Kleiner Junge in Kenia braucht Hilfe

lockentigerin, Monday, 07.03.2016, 15:07 (vor 3814 Tagen)

Hallo,

ich mache zur zeit ein FSJ in Kenia. Dort haben wir einem kleinen Jungen mit Hilfe von vielen Spenden aus Deutschland eine Diagnose, Tabletten und Behandlung von Epilepsie ermöglicht.

Leider hatten wir zu diesem Zeitpunkt noch nicht darüber nachgedacht, was wir machen, wenn wir nicht mehr in Kenia sind. In einem halben Jahr werden wir wieder nach Deutschland fahren und dann kann sich niemand um den kleinen kümmern.
Er ist erst sechs Jahre alt, geht in die erste Klasse der "Primary School" und lebt in zerrütteten Lebensverhältnissen. Seine Mutter verließ die Familie, als er noch ein Baby war und sein Vater lebt ca. drei Stunden von ihm entfernt in der drittgrößten Stadt Kenias, jedoch interessiert er sich nicht für seinen Sohn. Momentan lebt er bei seiner Großtante in unserem kleinen Dorf.

Bei unseren ersten Arztbesuchen wurde eine leichte Form der Epilepsie diagnostieziert. Er hat wohl noch keine Zitteranfälle, sondern leichte Ausfälle für ein paar Minuten, an die er sich allerdings nie erinnern kann. Die Ärzte hier sprechen von einer Art "Vorstufe zur Epilepsie".

Er bekommt jetzt monatlich zwei verschiedene Medikamente. Unser großer erster Erfolg war, dass wir die Medikamente aus einer 45 Minuten entfernten kleinen Stadt geliefert bekommen und die Großtante diese nur noch in der Krankenstation unseres Dorfes abholen muss, umsonst natürlich.
Bisher haben wir alles mit Hilfe von großzügigen Spenden zahlen können, doch nun suchen wir nach einer langfristigen Lösung, zum Beispiel nach Organisationen.
Nachdem die Epilepsie-Organisationen in Kenia ziemlich unzuverlässig waren, wollte ich in diesem Forum nachfragen, ob jemand eine Organisation hier in Deutschland kennt, die sich auch in Kenia mit kranken Menschen beschäftigt. Solche Organisationen gibt es ja eigentlich immer.

Wir brauchen hauptsächlich jemanden, der den kleinen untersuchen kann, einen Arzt. Bisher sind wir immer 6 Stunden dafür gefahren. Jetzt würden wir das gerne auf 3 Stunden reduzieren, indem wir einen Arzt finden, der näher an uns dran liegt (Kisumu wäre ideal). Dann kann auch der kleine Junge regelmäßig zum Arzt gefahren werden.

Ich hoffe, dass irgendjemand helfen kann, oder jemanden kennt, der jemanden kennt, der helfen kann - egal wie.

Ich danke euch so sehr!

Liebe Grüße
Annegret

Kleiner Junge in Kenia braucht Hilfe

huge88, Großraum Nürnberg/Fürth/Erlangen, Monday, 07.03.2016, 18:01 (vor 3813 Tagen) @ lockentigerin

a) Wenn Du von "wir" sprichst, wen/was für eine Organisation meinst Du damit?
b) Frag einmal bei Organisationen wie Ärzte ohne Grenzen nach. Die haben ein gutes Netzwerk.

Bei unseren ersten Arztbesuchen wurde eine leichte Form der Epilepsie diagnostieziert. Er hat wohl noch keine Zitteranfälle, sondern leichte Ausfälle für ein paar Minuten, an die er sich allerdings nie erinnern kann. Die Ärzte hier sprechen von einer Art "Vorstufe zur Epilepsie".

Hört sich für mich (Laie) von der Beschreibung her nach Abscencenepilepsie an - das ist auch eine Epilepsieform und keine "Vorstufe". Nicht alle Epilepsieformen gehen mit Krampfanfällen einher.

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Das ist der Weisheit letzter Schluss:
Nur der verdient sich Freiheit wie das Leben,
Der täglich sie erobern muss.
Johann Wolfgang Goethe - Faust, der Tragödie zweiter Teil

Kleiner Junge in Kenia braucht Hilfe

lockentigerin, Monday, 07.03.2016, 18:52 (vor 3813 Tagen) @ huge88

a) Wenn Du von "wir" sprichst, wen/was für eine Organisation meinst Du damit?

Mit "wir" meine ich meine Mitfreiwillige, die mit mir zusammen wohnt.

Kleiner Junge in Kenia braucht Hilfe

Heidi, Tuesday, 08.03.2016, 13:45 (vor 3813 Tagen) @ lockentigerin

Eure Initiative ist lobenswert, aber das Gesundheitssystem in afrikanischen Ländern ist katastrophal. Ihr wollt einem Jungen helfen? Was ist mit den anderen zig-tausend? Meiner Kenntnis nach sind in Afrika 20% der Epileptiker anfallsfrei (bei uns sind es 70%). Das größte Problem dürfte die medizinische Versorgung (Ärzte u. Medikamente) sein. Das ist ein Politikum und kann von Auslandshilfen nicht bewältigt werden. Klar ist Hilfe notwendig, aber der zuständige Staat sollte zumindest unterstützend mitwirken. Und das sehe ich leider nicht.... Wir in Europa haben eine sehr gute ärztliche Versorgung (weil wir Geld haben) . Aber welcher Arzt geht schon nach Afrika um allein 5000 Leute zu behandeln und das unter erbärmlichen Umständen.
Lieber Gruß
Heidi

Kleiner Junge in Kenia braucht Hilfe

keki, Wednesday, 09.03.2016, 09:24 (vor 3812 Tagen) @ Heidi

Auch wenn man den anderen -Zigtausenden im Moment nicht helfen kann, wäre es doch gut, diesem einen Kind schon mal zu helfen. Klar kann hier keiner die Welt retten, aber vielleicht gibt es ja jemanden, der einen Tipp geben kann.

Kleiner Junge in Kenia braucht Hilfe

Heidi, Thursday, 10.03.2016, 12:20 (vor 3811 Tagen) @ keki

Auch wenn man den anderen -Zigtausenden im Moment nicht helfen kann, wäre es doch gut, diesem einen Kind schon mal zu helfen. >

Ich stimm Dir ja zu, Keki, das eine Kind ist große Hilfe und Erfolg. Aber ich sah halt das große ganze.
Gruß
Heidi