Wechsel beim Neurologe

mezeg, München, Wednesday, 25.02.2015, 09:52 (vor 4190 Tagen)

Hallo,

hatte Montag einen Termin, um den sonderbaren Anfall von November zu besprechen. Mein "zuständiger" ist nicht mehr da, soll ein neues Fach studieren. An seiner Stelle ein Neurologe, den ich bereits vor zwei Jahren gesehen hatte. War mir aufgefallen, weil er immer ernst blickt.

Er wollte das übliche ganze Spiel durchführen, Kontroll der Reflexe, EEG e tutti quanti. Übernehmen muß er mich schon aber warum soviel untersuchen, wenn alles dokumentiert ist? Er hat selber gesagt, meine Akte durchgelesen zu haben. Will er dadurch eine Arzt-Patientin Bindung erreichen? Das alles in ernster Miene, ist er zum Lächeln unfähig?

Wollte auch ein komplettes Blutbild, EEG e tutti quanti durchführen. Dazu ein komplettes Blutbild, Kreatinin, GOT, GPT, etc. Habe ihn geantwortet, daß mein Internist jährlich alles kontrolliert und dies unabhängig von der neuen Epilepsie und weit darüber. Die Befunde habe ich ihm diesmal noch gemailt, werde es in Zukunft aber lassen. Soll er doch dem zuständigen Facharzt überlassen!

Was mich noch mehr gereizt hat, er wollte auch die Dosis Lamotrigin erhöhen. Dabei hatte ich ausdrücklich gesagt, daß die restlichen Fokal-Anfälle immer seltener und schwächer werden und mich nicht mehr stören. Der frühere Neurologe sagte sowieso, wenn ich mich gut fühle, ist die Dosis richtig. Obwohl er zuerst eine etwas höhere Dosis verschrieben hatte. Ich weigere mich strikt.

Zum Glück brauche ich jetzt keine besondere Behandlung, nur noch ein Rezept pro Quartal und hoffe sogar, daß er es nicht eigenhändig übergibt. Die Ergebnisse vom Lamotrigin-Spiegel schicke ich noch per Mail, es ist sein Revier. Alle anderen Werte sind vom Internist zu ermitteln und beurteilen.

Ich fühlte mich so wohl in sicheren freundlichen Händen und jetzt muß ich dem neuen klar machen, daß ich am Steuer bleibe. Sein Vorgänger verstand seine Rolle als "Berater", für den Internist sind Patient und Arzt ein Team, keine Götter in Weiß mehr!

mezeg

Wechsel beim Neurologe

mathilda, Wednesday, 25.02.2015, 10:16 (vor 4190 Tagen) @ mezeg

Hi mezeg,

ich sollte mal von meiner Behandlung vom KH Ambulanz, mir einen Neurologen suchen, da die Ambulanz nur noch stationär behandelt.
Ich hatte einen Epileptologen gefunden und bei meinem ersten Termin wollte er als erstes ein EEG schreiben und dann noch andere Standard-Untersuchungen machen.
Mein letztes EEG war bestimmt höchstens ein halbes Jahr her und ich hatte in meinen vielen Jahren als Epilepsiekranke nie Auffälligkeiten.
(Irgendwo hatte ich aufgeschnappt, für ein EEG bekommt der Arzt gut Geld)
Ich sagte ihm, ich brauche das EEG nicht, weil ...
Er schickte mich glatt wieder raus, da ich bei der Behandlung nicht mitmache (war seine Begründung. Man merkte, wie sauer er war und auch, dass er es nicht haben konnte, dass man selbst was sagte.)

Ich wünsche dir, dass du einen besseren Arzt findest und finde es stark, dass du dich bei der Erhöhung so weigerst und nicht einfach so "schäfchen-mäßig" machst.
:-)
LG

Wechsel beim Neurologe

mezeg, München, Thursday, 26.02.2015, 09:50 (vor 4189 Tagen) @ mathilda

Hi Mathilda,

habe immerhin bessere Karten als Du. Bin seit fast fünf Jahren in dieser Praxis in Behandlung, er erst seit zwei Jahren als Partner. Hatte mit ihm bis jetzt nichts zu tun. Er kann nicht so einfach die Behandlung seines Vorgängers - und Praxisgründers - über Bord werfen! Es ist außerdem eine Gemeinschaftspraxis, eine Neurologin ist zwar neu, die andere war damals auch dabei und dürfte Arbeitsweise der früheren Neurologen richtig bewerten. So habe ich zur Not Ausweichmöglichkeit.

Weiterer Vorteil: die schwierige Phase ist vorbei. Tumordiagnose, OP, Feststellung der neuen Epilepsieform danach, justieren der richtigen Dosis, seit drei Jahren erreicht. Die restlichen kleinen Fokal-Anfälle - die ich nicht so nennen will! - werden immer seltener und harmloser. Ich brauche keinen Neurologen mehr, sondern eine Unterschrift auf das Rezept! Ist es vielleicht wie bei Vermieter: Neue Mieter <=> Mieterhöhung?? Bei mir beißt er auf Granit, wirkte auch etwas verwundert.

Msl schauen, wie es sich entwickelt. Vielleicht kann auch der Internist das Rezept ausstellen.

LG

mezeg

Wechsel beim Neurologe

pegasus, Thursday, 26.02.2015, 21:44 (vor 4188 Tagen) @ mezeg

Also ich hätte keine Probleme damit, das wurde bei mir schon so oft immer wieder durchgeführt, so dass mir diese "Eingangsuntersuchung" so ziemlich am allerwertesten vorbeigehen.

Nur bei der Änderung der Medikation hätte ich Probleme. Selbst die in Bethel wollten das Risiko nicht eingehen und irgendetwas an meinen Medikamenten verändern, weil es bisher als einziges wirkt und würde dann ein Neurologe kommen und sagen, dass man das ändern würde wollen, würde ich dem einen Vogel zeigen.

Wechsel beim Neurologe

huge88, Großraum Nürnberg/Fürth/Erlangen, Friday, 27.02.2015, 09:45 (vor 4188 Tagen) @ mezeg

Er wollte das übliche ganze Spiel durchführen, Kontroll der Reflexe, EEG e tutti quanti. Übernehmen muß er mich schon aber warum soviel untersuchen, wenn alles dokumentiert ist? Er hat selber gesagt, meine Akte durchgelesen zu haben. Will er dadurch eine Arzt-Patientin Bindung erreichen?

Sieh's einmal von der anderen Seite. Menschen machen Fehler und können vergessen, etwas zu dokumentieren. So kann er sich selbst ein Stück weit ein Bild davon machen, wie vollständig die Dokumentation, die er bekommen hat, ist und ob sein Vorgänger und er unter manchen Begriffen wirklich das Gleiche verstehen und sich zugleich persönlich ein bessres Bild von Dir machen. Stell Dir vor sein Vorgänger hätte bei einem Patienten ein winziges Detail übersehen - und wenn jetzt der andere die Behandlung übernimmt, trägt er jetzt dafür eine Mitverantwortung, wenn ihm dieses ebenfalls entgeht. Ich persönlich würd's eher positiv sehen.

Das alles in ernster Miene, ist er zum Lächeln unfähig?

Wart erst einmal ab, wie er ist, wenn er nicht mehr im Übernahmestress ist. Für ihn ist damit ja eine ganze Menge zusätzliche Arbeit verbunden, die sicherlich für ihn eine Belastung ist. Da kann es ganz menschlich sein, dass einem das Lächeln vergeht. Und selbst wenn er dann nicht viel lächelt, muss ein ernster Arzt noch lange kein schlechter sein.

--
Das ist der Weisheit letzter Schluss:
Nur der verdient sich Freiheit wie das Leben,
Der täglich sie erobern muss.
Johann Wolfgang Goethe - Faust, der Tragödie zweiter Teil

Wechsel beim Neurologe

mathilda, Friday, 27.02.2015, 10:40 (vor 4188 Tagen) @ huge88

Ich hatte mich damals sehr geärgert. Komme zum ersten mal in die Praxis, hatte Fragen bezüglich der Medikamente und war ca vor einem halben Jahr in Bethel zur Umstellung. Klar wurde dort ein EEG geschrieben, welches wie immer bei mir unauffällig war, seit 10 Jahren.
Die Angestellten meinten auch zu mir, dass dann kein EEG geschrieben werden muss. Ich hätte schon erwartet, dass der Neurologe zumindest erst ein Gespräch macht.
Nein, er fragte nicht, warum ich es nicht wollte oder sonst was. Er hat mich direkt raus geschmissen. Das ist doch keine Art, oder? Und wie gesagt, man merkte wie wütend er war.

Ich habe trotzdem einen super Epileptologen gefunden, der auch lachen kann. Was ich auch wichtig finde, damit man ein ein gewisses Vertrauen aufbauen kann.

Mezeg, vielleicht hast du ja Glück und bekommst von einem Internisten deine Unterschrift. Schön, dass du gute Medikamente für dich gefunden hast, die wirken. Ich suche immer noch.

LG, schönen Tag noch, :-)

Wechsel beim Neurologe

mezeg, München, Friday, 27.02.2015, 15:38 (vor 4188 Tagen) @ mathilda


Mezeg, vielleicht hast du ja Glück und bekommst von einem Internisten deine Unterschrift. Schön, dass du gute Medikamente für dich gefunden hast, die wirken. Ich suche immer noch.

LG, schönen Tag noch, :-)

Hallo Mathilda,

kann mir nicht vorstellen, daß er mir das Rezept verweigern kann, ohne es gründlich zu begründen. Notfalls könnte ich auch den Internist bitten, mich als vernünftige Patientin zu attestieren. Bin seit 30 Jahren bei ihm in Behandlung.. :-) :-)

Dir auch schönen Tag - und Abend

mezeg

Wechsel beim Neurologe

mezeg, München, Friday, 27.02.2015, 15:34 (vor 4188 Tagen) @ huge88

Richtig dokumentiert ist meine Akte schon. Konnte es selber durch die Zusammenarbeit mit Neuro-Chirurgen und MRT feststellen. Bei Terminen hat er alles abgefragt und gleich eingetippt. Bei Rezeptübergabe immer gefragt, wie es mir geht und einmal, wo ich zögerlich antwortete, mich sofort in sein Zimmer zur Besprechung mitgenommen. Er hatte auch gemerkt, daß die Werte für den Lamotrigin-Spiegel nicht eingegangen waren - die Hausärztin hatte sie einfach nicht weitergeschickt, ab dem Moment habe ich die Befunde selber abgeholt und weitergereicht. Es war auch in der Akte eingetragen, daß bereits 3 EEG in der Praxis gemacht wurden, die Artzhelferin sprach es an. Auch das "Harmlosigkeitsattest", das er mir letztes Jahr ausgestellt hatte. Ich habe auch Kopie von seinen Berichten an der Hausärztin.

A propos Lächeln: Der Neuer ist seit gut zwei Jahren in der Praxis, habe ihn hier und da gesehen, als er einen seiner Patienten im Wartezimmer geholt hat. Nie gelächelt. Einmal hat er mir auch das Rezept gegeben, weil der Zuständiger nicht da war. Bringt auch bei einem so harmlosen Vorgang kein Lächeln zustande.

Bin auch kein "Ärzte-Schreck"... zwar selbstbewußt und rede Klartext. Es entwickelt sich schnell als gleichgerechte Zusammenarbeit, jeder übernimmt seinen Anteil. Ich will Befunde und notwendige Behandlung klar erklärt haben, habe ich Maßnahmen zugestimmt, braucht der Arzt nicht mehr nachzufragen oder gar zu kontrollieren.

Was ich bei diesem Neuen nicht akzeptieren kann, ist, daß er beim ernsten Gespräch einfach so die Dosis erhöhen will. Und daß er bei meiner Ablehnung in keinster Weise versucht, mich von der Notwendigkeit zu überzeugen. Also entweder ist die Aufdosierung gar nicht so nötig oder er schreckt sofort zurück - und wenn doch nötig, wäre es dann fahrlässig.

Ich brauche sowieso nur ein Rezept pro Quartal. Wenn er sich darauf beschränkt, läßt sich vielleicht später etwas aufbauen... wenn es sich überhaupt als notwendig erweist.

Danke für Dein Kommentar. Ich werde versuchen, meinen Ärger etwas runterzufahren...

mezeg