Forschung über Neuronen

mezeg, München, Friday, 19.02.2016, 10:35 (vor 3831 Tagen)

Hallo,

lese regelmässig die Internet-Ausgabe der Zeitung aus meiner Heimat und fand heute einen hoch interessanten Artikel. Eine Forscherin, die den Preis von der Fondation L'Oréal-Unesco dieses Jahr für ihre Forschung bekommen hat. Hoch interesant für mich, weil Zukunftsperspektiven für Alzheimer- (meine Mutter) und Parkinson- (meinen Großvater, Neuropsychiater)-Patienten wäre.

Dazu der Satz:

"Nos recherches pourraient soigner l’épilepsie qui est un problème de neurones mal connectés."

"Die Forschung könnte Epilepsie behandeln, ein Problem untereinander schlecht geschalteter Neuronen."

***************

eine "vorsichtige" Übersetzung :

Die Neurogenese beginnt beim Foetus. Von Neuronen kann nach einem Monat Schwangerschaft gesprochen werden. Der Körper baut sie bis zur Adoleszenz.

In der Flüssigkeit im Hirn und Rückenmark gibt es Vorneuronen, die den Neuronen Befehle geben, sich zu diffenrenzieren.

Die Forscherin hofft, dass die Injektion solcher Molekulen in den Organismus eines Patienten die Produktion von Neuronen stimulieren kann. Weniger invasiv als die aktuellen Methoden.

Die Generierung von Neuronen zu meistern ist der Schlüssel zur Behandlung Alzheimer- und Parkinson-Patienten.

Die Forschung könnte Epilepsie behandeln, ein Problem untereinander schlecht geschalteter Neuronen.

*******************
Zusammenfassung des Original-Texts:

La neurogénèse commence à la période foetale. On peut parler de neurones après la période d’un mois, le corps en produit jusqu’à l’adolescence.

Le liquide céphalo-rachidien a des préneurones qui donnent aux neurones l’ordre de se différencier en neurones.

Florie Reynaud espère qu’un jour la réinjection de ces molécules dans l’organisme d’un patient pourra restimuler la production de neurones. Moins invasive que les procédés actuels.

Maîtriser la génération des neurones est la clé pour soigner des patients atteints d’Alzheimer ou de Parkinson.

Nos recherches pourraient soigner l’épilepsie qui est un problème de neurones mal connectés.

Link - leider nur französisch...

http://www.ouest-france.fr/leditiondusoir/data/682/ ** zu langes Wort ** reader/reader.html?t=1455821026150#!preferred/1/package/682/pub/683/page/5

(zweiter Beitrag)

mezeg

Forschung über Neuronen

huge88, Großraum Nürnberg/Fürth/Erlangen, Friday, 19.02.2016, 20:33 (vor 3830 Tagen) @ mezeg

Bin was die Richtung der Forschung angeht offen gesprochen etwas skeptisch, wie viel das wirklich bei Epilepsien helfen kann, weil die Erklärung "schlecht geschalteter Neuronen" doch die Fülle der möglichen Ursachen für Epilepsie etwas vernachlässigt und noch nicht einmal direkt das Problem der "schlechten Schaltung" addressiert.
In meinen Augen wäre bei einer schlechten Verschaltung die zentrale Frage die danach, wie ich die Neuronen dazu bringe, sich wieder richtig zu verdrahten. Die reine Produktion von neuen Neuronen sagt noch nicht, dass der Fehler repariert wird - oder technisch gesprochen: Wenn ich einen Fehlerstrom im Schaltkreis habe und mir der FI rausfliegt, bringt es mir nicht viel, einfach nur neue Bauelemente hinzuzufügen.

Als Behandlungsansatz für Parkinson kann ich mir das gut vorstellen. Da sterben schließlich tatsächlich bestimmte Neuronen ab.

--
Das ist der Weisheit letzter Schluss:
Nur der verdient sich Freiheit wie das Leben,
Der täglich sie erobern muss.
Johann Wolfgang Goethe - Faust, der Tragödie zweiter Teil

Forschung über Neuronen

mezeg, München, Sunday, 21.02.2016, 10:29 (vor 3829 Tagen) @ huge88

Bin was die Richtung der Forschung angeht offen gesprochen etwas skeptisch, wie viel das wirklich bei Epilepsien helfen kann, weil die Erklärung "schlecht geschalteter Neuronen" doch die Fülle der möglichen Ursachen für Epilepsie etwas vernachlässigt und noch nicht einmal direkt das Problem der "schlechten Schaltung" addressiert.
In meinen Augen wäre bei einer schlechten Verschaltung die zentrale Frage die danach, wie ich die Neuronen dazu bringe, sich wieder richtig zu verdrahten. Die reine Produktion von neuen Neuronen sagt noch nicht, dass der Fehler repariert wird - oder technisch gesprochen: Wenn ich einen Fehlerstrom im Schaltkreis habe und mir der FI rausfliegt, bringt es mir nicht viel, einfach nur neue Bauelemente hinzuzufügen.

Als Behandlungsansatz für Parkinson kann ich mir das gut vorstellen. Da sterben schließlich tatsächlich bestimmte Neuronen ab.

den Beitrag habe ich mit Interesse gelesen, mir ging es besonders um Alzheimer und Parkinson. Den Hinweis auf Epilepsie hat mich auch angetan. Auch wenn es mir klar ist, daß die Forschung nie so weit sein wird, bevor ich meinen Taufschein verschluckt habe. (franz. Ausdruck...)

Ich habe es nur als Kurfassung zitiert, es war natürlich keine Behauptung: Es wird für Epilepsie funktionieren, sondern ein Conditionnel à la "vielleicht, eventuell, irgendwann".

Und wenn die Zeitung echt zuverlässig und seriös ist, es handelt sich natürlich nicht um die offizielle Veröffentlichung einer Etappe der Forschung.

Dein Kommentar ist für mich genauso vom Interesse wie der Artikel selbst. Verschiedene Meinungen über ein gleiches Thema sind mir wichtig. Die Wahrheit betrachte ich sowieso als einen Diamant: Es ist unmöglich alle Fazetten gleichzeitig zu sehen. Jeder sieht welche, manchmal auch ein Teil der Sicht von Anderen. Je mehr man mehrere Fazetteb sieht, ahnt, interpretiert, assoziert etc, je näher kommt man an die Wahrheit. Ob jemand sie je vollständig begreift, bezweifle ich.

mezeg

P.S. was bedeutet "FI"?

Forschung über Neuronen

sandytimmy, Sunday, 21.02.2016, 11:21 (vor 3829 Tagen) @ huge88

Mich ließ das auch sehr skeptisch zurück
Ich denk eher was soll die Medizin aus dieser info lernen

Ganz plump gefragt
Sollen wir werdendes leben "melken" , also die neuroflüssigkeit abnehmen, z.b. Mit spritzen um das Leuten zu injizieren die an Alzheimer erkrankt sind , also ihr Leben schon gelebt haben,
Statistisch stirbt ein demente sieben Jahre nach der Diagnose, soll man einen Fötus melken damit der demente sich zwei, drei Jahre länger quält.

Ist wirklich plump geschrieben, weis ich , ist aber die Wirklichkeit . Habe das bei meiner schwiegeroma beobachtet. Der tot ist eine Erlösung bei schwerster Demenz

Forschung über Neuronen

keki, Sunday, 21.02.2016, 13:43 (vor 3829 Tagen) @ sandytimmy

sandytimmy, deine Ansicht macht mich sprachlos. Ich arbeite mit Menschen mit Demenz und kann dir sagen, es trifft nicht nur alte Leute, die ihr Leben gelebt haben. Unsere jüngste Bewohnerin ist 51 Jahre alt. Und deine Vorstellung von Zellgewinnung ist etwas Hollywood-mäßig. Zellen kann man mittlerweise auch anders züchten!

Forschung über Neuronen

huge88, Großraum Nürnberg/Fürth/Erlangen, Sunday, 21.02.2016, 18:59 (vor 3828 Tagen) @ keki

Ich arbeite mit Menschen mit Demenz und kann dir sagen, es trifft nicht nur alte Leute, die ihr Leben gelebt haben. Unsere jüngste Bewohnerin ist 51 Jahre alt.

Definitiv. Demenz gibt es in unterschiedlichsten Ausprägungen mit vielen verschiedenen Ursachen. Die bekannteste Ursache, die wir kennen, ist Alzheimer, aber die macht glaub ich nur etwas mehr als die Hälfte aus.

Zellen kann man mittlerweise auch anders züchten!

Stimmt, z.B. mit Bioreaktoren, wie sie bei der Herstellung von einigen Impfstoffen verwendet werden.

--
Das ist der Weisheit letzter Schluss:
Nur der verdient sich Freiheit wie das Leben,
Der täglich sie erobern muss.
Johann Wolfgang Goethe - Faust, der Tragödie zweiter Teil

Forschung über Neuronen

stepl, Saturday, 20.02.2016, 22:17 (vor 3829 Tagen) @ mezeg

In manchen kann ich mich Hugo88 anschließen

Ich beschäftige mich mehr mit dem Gedächtnis. Das Gedächtnis ist nur ein Teil des Gehirns.
Mit dem Kurzzeitgedächtnis, dem Langzeitgedächtnis und dem semantischen Gedächtnis. Sie spielen eine Rolle im sprechen Lernen. Auch spielen sie eine Rolle damit, dass das Gehirn fitt bleibt. Die Aktivitäten des Gehirns in der Kommunikation.

Semantismus hängt irgendwie mit der Bedeutungslehre zusammen. Hier liegt irgendwie mein Problem Im Rechen war ich eigentlich gut. Ich Chemie hatte ich Probleme. Der Zusammenhang zwischen den chemischen Zeichen und dem Element. Wenn ich das Element nicht weiter kannte, vergaß ich es wieder.
Wasserstoff, Sauerstoff, Kupfer, Blei, Eisen und noch einige wenige kannte ich. Hier hatte ich keine Probleme.
Wörter wie Namen, Fakten, Daten kann ich mir nicht merken. Das Wort nicht merken, ohne die Bedeutung des Wortes zu kennen.

Das Problem, dem anderen mündlich folgen zu können.
Wenn ich lesen, kann ich selbst bestimmen, wie schnell ich lese.

Zum Gehirn gehören noch eine ganze Reihe von Körperfunktionen.
Demenz: Man hat festgestellt, das oft eingespielte motorisch Funktionen weiterlaufen. Das es eine sogenannte semantische Demenz gibt.

gruss stepl