Lamotrigin Wirkung

kathilein0504, Saturday, 24.01.2015, 15:36 (vor 4222 Tagen)

Hallo liebe Community :-)
Da ich bis jetzt noch keine Antwort auf meine Frage gefunden habe, versuche ich es nun hier.
Es geht um folgendes: Bei meinem Freund wurde gestern, 3 Wochen nach seinem 2. Grand-Mal Anfall, Epilepsie festgestellt. Ihm wurde daraufhin Lamotrigin 25 mg verschrieben. Gestern Abend hat er seine erste Tablette genommen. In den ersten 2 Wochen soll es bei einer Tablette pro Tag bleiben, ab dann soll die Dosis alle 2 Wochen weiter gesteigert werden. Meine Frage ist nun: wirkt Lamotrigin schon nach der ersten Tablette und niedrigsten Dosierung oder muss erst eine höhere Dosis erreicht werden? Und wie sind eure Erfahrungen mit Lamotrigin?
Da ich noch ein ziemlicher Laie auf diesem Gebiet bin, würde ich mich über schnelle Antworten freuen :-)
LG kathilein

Lamotrigin Wirkung

huge88, Großraum Nürnberg/Fürth/Erlangen, Saturday, 24.01.2015, 16:45 (vor 4222 Tagen) @ kathilein0504

Hi!

wirkt Lamotrigin schon nach der ersten Tablette und niedrigsten Dosierung oder muss erst eine höhere Dosis erreicht werden?

Für gewöhnlich gibt es eine untere Grenze (Konzentration des Wirkstoffes im Blut), ab der man bei den Antiepileptika von einer Wirkung bei regelmäßiger Einnahme (d.h. wenn der Spiegel im Blut halbwegs konstant bleibt) ausgeht. Mit Wirkung meine ich in diesem Fall die Erhöhung des Schutzes vor Anfällen. Deshalb überprüfen die Ärzte für gewöhnlich während der Einstellung insbesondere den Medikamentenspiegel im Blut und später in regelmäßigen Intervallen. Andere Auswirkungen, wie z.B. anfänglich auftretende Müdigkeit, die mit der Gewöhnung des Körpers an einen Wirkstoff verschwinden, können aber deutlich rascher eintreten.

Vielleicht einmal ein Hinweis, der oft untergeht und für Neulinge nicht unwichtig ist: Achtet darauf, dass Dein Freund immer das gleiche Lamotrigin-Präparat mit dem aut-idem-Kreuz verschrieben bekommt, sonst kann es passieren, dass er wirkstoffidentische Präparate von unterschiedlichen Hersteller bekommt, je nachdem, welches gerade auf Lager/das Günstigste für die Krankenkassen ist. Grundsätzlich sind wirkstoffgleiche Präparate kein Problem (oder wie's in der Fachsprache heißt, sie sind Bioäquivalent; gleicher Wirkstoff, andere Zusatzstoffe in der Tablette). Wegen der Zusatzstoffe kann sich die Aufnahmegeschwindigkeit des Wirkstoffes leicht unterscheiden und zu Medikamentenspiegelschwankungen kommen, worauf manche sensibel reagieren.

Und wie sind eure Erfahrungen mit Lamotrigin?

An den Erfahrungen anderer mit Antiepileptika kann man sich nicht sonderlich gut orientieren. Auf die reagiert jeder anders. Gerade im Internet wirst Du (gilt glaub ich für so ziemlich alle chronischen Krankheiten) überdurchschnittlich viele finden, die von Problemen mit Medikamenten berichten und nicht diejenigen, denen es dank dieser gut geht. Mir persönlich hat Lamo nix gebracht und ich bin mit einem anderen Wirkstoff seit Jahren anfallsfrei, aber es gibt sehr viele, denen Lamo sehr gut hilft.

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Das ist der Weisheit letzter Schluss:
Nur der verdient sich Freiheit wie das Leben,
Der täglich sie erobern muss.
Johann Wolfgang Goethe - Faust, der Tragödie zweiter Teil

Lamotrigin Wirkung

Relaia, Saturday, 24.01.2015, 17:45 (vor 4222 Tagen) @ kathilein0504

Grundsätzlich gibt es Blutspiegelrichtwerte, in dem Konzentrationsbereich bei den Meisten eine gute Wirkung eintritt, aber noch nicht "überdosiert" ist. Dies ist i.d.R. auch der Konzentrationsbereich, in dem das jeweilige Medikament in klinischen Studien getestet und auf deren Grundlage es dann auch zugelassen wurde. Diese Konzentrationsbereiche können allerdings erheblich schwanken und sind zusätzlich natürlich auch noch von Größe, Gewicht und Statur der jeweiligen Person abhängig, so dass der empfohlene Dosisbereich stark schwanken kann. Außerdem sind es nur Richtwerte, keine "bei-der-Dosis-muss-es-wirken" Versprechen.
Mein Neurologe hat mir kürzlich erzählt, dass er Patienten hat, die schon mit unter 200 mg Lamotrigin weitgehend anfallsfrei sind, und auf der anderen Seite aber auch Patienten, die über 1000 mg nehmen und brauchen und trotzdem keine Nebenwirkungen haben. Ich persönlich komme mit 250 mg gut klar (kaum Nebenwirkungen, weitgehend anfallsfrei), mit 200 mg hatte ich noch regelmäßig Anfälle bzw. bei dem Versuch einer Dosissenkung von 250 auf 200 mg wieder Anfälle. Seit ich wieder 250 mg nehme ist wieder alles gut. Du siehst also, einerseits kann die individuell ideale Dosis stark schwanken, der Übergang von individuell "nicht wirksam" zu "wirksam" aber auch sehr eng sein. Da heißt es dann ausprobieren. Ich persönlich bin mit Lamotrigin sehr zufrieden, aber wie Huge schon gesagt hat, ist auch das individuell unterschiedlich. Lasst euch aber nicht entmutigen, wenn am Anfang Nebenwirkungen auftreten, die verschwinden oft nach ein paar Wochen, wenn sich der Körper an den neuen Stoff in seinem Körper gewöhnt hat. Aber trotzdem solltet ihr Nebenwirkungen unbedingt eurem Neurologen erzählen, weil der weiß, ob es eine Nebenwirkung ist, die wahrscheinlich wieder vergeht, oder ob es eine Schwerwiegendere ist, auf Grund derer das Medikament gewechselt werden sollte.
Was Deine Frage angeht, ob das Medikament schon nach der ersten Einnahme wirkt: Es gibt wohl Fälle, in denen man auch bei langsamer Eindosierung schon nach einigen Tagen eine positive Wirkung feststellen kann, allerdings findet man das eher in solchen Fällen, in denen der Betroffene häufiger und nicht ganz so starke Anfälle hat (v.a. mehrmals täglich komplex-fokale)(es gab dazu mal eine randomisierte Studie (2009 oder 2011, ich weiß es nicht mehr genau), kannst mal googeln, wenns dich interessiert). Grundsätzlich muss aber ein gewisser Blutspiegel erreicht werden, damit das Medikament auch gut und zuverlässig wirken kann. Also nicht enttäuscht oder verunsichert sein, wenn es ein paar Wochen dauert.
Alles Gute! :-)

Lamotrigin Wirkung

kathilein0504, Saturday, 24.01.2015, 18:14 (vor 4222 Tagen) @ Relaia

Danke erstmal für die Antwort :-)
Hast du denn regelmäßig Anfälle gehabt? Also wie oft kamen die bei dir vor?

Lamotrigin Wirkung

Relaia, Saturday, 24.01.2015, 18:17 (vor 4222 Tagen) @ Relaia

Ach ja, übrigens: kennst Du das "Bild" vom Fluss, der manchmal über die Ufer tritt? Ich finde, man kann sich das Eine oder Andere im Zusammenhang mit Anfällen damit besser vorstellen. Natürlich ist dieses Bild nicht universell anwendbar und gilt nicht immer, aber es ist ganz nett und hilfreich:
Stell dir einen Fluss vor. Es kann passieren, dass dieser Fluss über die Ufer tritt, das ist dann ein Anfall. Ein Grund dafür kann sein, dass der Fluss in dem Moment zu viel Wasser führt, das bedeutet, der Anfall wurde durch zu viel, falsch "kanalisierter" Aktivität im Gehirn ausgelöst. Oder jemand hat an der Stelle im Fluss ganz viele Steinblöcke ins Wasser geworfen, so dass der Wasserspiegel künstlich verursacht anstieg. Das passiert z.B. wenn sich an einer Stelle im Gehirn eine Vernarbung o.ä. befindet und deshalb die normale neuronale Aktivität beeinträchtigt wird. Oder die Uferböschung ist niedriger geworden oder sogar ein Damm gebrochen, aufgrund äußerer Einflüsse oder sehr viel Wasser und starker Strömung über längere Zeit. Solche äußeren Einflüsse können ganz viel Verschiedenes sein: z.B. Stress, zu wenig Schlaf, Alkohol, eine Stoffwechselentgleisung oder Infektion, oder, oder, oder...
Oft müssen aber mehrere Faktoren zusammenkommen, damit der Fluss über die Ufer treten kann. Z.B. mehr Wasser, evtl. sogar eine Flutwelle und ein niedriges Ufer oder ein beschädigter oder maroder Damm. Folglich, kann man versuchen den Damm zu reparieren oder zumindest weniger zu belasten, indem man äußere Auslösefaktoren reduziert, vermeidet oder beseitigt. Gleichzeitig können Medikamente helfen, den Damm zu befestigen und höher zu bauen, damit der Fluss nicht mehr so leicht über die Ufer treten kann. Die Dosis ist dabei die Höhe des Damms. Dabei ist aber nicht jeder "Baustoff" bei jedem Fluss und jeder Uferbeschaffenheit gleich gut geeignet.
Was uns immer bewusst sein sollte: der Wasserstand und die Strömung können variieren, mal ist der Wasserstand normal, mal steigt er an und könnte zum Risiko werden, man hat aber nur bedingt Einfluss darauf. Wir können aber sehr viel tun, um das Ufer sicherer zu machen!
In diesem Sinne: viel Erfolg bei der Uferbefestigung ;-)

Lamotrigin Wirkung

kathilein0504, Saturday, 24.01.2015, 18:26 (vor 4222 Tagen) @ Relaia

Danke für's Aufbauen, das passt echt gut. Also mein Freund hatte seine Grand-Mal Anfälle im Abstand von ungefähr 6 Monaten, also nicht so dicht hintereinander. Und immer war Alkohol im Spiel und (für seine Verhältnisse) wenig Schlaf (1. Abschlussfahrt mit der Fußballmannschaft, viel getrunken etc. und der 2. war einen Tag nach Silvester, wo er den Abend bzw. die Nacht davor auch getrunken hat). Vor seinem 2. Anfall ist er auch erst um 3 Uhr nachts schlafen gegangen. Kann es sein, dass diese Faktoren die Anfälle vielleicht noch begünstigt haben?

Lamotrigin Wirkung

Relaia, Saturday, 24.01.2015, 18:35 (vor 4222 Tagen) @ kathilein0504

Das war ganz unterschiedlich. Bevor ich Medikamente genommen habe mehrere pro Woche (komplex-fokal). Seit ich Medikamente nehme (zuerst Levetiracetam) nur noch alle paar Wochen, später, nachdem die Dosis angepasst worden war, alle paar Monate mal Einen. Das ging etwas über ein Jahr ganz gut, dann wurden die Anfälle wieder mehr und weil ich unter LEV sehr müde war und mich schlecht konzentrieren konnte, bin ich dann auf LTG umgestiegen. Jetzt nehme ich seit ein paar Jahren LTG. In der Zeit hatte ich mehrmals anfallsfreie Zeiten von fast einem Jahr. Leider habe ich zwischendrin immer mal wieder Episoden, in denen ich zwei, drei Monate alle zwei, drei Wochen Anfälle habe, auch sekundär generalisiert, aber danach geht es wieder viele Monate gut. Die letzte anfallsfreie Zeit hat sechs Monate gedauert, dann war ich so ungeschickt, die Dosis von 250 mg auf 200 zu reduzieren, weil ich dachte, dass ich mich dann vllt besser konzentrieren kann, weil ich im Moment in der Arbeit sehr viel schaffen muss. Das war natürlich ziemlich blöd! Die niedrigere Dosis plus der zusätzliche Stress und wenig Schlaf und nur kurz darauf kam der nächste ziemlich starke Anfall (war ne Episode komplex-fokal, dann sekundär generalisiert, hat insgesamt über sechs Stunden gedauert :-(). Also wieder auf 250 mg hoch, mehr Schlaf und jetzt passt's wieder ;-)

Lamotrigin Wirkung

Relaia, Saturday, 24.01.2015, 18:44 (vor 4222 Tagen) @ kathilein0504

Man kann fast nie genau sagen, was genau den Anfall ausgelöst hat und in den meisten Fällen gibt es auch nicht "den einen" Auslöser (außer z.B. bei photosensitiven Anfällen, also wenn z.B. jemand fast obligatorisch auf Blitzlicht mit Anfällen reagiert, kommt aber selten vor). Es kommen meist mehrere Auslöser zusammen, manche davon kann man vermuten, andere kennt man nicht. Wenn aber nach bestimmten Situationen oder Tätigkeiten häufig Anfälle auftreten, kann man annehmen, dass das mit eine Rolle, evtl. auch den ausschlaggebenden Beitrag geleistet hat. Ansich ist das ganz hilfreich, weil man dann versuchen kann, diese Faktoren zu vermeiden. Deshalb macht es auch Sinn, Anfälle und das was drum herum passiert ist zu dokumentieren, damit man evtl. solche "Auslöser" besser identifizieren kann. Du wirst vllt schon gehört oder gelesen haben, dass Alkohol und Schlafmangel/-verschiebung häufige (aber nicht immer zwangsläufige) Anfallsauslöser sind.

Lamotrigin Wirkung

kathilein0504, Saturday, 24.01.2015, 18:45 (vor 4222 Tagen) @ Relaia

Und zu deinen Anfällen: Das hört sich echt hart an. Obwohl ich mir unter den meisten Anfallsarten nicht viel vorstellen kann, kann ich mir vorstellen, wie stressig das gewesen sein muss. Ich hoffe echt für dich, dass deine nächste anfallsfreie Zeit gaaanz lange anhält! :-)

Lamotrigin Wirkung

kathilein0504, Saturday, 24.01.2015, 18:48 (vor 4222 Tagen) @ Relaia

Ja das hab ich schon gelesen. Wir versuchen jetzt auch, diese Dinge zu verhindern. Er achtet darauf, seinen Schlafrythmus nicht zu sehr zu ändern und den Alkohol weitestgehend zu vermeiden. :-)

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mezeg, München, Saturday, 24.01.2015, 19:08 (vor 4222 Tagen) @ Relaia

sehr schön poetisch beschrieben!

mezeg

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Relaia, Saturday, 24.01.2015, 19:10 (vor 4222 Tagen) @ kathilein0504

Danke, das ist lieb von dir :-)
Ich bin immer noch etwas mitgenommen, ist erst eineinhalb Wochen her. Aber, auch wenn es vllt ein bisschen blöd klingt, irgendwie gewöhnt man sich auch daran. Geht zumindest mir so. Und es gibt viele Leute, die es viel härter erwischt hat. Ich hab sehr ausgeprägte Auren, so nennt man es, wenn man vor einem Anfall so eine Art "Vorgefühl" hat, und deshalb kippe ich nicht einfach um, sondern kann mich meist rechtzeitig hinlegen o.ä. Zum Glück ;-) Hat dein Freund das auch mal erzählt? Kommt allerdings bei fokalen Anfällen häufiger vor. Oder hatte er die beiden Anfälle ganz plötzlich, von einer Sekunde auf die andere gehabt?
Ich hoffe, dass es mehr ein provozierter Anfall (Stress, Schlafmangel, niedrigere Medikamentendosis) gewesen ist und nicht wieder der Anfang einer Episode mit mehreren Anfällen alle paar Wochen. Aber wird schon wieder werden! Positiv denken! ;-) Ja, wirklich, ist ganz wichtig! Die psychische Komponente beispielsweise eine ständige Angst vor weiteren Anfällen, darf man nicht unterschätzen. Manche Ärzte sagen sogar, dass das Anfälle begünstigen könnte, v.a. wenn es Anfälle mit Ursprung nahe des "Gefühlszentrums" sind. Aber ganz unabhängig davon, ob man das glaubt oder nicht, ist es auch stark eine Frage der Lebensqualität. Wenn man regelmäßig Anfälle hat,muss man zwar ein paar zusätzliche Dinge beachten (kein Autofahren, schluchtz :-( , regelmäßigeren Lebensrhythmus, evtl. auf größere Mengen Alkohol verzichten (aber Alkohol ist ja generell ungesund, egal ob Epi oder nicht ;-) , ...), aber was immer möglich, sollte man sich nicht nehmen lassen! Hobbys, soweit unter Sicherheitsaspekten vertretbar, Selbständigkeit behalten wo immer möglich, und und und.
Dein Freund kann sehr glücklich sein, dich zu haben! Es ist viel wert, wenn man jemanden hat, der einen versteht, akzeptiert, auch die evtl. eine odere andere Einschränkung/Besonderheit und einen unterstützt.

Lamotrigin Wirkung

Relaia, Saturday, 24.01.2015, 19:12 (vor 4222 Tagen) @ mezeg

Danke :-D
Ihr kennt bestimmt auch diesen kleinen Videoclip " Von Ameisen und Anfällen", oder andersherum?
Der ist auch süß ;-)
Vllt gibt's den sogar hier auf der Homepage? Bin mir nicht ganz sicher

Lamotrigin Wirkung

kathilein0504, Saturday, 24.01.2015, 19:16 (vor 4222 Tagen) @ Relaia

Ich wünsche dir weiterhin noch viel Kraft, du hast mich echt aufgebaut und ermutigt! :-) Ich hoffe, dass wir es mit Hilfe von Lamotrigin alles in den Griff bekommen. Seine Neurologin sagte, dass die Art die er hat, nicht oft vorkommen würde, inwiefern sie das meinte weiß ich nicht, und ich hoffe dass das vielleicht etwas positives ist. :-)
Tausend Dank, wirklich! :-)

Lamotrigin Wirkung

kathilein0504, Saturday, 24.01.2015, 19:19 (vor 4222 Tagen) @ Relaia

Achso, und von Auren hat er nichts erzählt. Ich weiß nicht, ob er bestimmte Anzeichen einfach nicht als solche wahrgenommen hat. Er hat nur erzählt, dass er vor seinem 2. die Augen zu gemacht hat. Mehr nicht.

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Lerche, Saturday, 24.01.2015, 19:31 (vor 4222 Tagen) @ Relaia

Ja Relaia, das ist wirklich ein sehr schönes Gleichnis!

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mezeg, München, Saturday, 24.01.2015, 19:43 (vor 4222 Tagen) @ kathilein0504

Hallo Kathi,

die früheren (nächtlichen) Anfälle waren durch eine Tumor verursacht. Nach der OP bekam ich vorsorglich Keppra. Nach 6 Monaten vorsichtiges Absetzen und doch wieder GM, diesmal tagsüber, wegen der Narbe.

Keine Verbesserung möglich, also AE: Lamotrigin 100 - 0 - 100. Mit 25mgr am Tag anfangen, jede zweite Woche um 25 mgr erhöhen. Nach jeder Erhöhung Unwohlsein ein Paar Tage. Habe auf halber Dosis eine "undefinierte" Weile bleiben wollen und bezahlte es mit 2 weitere GMs. Nach etwa 4 Monate auf richtiger Dosierung, keine GMs mehr aber Auren, mir schwamm auch oft etwas in der "Gehirn-Suppe". Dann wurde ich auf 250 mgr erhöht. Starke Nebenwirkungen, besonders einen ausgetrockneten Mund, der mir den Schlaf raubte.

Ich dachte auf ein anderes AE umgestellt werden zu müssen und setzte eigenhändig einen Abend auf 100 mgr runter. Schlief bereits diese erste Nacht besser oder wenigstens weniger schlecht. Es blieb schließlich auf dieser Dosierung: 125 - 0 - 100. Der Neurologe sagte, wenn es so klappt, ist es so richtig. Nun seit fast 3 Jahren. Seit 3 1/2 Jahren kein GMs mehr. Es gab noch eine Weile "kleine Probleme", die immer seltener und blasser werden. Manchmal frage ich mich, ob man vielleicht um 25 mgr reduzieren könnte, diesen ausgeglichenen Zustand zu gefährden möchte ich nicht.

Nebenwirkungen, jetzt NACH Eingewöhnung: etwas Müdigkeit, schnell trockenen Mund (wehe, wenn ich abends aus Irrtum mehr nehme, ich blase dann jeden Feuerdrachen in Asche!)

Das Wirksamste war für mich die - hart erkämpfte - Akzeptanz der Situation. Mit Tricks. Am Anfang nahm ich den häßlichen Löffel um die Tabletten aufzulösen. Dann bewußt den schönsten, die Tabletten in einer schönen Schachtel gut in Sicht...

Nun greife ich nach dem erstbesten Löffel und nehme das AE ohne Widerwillen, fast mit Dankbarkeit für die gewonnene Ruhe.


Also ist Lamotrigin für mich die Lösung, es benötigte allerdings eine medikamentöse wie emotionale Anpassung.

mezeg

Lamotrigin Wirkung

kathilein0504, Saturday, 24.01.2015, 19:49 (vor 4222 Tagen) @ mezeg

Danke für die ausführliche Antwort. :-)
Also mein Freund hat die Situation eigentlich recht gut aufgenommen, und ich denke auch, dass ich für ihn eine wichtige Rolle spiele und ich versuche ihm immer die Kraft zu geben, die er braucht.
Es ist schön zu hören, dass es bei dir jetzt schon länger klappt mit der Anfallsfreiheit.
Auch dir ganz viel Kraft! :-)

Lamotrigin Wirkung

kathilein0504, Saturday, 24.01.2015, 22:48 (vor 4221 Tagen) @ Relaia

Ich hab noch eine Frage: Woran merkt man denn, ob man richtig eingestellt ist mit den Medikamenten oder nicht?

Lamotrigin Wirkung

Green, Saturday, 24.01.2015, 23:11 (vor 4221 Tagen) @ kathilein0504

Hallo

hilfreich kann sein www.moses-schulung.de

Gruss Green

Lamotrigin Wirkung

Green, Saturday, 24.01.2015, 23:12 (vor 4221 Tagen) @ kathilein0504

Hallo
man merkt es an keine Anfälle mehr /Blutspiegel okay und keine bis erträgliche Nebenwirkungen.
Gruss Green

Lamotrigin Wirkung

mezeg, München, Sunday, 25.01.2015, 09:00 (vor 4221 Tagen) @ kathilein0504

ich denke auch, dass ich für ihn eine wichtige Rolle spiele und ich versuche ihm immer die Kraft zu geben, die er braucht.

Das ist unheimlich wertvoll! Viele soziale Kontakte wurden bei mir dann abgebrochen, Bekannten entweder verschreckt - dabei gab es nur beim 3. Anfall einen Zeugen, meine jüngere Tochter -, oder offen ablehnend - "Du bist behindert!" schleuderte mir eine Schwester ins Gesicht. Immerhin... lieber behindert als bissig :-D :-D :-D :-D

Die "echten" Freunden blieben aber. Und neue Kontakte kamen dazu, auch wenn ich sie manchmal aus "Trotz" informierte. Nach dem Motto "Ihr nehmt mich, wie ich bin oder Ihr könnt es lassen!". Und seit einem Jahr ehrenamtliche Tätigkeit in einer integrativen Schule. Sie verlangten nicht wie anderen einen ärztlichen Attest, ich gab trotzdem den vom Neurologe eigens geschrieben Attest. Eben aus Trotz! Das stört Leitung wie Lehrkräfte in keinster Weise und ich bin glücklich mit den Kindern, die mich bereits im Hof abfangen.

Mit Deiner Anwesenheit und Unterstützung hat Dein Freund das große Los gezogen.

mezeg

Lamotrigin Wirkung

Relaia, Sunday, 25.01.2015, 14:54 (vor 4221 Tagen) @ kathilein0504

Naja, das lässt sich nicht so ganz einfach sagen.
Wenn bei deinem Freund Unregelmäßigkeiten im EEG auftreten, kann eine Normalisierung des EEGs gute Hinweise liefern. Letzten Endes muss es aber die Zeit zeigen. Ob er weiterhin Anfälle bekommt oder nicht. Evtl auch ob sie sich verändern. Oder ob sie zumindest weniger werden. Ob er vllt auf Provokationsfaktoren weniger empfindlich reagiert. Solche Sachen.

Lamotrigin Wirkung

kathilein0504, Sunday, 25.01.2015, 17:52 (vor 4221 Tagen) @ Relaia

Ja hört sich plausibel an.
Danke :-)

Lamotrigin Wirkung

Ziva, Monday, 26.01.2015, 14:48 (vor 4220 Tagen) @ kathilein0504

Hallo Kathilein :)

Ich nehme die selben Tabletten wie dein Freund. Ich musste auch abends anfangen mot einer Tablette und nach 14 Tagen musste ich erhöhen auf 2 (morgens und abends). Bei mir war es dann so das beim nächsten Termin Blut genommen wurde um testen zu lassen ob der Körper das Medikament speichert. Je nachdem bleibt es damn bei der Dosierung oder bekommt ein stärkeres. Ich hoffe ich habe dir bzw euch etwas weiter helfen können...

Liebe Grüße Ziva

Lamotrigin Wirkung

Ziva, Monday, 26.01.2015, 14:52 (vor 4220 Tagen) @ huge88

Hallo Hugo,

wie man sollte immer die selbe Firma von den Tabletten nehmen?? Das wusste ich gar nicht und wurde mir auch nie ges

Liebe Grüße Ziva

Lamotrigin Wirkung

lordcosmic, Monday, 26.01.2015, 16:38 (vor 4220 Tagen) @ huge88

Hallo Huge,welches Medi nimmst du ein,was hast du für Anfälle -

Lamotrigin Wirkung

huge88, Großraum Nürnberg/Fürth/Erlangen, Monday, 26.01.2015, 17:41 (vor 4220 Tagen) @ lordcosmic

Hallo Huge,welches Medi nimmst du ein,was hast du für Anfälle -

Ich hab (zum Glück seit langem nicht mehr) GrandMal-Anfälle und nehme Oxcarbazepin als Retard-Präparat (Apydan Extend).

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Das ist der Weisheit letzter Schluss:
Nur der verdient sich Freiheit wie das Leben,
Der täglich sie erobern muss.
Johann Wolfgang Goethe - Faust, der Tragödie zweiter Teil

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huge88, Großraum Nürnberg/Fürth/Erlangen, Monday, 26.01.2015, 17:48 (vor 4220 Tagen) @ Ziva

wie man sollte immer die selbe Firma von den Tabletten nehmen?? Das wusste ich gar nicht und wurde mir auch nie ges

Hier einmal die letzte mir bekannte Stellungnahme der DGfE zu dem Thema: http://www.dgfe.info/.../Empfehlung%20Generika%202013.pdf

Wichtig sind vor allem Absätze 2 und 3.

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Nur der verdient sich Freiheit wie das Leben,
Der täglich sie erobern muss.
Johann Wolfgang Goethe - Faust, der Tragödie zweiter Teil

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kathilein0504, Monday, 26.01.2015, 19:49 (vor 4220 Tagen) @ Ziva

Hallo Ziva :)
Ja, ich finde es immer gut, wenn ich von Leuten höre, die genau das selbe durchmachen wie mein Freund. Wie hast du Lamo aufgenommen? Hattest du Nebenwirkungen? Und was hast/hattest du für Anfälle?
Liebe Grüße :)

Lamotrigin Wirkung

kathilein0504, Monday, 26.01.2015, 20:38 (vor 4220 Tagen) @ huge88

Wie lang denn schon nicht mehr, Huge? :)

Lamotrigin Wirkung

huge88, Großraum Nürnberg/Fürth/Erlangen, Tuesday, 27.01.2015, 09:01 (vor 4219 Tagen) @ kathilein0504

Wie lang denn schon nicht mehr, Huge? :)

Oh Gott, lass mich mal im Kopf überschlagen... 4,5 Jahre dürfte in etwa hinkommen, wenn ich mich nicht verrechnet habe. Ich hab vor längerem aufgehört, jeden Monat einzeln zu zählen.

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