Magersucht, Epileptischer Anfall, Sprachausfall

Speedy_E, Tuesday, 05.05.2015, 20:10 (vor 4121 Tagen)

Hallo, unser Sohn, 24, leidet seit Jahren an Magersucht. Zur Zeit ist er mit seinem Gewicht wieder extrem weit runter und wartet auf seine nächste stationäre Therapiebehandlung. Vor 5 Tagen hat er einen epileptischen Anfall erlitten, der ihn körperlich extrem stark mitgenommen hat. Seit dem wird er im Krankenhaus intensivmedizinisch betreut. So langsam erholt er sich. Sorge macht uns, dass er 4 Tage gar nicht sprechen konnte und nun um jedes Wort kämpft. Meine Frage an die Teilnehmer im Forum: Hat jemand so etwas schon erlebt? Wenn ja, wie lange hat es gedauert, bis das Srechvermögen wieder hergestellt war?

Magersucht, Epileptischer Anfall, Sprachausfall

huge88, Großraum Nürnberg/Fürth/Erlangen, Wednesday, 06.05.2015, 08:52 (vor 4120 Tagen) @ Speedy_E

Vor 5 Tagen hat er einen epileptischen Anfall erlitten

Ein paar Fragen vornweg: Hat Dein Sohn denn Epilepsie oder war das ein einmaliger Krampfanfall (ich gehe jetzt einfach einmal davon aus, dass Du unter epileptischen Anfall einen Krampfanfall verstehst; korrigiere mich, falls ich falsch liege)? Hat er denn irgendwelche Medikamente wegen des Anfalls deshalb bekommen?

Sorge macht uns, dass er 4 Tage gar nicht sprechen konnte und nun um jedes Wort kämpft. Meine Frage an die Teilnehmer im Forum: Hat jemand so etwas schon erlebt? Wenn ja, wie lange hat es gedauert, bis das Srechvermögen wieder hergestellt war?

Angesichts der Magersucht wage ich es nicht, irgendeine Aussage darüber zu treffen, wie lange soetwas dauern kann und würde darüber an Deiner Stelle einmal intensiv mit den behandelnden Ärzten sprechen.
Ein Krampfanfall kann enorm kräftezehrend sein (und angesichts der Magersucht vielleicht auch durch irgendwelche starken Mangelerscheinungen ausgelöst worden sein). Wenn ich einen habe (und bei mir sind die Krampfanfälle vergleichsweise harmlos und kurz und ich bin ansonsten gesund) braucht's schon einige Zeit, bis mein Hirn wieder soweit rebootet hat, dass ich ordentliche Sätze und koordinierte Bewegungen hinbekomme und selbst dann kann man mit mir nicht wirklich mehr viel anfangen, bevor ich bis zum nächsten Morgen durchgeschlafen habe. Aber mein Körper hat Kraftreserven, mit denen er sich evtl. leichter regenerieren kann, als der von jemanden mit Magersucht. Du musst Dir vorstellen, dass der Körper dabei in einen Bereich geraten kann, in dem er wie bei intensiver sportlicher Betätigung wegen "Sauerstoffmangel" (das Wort bitte nicht überbewerten; klingt nur dramatisch und mir fällt gerade keine harmlos klingende Alternativbezeichnung, die kein Fachwort ist, ein) die Energie aus der Herstellung von Milchsäure bezieht, die er unter Kraftaufwand später abbauen muss und einen höllischen Muskelkater verursachen kann.
Außerdem bin ich meine Antiepileptika gewöhnt und gut drauf eingestellt. Wenn Dein Sohn im Krankenhaus etwas in die Richtung - evtl. aus der Sparte der Notfallmedikamente - dort bekommen hat oder noch in geringer Dosierung bekommt, ist das evtl. für ihn wie eine leichte Sedierung und manche von den Wirkstoffen brauchen ihre Zeit, bis sie der Körper ausgeschieden oder abgebaut hat.

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Das ist der Weisheit letzter Schluss:
Nur der verdient sich Freiheit wie das Leben,
Der täglich sie erobern muss.
Johann Wolfgang Goethe - Faust, der Tragödie zweiter Teil

Magersucht, Epileptischer Anfall, Sprachausfall

Speedy_E, Thursday, 07.05.2015, 22:37 (vor 4118 Tagen) @ huge88

Hallo huge88,
erst einmal herzlichen Dank für Deine Antwort. Tatsächlich scheinen sich Deine Annahmen zu bestätigen: Seit gestern geht es unserem Sohn wieder deutlich besser. Er spricht wieder in Sätzen, auch wenn noch nicht alle Worte korrekt sind, und auch die allgemeine Koordination, wie bspw. das räumliche Sehen, hat sich sehr deutlich verbessert. Das macht uns und den behandelnden Ärzten große Hoffnung!
Die Ärzte sprechen ebenfalls eher von einem Krampfanfall als von einem epileptischen Anfall. Das mit diesem Krampfanfall enorme körperliche Anstrengungen einhergegangen sein müssen lässt sich auch an dem ausgeprägten Erschöpfungszustand und an den festgestellten Mangelerscheinungen am Elektrolythaushalt ableiten. Wie Du schon treffend vermutet hast, hat er durch seine Magersucht keine Reserven, die dies hätten kompensieren können. Mittlerweile wurden alle Elektrolytwerte wieder annähernd in den Normalbereich überführt. Da sein Blut jedoch nicht in der Lage war ausreichend neue Blutkörperchen etc. zu produzieren, haben die Ärzte vor 2 Tagen sich dazu entschlossen eine Bluttransfussion durchzuführen. Danach kam es zu der vorab beschriebenen deutlichen Verbesserung seines Zustandes. Wir hoffen nun, dass unser Sohn in den nächsten 4 Tagen soweit zu Kräften kommt, dass er nächste Woche seine Therapie zur Bekämpfung seiner Magersucht antreten kann. Da diese Therapieplätze (besonders für Männer) nicht so einfach zu bekommen sind, wäre es schon sehr wichtig. Wir drücken alle ganz fest die Daumen ...

Magersucht, Epileptischer Anfall, Sprachausfall

huge88, Großraum Nürnberg/Fürth/Erlangen, Friday, 08.05.2015, 19:08 (vor 4118 Tagen) @ Speedy_E

Dann drück ich auch die Daumen für ihn mit.

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Johann Wolfgang Goethe - Faust, der Tragödie zweiter Teil

Magersucht, Epileptischer Anfall, Sprachausfall

lyrella, Friday, 08.05.2015, 23:35 (vor 4117 Tagen) @ huge88

Ich auch! Möge es wieder aufwärts gehen für Ihn!!!!

Magersucht, Epileptischer Anfall, Sprachausfall

Speedy_E, Saturday, 09.05.2015, 00:41 (vor 4117 Tagen) @ lyrella

Vielen Dank huge88 und lyrella!
Zur Zeit freuen wir uns über jeden kleinen Schritt - noch fehlen eine ganze Mange Worte, aber ich bin zuversichtlich, dass das wird.

@huge88: Faust - Fan? Wenn ja, kann ich die Faustfestspiele in Kronach empfehlen. Das ist ein tolles Ambiente.

Magersucht, Epileptischer Anfall, Sprachausfall

huge88, Großraum Nürnberg/Fürth/Erlangen, Saturday, 09.05.2015, 10:44 (vor 4117 Tagen) @ Speedy_E

@huge88: Faust - Fan? Wenn ja, kann ich die Faustfestspiele in Kronach empfehlen. Das ist ein tolles Ambiente.

Ja, aber nur, wenn die Inszenierungen nicht zu übertrieben modern sind. Da kommt für mich das beste aus Klassik, Sturm und Drang und Romantik zusammen und trifft aus meiner Sicht auf eine sprachliche Meisterleistung, die wirklich zeitlos unterhaltsam und nur schwer zu übertreffen ist. Von vielen anderen "Klassikern", kann man das in meinen Augen nicht behaupten. Das gilt für mich aber nur für Faust I. Faust II ist für mich eher gefühlt ein Beweis dafür, dass man mit Fortsetzungen von erfolgreichen Werken lieber vorsichtig sein sollte. Faust II gewinnt für mich erst dort wieder an Unterhaltungswert, wo Faust schon dem Tode nahe ist.

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