drei Monate oder hundert Tage??

mezeg, München, Friday, 19.06.2015, 17:22 (vor 4076 Tagen)

Hallo,

habe diese Woche ein neues Rezept geholt. Früher reine Routine, alles im Computer bereit.

Die Praxis wurde aber übergeben, beim ersten Kontakt mit dem Nachfolger letztes Quartal wollte er "einfach so" aufdosieren, was ich verweigert habe. Das übliche Rezept hat er mir aber ohne Murren bei der Angelegenheit gegeben.

Diesmal stand er beim Empfang. Die Artzsekretärin nahm die KKH-Karte, öffnete meine Akte, ich sagte - wie immer - "Bitte das Rezept für drei Monate"

Da sagte er gleich: "Für drei Monate? Nein! Es ist zu lange!"

Habe sofort gekontert: "So habe ich es immer bekommen!"

Und er: "Fahren Sie für drei Monate weg?" Habe zwar verneint, aber was geht es ihm das an??

Dann - erst - hat er einen Blick auf meine bereitstehende Akte geworfen. "Ach, ja, für 100 Tage? Das geht schon!"

Ein Quartal - also drei Monate - zählt 92 Tage, der erste Quartal nur 90 bzw. 91 bei Schaltjahren. 100 Tage sind also länger als drei Monate - oder kann ICH nicht rechnen?? :-D :-D :-D

Wenn ich aber nicht widersprochen hätte, was für eine kürzere Zeitspanne hätte er gewählt? Ich lese hier immer wieder, daß Rezepte meist für drei Monate - oder eben 100 Tage - ausgestellt werden. Ich bin seit drei Jahren auf dieser Dosis - glücklich - eingestellt. Warum werden die von seinem Vorgänger registrierten Daten nicht wenigstens angeschaut, anstatt gleich eine Änderung durchsetzen zu wollen?

Es verlief doch so einfach entspannt mit seinem Vorgänger. Der Behandlungsplan wurde besprochen und ab dem Moment, wo wir uns geeinigt hatten, verließ er sich wohl darauf, daß ich ihn einhalten oder bei Problemen mich melden würde.

Ich hoffe, bei der nächten Rezept-Übergabe nicht darüber diskutieren zu müssen. Ich nehme die Medikamente und das Wort Epilepsie steht für mich nun in der Kategorie "unter ferne liefen..." Ich will nicht unnötig damit konfrontiert werden.

mezeg

drei Monate oder hundert Tage??

huge88, Großraum Nürnberg/Fürth/Erlangen, Saturday, 20.06.2015, 10:26 (vor 4075 Tagen) @ mezeg

Hattest Du beim Nachfolger schon einmal einen richtigen Termin? Vielleicht wird das alles einfacher, wenn er Dich einmal persönlich in Augenschein genommen hat. Oder er hat Dich optisch mit jemand anderen verwechselt, der Probleme macht und wollte das später einfach nicht zugeben.

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Das ist der Weisheit letzter Schluss:
Nur der verdient sich Freiheit wie das Leben,
Der täglich sie erobern muss.
Johann Wolfgang Goethe - Faust, der Tragödie zweiter Teil

drei Monate oder hundert Tage??

mezeg, München, Saturday, 20.06.2015, 18:41 (vor 4075 Tagen) @ huge88

ja, einen Termin mit ihm hatte ich bereits. Den Termin hatte ich nach dem sonderbaren Anfall im November festgemacht aber erst für Februar. Ich wollte abwarten, ob es wieder passiert und wußte nicht, daß die Praxis übergeben wird.

Bei diesem Termin in Februar fragte ich, ob der Vorgänger nicht mehr dabei sei und ob ich die Krankengeschichte wiederholen sollte. Nein, meine Akte hätte er gelesen. Er bestand nichtdestoweniger darauf mich zu untersuchen, EEG, Reflexe etc. Und wollte die Lamotrigin-Dosis erhöhen, was ich nicht akzeptierte. Versucht mich von dieser Notwendigkeit zu überzeugen hat er aber nicht. Dafür aber genug Zeit sich diese widerspenstige Patientin zu merken...:-D

Irgendwie kommt er mir unsicher vor. Vielleicht hat er Schwierigkeit langjährige Patienten seines Vorgängers zu übernehmen? Vielleicht nicht nur mit mir? Wenn es wieder Probleme gibt, werde ich ihn wohl unter vier Augen direkt darauf ansprechen müssen. Ich bin doch eine praktische Patientin: Nur ein Rezept pro Quartal ausstellen, um die notwendige Lamotrigin-Spiegel und MRT kümmere ich mich selbstständig.

Und gewiß nicht grundsäztlich widerspenstig: bin seit 35 Jahren glücklich beim gleichen Internisten, der Arzt und Patienten als Team versteht. Der Vorgänger-Neurologen sah sich als Berater des Patienten, was zum gleichen kommt. Bin froh, daß er zur Zeit der schwierigen Entscheidungen noch da war.

mezeg