Ängste
Naberchen, Friday, 21.08.2015, 12:39 (vor 4013 Tagen)
Liebe Forum-Teilnehmer,
vor 3 Jahren hatte ich während meiner Mittagspause, in der ich spazieren gegangen bin, meinen ersten epileptischen Anfall und bin im Krankenwagen wieder zu mir gekommen. Die Ärzte sind davon ausgegangen, dass es sich um eine einmalige Sache handelt. Nun habe ich vor 6 Wochen einen zweiten Anfall erlitten - während ich Auto gefahren bin. Zum Glück war kein Fußgänger oder Fahrradfahrer in der Nähe, so dass es glimpflich ausgegangen ist. Auch hier bin ich erst wieder im RTW wieder zu mir gekommen.
Mein Neurologe hat mir nun Lamotrigin verschrieben und zusätzlich Rivotril, bis ich richtig eingestellt bin.
Mein Problem ist jetzt allerdings die Angst, die mich permanent begleitet. Ich mag kaum allein das Haus verlassen, fühle mich eigentlich nur in meiner Wohnung sicher. Der Weg zum Bus, ins Büro oder zum Einkaufen etc. macht mir echt Schwierigkeiten. Habt Ihr auch diese Probleme und wie geht Ihr damit um? Was hat sich in Eurem Leben verändert? Nur zur Info: ich bin 48 Jahre alt.
Ich freue mich auf Eure Antworten. Vielen Dank.
Viele Grüße
Naberchen
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huge88, Großraum Nürnberg/Fürth/Erlangen, Friday, 21.08.2015, 13:19 (vor 4013 Tagen) @ Naberchen
vor 3 Jahren hatte ich während meiner Mittagspause, in der ich spazieren gegangen bin, meinen ersten epileptischen Anfall und bin im Krankenwagen wieder zu mir gekommen.
...
Nun habe ich vor 6 Wochen einen zweiten Anfall erlitten
...
Mein Problem ist jetzt allerdings die Angst, die mich permanent begleitet. Ich mag kaum allein das Haus verlassen, fühle mich eigentlich nur in meiner Wohnung sicher. Der Weg zum Bus, ins Büro oder zum Einkaufen etc. macht mir echt Schwierigkeiten. Habt Ihr auch diese Probleme und wie geht Ihr damit um?
Hi!
Also was die Angst angeht: Es ist nix ungewöhnliches, erst einmal nach sowas verunsichert zu sein. Führe Dir einmal vor Augen, wie unwahrscheinlich es ist, dass Du schon ohne irgendwelche Medis einen Anfall hast. Wenn die Medis bei Dir anschlagen, geht das gegen 0.
Und selbst wenn was auf dem Weg passiert und Du stürzen würdest, wäre das nicht so schlimm. Gibt vielleicht ein paar unschöne Schrammen und das war's dann. Anfälle hören bei den meisten für gewöhnlich ja auch so von selbst wieder auf. Und zur Sicherheit für potentielle Ersthelfer und Ärzte, die Dich nicht kennen, einfach einen Zettel mit zwei, drei Infos bei Dir tragen (hab bei mir im Geldbeutel einen bei der Krankenkassenkarte, die einem sofort beim Aufklappen ins Auge springt und vorm Personalausweis ist).
Die Angst gibt sich für gewöhnlich von selbst und wenn nicht und es so schlimm wird, dass es einem das Leben einschränkt, sollte man sich professionelle Hilfe suchen.
Was hat sich in Eurem Leben verändert? Nur zur Info: ich bin 48 Jahre alt.
Vielleicht vornweg das Positive: Ich bin deutlich sportlicher geworden (hört sich blöd an, aber da ich in der Vergangenheit auf das Auto verzichten musste und noch lange danach freiwillig ausgesetzt habe, mach ich so gut wie alles mit dem Fahrrad). Am Anfang der Medikamenteneinstellung war ich eine Zeit lang abends stehend K.O. Leistungstechnisch hab ich aber keinen Nachteil. Hab bessere Noten als viele Kommilitonen, bin bald mit meinem Master fertig und bring es gleichzeitig fertig, einen Werkstudentenjob zu haben und ehrenamtlich im Sportverein tätig zu sein. Wegen der Medis trink ich keinen Alkohol (gibt wirklich gutes alkoholfreies Bier). Ich meide Schlafmangel (heißt aber nicht, dass ich nicht lange Feiern kann, aber halt nur, wenn ich ausgeschlafen bin und mich am nächsten Tag ordentlich ausschlafen kann). Hatte das Problem, dass meine erste Studiengangswahl suboptimal war und da dann 4 Semester quasi für die Katz waren und das Fach wechseln musste (aber wenn sich bei Dir durch den ersten Anfall noch nix arbeitstechnisch geändert hat, brauchst Du Dir da ja wohl eher keinen Kopf machen, nehme ich jetzt einmal an).
--
Das ist der Weisheit letzter Schluss:
Nur der verdient sich Freiheit wie das Leben,
Der täglich sie erobern muss.
Johann Wolfgang Goethe - Faust, der Tragödie zweiter Teil
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Naberchen, Saturday, 22.08.2015, 17:24 (vor 4012 Tagen) @ huge88
Lieber huge88,
vielen Dank für Deine Antwort. Hier kann ich viele gute Tipps finden, die mir sicher weiterhelfen werden. Dir alles Gute.
LG Naberchen
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Mr. Tom, Friday, 21.08.2015, 13:21 (vor 4013 Tagen) @ Naberchen
Liebe Forum-Teilnehmer,
vor 3 Jahren hatte ich während meiner Mittagspause, in der ich spazieren gegangen bin, meinen ersten epileptischen Anfall und bin im Krankenwagen wieder zu mir gekommen. Die Ärzte sind davon ausgegangen, dass es sich um eine einmalige Sache handelt. Nun habe ich vor 6 Wochen einen zweiten Anfall erlitten - während ich Auto gefahren bin. Zum Glück war kein Fußgänger oder Fahrradfahrer in der Nähe, so dass es glimpflich ausgegangen ist. Auch hier bin ich erst wieder im RTW wieder zu mir gekommen.Mein Neurologe hat mir nun Lamotrigin verschrieben und zusätzlich Rivotril, bis ich richtig eingestellt bin.
Mein Problem ist jetzt allerdings die Angst, die mich permanent begleitet. Ich mag kaum allein das Haus verlassen, fühle mich eigentlich nur in meiner Wohnung sicher. Der Weg zum Bus, ins Büro oder zum Einkaufen etc. macht mir echt Schwierigkeiten. Habt Ihr auch diese Probleme und wie geht Ihr damit um? Was hat sich in Eurem Leben verändert? Nur zur Info: ich bin 48 Jahre alt.
Ich freue mich auf Eure Antworten. Vielen Dank.
Viele Grüße
Naberchen
Hallo Naberchen,
sehr schade. Da denkt man, dass man nach drei Jahren (ist schon eine lange Zeit) Ruhe hat und dann ereilt es einen wieder. Und das ausgerechnet beim Auto fahen, wobei du Riesenglück im Unglück hattest.
Deine Angst ist vollkommen berechtigt. Meine fünf großen Anfälle hatte ich im Bett. Obwohl ich mir die reinsten Horrorszenarien einredete, ist mir draußen Gott sei Dank nie etwas passiert. Die kleinen Anfälle hatte ich im Haus. Gewisse Personen haben diese registriert und entsprechend dokumentiert, was mich sehr belastete. Aufgrund des seelischen Drucks kam es zwangsläufig in diesem Umfeld hin und wieder zu kleinen Anfällen.
Falls du deine Panik absolut nicht in den Griff bekommst, wird es am besten sein, wenn du möglichst nur in Begleitung nach draußen gehst. Dadurch besteht meines Erachtens die Möglichkeit, dass du nach einer gewissen Zeit Selbstsicherheit gewinnst und deine Angst überwindest.
Kennst du jemanden, der sich dazu bereit erklären könnte?
Gruß
Mr. Tom
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sandytimmy, Saturday, 22.08.2015, 14:05 (vor 4012 Tagen) @ Mr. Tom
dieser tip mit der begleitung ist unsinn. höchstens ganz kurz zu anfang bis man sich an den gedanken der anfälle gewöhnt hat.
bei solch einer geringen anfallsquote.
man soll sich nicht behinderter machen als man ist.
man kann als epileptiker ein völlig normales leben führen.
bis auf kleine einschränkungen
denk immer daran
behindert IST man nicht
behindert WIRD man
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Mr. Tom, Saturday, 22.08.2015, 14:23 (vor 4012 Tagen) @ sandytimmy
dieser tip mit der begleitung ist unsinn. höchstens ganz kurz zu anfang bis man sich an den gedanken der anfälle gewöhnt hat.
bei solch einer geringen anfallsquote.
man soll sich nicht behinderter machen als man ist.
man kann als epileptiker ein völlig normales leben führen.bis auf kleine einschränkungen
denk immer daran
behindert IST man nicht
behindert WIRD man
Dadurch besteht meines Erachtens die Möglichkeit, dass du nach einer gewissen Zeit Selbstsicherheit gewinnst und deine Angst überwindest.
Wir wollen doch nicht in Wortklaubereien verfallen.
Ja, das wissen wir alle. Einige Ärzte (speziell meine) sehen das leider anders.
Alles bekannt. Einschränkungen habe ich keine, werde jedoch so behandelt.
Denke immer daran: Ob ICH behindert bin, beurteile ICH und kein anderer (und erst recht kein Arzt).
PS: "Tipp" und nicht "Tip".
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huge88, Großraum Nürnberg/Fürth/Erlangen, Saturday, 22.08.2015, 14:22 (vor 4012 Tagen) @ Mr. Tom
Deine Angst ist vollkommen berechtigt.
Sie ist verständlich, aber berechtigt??? Ängste, die einen Lähmen und am Leben hindern, sind in meinen Augen so gut wie nie berechtigt. Man muss lernen, sie wieder in den Griff zu bekommen.
Falls du deine Panik absolut nicht in den Griff bekommst, wird es am besten sein, wenn du möglichst nur in Begleitung nach draußen gehst. Dadurch besteht meines Erachtens die Möglichkeit, dass du nach einer gewissen Zeit Selbstsicherheit gewinnst und deine Angst überwindest.
Stimme sandytimmy zu. Das bringt's höchstens temporär, wenn's gar nicht mehr anders geht (und das wäre dann der Zeitpunkt, an dem man sich ernsthaft über professionelle Hilfe Gedanken machen sollte, weil's dann eher in Richtung einer Angststörung geht). Ansonsten bringt man sich damit nur in ein Abhängigkeitsverhältnis, mit dem man sich selbst einschränkt.
--
Das ist der Weisheit letzter Schluss:
Nur der verdient sich Freiheit wie das Leben,
Der täglich sie erobern muss.
Johann Wolfgang Goethe - Faust, der Tragödie zweiter Teil
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Mr. Tom, Saturday, 22.08.2015, 14:57 (vor 4012 Tagen) @
huge88
bearbeitet von Mr. Tom, Saturday, 22.08.2015, 15:36
Deine Angst ist vollkommen berechtigt.
Sie ist verständlich, aber berechtigt??? Ängste, die einen Lähmen und am Leben hindern, sind in meinen Augen so gut wie nie berechtigt. Man muss lernen, sie wieder in den Griff zu bekommen.
Falls du deine Panik absolut nicht in den Griff bekommst, wird es am besten sein, wenn du möglichst nur in Begleitung nach draußen gehst. Dadurch besteht meines Erachtens die Möglichkeit, dass du nach einer gewissen Zeit Selbstsicherheit gewinnst und deine Angst überwindest.
Stimme sandytimmy zu. Das bringt's höchstens temporär, wenn's gar nicht mehr anders geht (und das wäre dann der Zeitpunkt, an dem man sich ernsthaft über professionelle Hilfe Gedanken machen sollte, weil's dann eher in Richtung einer Angststörung geht). Ansonsten bringt man sich damit nur in ein Abhängigkeitsverhältnis, mit dem man sich selbst einschränkt.
Verständlich statt berechtigt.
Temporär statt gewisse Zeit.
Wennste meinst.
Zur "professionellen" Hilfe: Mir wurden seitens einer Psychologin (die sind hier sicherlich gemeint) Suizidgedanken unterstellt und sie wollte mich in eine Nervenheilanstalt einweisen. Der Fall war ähnlich.
Psycholügen verdienen an ihren Patienten ein Schweinegeld und bringen tun sie nichts. Ich kenne niemanden aus meinem Verwandten- und Bekanntenkreis, der glücklich mit denen geworden ist. Das komplette Gegenteil war der Fall. Wer da hingehen möchte/will: bitte schön. Ich habe von diesen Damen und Herren mehr als genug.
Lange Wartezeit. Nutzen null. Meines Erachtens pure Zeitverschwendung.
PS: Wer Rechtschreibfehler findet, darf sie behalten.
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huge88, Großraum Nürnberg/Fürth/Erlangen, Saturday, 22.08.2015, 16:21 (vor 4012 Tagen) @ Mr. Tom
Psycholügen verdienen an ihren Patienten ein Schweinegeld und bringen tun sie nichts. Ich kenne niemanden aus meinem Verwandten- und Bekanntenkreis, der glücklich mit denen geworden ist.
Kann ich nur das Gegenteil aus meinem Bekanntenkreis erzählen (manische Depression). Der kommt inzwischen sogar wieder ohne Medis aus.
--
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Mr. Tom, Saturday, 22.08.2015, 16:42 (vor 4012 Tagen) @ huge88
So macht jeder seine eigenen Erfahrungen.
Dem einen hilft es, dem anderen schadet es. Habe es damals nach der ersten Sitzung abgebrochen und mich nicht weiter umgeschaut.
War im Nachhinein auch besser so. Wer weiß, was noch alles gekommen wäre.
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sandytimmy, Saturday, 22.08.2015, 23:22 (vor 4011 Tagen) @ Mr. Tom
Wenn Psychologen nicht wirken würden, würden die gesetzlichen Krankenkassen die Therapie nicht übernehmen.
Die übernehmen nur Dinge wo eine Wirkung in Studien bewiesen wurde.
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Mr. Tom, Sunday, 23.08.2015, 12:14 (vor 4011 Tagen) @ sandytimmy
Wenn Psychologen nicht wirken würden, würden die gesetzlichen Krankenkassen die Therapie nicht übernehmen.
Die übernehmen nur Dinge wo eine Wirkung in Studien bewiesen wurde.
Verallgemeinern wollte ich nicht, sondern einzelne Erfahrungen schildern, die meine Verwandten/Bekannten und ich mit Psychologen gemacht haben.
Es steht außer Frage, dass diese vielen anderen Menschen sehr weitergeholfen haben.
Ist wie immer im Leben: Dem einen nützt es etwas, dem anderen nicht.
Leider war dies bei einigen Personen (mich eingeschlossen) nicht der Fall, so dass man die Behandlung beendete, weil es schlichtweg keinen Zweck hatte.
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huge88, Großraum Nürnberg/Fürth/Erlangen, Sunday, 23.08.2015, 12:48 (vor 4011 Tagen) @ Mr. Tom
Leider war dies bei einigen Personen (mich eingeschlossen) nicht der Fall, so dass man die Behandlung beendete, weil es schlichtweg keinen Zweck hatte.
Du hast doch in einem anderen Thread geschrieben:
Habe es damals nach der ersten Sitzung abgebrochen und mich nicht weiter umgeschaut.
Woher willst Du aus der Erfahrung von der einen persönlichen Sitzung so sicher wissen, dass es bei Dir nix gebracht hätte? Ich mein da warst Du ja dann noch in der Phase, nach einem Psychologen, mit dem Du zusammenarbeiten kannst, zu suchen. Mit jemand anderes hätte das gleich ganz anders bei Dir aussehen können.
Ich kann jeden verstehen, der persönlich negative Erfahrungen mit Ärzten gemacht hat, dass er frustriert ist. Aber ich find's schon ein bisschen harten Tobak, dann nach dem bisschen gleich mit Worten wie "Psycholügen" zu pauschalisieren und am Ende vielleicht sogar damit Leuten, die diese Hilfe brauchen, Angst vor den Ärzten zu machen.
--
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Mr. Tom, Sunday, 23.08.2015, 15:16 (vor 4011 Tagen) @
huge88
bearbeitet von Mr. Tom, Sunday, 23.08.2015, 16:36
Leider war dies bei einigen Personen (mich eingeschlossen) nicht der Fall, so dass man die Behandlung beendete, weil es schlichtweg keinen Zweck hatte.
Du hast doch in einem anderen Thread geschrieben:
Habe es damals nach der ersten Sitzung abgebrochen und mich nicht weiter umgeschaut.
Woher willst Du aus der Erfahrung von der einen persönlichen Sitzung so sicher wissen, dass es bei Dir nix gebracht hätte? Ich mein da warst Du ja dann noch in der Phase, nach einem Psychologen, mit dem Du zusammenarbeiten kannst, zu suchen. Mit jemand anderes hätte das gleich ganz anders bei Dir aussehen können.Ich kann jeden verstehen, der persönlich negative Erfahrungen mit Ärzten gemacht hat, dass er frustriert ist. Aber ich find's schon ein bisschen harten Tobak, dann nach dem bisschen gleich mit Worten wie "Psycholügen" zu pauschalisieren und am Ende vielleicht sogar damit Leuten, die diese Hilfe brauchen, Angst vor den Ärzten zu machen.
Natürlich hätte es bei einem anderen Psychologen besser laufen können. Nach dem Besuch sah ich aber auch partout keine Veranlassung mehr dazu, da es nach einigen Überlegungen meinerseits überflüssig war (egal bei wem). Warum soll ich dann weitere Psychologen aufsuchen? Ich nehme anderen Leuten, die Hilfe brauchen, lediglich den Platz weg und koste der Solidargemeinschaft (Krankenkasse) nur unnütz Geld. ISDN (ist so etwas denn nötig)?
Wohl ganz klar nein.
Harter Tobak? Ja, auf die Psychologin traf das voll zu.
Neurologe kopfschüttelnd und lachend:"Sie und Selbstmordgedanken? Nun wirklich nicht."
Angst mache ich hier überhaupt keinem. Nochmals: Wer dahin gehen möchte, möge das unabhängig von irgendwelchen anderen Ansichten tun. Jeder muss wissen, was er/sie für richtig hält. Es lässt sich ebenso trefflich darüber streiten, ob "Psycholüge" abwertend ist (Humor liegt eben im Auge des Betrachters). In einem anderen Webboard (es ging nicht um Epilepsie) war von "Neurolügen" die Rede.
Wenn es dort bleibt, kann ich darüber mehr als schmunzeln und ist für mich kein Grund, deshalb einen großen Bogen um sie zu machen. Keine Sorge. Persönlich sage ich es der Berufsgruppe nicht.
Ängste
Green, Friday, 21.08.2015, 18:33 (vor 4012 Tagen) @ Naberchen
Hallo
www.moses-schulung.de könnte interesant für Dich sein.
Oder Kontakt zu Selbsthilfegruppen.
Gruss Green
Ängste
mezeg, München, Friday, 21.08.2015, 21:22 (vor 4012 Tagen) @ Naberchen
Hallo Naberchen,
Mußte mich mit Epilepsie erst im hohen Alter befassen. Meningeom und nun die von de OP hinterlassene Narbe, 3 GM-Anfälle, immer "drinnen". Wurde auf Lamotrigin eingestellt und war seit fast vier Jahren GM-frei. Hat mich aber im Juli wieder erwischt und zum ersten Mal "draußen" auf dem Fahrrad während ich die Tour sogar selbst leitete. Wachte wieder im KKH. Hat mich ganz nach unten gezogen.
Und auch eben die Angst: Was passiert, wenn es draußen? Nicht mehr alleine rausgehen?
Dann rational die Folgen überlegen und Gegenmittel möglichst vorbereiten. Einen Zettel mit kurzer Diagnose, Telefonnummer von Tochter und Nichte im Porte-monnaie, wie von Huge empfohlen. Aber nicht so gut gedacht wie er: Der Zettel ist zwar sichtbar aber in einer Nebenfalte. Ich werde ihn nun zur Gesundheitskarte stellen, vielleicht vorsorglich in jeder Tasche einen entsprenchenden Zettel stecken, danke Huge! Ach ja, zweisprachig auch noch.
Die Scheckkarte nehme ich nur, wenn ich sie wirklich brauche. Geld immer wenig - Schützt außerdem vor zu schnellem und unnötigem Kauf
.
Handy auf Prepaid umgestellt. Wird es gestohlen, kann der Übeltäter bestimmt nicht nach L.A. anrufen. iPhone habe ich nicht.
Auto fahren steht für mich nicht auf dem Programm, nie den Führerschein gemacht. Auf das Fahrrad will ich aber nicht verzichten. Ist für mich Lebensqualität. Aber immer mit Helm - mache ich sowieso seit fast 20 Jahren. Aber nur wenn ich wirklich Lust dazu habe, auf verkehrsvernünftigen Wegen. Ich war mit starrem Blick aber selbständig vom Rad abgestiegen, in der kleinen Gruppe gab es eine nette effiziente Freundin, also konnte ich mir den Anfall "leisten". War wohl eine Reaktion auf einen fremdverschuldeten Sturz am Vortag.
Inzwischen fühle ich mich wieder "leichter" und fahre wie üblich. War auch alleine in einem See schwimmen (Pfui! Bitte mich nicht beim Neurologen verraten!!
)
Geradelt bin ich seit einem Monat an die 800 km (kein Tippfehler!).
Und wieder einen Anfall "draußen"? Schließlich gibt es auch Leute, die wegen Herzproblemen, Unterzucker, Schlaganfall oder wer weiß was, gar Alkohol, bewußtlos zum Boden fallen.
Deine jetzige Angst - oder gar Panik - verstehe ich sehr wohl. Aber überlege ein paar Vorsorgemaßnahmen, vermeide vermeidbare Risiken und kehre zum normalen Leben zurück.
Alles Gute
mezeg
P.S. addiere 20 Jahren zu Deinem Alter und dann sind wir beisammen
Ängste
Mr. Tom, Friday, 21.08.2015, 23:05 (vor 4012 Tagen) @
mezeg
bearbeitet von Mr. Tom, Friday, 21.08.2015, 23:10
Hallo Naberchen,
Mußte mich mit Epilepsie erst im hohen Alter befassen. Meningeom und nun die von de OP hinterlassene Narbe, 3 GM-Anfälle, immer "drinnen". Wurde auf Lamotrigin eingestellt und war seit fast vier Jahren GM-frei. Hat mich aber im Juli wieder erwischt und zum ersten Mal "draußen" auf dem Fahrrad während ich die Tour sogar selbst leitete. Wachte wieder im KKH. Hat mich ganz nach unten gezogen.
Und auch eben die Angst: Was passiert, wenn es draußen? Nicht mehr alleine rausgehen?
Dann rational die Folgen überlegen und Gegenmittel möglichst vorbereiten. Einen Zettel mit kurzer Diagnose, Telefonnummer von Tochter und Nichte im Porte-monnaie, wie von Huge empfohlen. Aber nicht so gut gedacht wie er: Der Zettel ist zwar sichtbar aber in einer Nebenfalte. Ich werde ihn nun zur Gesundheitskarte stellen, vielleicht vorsorglich in jeder Tasche einen entsprenchenden Zettel stecken, danke Huge! Ach ja, zweisprachig auch noch.
Die Scheckkarte nehme ich nur, wenn ich sie wirklich brauche. Geld immer wenig - Schützt außerdem vor zu schnellem und unnötigem Kauf
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.
Handy auf Prepaid umgestellt. Wird es gestohlen, kann der Übeltäter bestimmt nicht nach L.A. anrufen. iPhone habe ich nicht.
Auto fahren steht für mich nicht auf dem Programm, nie den Führerschein gemacht. Auf das Fahrrad will ich aber nicht verzichten. Ist für mich Lebensqualität. Aber immer mit Helm - mache ich sowieso seit fast 20 Jahren. Aber nur wenn ich wirklich Lust dazu habe, auf verkehrsvernünftigen Wegen. Ich war mit starrem Blick aber selbständig vom Rad abgestiegen, in der kleinen Gruppe gab es eine nette effiziente Freundin, also konnte ich mir den Anfall "leisten". War wohl eine Reaktion auf einen fremdverschuldeten Sturz am Vortag.
Inzwischen fühle ich mich wieder "leichter" und fahre wie üblich. War auch alleine in einem See schwimmen (Pfui! Bitte mich nicht beim Neurologen verraten!!
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)
Geradelt bin ich seit einem Monat an die 800 km (kein Tippfehler!).Und wieder einen Anfall "draußen"? Schließlich gibt es auch Leute, die wegen Herzproblemen, Unterzucker, Schlaganfall oder wer weiß was, gar Alkohol, bewußtlos zum Boden fallen.
Deine jetzige Angst - oder gar Panik - verstehe ich sehr wohl. Aber überlege ein paar Vorsorgemaßnahmen, vermeide vermeidbare Risiken und kehre zum normalen Leben zurück.
Alles Gute
mezeg
P.S. addiere 20 Jahren zu Deinem Alter und dann sind wir beisammen
Lässt du dir von diesem Herrn etwa vorschreiben, was du zu tun und zu lassen hast?
Außer Auto fahren wurde alles so gemacht wie vorher:
Schwimmen gehen ins Wellenbad, Rutschen, vom Dreier springen, Tauchen, usw.
Selbst wenn er wusste, was ich in meiner Freizeit unternahm: Der konnte mich mal kreuzweise.
Gruß
Mr. Tom
Ängste
mezeg, München, Saturday, 22.08.2015, 11:05 (vor 4012 Tagen) @ Mr. Tom
Lässt du dir von diesem Herrn etwa vorschreiben, was du zu tun und zu lassen hast?
Außer Auto fahren wurde alles so gemacht wie vorher:
Schwimmen gehen ins Wellenbad, Rutschen, vom Dreier springen, Tauchen, usw.
Selbst wenn er wusste, was ich in meiner Freizeit unternahm: Der konnte mich mal kreuzweise.![]()
Meine Bemerkung war fröhlich-amüsiert. Er hat mich über die Gefahr beim Schwimmen, beim Sturz in eine Wasserlache oder gar in der Badewanne gewarnt, das ist sein Job! Es war außerdem beim ersten Gespräch, als die Ursache für die Epilepsie noch nicht bekannt war, nur der Verdacht.
"Verboten" hat er mir sowieso nie etwas. Nicht einmal, als ich für eine undefinierte Weile auf der Hälfte der von ihm verschriebenen Dosis bleiben wollte. Nur sein Bedenken ausgedrückt, gleichwohl gesagt: "Wenn innerhalb sechs Monate keine Anfälle mehr kommen, ist es für Sie die richtige Dosis!" Und nicht triumphiert, als ich ihm nach zwei GM-Anfällen doch recht geben mußte.
Mir ist sehr wohl klar beim Schwimmen ein gewißes Risiko einzugehen. Besonders weil ich lieber in der "freien Welt" schwimme: See oder noch lieber im Meer. Dies auch noch besonders weit. Auch "vorher" ging ich auch schon ein Risiko ein. Allerdings mit persönlichem "Sicherheitssystem": nur wenn das Wasser ruhig und (einigerwassen) warm genug ist und ich wirklich Lust dazu habe. Irgendwann denke ich "Wie weit bin ich eigentlich vom Ufer?" und drehe mich zum Abschätzen um. Dann ist der Zauber irgendwie nicht mehr da und ich kehre kurz danach zurück, immer mit einer anständigen Kraftreserve.
Sollte ich trotzdem "definitiv" untergehen, wäre es nicht tragisch. Die Jüngste bin ich nicht und ich würde mir das Alzheimer meiner Mutter ersparen.
Der erste Neurologe hat leider gewechselt. Der Neuer reizte mich beim ersten Gespräch, weil er mich partout untersuchen wollte und von einer Erhöhung der Dosis gleich sprach. Habe ich widersprochen. Nach dem unerwarteten Anfall im Juli habe ich ihn auf Anweisung des KKH aufgesucht und alles berichtet. Auch über meine Entscheidung zuerst abzuwarten und sollte es doch wiedervorkommen die Dosis unsymmetrisch selbständig zu erhöhen. Dies nach dem Schema des Fachepileptologen, der ich vor drei Jahren aufgesucht hatte. Es scheint ihn amüsiert zu haben zu sehen, daß ich eine Strategie bereits geplant hatte.
Ich versuche keineswegs Ärzte zu erziehen. Gebe denen möglichst klare und ausführliche Informationen über das Problem, sowie meine Abschätzung / Einstellung darüber. Dann wird auf Augenhöhe an die Lösung gearbeitet. Geht selten schief.
mezeg
Ängste
Mr. Tom, Saturday, 22.08.2015, 11:53 (vor 4012 Tagen) @
mezeg
bearbeitet von Mr. Tom, Saturday, 22.08.2015, 13:48
Lässt du dir von diesem Herrn etwa vorschreiben, was du zu tun und zu lassen hast?
Außer Auto fahren wurde alles so gemacht wie vorher:
Schwimmen gehen ins Wellenbad, Rutschen, vom Dreier springen, Tauchen, usw.
Selbst wenn er wusste, was ich in meiner Freizeit unternahm: Der konnte mich mal kreuzweise.![]()
Meine Bemerkung war fröhlich-amüsiert. Er hat mich über die Gefahr beim Schwimmen, beim Sturz in eine Wasserlache oder gar in der Badewanne gewarnt, das ist sein Job! Es war außerdem beim ersten Gespräch, als die Ursache für die Epilepsie noch nicht bekannt war, nur der Verdacht.
"Verboten" hat er mir sowieso nie etwas. Nicht einmal, als ich für eine undefinierte Weile auf der Hälfte der von ihm verschriebenen Dosis bleiben wollte. Nur sein Bedenken ausgedrückt, gleichwohl gesagt: "Wenn innerhalb sechs Monate keine Anfälle mehr kommen, ist es für Sie die richtige Dosis!" Und nicht triumphiert, als ich ihm nach zwei GM-Anfällen doch recht geben mußte.
Mir ist sehr wohl klar beim Schwimmen ein gewißes Risiko einzugehen. Besonders weil ich lieber in der "freien Welt" schwimme: See oder noch lieber im Meer. Dies auch noch besonders weit. Auch "vorher" ging ich auch schon ein Risiko ein. Allerdings mit persönlichem "Sicherheitssystem": nur wenn das Wasser ruhig und (einigerwassen) warm genug ist und ich wirklich Lust dazu habe. Irgendwann denke ich "Wie weit bin ich eigentlich vom Ufer?" und drehe mich zum Abschätzen um. Dann ist der Zauber irgendwie nicht mehr da und ich kehre kurz danach zurück, immer mit einer anständigen Kraftreserve.
Sollte ich trotzdem "definitiv" untergehen, wäre es nicht tragisch. Die Jüngste bin ich nicht und ich würde mir das Alzheimer meiner Mutter ersparen.
Der erste Neurologe hat leider gewechselt. Der Neuer reizte mich beim ersten Gespräch, weil er mich partout untersuchen wollte und von einer Erhöhung der Dosis gleich sprach. Habe ich widersprochen. Nach dem unerwarteten Anfall im Juli habe ich ihn auf Anweisung des KKH aufgesucht und alles berichtet. Auch über meine Entscheidung zuerst abzuwarten und sollte es doch wiedervorkommen die Dosis unsymmetrisch selbständig zu erhöhen. Dies nach dem Schema des Fachepileptologen, der ich vor drei Jahren aufgesucht hatte. Es scheint ihn amüsiert zu haben zu sehen, daß ich eine Strategie bereits geplant hatte.
Ich versuche keineswegs Ärzte zu erziehen. Gebe denen möglichst klare und ausführliche Informationen über das Problem, sowie meine Abschätzung / Einstellung darüber. Dann wird auf Augenhöhe an die Lösung gearbeitet. Geht selten schief.
mezeg
Hallo mezeg,
ich habe da schon Ironie herausgehört.
Aufklärung ist in Ordnung, aber manche Ärzte übertreiben es maßlos. Das ist bei mir leider so. Man hält mir immer wieder vor Augen, was etliche Jahre zurückliegt. Irgendwann kann man es einfach nicht mehr hören. Bin berets am überlegen, mir das nur noch einmal im Jahr anzutun. Bis dato bin ich alle drei Monate hingegangen. Meines Erachtens kann ich mir das schenken.
Gruß und ein schönes Wochenende
Mr. Tom
Ängste
keki, Saturday, 22.08.2015, 16:18 (vor 4012 Tagen) @ Mr. Tom
Es tut mir Leid, dass so Sch...-Erfahrungen mit Ärzten machen musstest. Ich hatte auch eine Neurologin, die grottendoof war, aber die musste ich ja nicht für immer behalten. (Und es gab 2 absolut blöde Orthopäden, aber das gehört nicht hier hin.) Du solltest aber nicht alle Ärzte in einen Topf werfen, das ist unfair. Mein jetziger Neurologe ist total nett, aber er schreibt mir auch nichts vor, sondern macht mir Vorschläge. Da ich ihm vertraue, kann ich das auch so annehmen. Er hat mir auch zu einer Psychotherapie geraten, und ich bin froh, dass ich seinen Rat angenommen habe. Meine Therapeutin ist echt nett und versucht grade, mich von Gedanken, die mich fertig machen, zu befreien. Klar, das passt nicht für jeden, aber mir tuts gut. Ich hatte zwar Glück bei meinen Ärzten, habe aber auch so lange gesucht, bis es passte und ich mich wohlfühlen konnte.
Ängste
Mr. Tom, Saturday, 22.08.2015, 16:34 (vor 4012 Tagen) @ keki
Hallo,
richtig, es ist unfair, sie alle in einen Topf zu werfen.
Darum schrieb ich ja "manche Ärzte".
Der Ist-Zustand zählt nicht, sondern immer nur das, was war.
War bei drei Ärzten der Fall. Wenn ich den aus der Neurologie im Krankenhaus mitzähle sind es schon vier.
Vielleicht kramt der fünfte nicht permanent in der Vergangenheit herum.
Gruß
Mr. Tom