin. Ich hatte gar nichts mitbekommen, nicht einmal dass ich im Krankenwagen war. Das hat mir unheimliche Angst gemacht und ich habe jetzt totale Panik aus dem Haus zu gehen alleine. Das große Problem für mich ist das ich jetzt seit 8 Wochen krankgeschrieben bin!!!!!! Ich muss ja wieder arbeiten gehen - so lange war ich nie krank. Ich weiss dass es nur schlimmer wird, je länger ich nicht arbeiten gehe, aber ich habe so eine Angst dass son ein Anfall auf der Arbeit passieren könnte. Es wird anderen Kollegen Angst machen - und ihr wisst ja, wie andere Menschen auf so ein Anfall reagieren würden.
Was kann ich machen - ach so, ich kann auch nicht fahren, und habe zwar jemand zu Arbeit fährt, aber es fällt mir auch schwer jedesmal zu fragen, dass ich hier und da gefahren werden möchte.
Was macht ihr in so einem Fall?
Angst aus dem Haus zu gehen
SabineJ, Monday, 13.10.2014, 11:33 (vor 4325 Tagen) @ Aram
Hallo Aram! Ich habe mich auch erst Heute angemeldet und habe auch eine Angst.
Eine Angst solltest du dir selber nehmen. Es viel auch mir sehr schwer es meinen Kollegen zu sagen aber ich habe es geschafft und alle sind froh, da sie wissen was sie in so einer Situiation zu tun haben. Daher habe bitte den Mut!
Meine weitere Angst bleibt aber bestehen und zwar was wenn es auf dem Weg zur Arbeit passiert und meine Sachen geklaut warden. Da ich meinen Anfall vorher warnehme habe ich mir einen Zettel gemacht. Diesen Zettel gebe ich Passanten oder Personal, wobei die dann selbst entscheiden können was sie tun. ( sprich wirklich 2 Minuten warten oder weitere Hilfe holen). Alles immer Neu besorgen kann ins Geld gehen. Daher wollte ich von anderen Wissen was man hier für eine Lösung finden kann.
Hoffe habe dir erstmal geholfen
Angst aus dem Haus zu gehen
Aram, Monday, 13.10.2014, 12:37 (vor 4325 Tagen) @ Aram
Danke für Deine Antwort. Hast Du eigentlich epileptische Anfälle? Du hast von Ohnmachts Anfälle gesprochen meintest Du epileptische?
Auf jeden Fall finde ich es gut, dass Du Dich getraut hast, Deinen Kollegen darüber zu informieren. Ich habe leider immer noch nicht den Mut. Ich habe nur meinen Vorgesetzten informiert, aber es sind viele andere auf der Arbeit, die es sehen würden auf der Arbeit, die sich vor so einem Anfall erschrecken würden. Das Deine Handtasche gekaut wurde finde ich dreist. Ich weiss aber nicht was man machen kann, vielleicht, dass Du die wichtige Sachen in Sicherheit bringen kannst, wenn Du merkst dass so was passiert.
Es muss aber auch eine längerfristige Lösung geben, um diese Anfälle zu verhindern, oder reduzieren. Ich habe diese Woche einen Termin bei meinem Arzt in Bonn und gespannt, was er vorschlagen wird, wie ich weitermachen soll.
Angst aus dem Haus zu gehen
huge88, Großraum Nürnberg/Fürth/Erlangen, Monday, 13.10.2014, 19:25 (vor 4325 Tagen) @ Aram
Das hat mir unheimliche Angst gemacht und ich habe jetzt totale Panik aus dem Haus zu gehen alleine.
Bei Angststörungen - spätestens wenn eine Angst sich dauerhaft auf das persönliche Leben massiv einschränkend auszuwirken droht, würde ich einmal davon sprechen; und diese Ängste sind ja bei uns Epileptikern recht weit verbreitet - würde ich empfehlen, einen Facharzt für Psychologie aufzusuchen. Es gibt Methoden wie z.B. die Verhaltenstherapie, um einen anderen Umgang mit solchen spezifischen Angstsituationen zu erlernen, um zu lernen, wieder normal damit umzugehen.
Es wird anderen Kollegen Angst machen - und ihr wisst ja, wie andere Menschen auf so ein Anfall reagieren würden.
Naja, also sowas muss nicht unbedingt jemanden Angst machen. Und wenn die Bescheid wissen, sollte das kein Thema sein. Hatte vor Jahren auch einmal bei mir im Verein einen GM. Das war da dann überhaupt kein Problem für irgendjemanden.
Was kann ich machen - ach so, ich kann auch nicht fahren, und habe zwar jemand zu Arbeit fährt, aber es fällt mir auch schwer jedesmal zu fragen, dass ich hier und da gefahren werden möchte.
Ich sehe, wenn Du keine Fahrgemeinschaft mit jemanden bilden kannst, zwei Möglichkeiten:
1) öffentliche Verkehrsmittel
2) Es gibt da was für Extremfälle, das sich Fahrassistenz oder so ähnlich nennt. Kenne mich damit aber nicht aus. Dazu wird aber sicherlich jemand anderes hier noch genaueres schreiben.
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Das ist der Weisheit letzter Schluss:
Nur der verdient sich Freiheit wie das Leben,
Der täglich sie erobern muss.
Johann Wolfgang Goethe - Faust, der Tragödie zweiter Teil
Angst aus dem Haus zu gehen
Aram, Tuesday, 14.10.2014, 07:30 (vor 4324 Tagen) @ huge88
Danke für Deine Antwort, huge88.
Es gibt für mich einige Probleme, Deine Vorschläge umzusetzen - aber es kann auch sein, dass ich es mir zu schwer mache.
Einen Termin beim Facharzt für Psychologie zu bekommen ist unheimlich schwer. Ich habe auch Probleme damit, zum Arzt zu gehen, mit dem ich auf Knopfdruch über meine Probleme sprechen soll.
Öffentliche Verkehrmittel sind schwer, da ich im 'Dorf' wohne. Und ich habe auch da Angst im Bus oder Bahn einen Anfall zu bekommen. Fahrdienst könnte ich ausprobieren, damit kenne ich mich nicht aus - aber auch da: was ist wenn ich dort einen Anfall habe.
Mit meinen Kollegen kann ich überhaupt nicht darüber reden. Ich habe ziemlich viele Kollegen: So ein Anfall spricht sich dann sehr schnell rum in der Firma und es gibt ja ignorante Leute, die da nicht kennen und ich möchte auf gar keinen Fall das diesen Anfall bei mir sehen.
Mache ich es mir selber schwer? Ich weiss es nicht, aber ich habe im Moment sehr grosse Panik unter Menschen zu gehen. Das macht mir zu schaffen - vor allem wegen meinem Job, weil es mir immer sehr viel bedeutet hat.
Angst aus dem Haus zu gehen
huge88, Großraum Nürnberg/Fürth/Erlangen, Tuesday, 14.10.2014, 09:26 (vor 4324 Tagen) @ Aram
Einen Termin beim Facharzt für Psychologie zu bekommen ist unheimlich schwer. Ich habe auch Probleme damit, zum Arzt zu gehen, mit dem ich auf Knopfdruch über meine Probleme sprechen soll.
Es ist nicht leicht, aber bei der Suche kann Dir z.B. auch Dein Hausarzt helfen. Es ist ja auch nicht so, dass Du "auf Knopfdruck" mit einem Arzt sprechen können sollst. Gerade bei der Suche nach einem Psychologen probiert man für gewöhnlich erst ein paar durch und entscheidet sich dann, bei wem man sich gut aufgehoben fühlt.
Öffentliche Verkehrmittel sind schwer, da ich im 'Dorf' wohne. Und ich habe auch da Angst im Bus oder Bahn einen Anfall zu bekommen.
Naja, da sind wir zum einen wieder beim Psychologen-Thema, zum anderen wäre dann vielleicht auch darüber nachzudenken, irgendwohin umzuziehen, wo es entsprechend ausreichende öffentliche Verkehrsmittel gibt. Immerhin wirst Du, bis Deine Anfälle unter Kontrolle sind und Du die entsprechende Frist aus den Gutachterleitlinien hinter Dich gebracht hast, erst einmal nicht selbst Auto fahren dürfen.
Mit meinen Kollegen kann ich überhaupt nicht darüber reden. Ich habe ziemlich viele Kollegen: So ein Anfall spricht sich dann sehr schnell rum in der Firma und es gibt ja ignorante Leute, die da nicht kennen und ich möchte auf gar keinen Fall das diesen Anfall bei mir sehen.
Hör auf, alles kontrollieren zu wollen. Das funktioniert schon ohne Epilepsie nicht. Wichtig sind die Leute, mit denen Du jeden Tag direkt zu tun hast, also der engste Kollegenkreis und direkte Vorgesetzte. Im Unternehmen bei mir haben wir über 1000 Mitarbeiter. Da wissen auch nicht alle Bescheid. Effektiv hab ich unterm Strich knapp 25 davon des erzählt. Und wenn mal was passiert, dann wissen die Leute wenigstens Bescheid und kippen nicht aus den Latschen und stehen hilflos in der Gegend rum (was definitiv deutlich schlimmer ist, als wenn jemand Bescheid weiß; wenn die Leute nämlich keine Ahnung haben was los ist, ist das die Garantie, dass die Gerüchteküche zu brodeln anfängt und gleich die ganze Firma davon erfährt).
Mache ich es mir selber schwer?
Ganz klar ja, aber um da raus zu kommen, befürchte ich, wirst Du Dir Hilfe holen müssen.
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Das ist der Weisheit letzter Schluss:
Nur der verdient sich Freiheit wie das Leben,
Der täglich sie erobern muss.
Johann Wolfgang Goethe - Faust, der Tragödie zweiter Teil
Angst aus dem Haus zu gehen
Aram, Tuesday, 14.10.2014, 10:16 (vor 4324 Tagen) @ huge88
Danke Dir. Wir sind schon dabei etwas in der Stadt zu finden wird aber etwas dauern. Der Tipp mit dem Hausarzt zu reden ist sehr gut, habe ich auch nicht daran gedacht, um ehrlich zu sein. Vielen Dank nochmal.