Bewerbung – GdB – Einladung – Bitte Lächeln
Ela807, Monday, 22.08.2016, 14:18 (vor 3645 Tagen)
Als noch jungfräuliche Bloggerin möchte ich gerne ein leidiges Thema ansprechen und freue mich, wenn ihr euren Senf dazu gebt. Alle anderen, die das leidige Thema Jobsuche nicht mehr hören können, klinken sich am besten jetzt aus.
Ich suche schon eine Weile als Kauffrau für Büromanagement einen neuen Schreibtisch und gebe nun in meinem Anschreiben als auch im Lebenslauf meinen GdB von 60 an. Da in vielen Firmen quasi die Werbetrommel für die Einstellung von Schwerbehinderten gerührt wird, bewerbe ich mich natürlich auch gerne dort. Deutschland der Sozialstaat, eine anfallsfreie, medikamentös gut eingestellte Arbeitnehmerin, umfassende Berufserfahrung, durch den GdB sogar vom Staat die ersten Jahre finanziell subventioniert – Hört sich klasse an, oder? Die Einladungen flattern sogar zahlreich in meinen Email-Account.
Größer den je merke ich nun allerdings, dass meine grüne Karte eine Eintrittskarte ist, die zu nichts führt. Viele Firmen müssen mich einladen und meine Green Card fungiert als Wildcard in ein Besprechungszimmer, das keine zweite Tür für mich hat. Von vornherein ist klar, dass ich nicht weiterkomme und ich umkehren muss. Ich klopfe mir die Finger an den Türen der Firmen wund und habe dadurch bald 10 GdB-Punkte mehr. Alles ganz schön behindert, oder?
Ich weiß, dass es eine never ending story ist mit „Beruf – GdB – Epilepsie", aber wer seid ihr? Seid ihr Maxime Mustermann, Schuhgröße 39, blond, GdB 60, Epileptikerin, Krankenschwester oder seid ihr Max Mustermann, braunhaarig, GdB 50, Ingenieur oder vielleicht doch Marianne Mustermann, Rentnerin. Ich bin noch Ela, Schuhgröße 39, blond, GdB 60 und Kauffrau. Im Arbeitsleben habe ich die Epilepsie schon gestrichen. Bald scheint der GdB dran zu sein und danach? Irgendwann steht nur noch grau da.
Wieviele Informationen gebt ihr preis um eine Chance auf dem Arbeitsmarkt zu haben. Bin ich die Einzige, die laut klopft? Soll ich die Haare färben?
Liebe Grüße
Ela
Bewerbung – GdB – Einladung – Bitte Lächeln
Phoenix, Magdeburg, Monday, 22.08.2016, 23:22 (vor 3645 Tagen) @ Ela807
Hallo Ela
Also im Anschreiben erzähle ich grundsätzlich garnichts von der Epi und meinem GdB. Denn dort können die Arbeitgeber wirklich nur nach dem gehen, was da steht. Können sich kein erstes Bild von dir machen, keinen ersten Eindruck, können kein bisschen deine Persönlichkeit einschätzen...und ich denke, hätte ich es mit in die Bewerbungen geschrieben, würde es mir noch immer genauso gehen wie dir.
Ich habe es immer erst im Bewerbungsgespräch angesprochen. Dort dann aber auch immer von selbst aus, so dass es auch etwas selbstsicher rüberkam, habe auch gesagt, dass die Epi den Arbeitsalltag nicht beeinflusst, von den Vorteilen für den Arbeitgeber berichtet...
Vor zwei Jahren ging es mir für ein dreiviertel Jahr noch ähnlich wie dir. Da hab ich mich schon völlig überflüssig bzw wie ein Fall für eine Behindertenwerkstatt gefühlt.
Dann hat mich aber doch ein Arbetgeber genommen, wo ich noch heute bin und vor einem Monat sogar meinen ersten unbefristeten Vertrag in meinem bisherigen Arbeitsleben bekommen habe. Man muss den Leuten wohl nur die Augen öffnen. Zumindest denen, die sich dazu bereiterklären, sich die Augen öffnen zu lassen. Leider sind viele nochimmer sehr vorurteilsbehaftet und nicht bereit, sich mal ein eigenes Bild zu verschaffen.
LG
Der Tommy
Bewerbung – GdB – Einladung – Bitte Lächeln
Ela807, Monday, 22.08.2016, 23:49 (vor 3645 Tagen) @ Phoenix
Guten Abend Tommy,
danke für Deine Antwort.
Das hört sich alles sehr gut an was Deine Arbeitswelt betrifft - toll.
Ich erwähne in meinem Anschreiben "nur" den GdB. Ich wäre verrückt, wenn ich über meinen Temporallappen berichten würde. So wie Du sagst, das hat nichts in einem Anschreiben zu suchen.
Ich nenne mittlerweile auch in den Gesprächen nicht mehr die Krankheit. Die Schwerbehindertenbeauftragten sind meist in den Gesprächen mit von der Partie, aber sie dürfen rein rechtlich nicht fragen, welche Krankheit ich habe. Ich "genieße" und schweige also. Und allmählich wird einfach überlegt, ob das doppelte Schweigen ansteht, d.h. GdB auch raus aus der Bewerbung. Ich heile mich quasi selber.
Ich habe 15 Jahre gebraucht, um locker flockig über meine Krankheit sprechen zu können, es war ein harter Weg und jetzt heißt es wieder verheimlichen und lügen. Ich bin eine typische zickige und trotzige Blondine, die den GdB vielleicht auch aus Provokation einfach drin lässt.
...bis Hartz IV kommt.
Frauen sind ganz schön doof, nicht wahr?
Schlaf gut
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Phoenix, Magdeburg, Tuesday, 23.08.2016, 08:23 (vor 3645 Tagen) @ Ela807
Hey Ela
Also entweder solltest du beides im Anschreiben erwähnen oder garnichts. Ich rate dir aber, garnichts mit hineinzuschreiben.
Wenn du nur den GdB erwähnst, dann überlegen die Arbeitgeber doch sofort "Hmm...was wird der wohl haben, wenn er einen GdB von 60% hat??? Wenn er behindert ist, ist er doch bestimmt zu nichts in der Lage..."
Im GdB steckt nun mal das Wort "Behinderung" mit drin und das verunsichert viele Nichtbetroffene eben sehr schnell und es kommen sofort irgendwelche Vorurteile. Kennst ja die Klischees - Behinderung = Geistig zurückgeblieben....
Also schreibe beim nächsten Mal in das Anschreiben weder etwas von der Epi, noch von dem GdB. Denn da musst du dich sehr gut verkaufen. Erwähne nur Positives von dir.
Und wenn du dann im Bewerbungsgespräch etwas davon sagst, dann versuche es auch als positiv zu verkaufen.
Ich habe es auch schon mal so gemacht, dass ich auch im Bewerbungsgespräch noch nichts von alledem gesagt habe. Erst als die Zusage kam, und ich zum Unterzeichnen da war, habe ich es so ganz nebenbei erwähnt. Denn hätte der Arbeitgeber dann plötzlich gesagt "Nein...dann nehmen wir Sie nicht" dann hätte ich ihn wegen Diskriminierung verklagen können.
LG
Der Tommy
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Ela807, Tuesday, 23.08.2016, 10:02 (vor 3645 Tagen) @ Phoenix
Nein, ein Arztbrief hat in meiner Bewerbung keinen Platz - im wahrsten Sinne. Krankheiten kann man niemals in einem Satz personengetreu beschreiben.
"Schwerbehinderte werden bei gleicher Eignung bevorzugt eingestellt."
Unter dem Strich bin ich einfach nur unglaublich enttäuscht. Ich habe hart gearbeitet, um den Kopf hoch zu halten und das Wort Behinderung laut sagen zu können und jetzt klebt mir wieder jemand den Mund zu. Ich muss nicht jedem auf die Nase binden wer ich bin, wie hoch mein Konto überzogen ist, welche Krankheit ich habe....aber wenn ein Unternehmen solch ein Angebot liefert, dann soll es dies auch erfüllen.
Die Herren bekommen meinen GdB genannt - mehr nicht.
Ich nehme euch aber gerne einmal zu einem Gespräch mit, es ist klasse. Letzte Woche saßen 5 Personen vor mir. Irgendwann kam es zum Thema GdB und ich habe gesagt, dass ich in keinster Weise eingeschränkt bin. Nach Geplauder über mein Projekt A und Projekt B kam dann doch ob ich alleine sitzen kann, lange stehen kann, ob mir das Sehen Probleme bereitet, ob ich einen Assistenten brauche und und und. "Sie können uns das wirklich sagen." Am liebsten hätte ich gesagt, dass mir ab und zu mein "Mund runter fällt", ich oft mit dem "Kopf schüttel", manche Dinge "zweimal sagen muss" damit sie andere verstehen und gelegentlich "aus den Wolken falle".
Ich bin überrascht, denn überall wo ich mich zur Zeit informiere, heißt es:
GdB streichen
Bewerbung – GdB – Einladung – Bitte Lächeln
Petrus, Saarland, Tuesday, 23.08.2016, 01:49 (vor 3645 Tagen) @ Phoenix
Hallo Phoenix
Das freut mich für dich.
Du hast alles richtig gemacht.
LG Petrus
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Petrus, Saarland, Tuesday, 23.08.2016, 01:38 (vor 3645 Tagen) @ Ela807
Hallo Ela, erst mal herzlich willkommen hier.
Ich selbst habe auch GdB 60 allerdings erst seit diesem Jahr.
Ich arbeite in der Firma derzeit seit 13 Jahren und habe erst vor meiner Kur im Jahr 2014 meinem Geschäftsführer davon erzählt.
Der hat das durchaus positiv aufgenommen.
Ich habe allerdings nur Schlafgebundene Anfälle und daher keinerlei Ausfälle was die Arbeitszeiten angeht also eher Pro Arbeitgeber.
Gott sei dank.
Nun zu dir, wenn ich mich bewerben würde käme keine Erwähnung der Krankheit und des GdB darin vor.
Einen ersten Eindruck hat man nur einmal das gilt auch für die Bewerbung.
Wenn es dann konkret wird kannst du es immer noch sagen.
Es besteht übrigens keine informationspflicht über Erkrankungen, das muss entsprechend deiner Art von EPI natürlich dann schon angegeben werden.
Z.B. Wenn ein Führerschein verlangt ist oder im Gewerblichen Bereich mit Maschinen hantiert wird, ist es selbstverständlich.
Wie gesagt es kommt meiner Meinung nach auf Art und Häufigkeit der Anfälle an.
Byby euer Petrus
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Ela807, Tuesday, 23.08.2016, 08:07 (vor 3645 Tagen) @ Petrus
Guten Morgen Petrus,
Danke für Dein Hallo.
Jepp, das hatte ich auch geschrieben. Ich muss nichts sagen und genau das mache ich mittlerweile auch. ...Pssssst...
Die Herrschaften bekommen eine professionell gestaltete Bewerbung inkl. Erwähnung des GdBs und dass mein Leistungsvermögen davon NICHT beeinflusst ist.
Ok, würde ich meine letzte Tablette, die ich vor dem Schlafen nehme im Büro schlucken, dann hätte ich eine weiche Birne, aber ansonsten....nischd nada.
Aber an die Welt da draußen: warum darf ich meinen GdB nicht erwähnen. Warum ist der Schwerbehindertenausweis nicht nur ein Nachteilsausgleich, sondern solch ein schwerwiegender Nachteilsgeber. Warum winken und schreien so viele Firmen "Hallo ihr Schwerbehinderten, wo seid ihr, wir setzen uns für euch ein, kommt her, kommt her" - doch dabei steckt gerade bei ihnen oft nur das saubere, soziale Image was sie vertreten möchten, dahinter. Eine Einladung kommt, ja, aber die Chance zum Bleiben gab es schon vor dem Schreiben der Einladung nicht.
Ich BIN Ela mit Schuhgröße 39 und GdB 60.
Also wenn die Herrschaften den Sozialstaat vorleben, weil sie so laut "schreien", dann trete ich vor und sage einfach "Servus, hier bin ich." Bei den einen passe ich wirklich nicht ins Team oder bin im Vergleich schlechter, anders aber oft bin ich eben nur der Quotenbehinderte, der nuuuuur eingeladen wurde.
Doch nach all den Erfahrungen, muss....ja muss ich mich wohl in der Bewerbung heilen, den GdB streichen, damit ich eine Stelle erhalte. Das ist genau das was ein Arbeitgeber sucht, ein Arbeitnehmber, der verheimlicht und lügt - super!
Ich brauch´ jetzt einen Kaffee, will jemand einen?
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sandytimmy, Tuesday, 23.08.2016, 10:29 (vor 3645 Tagen) @ Ela807
Ich habe im Anschreiben auch nichts davon erwähnt
Ich war ein Jahr bei einem großen deutschen Optiker und mein Vertrag wurde dann nicht verlängert weil ich starke konzentrationsschwierigkeiten habe
Bei einer anderen Bewerbung hat mir mal ein Chef gesagt dass er keine Schwerbehinderten nimmt weil , ich zitiere, die wird man nicht wieder los
So ein Ausweis ist eher ein Nachteil besonders bei kleinen Unternehmen
Die großen müssen wenigstens diese Quote erfüllen
Ein anderer Chef sagte mir auch er zahle lieber diese Strafe für zu wenig behinderte im Unternehmen
Ich habe auch noch 2-3 komplex fokale Anfälle pro Monat gdb 70 mit Merkzeichen B und G
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Ela807, Tuesday, 23.08.2016, 11:08 (vor 3645 Tagen) @ sandytimmy
Hallo Sandytimmy,
ein sehr netter Zusatz von dem Herren. Spricht für seine soziale Kompetenz, oder?
Meine Bewerbungen gehen zu 94% zum öffentlichen Dienst, wer weiß - wer weiß. Allerdings wird meine Zeit allmählich knapp, d.h. mein AlgI läuft aus.
Wie wäre es mit einer Studie, einem kleinen Test des Arbeitsmarktes. Ab heute wird der GdB in meinen Bewerbungen nicht mehr angegeben. Und wenn ich bei solch einer Firma einen Schreibtisch finde, dann......ja dann,......dann weiß ich Bescheid.
Ich beneide jeden in der Runde hier, der eine Arbeit hat - jeden.
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sandytimmy, Tuesday, 23.08.2016, 12:40 (vor 3644 Tagen) @ Ela807
Ja soziale Kompetenz war da nicht vorhanden
Aber wenigstens ehrlich.
Viele denke so sagen aber dass sie sich aus anderen Gründen gegen dich entschieden haben
Im öffentlichen Dienst ist das bestimmt anders
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keki, Thursday, 01.09.2016, 09:39 (vor 3636 Tagen) @ Ela807
Du hast echt Kampfgeist, Respekt! Aber was ist dir wichtiger: Ein Job oder der Wunsch nach Gerechtigkeit? Du musst deine Behinderung in der Bewerbung gar nicht erwähnen und im Gespräch darf der Chef noch nicht mal danach fragen. Wenn du erstmal unterschrieben hast, kannst du die Personalstelle informieren (wg Steuerfreibetrag und Zusatzurlaub. Und wenn du fest drin bist, hast du "von innen" große Möglichkeiten, für die Rechte von Behinderten zu kämpfen, z.B. als Betriebsrätin oder Schwerbehindertenvertretung. So rum hab ich es gemacht und das hat sich gelohnt!
keki
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stepl, Friday, 02.09.2016, 07:54 (vor 3635 Tagen) @ Ela807
Hallo,
Der Arbeitsmarkt ist ein hartes Geschäft!
Was du verkaufst ist deine Arbeitskraft. Wie bei jeder anderen Ware geht es darum, es gut anpreisen zu können.
Der Kunde - der Arbeitgeber - hat noch mehr Angebote auf dem Schreibtisch. Du bist nicht das einzige Angebot.
Es klingt hart, aber es ist so.
Die Qualität deines Bewerbungsschreiben und die des Bewerbungsgespräch ist mit von Bedeutung!
Dich gegenüber anderen Angeboten durchzusetzen!
gruss stepl
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Ela807, Friday, 02.09.2016, 09:08 (vor 3635 Tagen) @ stepl
Guten Morgen keki,
Guten Morgen stepl,
all die rechtlichen Grundlagen sind mir durchaus bekannt. Ich bin mir auch darüberhinaus bewußt, dass Personalrat & Co mit einer schwerbehinderten Person, die im Gespräch NICHT "alles" freiwillig auf den Tisch legt, quasi eine Katze im Satz einstellen würden. Man überlegt es sich eben 19 mal.
Doch es wird in der Stellenausschreibung mit Integration "geworben"?!
- Schwerbehinderte werden bei gleicher Eignung bevorzugt. -
Ich kritisiere diese Lüge. Meines erachtens ist es ein Stempel, der vom Computer automatisch gesetzt wird und nichts dahinter steht. (Ausnahmen gibt´s - natürlich)
Richtig, es ist ein harter harter Kampf auf dem Arbeitsmarkt und es ist vieles nur Schein, aber auch der Arbeitgeber sucht. Es ist wie beim Marketing, der Arbeitgeber macht eine Anpreisung, dann ein Angebot von "Stelle XY" und wenn allerdings keine Nachfrage zu dieser Stelle ist, sitzt nämlich er da und bekommt heftig Probleme.
Ich habe mich nun wie ihr auch selbst geheilt, lasse meinen GdB weg und betreibe versteckte Eigenintegration.
Tausend Dank übrigens an euch, dass ihr auf meine Frage soviel Feedback gebt!
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stepl, Saturday, 03.09.2016, 06:29 (vor 3634 Tagen) @ Ela807
Hallo
»- Schwerbehinderte werden bei gleicher Eignung bevorzugt. -«
Wie bekannt ist die Behinderung? Stellen sie für die Arbeit keine Behinderung da?
Welche Kenntnisse über der Behinderung liegen vor?
Wenn der Arbeitgeber verunsichert ist, nimmt er gesunde oder andere Behinderte.
Bist du der einzige Behinderte der sich bewirbt?
Die Ängste, Verunsicherungen des Arbeitgebers!
Was man mit in die Bewerbung mit einkalkulieren muss.
gruss stepl
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Ela807, Saturday, 03.09.2016, 08:38 (vor 3634 Tagen) @ stepl
Guten Morgääähn stepl,
jepp, das habe ich mit der "Katze im Sack" gemeint.
Dieser Zusatz signalisiert für mich, dass sich das Unternehmen sozial engagiert, dass das Unternehmen aber auch ein Stück weit vertraut. Die Personaler wissen ja, dass man die Schwerbehinderung nicht nennen muss. Aber diese beiden Punkte sind meiner Meinung nach bei vielen falsch. Darum raus damit!
Naja und bessere, ja bessere Mitstreiter haben wir auf dem Arbeitsmarkt überall. Doch für all das habe ich mittlerweile zu viele Erfahrungen gemacht, habe ich zu viele Erfahrungen mitgeteilt bekommen, als dass mein Puls bei dem Thema wieder runter gehen würde.
Verloren haben die, die darauf setzen müssen, dass es Unternehmen gibt, die die Signale auch umsetzen. Was macht denn jemand, der regelmäßig zwischen 17:00 Uhr und 22:00 Uhr Absencen bekommt? Eine excellent qualifizierte Person, die sonst top-fit ist, aber eben manchmal in den Abendstunden ein paar Sekungen in die Luft schaut. Ein Arbeitnehmer, der 8 Stunden arbeiten kann und das auf einem qualitativ hohen Niveau. Er muss die Anfälle angeben meiner Meinung nach, aber er wird keine Arbeit erhalten - zumindest sehr schwer oder nicht in seinem Beruf.
Am 22. Oktober ist übrigens "Tag der Epilepsie" an der Universitätsklinik in Freiburg. Schlägt da jemand von euch auf?
Bewerbung – GdB – Einladung – Bitte Lächeln
stepl, Sunday, 04.09.2016, 07:46 (vor 3633 Tagen) @ Ela807
Hallo Ela807
Es geht noch um was anderes:
Was kannst du?
Das Anpreisen deiner Fähigkeiten! Du musst darin Künstler sein!
Du denkst zu einseitig!
Weil du eine Behinderung hast, damit hast du schon die Stelle!
Was kannst du?
Dich in dem Bewerbungsschreiben und im -Gespräch darauf zu konzentrieren!
als als allerletztes ist deine Behinderung dran.
gruss stepl
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Ela807, Sunday, 04.09.2016, 09:53 (vor 3633 Tagen) @ stepl
Guten Morgen,
genau so sehe ich das auch.
Diese drei Buchstaben sollten aber von vorneherein kein Ausschlusskriterium sein, obwohl doch mit einer besonderen Chance geworben wurde und Personen eingeladen worden sind.
Natürlich geht es überall um Soft-, Hardskills, dient man dem Projekt bla bla aber dieses klitzekleine Detail gehört auch zu mir.
a) Hinter dem "Werbeslogan" steckt nichts - null - nada
b) Vor einem GdB (vor der Einstellung) hat man Angst
Jeder, aber auch wirklich jeeeeeder hat zu mir raus gesagt - raus mit dem GdB aus dem Lebenslauf. Sei es das Arbeitsamt, die Schwerbehindertenbeauftragten verschiedener Unis, unsere Kollegen in den Foren, Freunde, Bekannte, ehemalige Arbeitskollegen, Bekannte aus Betriebsräten, das Krankenhaus - alle haben gesagt:
Du bist gesund und munter (nur Deine steuerlichen Pauschbeträge sind eben höher).
Ich hätte niiiiie gedacht, dass sie recht haben. Dass es schwieriger wird, ja - aber dass es fast unmöglich wird, nein.
Ja Stepl, ich bin verbissen und sehe es vielleicht z.Z. zu oft nur von einer Seite, weil ich sauer bin, weil ich enttäuscht bin, erschrocken und wütend. Ich hätte einfach nicht gedacht, dass gerade der öffentl. Dienst zu oft so agiert - nein, dass er zu oft so unverschämt ist.
Und nun versuche ich mich perfekt zu verkaufen, ich lächle zu allem, bin gesund und munter und behalte die Pauschbeträge.
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stepl, Monday, 05.09.2016, 06:12 (vor 3632 Tagen) @ Ela807
Hallo
»Und nun versuche ich mich perfekt zu verkaufen, ich lächle zu allem, bin gesund und munter und behalte die Pauschbeträge.«
Es ist richtig!
GdB -> Wie am Rande bemerkt
Vielleicht hilft es einem, wenn eine anderer genauso gut ist wie man selbst?
gruss stepl
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Ela807, Friday, 09.09.2016, 14:33 (vor 3627 Tagen) @ stepl
Ich weiß nicht wie gut oder wie schlecht die anderen Mitbewerber sind.
Ich weiß nur wie erfolgreich oder erfolglos die anderen und ich sind.
Auf jeden Fall war das Vorstellungsgespräch gestern noch ein GdB-Gespräch, d.h. im Lebenslauf stand iiiiirgendwo eine Zahl. Im Interview verloren wir aber kein Wort über das Thema, nicht einmal der Schwerbehindertenbeauftragte der Firma war mit von der Partie(y).
Herrlich - ich fühlte mich wie eine gesunde Behinderte!
...der sie hoffentlich demnächst den Arbeitsvertrag zuschicken.
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keki, Tuesday, 06.09.2016, 20:57 (vor 3630 Tagen) @ Ela807
Als Schwerbehindertenvertretung weiß ich, wie ungerecht Arbeitgeber sein können...
Ich drück dir die Daumen!
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Ela807, Friday, 09.09.2016, 14:11 (vor 3627 Tagen) @ keki
Ja? Sind sie das? Alle?
Mist!
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keki, Friday, 16.09.2016, 15:35 (vor 3620 Tagen) @ Ela807
Nee, nicht alle! Und für den Umgang mit den doofen gibt's ja die Schwerbehindertenvertretung oder Betriebsrat/MAV!