Keppra ODER Levetiracetam - Nebenwirkungen

Selina95, Saturday, 20.02.2016, 10:04 (vor 3830 Tagen)

Hallo,

ich bin Selina (20) und das allererste Mal hier.
Vor5 Monaten bekam ich nach einem erstmaligen Krampfanfall die Diagnose Hirntumor. Dieser konnte innerhalb weniger Tage nach der Diagnose vollständig entfernt werden und stellte sich als gutartig heraus. Im Krankenhaus habe ich das Original-Keppra genommen, mit dem ich super zurecht kam.

Als ich nach Hause gekommen bin, hat mir der Neurologe, den ich dann aufgesucht habe, Levetiracetam verschrieben, da vorsorglich weitere Krampfanfälle durch die Narbe im Kopf verhindert werden sollen.
Mit der ersten Firma UCB bin ich noch zurecht gekommen, bis auf die anfängliche Dauermüdigkeit kein Problem.

Die nächste Firma war dann Zentiva und die Probleme fingen an.
Die letzten Wochen habe ich verstärkt Nebenwirkungen bemerkt. Hauptsächlich die Dauermüdigkeit/Schläfrigkeit, Konzentrationsschwierigeiten und damit einhergehende Schwächeanfälle. Mir geht es immer so, als müsste ich jetzt gleich sofort (egal wo ich bin) schlafen. Weiterhin ist mein Kreislauf schlechter geworden und Stimmungsschwankungen sind hinzu gekommen gekoppelt mit Motivationslosigkeit/Apathie und z. T. Aggressivität.

Nun musste ich vor zwei Monaten noch eine Knie-OP hinter mich bringen und habe, seit die Krücken weg sind, durch meine ambulante Physio wieder verstärkt Bewegung und Aktivität in meinem Leben. Seitdem bin ich nur noch schlapp, kaputt und müde.
Vor 5 Monaten habe ich noch 6x die Woche Sport gemacht und kannte mich so "schwach" überhaupt nicht.
Vorgestern wurde ich sogar mit einem Kreislaufzusammenbruch ins Krankenhaus geliefert. Für mich fühlte es sich aber identisch zum ersten Krampfanfall an, nur dass es nicht zum Krampf kam.

Kann das alles mit meinen Medikamenten zusammenhängen? Am Anfang ging es mir ja noch einigermaßen gut und seit einigen Wochen nicht mehr. Ich erkenne mich zum Teil nicht wieder.
Nun hat mir die Apotheke das nächste Levi von der Firma "biomo pharma" heraus gegeben. Wie es mir damit geht, kann ich noch nicht beurteilen, weil ich es erst seit heute nehme.

Ist der Firmen-Wechsel vielleicht verantwortlich für die ganzen Nebenwirkungen und meine Schwächeanfälle?

Ich bin neu in der ganzen Angelegenheit und würde mich über Erfahrungsberichte oder Tipps sehr freuen!

Liebe Grüße und alles Gute für alle hier,

Selina

Keppra ODER Levetiracetam - Nebenwirkungen

mezeg, München, Saturday, 20.02.2016, 11:17 (vor 3830 Tagen) @ Selina95

Hallo Selina,

willkommen hier.

Vorab: über Nebenwirkungen haben wir nicht allzu tief zu berichten. Dafür ist der Arzt zuständig und das sind wir nicht!

Keppra und Levetiracetam haben die gleiche Komponente, das weißt Du schon, nehme ich an. Daß es bei gleichem Medikament Unterschiede in den Nebenwirkungen geben kann, ist bekannt. Der Arzt kann mit einem Kreuz auf das Rezept auf einer bestimmten Marke fixieren. Ist so für mich. Kostet eine Zuzahlung seitens der Patient, dessen geringer Höhe ist mir wert.

Ich hatte übrigens auch ein Meningeom, der von der Hausärztin zu lange ignoriert wurde. Walnußgroß, bei der OP sauber abgeschält aber die innere Narbe verursacht Epilepsie in einer anderen Form, eigentlich leichter zu handhaben.

Also wie immer: die wichtigsten Punkte niederschreiben und ab zum Neurologen

Alles Gute

mezeg

Keppra ODER Levetiracetam - Nebenwirkungen

Selina95, Saturday, 20.02.2016, 13:03 (vor 3830 Tagen) @ mezeg

Alles klar,

vielen Dank für die Antwort! Das mit den Wirkstoffen wusste ich schon und gerade habe ich gelernt, dass Keppra und das Levi von UCB Ein und Dasselbe sind. Mit den Medis ging es mir ja gut, das werde ich gleich Montag wieder beim Arzt durchsetzen.

Ich hatte einen Astro Grad 1. ;-)

Danke nochmal und liebe Grüße

Keppra ODER Levetiracetam - Nebenwirkungen

huge88, Großraum Nürnberg/Fürth/Erlangen, Saturday, 20.02.2016, 11:36 (vor 3830 Tagen) @ Selina95
bearbeitet von huge88, Saturday, 20.02.2016, 11:42

Vorab, bitte nicht wundern, wenn wir hier manchmal etwas herumdrucksen und umständlich mit Verweisen um die Ecke arbeiten müssen, wenn es um Fragen geht, die eigentlich rechtlich nur Ärzte wirklich beantworten dürften.

Vor5 Monaten bekam ich nach einem erstmaligen Krampfanfall die Diagnose Hirntumor. Dieser konnte innerhalb weniger Tage nach der Diagnose vollständig entfernt werden und stellte sich als gutartig heraus. Im Krankenhaus habe ich das Original-Keppra genommen, mit dem ich super zurecht kam.
Als ich nach Hause gekommen bin, hat mir der Neurologe, den ich dann aufgesucht habe, Levetiracetam verschrieben, da vorsorglich weitere Krampfanfälle durch die Narbe im Kopf verhindert werden sollen.
Mit der ersten Firma UCB bin ich noch zurecht gekommen, bis auf die anfängliche Dauermüdigkeit kein Problem.

Müdigkeit ist gerade am Anfang bei den Antiepileptika nix ungewöhnliches (steht meist recht weit oben im Beipackzettel bei den möglichen Nebenwirkungen). Das gibt sich in vielen Fällen nach ein paar Monaten. Trotzdem kann man das beim Arzt ansprechen, damit sich der ein besseres Gesamtbild darüber bilden kann, wie gut man ein Medikament verträgt.

Die nächste Firma war dann Zentiva und die Probleme fingen an.
Die letzten Wochen habe ich verstärkt Nebenwirkungen bemerkt. Hauptsächlich die Dauermüdigkeit/Schläfrigkeit, Konzentrationsschwierigeiten und damit einhergehende Schwächeanfälle. Mir geht es immer so, als müsste ich jetzt gleich sofort (egal wo ich bin) schlafen. Weiterhin ist mein Kreislauf schlechter geworden und Stimmungsschwankungen sind hinzu gekommen gekoppelt mit Motivationslosigkeit/Apathie und z. T. Aggressivität.

Als erstes würde ich Dir empfehlen, mit Deinem Arzt darüber zu sprechen. Das kann auch nur dummer zeitlicher Zufall sein und z.B. eine Nachwirkung der OP sein (am Gehirn rumzuschnipseln kann ja allerlei ungewünschte Nebeneffekte haben).

Zweitens würde ich Dir die Lektüre von folgendem Schreiben der DGfE Empfehlen: www.dgfe.info/.../Empfehlung%20Generika%202013.pdf
Kurz zusammengefasst (ohne Anspruch auf Richtigkeit und Vollständigkeit): Der Wirkstoff von Generika ist eins zu eins derselbe wie bei den Originalpräparaten, allerdings unterscheiden sie sich in ihrer Bioäquivalenz, d.h. primär der Aufnahmegeschwindigkeit in den Körper und den Zusatzstoffen in der Tablette (z.B. die dafür sorgen, dass diese zusammenhält). Das kann dazu führen, dass man unterschiedliche Präparate mit demselben Wirkstoff unterschiedlich gut verträgt. Auch sollte man einen Wechsel zwischen unterschiedlichen Präparaten meiden, da das zu Medikamentenspiegelschwankungen führen kann, auf welche ein Teil der Patienten sensibel reagiert. Deshalb empfiehlt die DGfE, dass Neurologen das aut-idem-Kreuz auf den Rezepten setzen, damit man immer das gleiche bekommt.

Und vielleicht noch eine Randinfo bzgl. Levetiracetam: Wenn sich nix geändert hat - und ich glaube, ich hätte das mitbekommen - ist das Levetiracetam von UCB immer noch Keppra (Markenname des ersten Levetiracetam-Präparats; ebenfalls von UCB) nur in anderer Verpackung, das war zumindest der letzte Stand, den ich im Epilepsiezentrum und von meinem Neurologen bekommen hab (bekomm das UCB-eigene Generikum mit aut-idem-Kreuz am Rezept verschrieben).

--
Das ist der Weisheit letzter Schluss:
Nur der verdient sich Freiheit wie das Leben,
Der täglich sie erobern muss.
Johann Wolfgang Goethe - Faust, der Tragödie zweiter Teil

Keppra ODER Levetiracetam - Nebenwirkungen

Selina95, Saturday, 20.02.2016, 13:09 (vor 3830 Tagen) @ huge88

Super, vielen Dank für den Tipp!

Ich werde mich gleich darum kümmern, dass ich wieder das Original-Keppra oder das
UCB-Levi bekomme.
Klar, das kann man jetzt alles nicht ausschließen, aber so wie ich mich kenne, kann es damit nur an letzter Stelle zusammenhängen.
Trotzdem werde ich mit meinem Arzt darüber sprechen und mich weiterhin beobachten!

Das habe ich auch gerade gelernt, hier ist es nochmal beschrieben:

www.deutschesapothekenportal.de/fileadmin/bestellungen/keppra_leitfaden.pdf


Danke nochmal und liebe Grüße.

Keppra ODER Levetiracetam - Nebenwirkungen

Maarkus, Sunday, 21.02.2016, 14:56 (vor 3829 Tagen) @ Selina95

Hallo,

Ich möchte dazu auch meinen Beitrag leisten, denn ich bekam ebenfalls erst das original Keppra und dann ein Generikum.
Mit dem Original alles super, mit dem Generikum ging es bergab. Es gab einige Diskussionen mit den Ärzten und der Krankenkasse, da sie mir aufgrund des hohen Preises das Original nur mit Selbstbeteiligung ausstellen wollten -eine Frechheit-.
Nun bin ich soweit gekommen, dass ich nun das Levi UCB bekomme und alles ist super.
Mit dem Generikum hatte ich große Probleme. Man kann sagen, es war beinahe wirkungslos bei mir :(.

Liebe Grüße

Maarkus

Keppra ODER Levetiracetam - Nebenwirkungen

Selina95, Sunday, 21.02.2016, 16:07 (vor 3828 Tagen) @ Maarkus

Danke für deine Nachricht!
Es ist wirklich ein gutes Gefühl, dass ich mir das nicht einbilde, sondern dass es anderen Menschen genauso geht/ging wie mir.

Ich bin bereit bei den Ärzten alles durchzusetzen.
Dazu werde ich mich hier dann auch im Nachhinein nochmal melden.

Alles Gute für dich,

Selina