Bitte um Hilfe bei Entwicklung von Anfallstrackingfunktion

smartpatient, Tuesday, 02.12.2014, 16:46 (vor 4275 Tagen)
bearbeitet von smartpatient, Tuesday, 02.12.2014, 17:09

Liebe Forumsmitglieder,

ich arbeite als Konzeptdesigner bei smartpatient - wir haben eine Smartphone-App zur Therapiebegleitung entwickelt („MyTherapy“). Einige unserer Benutzer sind mit der Bitte an uns herangetreten, Funktionen für ein Anfallstracking einzubauen.

Wir haben dafür bereits mit Experten gesprochen und einen ersten Prototypen gebaut, aber da Zeichentischentwürfe nur eine begrenzte Nützlichkeit für die Praxis haben, sind wir auf Feedback von potenziellen Benutzern angewiesen – weshalb wir uns an euch wenden möchten. Kurz gesagt möchte ich Euch bitten, den unten verlinkten Prototypen anzuschauen und uns alles an Feedback zu geben, was Euch dazu einfällt – nur durch Eure Hinweise und Anregungen können wir die App so bauen, dass sie Epilepsiebetroffene tatsächlich unterstützen kann.

Insbesondere interessiert uns dabei:
- Sind die eingebauten Dimensionen sinnvoll, erschöpfend, nützlich?
- Welche weiteren Informationen sind bei der Anfallserfassung notwendig?
- Ist die Oberfläche insgesamt intuitiv bedienbar und verständlich?
- Allgemein: Was ist gut, was ist nicht so gut, was kann man besser machen, was fehlt?

Den interaktiven Prototypen findet Ihr hier:
http://tinyurl.com/smapa-epitracking1

Dabei handelt es sich um einen interaktiven (klickbaren) Browser-Prototypen, weshalb er leider an manchen Stellen etwas hakt, außerdem sind einige Menüoptionen der Einfachheit halber nur stellvertretend vorhanden (z.B. „eigene Vorzeichen hinzufügen“).
Feedback oder Fragen könnt Ihr als direkte Antwort hier im Thread oder per Mail an mauch@smartpatient.de abgeben.

Generell könnt Ihr euch bei Interesse hier ein genaueres Bild von unserer App machen: www.smartpatient.de . Wenn Ihr Sie euch genauer anschauen wollt (und ein iPhone besitzt), könnt Ihr sie Euch im Appstore (kostenlos) herunterladen und ausprobieren, an einer Androidversion arbeiten wir gerade fieberhaft.

Vielen Dank für Eure Mithilfe!
Jochen

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Green, Tuesday, 02.12.2014, 18:22 (vor 4275 Tagen) @ smartpatient

Hallo

was heist Anfallstracking..........auf deutsch ???
Was passiert mit den gesammelten Daten.......ist das wie Kundenkarten z.b. wo dann genau raus gefiltert werden kann wer was wieso warum?Und leichter kommt man nicht an Daten oder seh ich das falsch?
Gruss Green

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Green, Tuesday, 02.12.2014, 18:28 (vor 4275 Tagen) @ smartpatient

Hallo Jochen
was ist ein OberkörperGrandmal...ein Frühstücksanfall...Mini-aura. ?
Sorry haben Sie sich schonmal mit Betroffenen unterhalten ....wer genau ist den an sie heran getreten...Epilepsiebetroffene? Wissen Sie was Epilepsie ist?
Gruss Green

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smartpatient, Tuesday, 02.12.2014, 19:07 (vor 4275 Tagen) @ Green

Lieber Green,

- Anfallstracking = Anfallserfassung. Konstruktive Vorschläge bezüglich der Benennung nehmen wir gerne entgegen.
- Es werden keine Daten erhoben. Es handelt sich hier um einen Prototypen, der rein zu Design- und Entwicklungszwecken erstellt wurde und an keiner Stelle eine Dateneingabe erfordert. Sollten Sie sich auf die App MyTherapy beziehen: Auch hier werden keine personenbezogenen Daten gesammelt, denn wir nehmen die Datensicherheit unserer Nutzer ernst.
- Kundenkarten werden nicht benutzt. Die App spielt sich vollständig auf dem Smartphone ab.
- Die erwähnten Namen beziehen sich auf die "Eigenen Anfallstypen", also von Benutzer selbst angelegte Bezeichnungen/Abkürzungen. Diese sind rein exemplarischer Natur. Diese Funktion wurde von Nutzern explizit gewünscht und bildet die Logik mancher gedruckter Anfallstagebücher ab, die nicht mit geläufigen Bezeichnungen, sondern mit von Betroffenen individuell definierten Anfallsmustern und -bezeichnern arbeiten.
- Ja, wir haben uns mit Betroffenen unterhalten und wissen, was Epilepsie ist. Da wir die Anfallserfassungsfunktion jedoch den Bedürfnissen der Betroffenen entsprechend fortlaufend anpassen möchten, suchen wir weiterhin und auch in Zukunft aktiv den konstruktiven Dialog. Sie sind gerne dazu eingeladen, an diesem teilzunehmen. Anderenfalls würde ich Sie bitten, Ihre Bedenken und Nachfragen direkt an mauch@smartpatient.de zu richten.

Danke für das Feedback und freundliche Grüße
Jochen

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huge88, Großraum Nürnberg/Fürth/Erlangen, Wednesday, 03.12.2014, 16:05 (vor 4274 Tagen) @ smartpatient

- Funktionen für ein Anfallstracking: Nennt's, um Missverständnissen vorzubeugen, besser digitaler Anfallskalender, denn so wie ich das sehe, ist es genau das. Bei Tracking hab ich jetzt erst gedacht, dass Ihr mit der App einen Krampfanfall mittels der Beschleunigungssensoren in einem Handy (oder einem per Bluetooth oder gekoppelten Armband) erkennen und aufzeichnen wollt (wäre aber interessantes, algorithmisches Mustererkennungsproblem).
- Mich irritiert der "Wie oft tritt dieser Anfall auf"-Dialog. Das sollte eigentlich nicht ich einer App sagen, sondern die sollte das eigentlich auf Grund der Aufzeichnungen ermitteln.
- Würde keine Vorgaben in "vermutete Auslöser" machen, sondern den Nutzer eigene Einträge machen lassen. Sowas kann die Aufmerksamkeit einseitig stark auf einen Aspekt lenken.
- Die Lokalisationsangabe braucht's eigentlich nicht. Die sollte eigentlich durch die Anfallsart selbst beschrieben werden.
- Ich vermisse im Prototypen etwas, worüber ich den Kalender abrufen kann.

--
Das ist der Weisheit letzter Schluss:
Nur der verdient sich Freiheit wie das Leben,
Der täglich sie erobern muss.
Johann Wolfgang Goethe - Faust, der Tragödie zweiter Teil

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huge88, Großraum Nürnberg/Fürth/Erlangen, Thursday, 04.12.2014, 09:30 (vor 4273 Tagen) @ huge88

Eigentlich hatte ich vor, noch ein paar mehr Hinweise mehr zu geben, aber nachdem ich mal das "Kleingedruckte" und ganz weit unten versteckte auf Ihrer Homepage gesehen habe, will ich mal unser gemeinsames Verstaendnis von personenbezogenen Daten und was sich damit anstellen laesst, schaerfen. Fuer gewoehnlich haben Konzeptdesigner meiner Erfahrung nach ja tendenziell eher weniger Ahnung davon.

Ich zitiere mal etwas von "http://www.smartpatient.eu/de/" bzgl. des Endproduktes.

Deshalb geben wir nicht nur Ihre persönlichen Daten nicht weiter, sondern verlangen als einzige verpflichtende persönliche Angabe eine E-Mail-Adresse

Ich uebersetze einmal, wie ich das verstehe: Die Daten werden bei Ihnen in Verbindung mit der E-Mail-Adresse in einer Datenbank gespeichert und wenn Sie Daten verkaufen, werden statt diesen eindeutige IDs, die fuer jeden Nutzer einmalig festgelegt sind, vergeben.

Ich sag ja nix grundsaetliches dagegen, dass Ihr Unternehmen irgendwie auch Geld verdienen muss, aber dann bitte mit vernuenftiger und nicht mit Pseudoanonymitaet:
Der in meinen Augen bessere Weg zu einer Moeglichst anonymen Sammlung von Daten, die zumindest nach meinem Kenntnisstand deutlich aufwaendiger mit einer konkreten Person zu verbinden waere, waere, einfach nur einmalige User-IDs bei der erstmaligen Verwendung der App zu vergeben und dabei dann ein Schluesselpaar fuer assymetrische Kryptographie zu generieren und die Public-Keys auszutauschen (bzw. kann der Public-Key des Servers, an den Daten gesendet werden, direkt mitgeliefert werden). Der kann dann sowohl zur Authentifizierung(man kann sich sehr sicher sein zu wissen, mit wem man verbunden ist) verwendet werden, als auch zum Aushandeln von einem symmetrischen Schluessel, ueber den dann die (unpersonalisierten) Daten ausgetauscht werden.

Sorry fuer die Kritik, aber ich arbeite selbst gerade an etwas, das bei den paar GB an Datensaetzen noch nicht einmal unter "BigData" im klassischen Sinn faellt, aber eine E-Mail-Adresse alleine reicht heute schon, um ueber zwei Ecken leicht herauszufinden, wer mit einer hohen Wahrscheinlichkeit wirklich dahinter steckt.
Finde ich nicht gut. Letztendlich werden, so wie ich das verstehe, ueber das Endprodukt personenbezogene Daten, die erst im Nachhinein anonymisiert werden, gesammelt. Ein Paradies fuer jeden Hacker - oder jemanden, der personenbezogene Daten haben will. Wie die IT-Geschichte ja inzwischen oft genug gezeigt hat, laesst sich das leicht mit einer Aenderung der AGB durch die Hintertuere einfuehren, sobald eine ausreichende Programmverbreitung erreicht wurde.

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Green, Thursday, 04.12.2014, 10:32 (vor 4273 Tagen) @ huge88

Danke Huge88

sie können es wenigstens fachlich begründen......was mir als laie nicht gefällt........und wie so soll ich meine ideen weitergeben mit denen dann andere später mal Geldverdienen.
Man muss es nur richtig formulieren und schon sieht es bamherzig aus.
Gruss Green

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smartpatient, Thursday, 04.12.2014, 10:59 (vor 4273 Tagen) @ huge88

Lieber huge88,

vielen Dank für die umfangreiche Kritik und die Anregungen!

- Das Wording ist hier tatsächlich problematisch. Wir hatten über "Anfallserfassung", "-tagebuch" oder "-protokoll" nachgedacht, da sich ein Kalender konzeptuell auch in der Zukunft abspielt.
- Der "wie oft tritt der Anfall auf"-Dialog war zunächst nur als Maß gedacht, um neu angelegte eigene Anfallslabels nach Ihrer Relevanz zu ordnen. Grundsätzlich ist es natürlich Aufgabe der App, die aggregierten Protokolle sinnstiftend zusammenzufassen und dem Nutzer als Statistik bereitzustellen.
- Zur Auslöserliste: Guter Einwand - besser wäre in dem Fall vielleicht eine Liste der vom User in der Vergangenheit meistgenutzten Vorzeichen (statt der allgemein häufigsten), oder?
- Die Lokalisationsangabe werden wir noch eingehend testen - die Geister sind hier sehr geschieden.
- Der Kalender bzw das Protokoll ist im Prototyp der Einfachheit halber nicht verlinkt, ist aber in der App bereits implementiert.

Zum zweiten Post:
Wir sind uns der Sensitivität und Intimität von Nutzerdaten bewusst und nehmen diese sehr ernst, weshalb unser Geschäftsmodell auch den Verkauf von Nutzerdaten ausdrücklich nicht beinhaltet.
Das allseits ärgerliche Thema der Registrierung haben wir im Visier, konkret werden wir eine Registrierung mit eMail-Adresse in zukünftigen Versionen nur noch optional anbieten, um z.B. Synchronisierung zwischen mehreren Geräten eines Benutzers zu ermöglichen. Stattdessen werden wir, wie vorgeschlagen, eindeutige IDs vergeben. Das alles ist keine beschwichtigende Zukunftsmusik, sondern tatsächlich "work in progress".

Ich hoffe ich konnte Ihren Bedenken ein wenig gerecht werden.

Vielen Dank nochmals für das Feedback
Jochen

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mezeg, München, Thursday, 04.12.2014, 13:20 (vor 4273 Tagen) @ smartpatient

Hallo,

in einer Diskussion, die meine technische Kenntnisse - und persönliche Interesse - weit übersteigt, möchte ich mich eigentlich nicht einmischen.

Den einenr Satz finde ich aber interessant:

Wir sind uns der Sensitivität und Intimität von Nutzerdaten bewusst und nehmen diese sehr ernst, weshalb unser Geschäftsmodell auch den Verkauf von Nutzerdaten ausdrücklich nicht beinhaltet.

"nicht beinhaltet"... es heißt aber lange nicht "ausdrücklich ausschließt"

mezeg

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smartpatient, Thursday, 04.12.2014, 13:48 (vor 4273 Tagen) @ mezeg

Hallo mezeg,

In diesem Fall heißt es genau das.
Die Weitergabe von personenbezogenen Daten schließen wir ausdrücklich aus.

Viele Grüße
Jochen

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Samuel_70, Monday, 15.12.2014, 23:17 (vor 4261 Tagen) @ smartpatient

Hallo,

ich finde so eine App ziemlich praktisch und gut.
Euer Grundprinzip ist schon ganz o.K. Es ist Übersichtlich, gut und relativ schnell einzutragen.
Bis auf paar Feinheiten, aber dewegen bist Du ja auch hier ins Forum gekommen.

Ich selbst würde Aufbau/Reihenfolge etwas änderen.
Anfall erfassen
- Anfallstyp > **
- Intensität (1 - 5 reicht)
- Zeitpunkt
- Dauer,
- Details >
Details
- direkt vor dem Anfall > (z.B. Schlaf, Ruhephase, körperl. Belast. geistige Belast.,*)
- Vorzeichen >(ja/nein, wenn ja dann die Liste mögl. Vorzeichen, *)
- während des Anfalls > (Sturz, Krampf, steif, ansprechbar, starrer Blick, verwirrt, liegend, sitzend, laufend *)
- Erholungsphase (5,10...min.,niedergeschlagen,Schlaf, *)
Sonstiges (*)

Mein * soll heißen: Mögl. zu eigenem Eintrag

** Bei Anfallstyp würde ich neben den Hauptformen der epi. Anfällen den Nutzern die Mögl. geben ihre eigenen Anfallstypen definieren zu können. Einschließlich den jeweiligen Eigenheiten ihrer Anfälle.

---

Kommt Weiteres zu dem "Anfallskalender" dazu?
+ Z.B. Statistik, Gesamtüberblick, o.Ä ?
+ soll die App auch auf den PC zu übertragen sein ?
Kann Mir da ein 2 dimensionales Punktdiagramm vorstellen, X= Datum,Y= Uhrzeit
Anfälle werden dann als großer/kleiner Punkte(Intensität) eingetragen. Vielleicht sogar noch farblich unterschiedlich, entsprechend der Anfallstypen.

Wenn Ihr den Nutzern die Möglichkeit gebt selbst Genügend definieren zu können, kann ich mir diese App auch für Migräne- od. Rheumabetroffene vorstellen. Bei Denen wird die Dauer dann nicht Minuten sondern Stunden benötigen bzw. unter "Sonstiges" auch das aktuelle Wetter eine Rolle spielen.


S_70