Epilepsie und Traumata (echte und unechte Anfälle)

pegasus, Saturday, 01.08.2015, 23:38 (vor 4032 Tagen)

Immer wenn ich danach im Internet suche, finde ich nur solche Seiten die ausschließlich auf dissoative Anfälle eingehen, aber nicht berücksichtigen, dass auch eine echte Epilepsie vorhanden sein könnte und somit beide Anfallsformen vorhanden sind. Ich habe durch Selbstbeobachtung schon einiges herausgefunden, aber ich stecke zur Zeit irgendwie fest und mein Neurologe ist da keine große Hilfe, denn seine Methode beschränken sich dann auf Psychopharmaka, welche mir gar nicht helfen und meiner echten Epilepsie abträglich sind (sind beides jeweils gesicherte Diagnosen).

Wenn daher hier irgendwer einen Tipp für mich hätte, außer einem Epilepsiezentrum oder -ambulanz (gibt es in meiner unmittelbaren Nähe leider nichts dergleichen, nicht einmal einen Epileptologen, entsprechend sieht es auch bei den Psychotherapeuten aus, die alles auf Dissoativ schieben wollen) wäre ich sehr dankbar.

Epilepsie und Traumata (echte und unechte Anfälle)

Green, Saturday, 01.08.2015, 23:50 (vor 4032 Tagen) @ pegasus

Hallo
sorry versteh ich nicht
wenn es die diagnose epilepsie gibt wird das mit medis behandelt
und wenn es die Diagnose dissiziativ gibt wird die mit Psychotherapie behandelt.

Wer hat den die Diagnose dissoziativ gestellt kann der/die nicht weiter helfen?

Gruss Green

Epilepsie und Traumata (echte und unechte Anfälle)

pegasus, Sunday, 02.08.2015, 00:03 (vor 4032 Tagen) @ Green

Ich habe beide Diagnosen .... Sowohl Epilepsie wie auch Dissoative Anfälle ... beide erstellt im Epilepsiezentrum Bethel.

Epilepsie und Traumata (echte und unechte Anfälle)

Green, Sunday, 02.08.2015, 00:05 (vor 4032 Tagen) @ pegasus

Hallo
ja und die dissoziativen haben ja eine Ursache sind sie traumatiesirt?
Ist das Trauma behandelt worden.
Gruss Green

Epilepsie und Traumata (echte und unechte Anfälle)

pegasus, Sunday, 02.08.2015, 00:16 (vor 4032 Tagen) @ Green

Danke, du bestätigst gerade, dass keiner zu "hört".

Nochmals daher. Ich habe einen Neurologen, der darauf fixiert alles als dissoative Anfälle zu klassifizieren (obwohl Bethel etwas anderes behauptet) und ich habe bisher keinen Psychotherapeuten gefunden, der damit zurecht kommt, dass ich sowohl echte epileptische Anfälle und auch unechte Anfälle habe. Ergo, habe ich bzgl. des Traumas noch keine Behandlung gehabt, außer durch meinen Neurologen der mir Psychopharmaka (ich nehme die daher nicht mehr ein) verschreibt, die aber für meine echte Epilepsie schädlich sind.

Nun verstanden?

Epilepsie und Traumata (echte und unechte Anfälle)

Green, Sunday, 02.08.2015, 00:39 (vor 4032 Tagen) @ pegasus

Hallo
warum suchst dir keinen anderen neurologen oder gehst mal in eine Trauma ambulanz.
Und ob sie ein trauma erlebt haben das müssen sie ja wohl selber wissen.
Gruss Green

Epilepsie und Traumata (echte und unechte Anfälle)

pegasus, Sunday, 02.08.2015, 10:12 (vor 4032 Tagen) @ Green

Der andere hier ansässige Neurologe war mein erster und alle Krankenhäuser im Umkreis und auch normale Allgemeinärzte raten von diesem ab, weil dieser einfach nur sein "Ding" macht, ohne Rücksicht auf Verluste (das sah bei mir so aus, dass er mir das doppelte der empfohlenen Dosis verschrieben hatte, was zur Folge hatte, dass ich noch mehr Anfälle bekam und sich gar nichts besserte und diese Behandlungsmethode hat er noch heute).

Und in einer Traumaambulanz war ich ebenfalls schon, dort werde ich nicht aufgenommen wegen der Epilepsie, denn wenn ich umkippe ist das nicht förderlich für die anderen Patienten.

Epilepsie und Traumata (echte und unechte Anfälle)

Green, Sunday, 02.08.2015, 11:42 (vor 4032 Tagen) @ pegasus

Hallo pegasus
wenn mein Auto kaputt ist und die eine Werkstatt es nicht hin bekommt dann geh ich in die nächste und nächste und nächste....und nehm auch schon mal 2 stunden zug fahrt in Anspruch...nicht schön....aber warum nicht.
Oder ich ruhe mich darauf aus das die anderen dies und das nicht wollen und deswegen mein Auto nicht fährt.
So ist es mit Gesundheit halt auch.

Gruss Green

Epilepsie und Traumata (echte und unechte Anfälle)

Green, Sunday, 02.08.2015, 11:45 (vor 4032 Tagen) @ pegasus

Hallo pegasus

ja und was haben die für Therapie in sachen dissozitivitä vorgeschlagen angeboten ?

Gruss Green

Epilepsie und Traumata (echte und unechte Anfälle)

huge88, Großraum Nürnberg/Fürth/Erlangen, Sunday, 02.08.2015, 10:54 (vor 4032 Tagen) @ pegasus

Also in dem Fall könnte es hilfreich sein, zusammen mit einem Epilepsiezentrum Ärzte für eine entsprechende Behandlung zu suchen. Vielleicht fällt manchen Ärzten die ganze Einordnung des ungewöhnlichen Falls leichter, wenn Sie das von einem anderen Facharzt in ihrer Sprache mündlich dargelegt bekommen.

Vielleicht können die auch dabei helfen, eine passende Traumaambulanz zu finden. Grundsätzlich ablehnen können die einen nicht, wenn eine entsprechend fachärztliche Überweisung vorliegt. Ggf. müssen die dort einen Weg finden, wie sie die Ärzte dort treffen können und Gleichzeitig das "Risiko", dass andere sensible Patienten einen Anfall (so überhaupt einer kommt) sehen könnten, minimiert wird.

--
Das ist der Weisheit letzter Schluss:
Nur der verdient sich Freiheit wie das Leben,
Der täglich sie erobern muss.
Johann Wolfgang Goethe - Faust, der Tragödie zweiter Teil

Epilepsie und Traumata (echte und unechte Anfälle)

Green, Sunday, 02.08.2015, 11:47 (vor 4032 Tagen) @ huge88

Hallo

doch HUge88 die können einen schon ablehnen...ist ja kein Notfall.

Gruss Green

Epilepsie und Traumata (echte und unechte Anfälle)

huge88, Großraum Nürnberg/Fürth/Erlangen, Sunday, 02.08.2015, 18:20 (vor 4032 Tagen) @ Green

doch HUge88 die können einen schon ablehnen...ist ja kein Notfall.

Ich hab mich da vielleicht etwas falsch ausgedrückt, als ich Überweisung sagte. Was ich im Hinterkopf hatte war, dass solche Einrichtungen sicherlich oft auch einen stationären Teil haben und man dann vielleicht den Umweg gehen könnte, über einen Facharzt eine Genehmigung der Krankenkasse für eine stationäre Therapie zu bekommen. Da hat man halt dann nicht mehr unbedingt die eigene Wahl, wo genau man landet.

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Epilepsie und Traumata (echte und unechte Anfälle)

pegasus, Wednesday, 05.08.2015, 15:06 (vor 4029 Tagen) @ huge88

Ich danke dir, huge88, aber eine stationäre Therapie kommt für mich nicht in Frage. Damals vor meiner Erstdiagnose Epilepsie wurde immer versucht mir irgendetwas traumatisches einzureden und daher wurde ich auch diesbezüglich überbehandelt. Ich habe dann das erlernte, welches eigentlich für traumafolgen gedacht war, einfach genommen und zum größten Teil als Anfallsunterbrecher angewandt (wie sich später herausstellte war das eines der Probleme der Neurologen, weil ich selbst dahinter gekommen bin, dass man ebenfalls mit sehr viel Übung einen echten epileptischen Anfall unterbrechen kann, es funktionierte zwar nicht immer, aber es half dennoch).

Nach dem ich nun wirklich etwas traumatisches erlebte, brauche ich schlicht und ergreifend einen Psychotherapeuten der mich dementsprechend anleiten kann, denn das wissen aus meiner Kindheit ist noch immer noch vorhanden, nur mit der Umsetzung happert es halt. Damals gab es nichts und ich habe es mitgemacht, weil die ansonsten keine Ruhe gegeben hätten (sah/sehe ich bei meinen Geschwistern), heute brauche ich die Hilfe und fühle mich schlicht und ergreifend einfach nur noch ver*rscht.

Epilepsie und Traumata (echte und unechte Anfälle)

huge88, Großraum Nürnberg/Fürth/Erlangen, Wednesday, 05.08.2015, 15:33 (vor 4029 Tagen) @ pegasus

Nach dem ich nun wirklich etwas traumatisches erlebte, brauche ich schlicht und ergreifend einen Psychotherapeuten der mich dementsprechend anleiten kann, denn das wissen aus meiner Kindheit ist noch immer noch vorhanden, nur mit der Umsetzung happert es halt.

Was war denn in Deiner Kindheit?

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Epilepsie und Traumata (echte und unechte Anfälle)

pegasus, Wednesday, 05.08.2015, 20:42 (vor 4028 Tagen) @ huge88

Andere Zeiten. Schrieb ich hier im Forum schon einmal irgendwo. Ich habe u.a. Dejavus und anderes, das wurde dann auf Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom, Traumata und ähnliches geschoben. Ich mache deswegen niemanden einen Vorwurf, weil es dort noch nicht die heutigen Möglichkeiten gab, sich selbst zu informieren, aber dennoch wurde ich halt übertherapiert, diesbezüglich.

Epilepsie und Traumata (echte und unechte Anfälle)

Heidi, Wednesday, 05.08.2015, 10:54 (vor 4029 Tagen) @ pegasus
bearbeitet von Heidi, Wednesday, 05.08.2015, 11:00

ausschließlich auf dissoative Anfälle eingehen, aber nicht berücksichtigen, dass auch eine echte Epilepsie vorhanden sein könnte und somit beide Anfallsformen vorhanden sind. >

Es gibt natürlich Leute die beides haben, das ist allerdings sehr schwer zu diagnostizieren. Hier ein Link von Dr. Günter Krämer :

http://www.swissepi.ch/fileadmin/pdf/Zentrum/Was_sind_nichtepileptische_Anfaelle.pdf

Näheres kannst Du bei Epi-on-board.de erfahren.
Viel Glück
Liebe Grüße
Heidi

Epilepsie und Traumata (echte und unechte Anfälle)

pegasus, Wednesday, 05.08.2015, 15:11 (vor 4029 Tagen) @ Heidi

Ich danke dir, aber die PDF kannte ich schon, habe ich auch schon diverse Bücher selbst von Krämer, wie zum Beispiel die aktuelle Auflage von Epilepsie - Die Krankheit erkennen, verstehen und gut damit leben oder das mit 100 Fragen 100 Antworten.

Das alles bringt mir aber nichts, wenn kein Psychotherapeut in der Lage ist mir wirklich zu helfen bzw. wie ich diesem begreiflich machen kann, dass ich den Unterschied zwischen meinen echten und meinen unechten Anfällen sehr gut differenzieren weiß etc pp.

Epilepsie und Traumata (echte und unechte Anfälle)

huge88, Großraum Nürnberg/Fürth/Erlangen, Wednesday, 05.08.2015, 15:31 (vor 4029 Tagen) @ pegasus

Das alles bringt mir aber nichts, wenn kein Psychotherapeut in der Lage ist mir wirklich zu helfen bzw. wie ich diesem begreiflich machen kann, dass ich den Unterschied zwischen meinen echten und meinen unechten Anfällen sehr gut differenzieren weiß etc pp.

Ist es denn wirklich wichtig, dass Dein Psychotherapeut sofort Deine Unterscheidung zu 100% versteht, um die Ursache der psychogenen Anfälle zu behandeln? Vielleicht wäre es für Dich hilfreich, einfach einmal "den Weg" des Psychotherapeuten ein Stück weit mitzugehen, damit er die Zeit hat, Deine besondere Situation zu verstehen lernen.

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Epilepsie und Traumata (echte und unechte Anfälle)

pegasus, Wednesday, 05.08.2015, 20:42 (vor 4028 Tagen) @ huge88

Kannst du dir vorstellen, wie anstrengend das ist?

Epilepsie und Traumata (echte und unechte Anfälle)

huge88, Großraum Nürnberg/Fürth/Erlangen, Thursday, 06.08.2015, 08:39 (vor 4028 Tagen) @ pegasus

Kannst du dir vorstellen, wie anstrengend das ist?

Ich kann mir nicht vorstellen, dass irgendeine Therapie nicht anstrengend wäre. Einen Versuch ist's doch wert. Kann Dich weiter bringen, als alles darauf zu schieben, dass Dein Gefühl Dir sagt, dass kein Arzt Dich versteht. Vielleicht kommt dieses Gefühl ja auch nur von Deinen negativen Erfahrungen mit Ärzten in Deiner Kindheit und entspricht nicht der Situation, wie sie heute tatsächlich ist?

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Epilepsie und Traumata (echte und unechte Anfälle)

pegasus, Saturday, 08.08.2015, 02:16 (vor 4026 Tagen) @ huge88

Stelle dir vor du wärst ein studierter Mathematiker und jemand versucht dir das kleine 1 mal 1 zu erklären.....

Epilepsie und Traumata (echte und unechte Anfälle)

huge88, Großraum Nürnberg/Fürth/Erlangen, Saturday, 08.08.2015, 10:28 (vor 4026 Tagen) @ pegasus

Stelle dir vor du wärst ein studierter Mathematiker und jemand versucht dir das kleine 1 mal 1 zu erklären.....

Also ich persönlich bekomme immer mehr den Eindruck, Dein eigentliches Problem ist weniger, dass es keinen Therapeuten gibt, der Dir helfen kann, sondern vielmehr, dass Du entweder

1) vielleicht noch gar nicht bereit bist, Dich auf irgendeine Therapie einzulassen, weil Du Dich nicht lösen kannst von der Vorstellung, wie sie aus Deiner Sicht ablaufen müsste und glaubst zu wissen, was getan werden muss, damit es Dir besser geht - was nicht der Fall ist, sonst bräuchtest Du ja keine

oder

2) zu ungeduldig bist und willst, dass die Therapie husch husch vorübergeht und dann gleich von jetzt auf hier alles gut ist.

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Epilepsie und Traumata (echte und unechte Anfälle)

pegasus, Saturday, 08.08.2015, 18:36 (vor 4025 Tagen) @ huge88

Ist es nicht wahrscheinlicher, dass ich es leid bin immer das gleiche zu hören und immer die gleichen Diskussionen diesbezüglich zu führen?

Vor meinem traumatischem Erlebnis wurde mir immer ein Trauma unterstellt, obwohl nichts da gewesen ist.

Heute will ich eine Therapie machen, aber suche natürlich nach Möglichkeiten diese zu vermeiden, obwohl ich in regelmäßigen Abständen die Psychotherapeuten anrufe und um ein Erstgespräch bitte und die bisherigen konzentrieren sich nicht darauf, was wirklich traumatisch gewesen ist, sondern was vor meinem tatsächlichen traumatischen Erlebnis als vermeintlich traumatische Erlebnisse klazzifiziert wurden.

Aber das ist natürlich meine Schuld und deswegen bin ich natürlich auch das Problem.

Aber weißt du, du hast Recht, ich bin nicht bereit für eine Therapie, weil es mir auf den Piss geht auf der Stelle herumzutreten und ich stehe darauf, auf Dinge herumzureiten, die mir mittlerweile am Allerwertesten vorbeigehen.

Ich habe Angst vor Menschenansammlungen. Ich habe Angst davor soziale Kontakte einzugehen. Ich habe Angst davor, Beziehungen mit Frauen einzugehen. Ich habe Angst davor, die Kontrolle über meine Wut zu verlieren (das ist übrigens mein größtes Problem und führte bisher zur Körperverletungen und Sachbeschädigungen) und vieles vieles mehr, was mit diesem traumatischen Erlebnis einhergeht.

Aber du hast Recht, deine beiden Thesen müssen einfach stimmen, weil es andere vor dir schon sagten und weil je mehr Leute das gleiche sagen, desto wahrer muss das natürlich werden. Ich meine, wo kommen wir denn dahin, dass jemand als Kind bereits übertherapiert wurde und deswegen schon soviel Selbstreflexion, Selbsterkennung und Selbsttherapie eingetrichtert bekommen hatte, dass es zum Himmel stinkt und das dieser dann das auch strikt bisher alleine angewendet hatte und nun vor dem Problem steht, nicht mehr weiter kommen zu können, ist natürlich total unrealistisch für jeden der das hört.

Da ist natürlich nachvollziehbar, dass einem Psychotherapeuten klar ist, dass der Patient keine Ahnung hätte und dass dieser schlicht und ergreifend generell unechte Anfälle hat, obwohl die EEG´s etwas anderes beweisen.

Weißt du es kotzt mich an, immer die gleichen Diskussionen und Erklärungen zu führen. Ich sage wie es ist und daraus wird dann so ein Schei*ß konstruiert, tolle Hilfe sage ich da nur.

Epilepsie und Traumata (echte und unechte Anfälle)

huge88, Großraum Nürnberg/Fürth/Erlangen, Sunday, 09.08.2015, 09:22 (vor 4025 Tagen) @ pegasus

Heute will ich eine Therapie machen, aber suche natürlich nach Möglichkeiten diese zu vermeiden, obwohl ich in regelmäßigen Abständen die Psychotherapeuten anrufe und um ein Erstgespräch bitte und die bisherigen konzentrieren sich nicht darauf, was wirklich traumatisch gewesen ist, sondern was vor meinem tatsächlichen traumatischen Erlebnis als vermeintlich traumatische Erlebnisse klazzifiziert wurden.

Aber das ist natürlich meine Schuld und deswegen bin ich natürlich auch das Problem.

Ich glaube nicht, dass es Deine Schuld ist, aber vielleicht verstärkst Dein Verhalten den Eindruck der Psychotherapeuten, dass man dort tiefer graben müsste. Immerhin werden die darauf ausgebildet, ja genau das aus einem hervorzuholen, worüber man gar nicht sprechen möchte und das man verdrängt hat.

Ich habe Angst vor Menschenansammlungen...

Vielleicht wäre dann ja abseits der klassischen Psychotherapie eine einfache Verhaltenstherapie der geeignetere Einstieg für Dich, um mit dem Punkt besser klarzukommen?

Ich meine, wo kommen wir denn dahin, dass jemand als Kind bereits übertherapiert wurde und deswegen schon soviel Selbstreflexion, Selbsterkennung und Selbsttherapie eingetrichtert bekommen hatte, dass es zum Himmel stinkt und das dieser dann das auch strikt bisher alleine angewendet hatte und nun vor dem Problem steht, nicht mehr weiter kommen zu können, ist natürlich total unrealistisch für jeden der das hört.

Ich würde das nicht als komplett unrealisitisch abtun, alles was es dazu braucht hat jeder von uns in sich, aber kann es nicht auch möglich sein, dass Du dabei "über's Ziel hinausgeschossen" bist? Um noch einmal zurück auf meine Frage nach Deinem eigentlichen Trauma zu kommen: Ist dieses Trauma, über das Du sprichst, oder ein Teil davon, vielleicht die Erfahrung der vielen Therapien aus Deiner Kindheit und der Hilflosigkeit, mit der Du diesen ausgesetzt warst?

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Nur der verdient sich Freiheit wie das Leben,
Der täglich sie erobern muss.
Johann Wolfgang Goethe - Faust, der Tragödie zweiter Teil

Epilepsie und Traumata (echte und unechte Anfälle)

pegasus, Sunday, 09.08.2015, 20:57 (vor 4024 Tagen) @ huge88

Nein, das habe ich so auch schon geschrieben.

Epilepsie und Traumata (echte und unechte Anfälle)

Heidi, Friday, 04.09.2015, 08:48 (vor 3999 Tagen) @ pegasus

Pegasus, ich habe die ganzen Einträge gelesen und bin zu dem Schluß gekommen, dass Du

1. alles besser weißt.
2. dir nicht helfen lassen willst.

Dei Schritt zum Psychotherapeut ist ja ein erster positiver Schritt, aber Du solltest auf den Arzt eingehen und ihn nicht kritisieren, er tut bestimmt sein möglichstes. Du darfst nicht vergessen, dass er auch nur ein Mensch ist der auch Fehler machen kann. Eine vertrauliche Behandlung mit ehrlichen Fragen und Antworten kann zum Ziel führen. Anders geht es nicht.

Lieber Gruß
Heidi

Epilepsie und Traumata (echte und unechte Anfälle)

pegasus, Friday, 04.09.2015, 09:55 (vor 3999 Tagen) @ Heidi

Ach weißt du Heidi ....


Es gab einige Psychologen, die von sich aus sagten, dass sie mir nicht helfen könnten, weil ... (u.a. wegen dem was ich bereits schrieb und den rest breite ich hier nun nicht aus).

Aber diese besagten Psychologen haben natürlich auch keine Ahnung und weil Menschen so einfach sind und man in den Normenzwang der Gesellschaft denken muss, ist diese Begründung natürlich die einzige logische Schlussfolgerung...

Epilepsie und Traumata (echte und unechte Anfälle)

ruth-etc., Tuesday, 08.09.2015, 20:49 (vor 3994 Tagen) @ pegasus

Hallo Pegasus

Auf der Seite: Deutsches Institut für Psychotraumatologie - DIPT findest man, nach meinem Empfinden, gute Informationen zu Beratungsstellen. Aber auch Selbsthilfe und speziell ausgebildeten Therapeuten. In dem Bereich geht es ja unter Umständen schon um ganz andere Therapieformen. EMDR beläuft sich z.B. (wenn es anschlägt) auf etwa 20 Sitzungen. Nur mal als Beispiel.

Und in einer Traumaambulanz war ich ebenfalls schon, dort werde ich nicht aufgenommen wegen der Epilepsie, denn wenn ich umkippe ist das nicht förderlich für die anderen Patienten.

Je nachdem was der Einzelne dort erlebt hat kann so etwas schon ein enormer Trigger sein. Und wenn die Seele plötzlich und unerwartet etwas Preis gibt und das zudem noch in einer Menge die man nicht mehr sortieren kann, ist das als würde von allen Seiten ein riesiger Blitz mit hunderten von Bildern auf dich zukommen...

Mein Neurologe verschrieb mir Sertralin. Ohne meinen Arzt, dieses Medikament und jemand der mir zeitweise virtuell zur Seite stand hätte ich es seinerzeit nicht geschafft da durch zu kommen. Als immer mehr nach kam dosierte er auf und als ich metkte dass das SSRI anschlug, begann ich eine Tiefenpsychologische Psychotherapie. Doch nach jeder Sitzung ging es ca. 2-3 Tage später los mit Anfällen. Das war wohl der Moment wo sich alles wieder etwas gelegt hatte und ich sozusagen zur Ruhe kam (drücke es mal so aus).

Nach 10 Sitzungen a' 50 Minuten meinte der Psychiater, das er an der Stelle dann doch lieber Schluss machen würde. Wenn ich das angehen möchte, müssen zuerst die Anfälle besser unter Kontrolle sein. Nehme das Sertralin seit etwa 6 Jahren. Aktuell 100mg / Tag und habe zumindest subjektiv nicht das Gefühl das ich dadurch mehr Anfälle habe als ohne. Anderes wäre für mich schwerer zu ertragen.

Ich wünsche dir von Herzen alles Gute und das du einen Weg für dich finden kannst.

Liebe Grüße
Ruth

Epilepsie und Traumata (echte und unechte Anfälle)

pegasus, Thursday, 17.09.2015, 13:05 (vor 3986 Tagen) @ ruth-etc.

Hallo ruth-etc.

Dass es für andere ein enormer Trigger sein kann, dessen bin ich mir durchaus bewusst, deswegen gehe ich dem auch nicht mehr nach und versuche auf Teufel komm raus dort einen Platz zu bekommen, denn es bringt mir nichts, wenn ich anderen damit Schaden zufügen kann.

Was die Medikamente für mein Trauma angeht, so nehme ich diese nicht, denn sie bringen mir nichts. Meine unechten Anfälle habe ich durch das Niederschreiben meiner Gedanken und Gefühle in solchen Momenten besser in den Griff bekommen als durch etwaige Medikamente, die in der Regel alles verschlimmerten (da zahlt sich die Übertherapierung in meiner Kindheit aus, darüber reden wäre effektiver aber steht mir aktuell nicht zur Verfügung). Das einzige Problem was ich noch habe ist der Umgang mit der damit einhergehenden Wut, weswegen die Diagnose auch den Zusatz bekommen hat Schwierigkeiten mit der Impulskontrolle. Alles was mir damals in meiner Kindheit hierzu eingetrichtert wurde zeigt keinerlei Wirkung.

Meine echte Epilepsie dagegen ist mit Keppra weitesgehend unter Kontrolle gebracht. Ich muss nur darauf achten, dass ich nicht bestimmten Lichtverhältnissen ausgesetzt bin (führt zu Absencen und manchmal zu Dejavus) und 1-2 Mal im Jahr habe ich aus unbekannter Ursache noch generalisierte Anfälle (mal mit und mal ohne Bewusstsseinsverlust).

Einer der Unterschiede zwischen beiden Anfallsformen ist bei mir, dass ich bei den unechten Anfällen sofort wieder klar im Kopf bin und mich nicht an das davor erinnern kann, egal wie sehr ich mich auch anstrenge. Bei meinen echten Anfälle dagegen bekomme ich u.a. den Drang zu fliehen, weil mir die Umgebung zu konfus erscheint und ich mich nicht wirklich reorientieren kann (dauert in der Regel dann auch entsprechend lang, ausgenommen bei den Absencen und wenn jemand dabei ist, dem ich vertraue).

Ein Psychologe meinte im Rahmen einer Maßnahme einmal zu mir, dass ich mich gesund selbst in Frage stellen kann und das ist u.a. ein Problem mit den bisherigen Psychotherapeuten gewesen. Ich hatte oftmals den Eindruck, dass sie damit überfordert sind und dennoch nach Schema F ihr eigenes Programm durchziehen wollen und das auf Teufel komm raus. Es bringt mir aber menschlich nichts, wenn ich immer auf der gleichen Stelle herumtreten muss um irgendwann später dann auch tatsächlich weiterkommen zu können. Ich weiß, dass ich damit nur lernen kann zu leben, es aber niemals vergessen werde, aber ich muss mir nicht einreden lassen, dass ich keine Ahnung hätte, dass das alles falsch wäre was ich bisher gemacht habe und ähnliches.