Antiepileptika nach Operation
Guten Tag, mir ist bewusst und klar dass hier im forum keine Ärzte tätig sind
Destotrotz interessiert mich sehr warum nach erfolgreicher Operation man weiterhin Antiepileptika einnehmen soll..
meine Diagnose vor Op: einfache fokale epilepsie.
Medikamenten einnahme vor Op:
Keppra+Vippat 1000 - 0 - 1000 (Keppra) 50 - 0 - 50 (vimpat)
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Operation gab mir 80% Anfallsfreiheit
Nach 1 Jähriger Anfallsfreiheit darf/soll Antiepileptika komplett ausschleichen.
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Bin nach der Operation 6 Monate Anfallsfrei mit Babydosis von Antiepileptika.
Keppra 500 - 0- 500
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Warum soll man Antiepileptika nehmen? Und warum unbedingt 1 jahr?
Dürfte jemand hier im forum eher auf Antiepileptika verzichten nach Operation?
MfG
Antiepileptika nach Operation
Hallo,
man sollte generell nach z.B. einer OP oder durch anderweitige Anfallsfreiheit einige Zeit weiterhin Medikamente nehmen. Man sagt, bei induzierten Anfällen (einmalige Anfälle, Fierberkrämpfe etc.) soll man ein Jahr warten, bei fokaler Epi 2-3 Jahre und bei generalisierter Epi sogar 3-5 Jahre. Wenn man diese Zeit Anfallsfreiheit hat, kann man beginnen, die Medis abzusetzen. Nach deiner OP hast du mit 1 Jahr also sogar Glück. Da trotz der Prognose 80% immernoch Anfälle auftreten KÖNNTEN, musst du die Tabletten weiter nehmen, nur um sicherzugehen. Bitte tu dies auch nach Anweisung des Arztes!
Mein Freund z.B. nimmt auch nur minimalste Dosen und darf nicht absetzen, weil es einfach zu unsicher ist. Also weiterfahren und beobachten. Halte durch, das schaffst du jetzt auch noch. Alles Gute!
Liebe Grüße
Antiepileptika nach Operation
Hallo Dancingqueen, hoffentlich geht es deinen gut ohne irgendwelche Nebenwirkungen vom Tabletten.
Oh je :( man soll es schätzen wenn du sagst dass einige 3-5 Jahre antiepileptika einnehmen müssen.
Ich stell mir es nur so vor bzw ein Beispiel: Patient hatte kranken blindarm, er bekam TABLETTEN um Beschwerden zu vermeiden. Im nachhinein wurde blindarm raus genommen( operiert) der Patient braucht gar keine Tabletten mehr den sein blindarm ist raus!
Im Kopf gibt's eine Stelle von der Anfälle kommen. Die stelle ist raus, warum soll man Tabletten nehmen wenn die auslösende Stelle gar nicht mehr da ist???
Sorry für den langen Text;)
Antiepileptika nach Operation
Hallo,
danke, meinem Freund geht es soweit ganz gut. :)
Das mit den Tabletten und der Stelle im Kopf ist einfach: Es kann sein, dass auch tiefer liegende Areale noch Anfälle auslösen können, die evtl nicht mit entfernt wurden. Des Weiteren kann auch das entstehende Narbengewebe von der OP Anfälle auslösen oder zumindest begünstigen. Und um das zu vermeiden, eben die Tabletten. Lass dich nicht entmutigen, du hast gute Aussichten :)
LG!
Antiepileptika nach Operation
Ich bin vor 22 Jahren operiert worden und habe bis zu meinem Wiederauftreten der Epilepsie vor 2 Jahren weiterhin Medikamente genommen. Mein Arzt hat den Versuch der Med.-Reduktion gestartet, allerdings traten da wieder Auren auf. Ich hatte damals auch keine Nebenwirkungen, daher war ich mir mit dem Epileptologen einig, dass ich weiterhin Tabletten nehme.
Wie schon geschrieben kann es bei der OP sein, dass nicht der gesamte Epilepsie-Herd entfernt wird (zur Sicherheit also etwas sparsam "geschnitten" wird, um angrenzende Areale nicht zu schädigen) oder dass auch noch weitere anfallsauslösende Herde vorhanden sind.
Für mich war es nach der OP ein großer Erfolg, dass endlich die Medikamente wirkten. Was sagen die 80% Anfallsfreiheit nach OP? Der Arzt weiß nicht, ob der Patient zu den anderen 20% gehört. Mein Epileptologe und auch meine anderen Neurologen haben mir bei Therapien noch nie irgendwelche Prozentzahlen an den Kopf geschmissen. Für mich heißt es nur "ausprobieren", wenn ich Glück habe, hilft die Therapie, also "erfolgreich" oder wenn man Pech hat "erfolglos".
Antiepileptika nach Operation
Hallo chrissie, immerhin hast du glück dass du keine NW vom tabletten hast.
Mein Neorologe sagte genau dasselbe wie du
man könnte zu der 20% zugehören.
Nun ich denke positiv.
Bei mir ist genau das gegenteil, Vor operation wirkten die Tabletten nicht.
Nach der Operation bin ich Anfallsfrei und Tabletten wurden um die Hälfte reduziert.
Destotrotz spüre ich abdeutig die NW vom Keppra die ich vor der Operation gar nicht gemerkt habe. Nehme nach der Operation nur 500mg - 0 - 500mg Keppra und im mitte Juli wird nochmal um die 250mg reduziert.
Ich schlucke quasi Babydosis vom antiepileptika nach der Operation. so langsam bin ich am zweifeln ob ich die Tablleten brauche.
PS: bin 6 Monate anfallsfrei nach der Operation ohne irgendeine Aura.
nur NW vom Keppra sind nach der Operation eingetretten.
Liebe Grüsse
Antiepileptika nach Operation
bis zum Wiederauftreten der Epilepsie vor 2 Jahren hatte ich nie Nebenwirkungen bei den Epilepsiemedikamenten, ausser nach sehr langer Zeit Lamotrigin-Einnahme (17 Jahre) kam es plötzlich zu stärkster Nesselsucht.
Ich habe in den letzten 2 Jahren mindestens 6 Epi-Medikamente ohne Erfolg ausprobiert, bei jedem Medikament sind Nebenwirkungen aufgetreten, Anfälle hatte ich trotz hoher Dosierungen immer noch.
Antiepileptika nach Operation
Die stelle ist raus, warum soll man Tabletten nehmen wenn die auslösende Stelle gar nicht mehr da ist???
Hallo Medina,
du hast schon mal indirekt gefragt, warum du noch weiter Tabletten nehmen sollst, obwohl du nun doch Anfallsfrei bist. Ich wollte mich bei deiner Sacher bisher immer gern raushalten um dich nicht zu entmutigen aber jetzt wo du so direkt fragst:
Ich hatte bis 2002 ca im 2-Wochen-Rhythmus Anfallsserien von GMs die fast immer nur am Tropf zu stoppen waren. Dann wurde ich im September 2002 auch operiert mit einer Wahrscheinlichkeit an Anfallsfreiheit von 85%. Ich war natürlich happy dass die OP gemacht werden konnte. War auch viele Monate nach der OP sowas von glücklich, nahezu euphorisch, diese Krankheit loszusein. Aber dann hatte ich im Juni 2003 (also nach 9 Monaten) plötzlich doch wieder einen Anfall. Es hat mich damls dermaßen runtergerissen. Ich hatte mich so gefreut, und dann das. Aber ich bereue die OP trotzdem keineswegs, denn es sind nurnoch einzelne Anfälle, sie sind seltener und nurnoch im Schlaf. Es war also auf jeden Fall trotzdem ein Erfolg.
Wie gesagt, ich will dir damit auf keinen Fall den Mut wegnehmen. Nur weil es bei mir der Fall war, heißt es nicht, dass bei dir auch wieder Anfälle kommen. Ich sag es nur, damit du vielleicht nachvollziehen kannst, warum man noch weiterhin Tabletten nehmen soll.
Und du kannst den Blinddarm auch keineswegs mit dem Gehirn vergleichen. Der Blinddarm hat so ziemlich garkeine Funktion, was du vom Gehirn nicht gerade sagen kannst. Und das Gehirn ist auch wesentlich empfindlicher als der Blinddarm. Stell dir vor, du würdes mit einer Nadel mal in den Blindarm piksen - tut ziemlich weh, entzündet sich vielleicht ein bisschen, wächst aber wieder zusammen. Und nun stell dir vor, du würdest mit einer Nadel wahllos in dein Gehirn piksen - Wahrscheinliche Folgen?? - vielleicht besser doch nicht vorstellen!!!
LG
Der Tommy
Antiepileptika nach Operation
Guten Tag, Der Tommy,
Du bist ein Kämpfer und finde deine Einstellung gut dass Du trotz der wiederholten Anfällen weiter positiv lebst.
Eigentlich bist du ein Glückspilz, den bei GM Patienten kann man nicht so leicht operieren, ( hab zumindest im EpilepsieZentrum gehört)
Und du hattest 85%
Der Unterschied zwischen GM Patienten und komplexe fokale Anfällen Patienten sind gross.
Wie du genannt hast, hattest du GM? Richtig?
Meine Diagnose lautet: einfache fokale Epilepsie.
Bei solchen EpilepsieFormen wird oftmals erfolgreich operiert. Den diese EpilepsieArt ist sozusagen schwer mit Tabletten zu behandeln.
Der Unterschied zwischen blindarm und Gehirn ist gross.Hast recht. Wollte so leicht wie möglich beispielsweise ausdrücken:)
Inzwischen schlucke ich babyDosis und Bin zum Glück destotrotz halbes Jahr anfallsfrei.
Du hast dich mich nicht entmutigt Tommy.
Wie du es erwähnt hast, jeder Mensch ist anders und vorallen die EpilepsieArt.
Gruss