Keppra vs.Levetiracetam und Lamotrigin
Maarkus, Friday, 31.07.2015, 15:20 (vor 4034 Tagen)
bearbeitet von Maarkus, Friday, 31.07.2015, 15:34
Hallo,
Ich habe 1,5 Jahre Keppra genommen und war solange auch anfallsfrei. Dann haben die Krankenkassen diese hohen Preise nicht mehr übernommen und auf das Levetiracetam umgestellt (Generikum--> gleicher Wirkstoff). Darunter habe ich wieder einen Anfall nach dem anderem gehabt. Und jetzt haben wir uns mit der Krankenkasse geeinigt, dass ich das original Keppra bekomme, aber einen Teil selbst zahlen muss.
Ich bin jetzt auf Keppra und Lamotrigin eingestellt. Hat jemand mit der Kombi Erfahrung?
Und hat jemand auch das gleiche Problem mit dem Keppra und der Kasse?
Grüße Maarkus
Keppra vs.Levetiracetam und Lamotrigin
huge88, Großraum Nürnberg/Fürth/Erlangen, Friday, 31.07.2015, 17:53 (vor 4034 Tagen) @
Maarkus
bearbeitet von huge88, Friday, 31.07.2015, 17:59
Ich habe 1,5 Jahre Keppra genommen und war solange auch anfallsfrei. Dann haben die Krankenkassen diese hohen Preise nicht mehr übernommen und auf das Levetiracetam umgestellt (Generikum--> gleicher Wirkstoff). Darunter habe ich wieder einen Anfall nach dem anderem gehabt. Und jetzt haben wir uns mit der Krankenkasse geeinigt, dass ich das original Keppra bekomme, aber einen Teil selbst zahlen muss.
Oh mein Gott. Tret Deinen Neuro in die Tonne (bitte nicht wörtlich auffassen, muss mir nur gerade verbal Luft verschaffen) und such Dir einen gescheiten. UCB vertreibt Keppra umverpackt als firmeneigenes Generikum (Levetiracetam UCB; das hab ich in meiner Kombitherapie). Das zahlen die gesetzlichen Krankenkassen und sollte nach meinem Wissensstand immer noch 100% bioäquivalent zu Keppra sein. Da muss nur auf's Rezept der explizite Name vom firmeneigenen Generikum inklusive Aut-idem-Kreuz.
Und beschwer Dich bei Deiner Krankenkasse über die miese Beratung. Eigentlich sollten die Leute, die sich um so etwas kümmern, zumindest Nachschlagemöglichkeiten zu den Themen haben.
Es ist inzwischen bekannt und nachgewiesen, dass bei einem Teil der Epileptiker einige Präparate eines Wirkstoffs gut und andere weniger gut wirken. Gibt manche, denen hilft ein bestimmtes Generikum besser als das Original und umgekehrt. Krieg die Kräzte, wenn ich immer wieder lesen muss, dass es immer noch so viele Neurologen da drausen gibt, die in dem Punkt 0 Ahnung und anscheinend nicht viel mehr Beratungskompetenz haben.
Tschuldigung für den verbalen Ausraster, musste ich einfach loswerden.
--
Das ist der Weisheit letzter Schluss:
Nur der verdient sich Freiheit wie das Leben,
Der täglich sie erobern muss.
Johann Wolfgang Goethe - Faust, der Tragödie zweiter Teil
Keppra vs.Levetiracetam und Lamotrigin
Maarkus, Friday, 31.07.2015, 18:00 (vor 4034 Tagen) @ huge88
Hallo huge88,
Ich weiß nicht, ob ich dich jetzt nicht falsch verstanden habe.
Ich habe ja das Levetiracetam genommen aber ich hatte darunter immer noch ständig Anfälle. Als ich längere Zeit das Keppra genommen habe, war ich anfallsfrei bis auf Levi gewechselt wurde. Und jetzt soll ich eben wieder auf das original Keppra eingestellt werden, weil ich damit so positive Erfahrungen gemacht habe.
Könntest du mir deine Auffassung bitte nochmal erläutern? Ich glaube, ich habe da nicht so durchgeblickt. :D
Gruß
Keppra vs.Levetiracetam und Lamotrigin
huge88, Großraum Nürnberg/Fürth/Erlangen, Friday, 31.07.2015, 18:05 (vor 4034 Tagen) @
Maarkus
bearbeitet von huge88, Friday, 31.07.2015, 18:10
Könntest du mir deine Auffassung bitte nochmal erläutern? Ich glaube, ich habe da nicht so durchgeblickt. :D
O.K. Zur Klärung:
- Nimmst Du das Levetiracetampräparat von UCB oder von einem anderen Hersteller?
- Levetiracetam ist der Wirkstoff in Keppra (ist nur ein Markenname) und allen Levetiracetam-Generika.
- Die Unterscheiden sich nur durch Zusatzstoffe in der sogenannten Bioäquivalenz, d.h. vor allem in der Geschwindigkeit, mit der sie in den Körper aufgenommen werden. Nach meinem letzten Stand ist das als Generikum von UCB vertrieben Levetiracetam immer noch 1:1 Keppra. Wenn das noch der Fall wäre, würde eine Rückumstellung höchstens einen Placeboeeffekt haben können.
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Ergänzung: Zu der möglichen Problematik, die manche mit nicht vollständig bioäquivalenten Generika haben, empfehle ich die Stellungnahme der DGfE von 2006: http://www.dgfe.info/home/index,selid,1019.html
Wenn Du auf der DGfE Seite nach "Generika" suchst, wirst Du noch mehrere Stellungnahmen in die Richtung finden.
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Keppra vs.Levetiracetam und Lamotrigin
Maarkus, Friday, 31.07.2015, 18:14 (vor 4034 Tagen) @ huge88
Hallo,
Davon hatte ich keine Ahnung gehabt. Das Levi-Präparat ist von der Firma Heumann. Mein Keppra jetzt ist von UCB.
MfG
Keppra vs.Levetiracetam und Lamotrigin
huge88, Großraum Nürnberg/Fürth/Erlangen, Friday, 31.07.2015, 18:21 (vor 4034 Tagen) @ Maarkus
Davon hatte ich keine Ahnung gehabt. Das Levi-Präparat ist von der Firma Heumann. Mein Keppra jetzt ist von UCB.
Da haben wir also schon einmal eine andere Firma (wobei ich keine Aussage treffen kann, in wie fern deren Präparat bioäquivalent zu Keppra ist, außer, dass es sich sicherlich in den großzügigen Schranken der Gesetze bewegt). Sprich doch einmal mit Deinen behandelnden Ärzten darüber, das Generikum von UCB auszuprobieren.
Ich hatte das gleiche Problem auch schon mit einem anderen Wirkstoff und da haben dann (als ich mich nach Umstellungen und Neurologenwechsel irgendwann selbst schlau gemacht habe und im Epilepsiezentrum war) die Ärzte in der Epilepsieambulanz meinem Vorschlag, doch nochmal das "alte" auszuprobieren, zugestimmt und dann war wieder Schluss mit Anfällen.
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Keppra vs.Levetiracetam und Lamotrigin
Heidi, Wednesday, 05.08.2015, 15:08 (vor 4029 Tagen) @ huge88
Du sprichst mir soooo von der Seele Huge 88, und Du hast zu 100% recht. Man kann nicht oft genug betonen, dass Arzt und KK nicht unbedingt Patientenfreundlich sind. Gerade wenns ums Geld geht. Guter Thread, den sollten obige lesen
Lieber Gruß
Heidi
Keppra vs.Levetiracetam und Lamotrigin
huge88, Großraum Nürnberg/Fürth/Erlangen, Wednesday, 05.08.2015, 15:41 (vor 4029 Tagen) @ Heidi
Du sprichst mir soooo von der Seele Huge 88, und Du hast zu 100% recht. Man kann nicht oft genug betonen, dass Arzt und KK nicht unbedingt Patientenfreundlich sind. Gerade wenns ums Geld geht.
Ich würde das hier nicht auf das Thema Patientenfreundlichkeit oder Geld runterbrechen wollen. Unwissenheit / mangelnde Fortbildung trifft's eher, das zeigt die Einigung, die er mit der Krankenkasse erzielt hat. Die kommt die Krankenkasse mindestens so teuer wie das teuerste Generikum, das sie sonst übernehmen müsste. Personal mit entsprechend fachlichem Wissen - bzw. Personal das auf solches mit dem entsprechenden Wissen zurückgreift oder entsprechende Nachschlagemöglichkeiten hat und nutzt - hätte das feststellen und eine für beide bzw. alle drei Parteien finanziell günstige Lösung zum Ausprobieren vorschlagen können.
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