Kann mir jemand Auskunft geben?

tigerchen, Friday, 18.03.2016, 10:40 (vor 3803 Tagen)

Hallo!

Ich bin Ehefrau von einem Mann der als Kind/Jugendliche Petit Mal Epilepsie hatte. Er ist jetzt knapp 40 Jahre alt, und hat ab und zu diese Anfälle bei grossem Stress in der Arbeit.

Was er aber dazu hat, sind regelmässige extreme Stimmungsschwankungen und Wutausbrüche, vor allem nachdem er mal (sehr selten) einen Tag mit den Kindern alleine sein musste oder ich ein paar Abende weg war. Es ist als ob es plötzlich ein ganz anderer Mensch vor mir wäre. Und er findet das gar nicht schlimm, als ob er das nicht realisiert was gerade passiert ist. Die Kinder sind darüber völlig verängstigt, und ich habe es satt.

Kann so etwas von der Epilepsie her kommen? Er war seit ca. 10 Jahren nicht mehr beim Arzt deswegen. Aber bevor ich mich trenne, wollte ich mal Erfahrungen anderer abfragen und schauen ob so etwas bei anderen vorkommt und ob man da was machen kann?

Vielen lieben Dank für eure Hilfe!

Kann mir jemand Auskunft geben?

lyrella, Friday, 18.03.2016, 13:08 (vor 3803 Tagen) @ tigerchen

Das tut mir leid das du in solch einer Situation bist :( ich hoffe es bessert sic denn ich kann dir von mir sgen das ich vor nem anfall auch oft aggresiv bin oder anders drauf wie sonst denke es kommt schon von der epi...

Kann mir jemand Auskunft geben?

mathilda, Friday, 18.03.2016, 14:19 (vor 3803 Tagen) @ tigerchen

Hallo,

ich habe auch vor Anfällen extrem schlechte Laune, nach Anfällen habe ich eine kurze Phase, in der ich aggressiv bin. Mein Hirn muss sich erst wieder regenerieren, das dauert ein paar Tage.
Mein Mann und auch mein Kind (11) wissen schon immer bescheid und können damit zum Glück gut umgehen. Natürlich war das ein Lernprozess für uns alle zusammen.

Kannst du mit deinem Mann nicht nochmal reden und ihm sagen, wie ihr das empfindet?

Alles Gute :-)

Kann mir jemand Auskunft geben?

keki, Friday, 18.03.2016, 15:00 (vor 3802 Tagen) @ tigerchen

Du schreibst, dass dein Mann ewig nicht mehr beim Arzt war. Nimmt er keine Medikamente?

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tigerchen, Friday, 18.03.2016, 15:14 (vor 3802 Tagen) @ keki

Nein, er nimmt keine Medikamente, da die Anfälle mit ca. 17 Jahren aufgehört haben, bis die dann jetzt im Berufsleben und Familienstress wieder (aber selten) angefangen haben. Diese Wutausbrüche kommen aber regelmässig, und jetzt wieder häufiger. Er meint, die kleinen Anfälle (Petit Mal) würden ihn nicht weiter stören, er müsste nicht zum Arzt da die so selten kommen... :(

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Green, Friday, 18.03.2016, 16:06 (vor 3802 Tagen) @ tigerchen

Hallo
heute im Zeitalter von Handy nimm das doch mal auf damit er es sich ansehen kann und respektiert das er euch Angst macht.

Kaliummangel ..kann der Hausarzt feststellen...macht auch aggresiv.

Und ehrlich was würdest Du den tun ....wenn es diese Epilepsie vor ...Jahren nicht gegeben hätte?
Würdest Du dann ein anderes Verhalten von Ihm fordern ..bestimmt...Krankheit entschuldigt nicht alles.

Lg Green

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tigerchen, Friday, 18.03.2016, 16:14 (vor 3802 Tagen) @ Green

Du hast natürlich Recht. Er hat jetzt auch eingewilligt dass wir in Paartherapie und er einzeln die Aggression in Therapie angeht. Aber das ist die letzte Chance.

Ich habe schon oft das gedacht dass ich es aufnehmen hätte müssen. Nur kommt dieser Ausbruch aus dem heiteren Himmel und ich bin jedes Mal einfach perplex. Da denke ich da nicht mehr dran, in der Situation. Und ich weiss auch nicht was er machen würde wenn ich es machen würde..wahrscheinlich würde das Handy grad fliegen. Hoffe dass es nicht mehr dazu kommt und dass ich das nächste Mal daran denken kann. Danke!

Kann mir jemand Auskunft geben?

Green, Friday, 18.03.2016, 16:17 (vor 3802 Tagen) @ tigerchen

Hallo
wollte dich an schreiben hast aber keine mail mit an gegeben......weil nicht alles ins forum muss denk ich.
Gruss Green

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Katlyn, Saturday, 19.03.2016, 23:00 (vor 3801 Tagen) @ tigerchen

Hallo tigerchen,

petit mal Anfälle hatte ich auch,doch nennt sich das nicht:Aufwach Epilepsie,janz syndrom.Also ich kenns nur unter dem Begriff.Wenn Du es anders kennst,dann kläre mich auf;-))
Bei mir fing es mit 12 Jahren an.

LG

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gigi, Sunday, 17.04.2016, 22:22 (vor 3772 Tagen) @ Katlyn

Hallo Katlyn,
Also bei mir fing es auch mit ca. 12 Jahren an. Genannt wurde es mal so mal so: Janz-Syndrom, Aufwach-Epilepsie, petit mal. Ich hatte Zuckungen und absencen, später als ich nicht mehr in die Kinderambulanz gehen konnte, meinte mein Arzt nach einem unauffälligen EEG: Sie haben gar keine Epilepsie. Medikament abdosiert und dann kam der große Anfall nach einem anstrengenden Arbeitstag, wenig Essen und Trinken: kurz auf der Couch eingeschlafen und aufgrund eines Telefonanrufs wach geworden und tschüss weg war ich. Da es der erste (offizielle) große Anfall war natürlich großes trara und Feuerwehr ins Krankenhaus. Seit dem nehme ich wieder Ergenyl und wenn ich es vergaß, habe ich gleich gemerkt, dass ich neben mir stand. Dank dem Ergenyl chrono ist der Medikamentenspiegel gleichmäßiger auch wenn ich mal eine vergesse.
Aggressiver oder sensibler bin ich nur alle vier Wochen, aber ich vermute, dass hängt nur mit meinen Hormonen zusammen ;o)
LG gigi

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stepl, Sunday, 20.03.2016, 06:40 (vor 3801 Tagen) @ tigerchen

Hallo

Für mich ist Epilepsie eine neurologische Krankheit.
Aufregung ist für mich wieder was unter Psychologie fällt.
Es ist noch nie bewiesen welches Zusammenhänge es gibt.

Ich hatte jetze gelesen, dass Männer bei Depressionen anders reagieren als Frauen.
Das sie bei Depressionen

Bei Frauen äußern sich Depressionen vorwiegend als Traurigkeit; bei Männern sind dagegen Zornausbrüche und Reizbarkeit weit häufiger geparrt mit riskanten irratitionalen Verhalten.< Zitat Ende


Für mich steht etwas anderes in Frage.
Wenn wir einen Stapel Holz hacken, sind wir nach einiger Zeit erschöpft. Wir spüren es am Körper.
"In der Ruhe liegt die Kraft! Mit Geduld und Ausdauer hast du es Geschafft!" Ruhe, Geduld und Ausdauer sind äußerliche Merkmale, wofür Menschen bewundert werden. Das ganze ist von mir. Es drückt meine Erfahrung aus, mich stark zu konzentrieren, um es unbedingt zu Ende zu bringen. Nicht unruhig zu werden! Nicht die Geduld zu verlieren und anderes was anstrengend ist.
Auch bei geistigen Aufgaben kommt es zu Erschöpfungserscheinungen. Sie sit bloß nicht mit körperlichen Gerfühlen verbunden. Es nicht am Körper zu spüren.
Depressionen. Wie weit entsteht im Körper wie "ein Aus"? Pause machen? Aber körperlich fühlen wir uns fit! Wir wollen weiter machen.

Wie weit entsteht im Körper ein Gefühl, das man zum Nichtstun verdammt ist. "Das kann einen doch rasend machen!" Die Reaktion des Mannes auf Depression?

gruss stepl

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SaKi, Thursday, 24.03.2016, 08:19 (vor 3797 Tagen) @ tigerchen

Hallo tigerchen,

ich habe mit meinem Sohn ähnliche Erfahrungen gemacht. Er hat mit 6 Jahren eine
Frontallappen-Epilepsie bekommen, die ihn nun seit 10 Jahren begleitet.

Frontallappen-Epilepsie deshalb, weil der Anfallsherd in den Schläfenlappen liegt
und diese Region im Kopf wohl auch für die Konzentration verantwortlich ist.

Jedenfalls hat sich mit Beginn der Anfälle auch das Verhalten, vielleicht sogar die ganze Persönlichkeit meines Kindes gravierend verändert: bis dahin war er ein ganz normales Kind aber dann hat er plötzlich alle Hemmungen verloren, Dinge kaputt gemacht, auf niemanden mehr gehört, fremde Menschen mit "hallo du Arschloch" begrüßt,
so dass die anderen Kinder im Kindergarten Angst vor ihm bekommen haben. Keiner konnte sich dieses Verhalten erklären, er war wie ein anderer Mensch und er konnte sich auch auf nichts mehr konzentrieren. Nach 4 Monaten sind wir über Psychologen und Ärzte in der Uniklinik Tübingen gelandet, die dann diese Epilepsie diagnostiziert haben. Wir sind nicht gleich auf die Idee gekommen,er könnte Epilepsie haben weil er bei seinen Anfällen nicht umfällt. Er vierliert die Orientierung und bekommt ein bedrohliches Fremdheitsgefühl, so dass er bei einem
Anfall einen starren Blick bekommt und anfängt zu schreien und zu fragen
"wer bin ich"? - er weiß dann kurzzeitig einfach nicht mehr, wer er ist und alles um ihn herum kommt ihm fremd vor - nach ein paar Sekunden ist diese Wahrnehmung, die ja ein Anfall war,wieder weg aber das veränderte Verhalten wurde immer schlimmer. Jedenfalls wurde uns in Tübingen erklärt, dass die immer wiederkehrenden Anfälle ("wer bin ich"?)sein Konzentrationszentrum so stören, dass sich dadurch sein Verhalten ändert und er dafür nichts kann, er macht es also nicht mit Absicht. Jedenfalls wurde er mit Carbamazepin (damals Timonil) eingestellt und und die Anfälle gingen davon weg und sein Verhalten hat sich dadurch auch wieder normalisiert. Er war zwar 3 Monate lang sehr, sehr müde, hat sich dann aber an das Medikament gewöhnt und konnte ganz normal eingeschult werden. Ich weiß nicht, wo im Kopf deines Mannes sich der Anfallsherd befindet aber ich habe die Erfahrung gemacht, dass auch "kleine" Anfälle das Verhalten oder gar die Persönlichkeit verändern können. Vielleicht wäre es doch gut, wenn dein Mann einmal zu einem Neurologen ginge um festzustellen, wo sein Anfallsherd liegt. Uns hat man damals erklärt, dass sich das Verhalten wieder normalisiert sobald man die Anfälle mit Medikamenten unterdrücken kann, weil sich dann das Konzentrationszentrum wieder beruhigt und das ist auch so eingetreten. Ich hoffe ich konnte dir helfen.

Viele Grüße

SaKi

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claudia47, Thursday, 28.04.2016, 16:05 (vor 3761 Tagen) @ tigerchen

Ich nehme seid dem 11.3.2016 Lamotrigin25mg am anfang bin ich wie
besoffen gelaufen das ging ja noch ,jetzt am 18.4.2016 bin ich weiter gestuft
wurden ich muss jetzt morgens25mg nehmen und abends,seid dem
geht es mir schlechter so als wehre ich benommen und etwas besoffen das
schlimste ist ich habe manschmal ein sehr starkes stechen im Kopf
alls würde mir jede menge Nadeln im Kopf gestochen und leichte übelkeit
ich bin rat loss,würde mich sehr freuen über eine antwort der das gleiche
hat oder so änlich.

Kann mir jemand Auskunft geben?

Green, Thursday, 28.04.2016, 16:13 (vor 3761 Tagen) @ claudia47

Hallo
oben rechts ist die Suchfunktion ...da finde sie viele Antworten zum Thema Lamotrogin.
Gruss Green