Anfall

Dani41, Sunday, 11.12.2016, 18:33 (vor 3534 Tagen)

Hallo, ich hab seit 9 Jahren Epilepsie. Hab aber nicht Regelmäßig Anfälle, am 2.12 hatte ich nach 3 jähriger pause wieder einen. Der mich jetzt richtig runter zieht,da ich zusätzlich unter einer Angststörung leide. Bisher hab ich meine Anfälle nie gemerkt,was diesmal anders war, nur bin ich als die Unruhe, das zittern und die Übelkeit kam von einer Panikattacke aus gegangen und hab wie ich das immer mache in der Situation meine Aufgaben weiter gemacht. Nachdem ich dann wieder zu mir kam und Begriff was da passiert war, war auch gleich meine Angst wieder sehr real seitdem geht alles nur noch unter größter Anstrengung und sobald es irgendwo zwickt bin ich auf Alarm Eingestellt. Diese Situation nicht mehr zu wissen was ist jetzt nur eine Panik und was könnte ein Anzeichen sein für einen Anfall macht mich verrückt.Morgen will mein Arzt entscheiden ob er mich Hoch dosiert, nehme im Moment Lamotrigin 50 mg morgens u. 50 mg abends. LG

Anfall

mezeg, München, Monday, 12.12.2016, 09:38 (vor 3534 Tagen) @ Dani41

Hallo Dani,

bin seit etwas früher als 2010 epileptisch. Die Hirnhaut-Tumor wurde sehr spät diagnostiziert und erst rausgeschnitten.

Nach der OP hat sich schnell herausgestellt, daß ich doch epileptisch bleibe, wenn auch in anderer Form. Am Anfang habe ich nur 50 - 0 - 50 Lamotrigin akzeptiert, dann nach zwei Anfälle 100 - 0 - 100. Weil ich in dieser Zeit doch oft komische Gefühle und Angst vor einem anderen Anfall hatte, setzte mich der Neurologe auf 125 - 0 - 100. Drei Jahre Ruhe, dann ging es wieder los. Das erste Mal - draußen in einer Gruppe, bin aber selber vom Rad abgestiegen - ich wollte nicht erhöhen. Das zweite Mal fünf Monate später nach einem vom Fußgänger verursachten Sturz doch Aufdosierung. Fünf Monate später durch emotionalen Stress wieder + Aufdosierung. Drei Monate später - wieder emotionalen Steß. Diesmal sagte der Neurologe deutlich erhöhen, um über die Anfall-Welle zu springen. Zwei Monate später - dieses Jahr im November - nochmals und mit Verletzung. Diesmal noch deutlicher erhöhen. Nun von 125 - 0 - 100 damals auf 250 - 0 - 250 etappenweise erhöhen.... Mir fehlen noch 50 mgr, ich fühle mich aber bereits von Unruhe und Anfall-Angst befreit. Nebenbei verweigere ich mich unnötigem emotionalem Streß und hoffe, daß es eine Weile hält.

Als ich noch auf 50 - 0 - 50 war der Neurologe ablehnend: so eine Mini-Dose seit im Blut nicht nachweisbar. Wenn ich aber 6 Monate ohne Probleme bliebe, könnte es für mich ausreichen. Betonung auf das "Konditionell". Er hatte Recht.

Ich bin definitiv kein Neurologe und Deinen muß Du auf jedem Fall besuchen und ihm Deinen Anfall möglichst deutlich ausführlich beschreiben. Aus meiner persönlichen Erfahrung und die Beurteilung meines Neurologen kann ich nur vermuten, daß bei Dir die Dosierung erhöht werden soll. Aber nochmals ausdrücklich: Nur der Neurologe kann es beurteilen.

Viel Glück

mezeg

Anfall

Dani41, Monday, 12.12.2016, 11:38 (vor 3533 Tagen) @ mezeg

Danke für Deine Antwort mezeg,

Ich geh nach jedem Anfall zum Neuro und diesmal gibt es sogar einen Bericht vom Krankenhaus, wobei auch dort steht ohne Befund. Meine eegs sind immer in Ordnung, das ct war auch ohne Befund und mein Lamotrogin wird auch nicht erhöht wie ich seit heute weiß. Die Angst bleibt, weil ich nicht verstehe was der Auslöser ist. Halte mich an alles was mir geraten wurde, trinke keinen Alk. und schlafe manchmal mehr als 8 Stunden. LG

Anfall

pegasus, Monday, 12.12.2016, 18:38 (vor 3533 Tagen) @ Dani41

Hast du dich einmal über sogenannte Auren informiert?

Das was du da beschreibst, würde ich in dem Zusammenhang als epigastrische Aura interpretieren

http://www.epilepsie-gut-behandeln.de/service/epilepsie-lexikon/detail/1564/epigastris...

und du solltest schauen, wo die Unterschiede zwischen einer Panikattacke bestehen und eben jener Aura. Ebenso verhält es sich bei anderen Auraformen.

Wenn du die Unterschiede bemerkst, kannst du dir auch angewöhnen unterschiedlich zu reagieren und auch aggieren.

Anfall

Dani41, Monday, 12.12.2016, 20:50 (vor 3533 Tagen) @ pegasus

Hallo, danke für den Link.

Denke du könntest Recht haben, bisher kannte ich das so nicht. Meine letzten Anfälle verliefen immer so das ich ohne warnung plötzlich umgefallen bin, wird jetzt eine heraus Forderung den unterschied zulernen. Wobei ich vor etwa 3 Monaten einen Vorfall hatte so ähnlich wie diesmal nur das ich mich hin gelegt habe und geschlafen hatte, mein Neuro schiebt solche vorfälle Grundsätzlich auf meine Angsterkrankung, aber Grunde kann ich mit der Angst umgehen. Jetzt nachdem ganzem hab ich wieder extrem zukämpfen, aber denke wenn ich mir die Zeit nehme wird das wieder.

Anfall

Ute, Tuesday, 10.01.2017, 11:32 (vor 3504 Tagen) @ Dani41

Bei 7 von 10 "Epileptikern" liegt eigentlich keine echte Epilepsie vor, sonderen eine Psychosomatisch (Psychogen) erzeugte Epilepsie. Das sind dann (wahrscheinlich)die Patienten, bei denen die Tabletten nicht helfen! Zu unterscheiden ist das schwer, aber es gibt Hinweise.
bei meinem Sohn scheint das auch so zu sein. Ein wichtiges Indiz sind geschlossene Augen beim Anfall, sowie keine Verletzungen beim Sturz, keine Zungenbisse, oder Inkontinenz (bei großen Anfällen) Auch keine Muskelkaterschmerzen danach sowie rasche erholung nach dem Anfall.
Herausfinden kann sowas nur eine Spezialklinik. Die gibt es bei uns zum Bsp, in Kleinwachau!
In einer normalen Klinik...hat man keine Chancen...an diese Variante muss man selbst daran denken....
LG Ute

Anfall

Ute, Tuesday, 10.01.2017, 11:57 (vor 3504 Tagen) @ Ute

ach so...also wenn Du sowieso unter einer Angststörung leidest, dann lass unbedingt ausschließen, dass es keine Psychogene Epilepsie ist. Denn die kann man heilen!!!!
Herausfinden kann das jedoch nur eine Spezialeinrichtung. (Kleinwachau z.Bsp.)
Alles Gute, Ute

Anfall

pegasus, Wednesday, 11.01.2017, 00:00 (vor 3504 Tagen) @ Ute

@Ute

Nichts für ungut, aber das ist schlicht und ergreifend falsch was du schreibst.

Alles was du schriebst führte bei meinen Neurologen dazu, dass sich mich mit dissoativen Anfällen bzw. psychogen, wie du sie es nennst, beschrieben, aber ich habe tatsächlich beide Formen.

Als ich nachfragte in der Klinik wurde mir gesagt, dass die Neurologen meistens nicht in der Lage sind zu erkennen, was typische Anzeichen bei einem EEG für eine Epilepsie sind und was nicht. Ebenso wurde mir mitgeteilt, dass es genau umgekehrt ist, nämlich, dass die Mehrheit psychogene Anfälle diagnostiziert bekommen, obwohl es tatsächlich eine echte Epilepsie ist.

Bei über 120 bekannten Epilepsieformen ist das auch nicht verwunderlich. Mein Neurologe hat eine Spezialisierung auf MS und wie ich in einem anderen Beitrag schrieb, war und ist der nicht im geringsten damit einverstanden, dass die in der Epilepsieklinik etwas anderes diagnostizierten als er.

Auch die Grundlage, für das erkennen von vermeintlichen dissoativen Anfällen ist sehr Fabelhaft, denn es wird nur gesehen. D.h die, die diese Diagnosen stellen machen das auf Grundlage Ihrer Beobachtungen und nicht weil sie ein EEG oder so herangezogen haben. So war ich mal in einer Traumaklinik und da wollte mir eine Ärztin tatsächlich erzählen, so mit Ihrer Glaskugel, sie könne erkennen was ein echter Anfall sei und was nicht. Das nach den wissenschaftlichen Grundsätzen das gar nicht möglich ist, wird dann gewissentlich ignoriert.

Ich würde dir daher empfehlen, informiere dich richtig und vollständig und benutze auch mal deinen gesunden Menschenverstand, denn es ist schon verblüffend auffällig, dass die Ärzte nicht danach suchen was dafür spricht, sondern nur als Grundlage dafür nehmen, was dagegen spricht.

Kein Epileptiker hat immer eine permanente Anfallsbereitschaft vorhanden, dennoch wird das als Grundlage genommen. Kein Epileptiker hat ständig Anfälle und/oder ist Anfallsauslösenden Faktoren ausgesetzt, trotzdem wird das als Grundlage genommen. Kein Epileptiker ist wie der andere und dennoch wird auch das als Grundlage genommen.

So kann und funktioniert Medizin allerdings nicht und wer sich so etwas einreden lässt, wie du offenkundig, der sollte einmal davon wegkommen und in den Ärzten nicht mehr die Götter in Weiß sehen, sondern auch nur Menschen.

Und wie jeder andere Mensch, sind auch Ärzte nicht unfehlbar.