Suche Austausch

Alexander_de, Saturday, 16.07.2016, 09:30 (vor 3683 Tagen)

Vor drei Wochen habe ich einen Grand mal Anfall gehabt. Leider war das der zweite Anfall und ich war vollkommen hilflos.

Ich hatte vor drei Jahren einen Autounfall bei dem ich eine Beckenringfraktur, Brüche in den Beinen und eine Quetschung meines Kehlkopfes erlitten habe. Seit einem halben Jahr wohne ich in einer behindertengerechten Wohnung.

Da ich keine Lautsprache mehr habe, benutze ich Hilfsmittel zur Verständigung.

Während einer der Operationen nach meinem Unfall hatte ich einen epileptischen Anfall. Das habe ich nur durch einen Zufall erfahren. Nach dem letzten Anfall vor drei Wochen lag ich einen halben Tag in meinem Badezimmer. Meine Arme waren wie gelähmt, mir kam es so vor, als würde ich auf mich sehen. Wegen starker Schmerzen im Becken konnte ich mich nicht aufrichten. Ich fühlte mich vollkommen müde und wie noch nie kraftlos. Am Mittag kam dann der Pflegedienst und hat den Krankenwagen gerufen.

Ich nehme seit zwei Jahren gegen meine Schmerzen Lyrica. Erst einmal wurden mir keine neuen Medikamente verschrieben.

Ich mache mir jetzt große Sorgen. Im Januar könnte ich an meiner früheren Arbeitsstelle wieder anfangen in einer anderen Abteilung zu arbeiten. Dafür müßte ich aber ein Auto fahren können. Daran ist jetzt erst einmal nicht zu denken. Mit öffentlichen Verkehrsmitteln könnte ich zwar fahren, das ist aber sehr umständlich und weit.

Ich suche nach Kontakten zu anderen Betroffenen.

Ich frage mich, wie es weitergehen soll.

Durch meine Sprachbehinderung fühle ich mich nun unsicher.

Suche Austausch

DancingQueen, Mecklenburg-Vorpommern, Monday, 18.07.2016, 23:21 (vor 3680 Tagen) @ Alexander_de

Hallo,
erst einmal möchte ich sagen, dass du meinen Respekt hast, dafür, dass du nicht aufgibst und immer weiter machst, egal was alles kommt. Ob der Unfall oder jetzt die Anfälle...ich bewundere das.

Helfen kann ich dir leider nicht, ich bin auch nicht selbst betroffen, mein Freund allerdings schon. Vielleicht tut es dir gut, mal die Beobachterrolle zu lesen.

Zunächst: Lyrica ist ein Antikonvulsivum, wirkst also nicht nur gegen neuropathische Schmerzen (wogegen du sie zu nehmen scheinst?) sondern auch gegen Krampfanfälle (Epilepsie). Eventuell (aber das kann nur ein Arzt sagen!!) müsstest du ein weiteres Antiepileptikum erhalten, wenn sich die Situation nicht bessert, da Lyrica m.E. nur als Zusatztherapie genutzt wird. Außerdem kann es sein, dass die Anfälle aus einer Nebenwirkung des Lyrica resultieren.

Auto fahren solltest du übrigens überhaupt mit Lyrica nicht, ganz unabhängig von den Anfällen.

Zu den Anfällen: Ich musste meinen Freund leider auch 2 mal bei GM beobachten, gerade gestern wieder. Er lag dann auch im Bad, und direkt nach dem Anfall hatte er Schwierigkeiten beim Sprechen. Ich denke, dass die Lähmungserscheinungen eventuell einfach daher rühren, dass die Muskeln und das Gehirn erschöpft sind und eine gewisse Zeit der Erholung brauchen. Allein wohnen ist da natürlich unschön, wenn es dauert, bis jemand was merkt. Aber du hast meinen Respekt, dass du das trotzdem schaffst und durchhältst!

Ansonsten kann ich dir nur sagen: Lerne mit möglichen Anfällen zu leben, hör in dich rein (vllt. hast du vorher Auren, die etwas ankündigen?) und habe keine Angst. In den meisten Fällen passiert nicht allzuviel.
Mein Freund hat sich beim 1. GM einen Brustwirbel gebrochen und ist ganz knapp einem Querschnitt entgangen...der 2. GM gestern war eine Lapalie dagegen.

Lass dich nicht entmutigen und kämpfe weiter! Sprich deinen Arbeitgeber darauf an, ob es nicht eine Lösung gibt, wenn er schon bereit war, dich wieder einzusetzen und Kompromisse einzugehen. Vertrau auf seinen Menschenverstand.

Ich wünsche dir alles erdenklich Gute, bleib stark!
Liebe Grüße