Krampfdurchbrechung durch den Rettungsdienst/Notarzt

IceDragonX, Saturday, 23.07.2016, 23:50 (vor 3675 Tagen)

Hallo ihr Lieben!
Ich bin neu hier in diesem Forum, daher nehmt es mir bitte nicht übel, falls ich irgendwas falsch machen sollte hier :)

Ich möchte mich kurz vorstellen:
Ich bin weiblich, 20 Jahre alt und leide an generalisierter Epilepsie mit Statusneigung. Zurzeit nehme ich Lamotrigin 3x 100mg, Keppra 2x1000mg und Lacosamid 2x 50mg.
Da ich leider schon mehrmals in einen Status epilepticus gerutscht bin, habe ich als Notfallmedikament Diazepam als Rektiole.
Mein Problem ist nämlich, dass ich auf die anderen gängigen Benzodiazepine, also Midazolam (Dormicum),Lorazepam (Tavor) und Clonazepam (Rivotril) nachweislich allergisch drauf reagiere.
Daher darf ich nur Diazepam im Notfall bekommen.
Leider bin ich auch oft genug schon in die Situation geraten, dass wenn der Rettungsdienst kommt, die mich, auch trotz des Wissens um meine Allergien, "falsch" behandeln :(
Meine Eltern erzählten, das lief letztens in etwa so ab: Ich habe einen Grand-Mal, meine Eltern geben mir direkt die Rektiole und rufen die 112.
Die kommen an, kurz darauf krampfe ich wieder sehr stark im RTW, und meine Eltern erzählen von meinen Allergien. Was macht der Notarzt, er gibt Tavor i.v..
Darauf habe ich natürlich allergisch reagiert, und zwar so, dass ich im Krankenhaus Gegenmittel erhalten musste und auf Intensivstation lag.
Meine Eltern haben den Notarzt gefragt, warum er denn nicht Diazepam gibt, da das das einzige ist, was ich vertrage. Seine Antwort: "Das haben wir i.v. gar nicht da, wir haben das nur als Rektiolen, und die sind nur für Kinder."

Nur für Kinder? Da hat wohl einer die Packungsbeilage des Medikaments nicht richtig gelesen. Jedenfalls hätte mich der Notarzt auch "richtig" behandeln können, hat er aber nicht, weil "man das bei Erwachsenen nicht macht".
Jetzt ist natürlich meine Angst groß, dass so etwas wieder passiert...
Es ist zwar nicht unbedingt schön, das Notfallmedikament in den Po zu bekommen, aber
es ist mir im Notfall sowieso egal, da ich eh nichts mehr mitkriege und die Intimsphäre unwichtig ist im Vergleich zur Gesundheit.

Ich habe richtig Angst, denn es ist übrigens nicht das erste Mal, dass ich falsch behandelt wurde, wenn der Rettungsdienst den Krampf unterbrechen musste.
Im Krankenhaus haben die Neurologen auch immer richtig gehandelt und mir immer Diazepam (rektal oder i.v.) verabreicht.

Habt ihr irgendwelche Tipps für mich, wie man sowas in Zukunft vermeiden kann?
Warum stellen sich Notärzte und Rettungssanitäter immer quer, wenn es heißt, einem Erwachsenen ein Medikament "rektal" zu geben?
Es ist doch schließlich für alle da, und mein Neurologe hat es mir nicht ohne Grund verschrieben.

Und wie ist das bei euch, welche Notfallmedikamente nehmt ihr und wie wurdet ihr bisher vom Notarzt/Rettungsdienst behandelt, wenn die den Krampf durchbrechen müssten?


Ich hab auch einen Notfallausweis wo extra dick und fett drinsteht: Im Anfall bitte nur Diazepam verabreichen!
Fakt ist ja, dass die das in unserem Rettungsdienstbezirk zwar nicht i.v. an Bord haben, dafür aber als Rektiole (Kinderkoffer) und ich hab zudem auch mein eigenes.

Bitte helft mir, ich weiß echt nicht mehr weiter, was man da noch tun kann! :(

Eure IceDragonX


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