Können Ärzte, die keine Neurologen sind, Epilepsie erkennen?
Liebe Community!
Seit Jahren leide ich (29) an Epilepsie mit myoklonischen Anfällen (Zuckungen in der Aufwachphase oder in der ersten Stunde nach dem Aufstehen). Als ich vor einigen Jahren unter starkem psychischen Druck im Beruf stand, hatte ich wohl auch so einige Anfälle im Schlaf. Dabei habe ich mir oft in die Wange und und paar mal in die Zunge gebissen. Ich nehme Lamotrigin, bin aber nicht ganz anfallsfrei.
Leider haben mir meine Eltern immer zu verstehen gegeben dass man mit dieser Krankheit "anders" ist und das viele Menschen Vorurteile haben. So habe ich die Epilepsie immer so gut es ging verheimlicht.
Vor meinem letzten Freund, mit dem ich 3 Jahre zusammen war, konnte ich es nicht verheimlichen. Er bekam mit dass ich regelmäßig Medikamente nehme und wollte wissen, warum ich kein Auto fahre. Sonst habe ich es nie erzählt. Immer aus der Angst raus, deswegen abgelehnt zu werden. Hatte irgendwelche Ausreden parat bezüglich Führerschein, Alkohohl trinken, etc.
Ich habe echt Angst vor Reaktionen. Im letzten Jahr habe ich mir ständig nachts in die Lippe gebissen und das entstandene Fibrom musste zweimal beim Kieferchirurg rausgeschnitten werden. Ein Bekannter nannte mich danach erst mal nur spöttisch "unsere Lippenbeißerin" (er weiß auch nichts von meiner Epi).
Nach den Zungenbissen ist meine Zunge entsprechend vernarbt. An einer Stelle hat sich beim Verheilen ein dicker Huckel gebildet. Das sieht echt nicht schön aus. 
Mich wundert dass mich der Zahnarzt, bei dem ich jetzt in Behandlung bin, mich noch nie darauf angesprochen hat. Vielleicht kann er es sich denken und will mich nicht in Verlegenheit bringen. Es kam ihm aber sicher komisch vor dass ich vor kurzem sogar meine Aufbissschiene kaputt gebissen habe.
Doch ich war jetzt ein paar mal bei einem HNO, da ich ständig Probleme mit den Nasennebenhöhlen habe. Mir wurde schon nahegelegt mich operieren zu lassen. Beim letzten Termin hat er mir noch mal in den Rachen geschaut und dabei meine Zunge genau gesehen. Dann meinte er, man sollte das mit der Op noch ein bisschen rausschieben. Ich wäre ja wohl ein ängstlicher Mensch "und wenn dann ähm, na ja, noch andere Krankheiten hinzukommen, sollte man erst mal noch konservativ mit Spray behandeln". Er grinste dabei so komisch.
Kann er mit "anderen Krankheiten" vielleicht meine Epilepsie gemeint haben?
Kann ja sein dass er so eine zerbissene Zunge nur bei Epi-Patienten gesehen hat. Tut mir leid, aber es wäre mir peinlich!
Können Ärzte, die keine Neurologen sind, die Erkrankung ohne weiteres erkennen? Oder zumindest denken dass ich eine Psychopathin bin und psychogene Anfälle habe, bei denen sich ja manche auch im Mund verletzen?
Gruß,
Lorina