positive Erfahrung

mezeg, München, Monday, 17.11.2014, 09:42 (vor 4290 Tagen)

letzte Woche mußte ich zur jährlichen MRT - insgesamt den 6sten - , das Meningeom ist Rezidiv fähig.

Die Radiologie-Praxis ist weiträumig und hell, die Röhre gut belüftet. Eine freundliche Assistentin bereitet alles und begleitet zur Röhre, man bekommt eine Glocke in der Hand, für den Fall...

Und danach bekommt man von dem anwesenden Radiologen einen mündlichen Bericht, der innerhalb wenig Tagen an den Neurologen geschickt wird, man kann sich auch eine Kopie schicken lassen. Also nicht so schlimm, nur die Angst von Rezidiv ist belastend.

Diesmal eine sehr wohltuende Änderung: die Radiologin begrüßte mich herzlich bereits vor der Untersuchung und fragte nach meinem jetzigen Befinden... die Radiologin, die bei der ersten MRT vor vier Jahren die Tumor entdeckte.

Damals gab sie mir nicht nur das Ergebnis mit Hinweis auf die dringende OP. Aufgrund meiner strikten Ablehnung bei dieser völlig unerwarten Diagnose, ließ sie nicht locker und versuchte mit Feingefühl mich von der absoluten Notwendigkeit zu überzeugen, schickte mich dann sofort zum Neurologen zurück, mit dem Hinweis, daß sie ihm den Bericht faxt. Dieser war informiert - vielleicht sogar telefonisch - ließ auch nicht locker aber ebenfalls feinfühlig, sodaß ich schließlich die OP akzeptierte. Ohne die Entscheidung wenigstens zu überschlafen. Er organisierte selber den ersten Termin im Krankenhaus.

Bei der ersten Kontrolle drei Monaten nach der OP war es die gleiche Radiologin, die strahlend kommentierte: "Die OP ist gelungen!"

Jetzt vier Jahre danach hat sie sich anhand meiner Akte an mich erinnert und freute sich persönlich, mich bei guter Gesundheit und gut gelaunt zu sehen.

Ich weiß, daß es keine wichtige Information für dieses Forum darstellt, aber Ärzte und Neurologen werden sehr oft kritisiert dabei gibt es doch Neurologen, Radiologen - und auch Neuro-Chirurgen - , die nicht nur darauf wert legen, fachlich-medizinisch absolut gewissenhaft zu arbeiten, sich aber auch einfach persönlich-menschlich freuen, wenn sie einem Patient zurück zur Gesundheit geholfen haben.

Sollen wir ihnen zumindest am Anfang der Behandlung einen Vertrauen-Vorschuß nicht geben?

mezeg

positive Erfahrung

huge88, Großraum Nürnberg/Fürth/Erlangen, Monday, 17.11.2014, 17:51 (vor 4290 Tagen) @ mezeg

Sollen wir ihnen zumindest am Anfang der Behandlung einen Vertrauen-Vorschuß nicht geben?

Einen kleinen auf jeden Fall, solange einen nix extremes stört.

--
Das ist der Weisheit letzter Schluss:
Nur der verdient sich Freiheit wie das Leben,
Der täglich sie erobern muss.
Johann Wolfgang Goethe - Faust, der Tragödie zweiter Teil

positive Erfahrung

keki, Tuesday, 18.11.2014, 09:38 (vor 4289 Tagen) @ mezeg

Als ich vor 3 Jahren in Heidelberg bestrahlt worden bin, war diese Anonymität das Zweitfürchterlichste für mich. (Das fürchterlichste war die Maske, mit der ich am Tisch festgetackert wurde...) Endlose Gänge unter der Erde, unverbindlich-freundliche Menschen, nichts Persönliches. ich musste da 4 Wochen bleiben und wohnte solange im Hotel. Ich war, glaub ich, der einsamste Mensch der Welt. Das HIT in Heidelberg hat mir das Leben gerettet, keine Frage und ich werde ihnen für immer tief dankbar sein.
Aber als ich vor 14 Tagen durch die Eingangshalle meines Krankenhauses ging, kam mir der Epileptologie-Chef entgegen, der mich 3x gesehen hatte. Er stoppte, begrüßte mich mit Namen(!) und fragte, wie es mir geht. Da war ich platt. Das war so ein Moment, wo ich mich richtig gut aufgehoben gefühlt hab und nicht als Fall-Nummer. Ich kann deine Freude so gut verstehen!