"blutiger" Anfall

mezeg, München, Thursday, 24.11.2016, 14:21 (vor 3552 Tagen)

Hallo,
Wollte Sonntag Abend die letzte Lamotrigin-Erhöhung aufgrund des Anfalls im September vornehmen. Abgesehen von einer familien-verursachten Aura Ende Oktober lief alles gut.
Kurz vor der Medikamenten-Einnahme schalte ich den Computer ein, um eventuelle Mails zu sehen. Und weiß den Code nicht mehr! Wundere mich nicht einmal (!), meine Tochter weiß es doch, nehme ihren Code-freien Zugang, sehe nur eine weiße Seite (W-Lan vielleicht nicht eingeschaltet?) und das war's!

Befinde mich dann auf dem Boden in einer sonderbaren Atmosphäre, kann mich trotz verzweifelten Versuchen nicht aufrichten, ich könnte sogar geschrieben haben. (*) Es hat Zeit gebraucht, bis ich wieder normal denken und Bestand aufnehmen konnte.

Deutliche dicke Blutlacke am Boden, z.T. ganz, z.T. verschmiert, Handteller-großer Blutfleck am Sweat-Shirt, so dicht, daß die Bluse darunter ein Ei-großer Fleck noch hatte, ein Veilchen am Auge, Beule darüber, Hämatomen um das Auge, an der anderen Schulter, am Knie. Auch ober einer Lippe eingerammt, mit Hämatom aber auch ein kleines Loch, der einzige offene Punkt, woraus wohl Blut gelaufen ist. Paßt nicht zur Menge.
Dann ist mir wieder eingefallen, daß im Oktober mir zweimal eine Nadel in die Vene gesetzt wurde und eigentlich fachmännisch entfernt wurde. Das erste Mal lief mir das Blut regelrecht runter, als ich mich im Taxi anschnallen wollte, das zweite Mal noch im Warteraum. Ich dachte, es sei Fahrlässigkeit. Jetzt frage ich mich, ob es nicht mit der ASS zu tun hat, die ich seit einer langen Weile nehmen soll. Ist aber bis jetzt nie passiert.

War gestern beim Neurologen. Er schließt aus, daß Blutvergießen mit der Epilepsie war zu tun hätte, läßt aber sowieso ein Blutbild machen. Im EEG sind epileptische Neigungen RECHTS zu sehen, dabei wurde ich LINKS operiert. Das Lamotrigin läßt er mich um 1/4 von 400 - gerade angekommen! - auf 500 erhöhen. Wenn das nicht reicht, kommt etwas dazu oder anstatt.

Bin ziemlich niederschlagen. Wie in einer anderen Ebene angekommen, noch weiter von den Normalen. Dazu ständig Fragen, wenn Leute mein Gesicht sehen!

mezeg

* Schläft mein Kater seitdem nicht mehr auf meinem Bett??

"blutiger" Anfall

Green, Thursday, 24.11.2016, 16:28 (vor 3552 Tagen) @ mezeg

Hallo
...ach das ist doch nur....scheibe....:-(
Alles Gute :-)

Gruss Green

"blutiger" Anfall

lyrella, Friday, 25.11.2016, 08:06 (vor 3552 Tagen) @ Green

Hatte gerade eine Gänsehaut als ich das gelesen hab :( ich hoffe du hast dich einigermassen gut erholt.
Ich wünsche dir gute Besserung und drück dich ganz lieb :)

An Euch beiden

mezeg, München, Friday, 25.11.2016, 09:59 (vor 3552 Tagen) @ mezeg

danke für Euere Mails, das hilft sehr zur Rückkehr in die Normalität!

Besser geht es schon, fühle mich nur noch bei schnellen Bewegungen etwas schwindlig. Montag liegend im Bett drehte sich noch alles um, wenn ich mich vom Liegen auf den Ellbogen aufstellte.

Gestern habe ich zum Italienisch-Kurs das Rad genommen: kurze Strecke, alles auf Radwegen. War auch bereit jederzeit bei Bedarf abzusteigen. Ging schon, fühlte mich aber etwas wackelig. So gab ich meine geplante (sehr) kurze Strecke Richtung autofreies Wald auf. Mal schauen heute Nachmittag.

Falle natürlich überall auf - zumindest nicht um! Im Italienisch-Kurs, kleiner netten "Alte-Schachtel-Gruppe", wurde ich sofort gefragt, über die Epilepsie sind sie seit langem informiert. Alle sehr lieb und freundlich. Lehrerin erst beruhigt, weil ich am Vortag beim Neurologen war.

Am Nachmittag längst geplante Kontrolluntersuchung nach Akupunktur beim Orthopäden. Kenne ich schon seit einer Weile, immer freundlich und lächelnd. Bin sofort aufgefallen, die kleine Wunde an der Oberlippe hätte er noch akzeptiert, aber nicht das Veilchen um das Auge. Meine Erklärung mit dem Rattanregal hat ihm nicht gefallen. Habe also eben vom GM-Anfall und dem Verdacht mit dem Blutverdünnern berichtet, wie vom Besuch beim Neurologen am Vortag.

Erst dann wohl beruhigt hat er meinen Knie überprüft. Würde mich nicht wundern, wenn er beim berechtigten Verdacht auf Mißhandlung nicht locker gelassen hätte. Im Supermarkt wurde ich nicht angesprochen, Nachbarn habe ich (noch) nicht gekreuzt.

Da ich Sonntag Abend planmässig um 25 mgr erhöht hatte, eilt es mir sogar die nun neuen 25 mgr nächsten Sonntag zu nehmen. Warte auch auf die Ergebnisse des Blutbilds beim Neurologen, um beim Internisten wegen des ASS anzurufen. Inzwischen nehme ich es nicht.

Viele Grüße
mezeg

"blutiger" Anfall

pegasus, Friday, 25.11.2016, 11:37 (vor 3552 Tagen) @ mezeg

Ähm, das ASS soll wohl zur Blutverdünnung eingenommen werden, oder?

Ich habe nämlich einen Nachbarn, der hatte nen Herzinfakt und der muss das auch nehmen und wenn der sich rasiert, dann blutet das wie sonst was.

Ansonsten würde ich dir empfehlen, dass sich deine Ärzte einmal damit auseinandersetzen sollten, ob sich deine Medikamente generell miteinander vertragen, denn ASS soll nicht genommen werden bei Funktionsstörungen der Leber und soweit ich weiß, gibt es nur wenige Medikamente gegen Epilepsie, die nicht über die Leber verstoffwechselt werden und als Nebenwirkung eben eine Einschränkung der Leberfunktion haben.

Und was das Blutvergiessen angeht, so hat das nur indirekt etwas damit zu tun, denn der Wirkstoffpegel wird dann ja gesenkt, so dass es zu Anfällen führen kann. Aber soweit ich dich verstanden haben, hattest du ja erst den Anfall und dann erst den Blutverlust.

"blutiger" Anfall

mezeg, München, Friday, 25.11.2016, 18:58 (vor 3551 Tagen) @ pegasus

Es sind wohl zwei theoretisch voneinander unabhängig Faktoren. Weitere GM-Anfälle einerseits - Neurologe zuständig, Blutverdünnung andererseits - Internist zuständig. Der LDLC-Wert ist / war bei mir etwas erhöht, HDLC dafür optimal (dank Olivenöl und Radfahren), Verhältnis zueinander o.k. Es wurde aber leichte Arterio-Sklerose in der Carotidis entdeckt, das Blut läuft ohne Probleme vorbei aber Vorsicht ist geboten. Daher vom Internist Simvastatin und ASS seit 2010 - also kurz bevor Meningeom und Epilepsie entdeckt wurden. Lamotrigin nehme ich seit März 2011, Blutentnahme bekomme ich jährlich zwecks komplettes Check-Up beim Internist, dazu 2 x im Jahr Abnahme zur Lamotrigin-Kontrolle + Kreatinin-Wert. Kein Problem mit der Blutentnahme, ich drücke kurz darauf und das war's.

Es ist wirklich ein neues Phänomen. Die Lamotrigin-Dosierung ist neuerdings schon erhöht worden. Habe gerade den Beipackzettel durchgelesen. Bei den sehr seltenen Nebenwirkungen steht: "schwerwiegende Blutgerinnungsstörung, die unerwartete Blutungen und blauen Flecken hervorrufen kann". Vielleicht ist es einfach die Kombination von ASS und einer neuerdings erhöhten Lamotrigin-Dosierung. ASS nehme ich momentan nicht, warte auf die Ergebnisse der Blutuntersuchung beim Neurologen, um den Internist zu fragen. Wenn Lamotrigin die Rolle von ASS übernimmt, ist es auch o.k.

Der Blutverlust kam nach dem GM-Anfall, Folge des "Umarmens" des Rattanregals. An sich logisch aber viel zu viel für eine kleine Wunde. Der GM erfolgte kurz vor der regulären Einnahme vom AE, der Blutspiegel wurde schnell wieder ausgeglichen. Auch weil ich gerade an diesem Abend die letzten 25 mgr zu 400 nahm. Nun muß ich aber von 400 auf 500 kommen.

danke für Deine Bemerkungen, hilft mir einen klaren Kopf zu finden.

VG
mezeg