Rolando Epilepsi und Schulprobleme

Lilyyy, Tuesday, 15.11.2016, 16:05 (vor 3560 Tagen)

Hallo zusammen,

ich bin auf der Suche nach Eltern, die Erfahrungen mit Rolando Epilepsi bei Ihren Kindern haben.

Mein Sohn hatte mit knapp 8 Jahren seinen ersten Anfall (im Bett, in der Aufwachphase), woraufhin im KH direkt die Diagnose RE gestellt wurde. Das EEG war lehrbuchmäßig.
Da es der erste Anfall war wurde aber erstmal abgewartet.
Nach 3 Monaten kam dann leider ein erneuter Anfall (wieder morgens im Bett) und uns wurde empfohlen ihn auf Ospolot einzustellen. Wir haben uns damit sehr schwer getan, es aber letztlich gemacht, in der Hoffnung damit das Beste für unser Kind zu tun.

Bis auf ein leichtes Zittern der Hände kommt er auch gut klar damit.

Leider hatte er aber seit Schulbeginn und auch jetzt (3. Klasse) noch, Probleme mit dem Lesen und Schreiben. Die Neurologen meinen, dies könne durchaus mit der Epilepsi zusammen hängen, da das Gehirn nachts nicht genug Ruhe bekommt und daher tagsüber die Aufmerksamkeit fehlt.

Ich bin ständig unschlüssig, was ich machen soll. Soll ich ihn zusätzlich auf eine Lese-Rechtschreibschwäche testen lassen? Er merkt natürlich selbst, dass er hier und da Defizite hat und da er noch einen großen Bruder hat, der als einer der Klassenbesten ständig gute Noten vorlebt, führt das sehr viel zu Frust und Tränen.

Ich habe nun etwas Bedenken, wenn ich ihn nun auch noch testen lasse, dass er sich dann noch mehr zurückgesetzt fühlt. Nicht nur, dass er durch die Epilepsi gehandikapt ist, dann womöglich auch noch wegen einer bestätigten LRS.
Andererseits könnte das natürlich auch das Gegenteil bewirken... das er bestätigt bekommt, dass er keine "Schuld" hat.
Obwohl ich mich natürlich stets bemühe ihm das Gefühl zu nehmen.

Trotzdem hat er aber vor allem Schreibprobleme, kein Gespühr für Rechtschreibung etc. pp. und natürlich möchte ich ihn so gut ich kann unterstützen und auf einen guten Weg bringen.

Hat jemand ähnliche Erfahrungen?
Würde mich sehr freuen, mich darüber etwas auszutauschen.

Viele liebe Grüße
Lily

Rolando Epilepsi und Schulprobleme

Green, Tuesday, 15.11.2016, 18:51 (vor 3560 Tagen) @ Lilyyy

Hallo

schau dochmal unter www.epilepsie-elternverband .de vielleicht findest Du da antworten.

Lg
Green

Rolando Epilepsi und Schulprobleme

Lilyyy, Wednesday, 16.11.2016, 08:54 (vor 3560 Tagen) @ Green

Vielen Dank, schau ich mal rein!

LG
Lily

Rolando Epilepsi und Schulprobleme

pegasus, Tuesday, 15.11.2016, 23:50 (vor 3560 Tagen) @ Lilyyy

Es kann von der Epilepsie kommen, aber je nachdem wie er vor den Anfällen war, sofern du dich daran erinnern kannst, würde ich eher die Medikamente in Verdacht sehen, denn alle Medikamente gegen Epilepsie können Konzentrationsschwierigkeiten und damit verbundene Probleme verursachen.

Rolando Epilepsi und Schulprobleme

Lilyyy, Wednesday, 16.11.2016, 08:55 (vor 3560 Tagen) @ pegasus

Hallo,

die Schulprobleme hatte er schon vorher. eigentlich kann ich durch die Medis keine Veränderung in dem Bereich sehen.

Danke und LG
Lily

Rolando Epilepsi und Schulprobleme

pegasus, Wednesday, 16.11.2016, 14:13 (vor 3559 Tagen) @ Lilyyy

Na dann ...

Ich würde dir dann einmal empfehlen mit dem behandelnden Neurologen über einen Wechsel der Medikamente zu sprechen, wenn es tatsächlich gleich geblieben ist, denn das kann auch darauf hindeuten, dass das Medikament schlicht und ergreifend nicht wirkt.

Rolando Epilepsi und Schulprobleme

Petrus, Saarland, Wednesday, 16.11.2016, 00:26 (vor 3560 Tagen) @ Lilyyy

Hallo Lilyyy,
Die Aussage dass das Gehirn eures Kindes nachts nicht genug ausruhen kann teile ich so nicht.
Nach einem Anfall stimme ich dem zu da allerdings recht große Abstände zwischen den Anfällen liegen (3Monate) glaube ich nicht dass die Konzentrationsstörungen und die LRS davon kommt.

Schaut mal im Beipackzettel der Medis nach.

Bei mir ist es auch so ich würde dieses Jahr mit den Medis umgestellt und hab seitdem vermehrt Konzentrationsstörungen und auch Wortfindungsstörungen aber alles noch in erträglichem masse.
Auch Kinder ohne EPI haben LRS.

So nun zu euch Eltern, gebt eurem Kind nicht das Gefühl die Krankheit sei an allem Schuld und wenn sie nicht wäre sei alles besser.
Ich weiß es ist schwer für euch aber ich habe seit meinem 7ten Lebensjahr diese Krankheit und in der Kindheit die Fehler meiner Eltern voll gespürt.

Das geht dann soweit dass du als Kind wegen zu vieler Verbote durch falsch verstandene Fürsorge dich immer mehr zurückziehst.
Ich hatte immer das Gefühl in den Augen meiner Eltern Midleid oder Enttäuschung zu spüren zumindest glaubte ich das.
Meine Empfehlung an euch geht ganz normal mit eurem Kind um, lässt ihm Freiräume und gehabt ihm nicht das Gefühl mit einem Makel behaftet zu sein, ich weiß von was ich rede ich hab die Krankheit schon 44 Jahre.

Ich möchte hier nicht als Besserwisser rüberkommen, mir ist es nur gelegen auch Eltern aus der Sicht eines Kindes zu informieren mit meinen persönlichen Erfahrungen die man , das weiß ich auch, nicht übertragen kann.
Gleichwohl glaube ich dass wir als Eltern unbewusst auch Fehler machen die wir zu erkennen nicht in der Lage sind.
Ihr werdet das schon richtig machen.
Redet wegen der Medis nochmal mit euerm "Neurologen"

Euch allen noch ne Anfallsfreien Zeit
Euer Petrus

Rolando Epilepsi und Schulprobleme

Lilyyy, Wednesday, 16.11.2016, 08:53 (vor 3560 Tagen) @ Petrus

Hallo Petrus,

danke für Deine Antwort!
Es ist gut mal die "kindersicht" zu hören, danke dafür.
Ich bemühe mich schon ihn so gut es geht ganz normal zu behandeln und die Krankheit nicht in den Vordergrund zu stellen.
Manchaml ist das natürlich nicht leicht. Zum Beispiel braucht er einen Integrationshelfer für das Schulschwimmen. Ich wollt eihn aber auf keinen Fall vom Schwimmunterricht ausschliesen.
Im normalen Alltag ist er ja auch gar nicht eingeschränkt. Gott sei dank.

Aber nach Deinem Beitrag werde ichnoch verstärkt darauf achten, wie ich z.B. bei den Hausaufgaben damit umgehe. Jetzt im Moment würde ich sagen ich thematisiere das auch da nicht, aber ich werde mich selbst beobachten.

Weil eben genau das auch mein Gedanke ist... mache ich mit einem LRS-Test die Krankheit noch mehr zum Thema und gebe ihm noch mehr das Gefühl, Defizite zu haben.
Und sollte ich mehr Druck machen und nicht so geduldig sein, wenn er z.B. mal wieder bei den Hausaufgaben schmirrt? Andere Eltern lassen dann teilweise alles nochmal machen. Ich bin da oft nachsichtiger, weil er eh schnell frustriert ist.
Aber vielelicht ist das falsch?

Ist sehr schwer manchmal das abzuwägen...

Viele Grüße
Lily

Rolando Epilepsi und Schulprobleme

Green, Wednesday, 16.11.2016, 16:33 (vor 3559 Tagen) @ Lilyyy

Hallo

hilfreich kann auch www.famoses.de sein

Andere Eltern lassen dann teilweise alles nochmal machen. da für habe ich meine Eltern gehasst...da geb ich mir die ganze Zeit mühe und dann ist ein Wort/Satz falsch geschrieben und ich muss alles nochmal machen...entsetzlich.

Die anderen Eltern...danach nicht entscheiden... sondern nach einem selber vertrauen sie sich...wieso sollten sie es den falsch machen.

Gruss Green