Umgang mit Sturzrisiko bei Grand-Mal-Anfällen

Joy, Friday, 27.01.2017, 19:31 (vor 3487 Tagen)

Hallo!
Mein Freund hat vor einem Jahr mit 34 Jahren erstmalig einen Grand-Mal-Anfall gehabt, dem dann im vergangenen Jahr zwei weitere gefolgt sind (trotz Levetiracetam-Behandlung). Er hat keine Aura, sodass er einfach von einer Sekunde auf die andere "wie ein gefällter Baum" nach hinten umfällt. Ich mache mir große Sorgen, dass er einen Anfall bekommt, wenn er alleine irgendwo ist und sich dabei schwer am Kopf verletzt und keiner ist da, um ihm zu helfen. Meine Sorgen sind geringer, wenn er auf Arbeit oder irgendwo unterwegs ist, wo andere Menschen sind, die schnell einen Arzt rufen können.
Am schlimmsten ist es, wenn er alleine zu Hause ist. Da schreibe ich ihm sehr häufig Nachrichten und frage ihn, ob alles in Ordnung ist. Ich weiss, dass das auf Dauer nicht gut ist, weil er sich ständig unter Beobachtung fühlt, aber ich weiß nicht recht, wie ich sonst mit dem Sturz- und Verletzungsrisiko umgehen soll, auch wenn es grundsätzlich bei bisher drei Anfällen pro Jahr nicht sehr hoch ist.

Ich habe große Angst, dass er bei einem Anfall so ungünstig stürzen könnte, dass ihm etwas Schlimmes passiert.

Nun meine Frage: Ist jemand von euch in einer ähnlichen Situation und kann mir einen Rat geben, was ich tun kann?

Ich habe schon über einen Sturzmelder nachgedacht. Würde uns das jemand in unserer Situation empfehlen oder hat jemand damit bereits Erfahrungen?

Über Antworten würde ich mich sehr freuen, denn ich bin momentan etwas ratlos, wie ich mit meinen - ein Stück weit auch berechtigten - Sorgen langfristig umgehen soll.

Vielen Dank und herzliche Grüße
Joy

Umgang mit Sturzrisiko bei Grand-Mal-Anfällen

pegasus, Saturday, 28.01.2017, 00:53 (vor 3487 Tagen) @ Joy

Nur weil jemand Epilepsie hat, bedeutet es, dass ein erhebliches Verletzungsrisiko besteht. Wäre dem so, dann wäre es bei mir bisher nicht bei einem einmaligen Schleudertrauma geblieben, sowie bei einem anderen Male schürfwunden.

Daher würde ich grundsätzlich empfehlen, wenn du dir so viele Sorgen machst, dann gehe zur famoses Schulung

http://www.famoses.de/

Für deinen Freund wäre die Moses Schulung passender

http://www.moses-schulung.de/

Umgang mit Sturzrisiko bei Grand-Mal-Anfällen

Joy, Sunday, 29.01.2017, 12:27 (vor 3485 Tagen) @ pegasus

Hallo pegasus,
vielen Dank für deine Rückmeldung. Du hast natürlich recht, dass Verletzungsrisiko ist nicht erheblich, aber bei Grand-Mal-Anfällen eben höher als bei anderen Anfallsformen. Mit meine Sorgen versuche ich schon, besser umzugehen. Die MOSES-Schulung hat mein Freund schon gemacht. Die FAMOSES-Schulung ist leider doch eher etwas von Eltern von an Epilepsie erkrankten Kindern. Da habe ich das Gefühl, dass ich fehl am Platz bin...
Wie gehen denn deine Angehörigen oder Freunde mit deinem Verletzungsrisiko bzw. der Tatsache, dass du dich schon mal verletzt hast, um?
Hast du schon mal bzw. habt ihr schon mal über so etwas wie einen Sturzmelder nachgedacht, um mehr Sicherheit zu bekommen?
Herzliche Grüße
Joy

Umgang mit Sturzrisiko bei Grand-Mal-Anfällen

stepl, Sunday, 29.01.2017, 15:57 (vor 3485 Tagen) @ Joy

Hallo,

Das Problem ist der Glaube an das "faul sein" das Nichts tun.
Beim Kind sprechen wir vom Bewegungsdrang, der Drang sich zu bewegen.
Auch Erwachsene Menschen haben einen Bewegungsdrang, daher auch der Stress
und warum wir nicht immer so können wie wir wollen.

Schon wenn das Kind Laufen lernt, lernt es noch was anderes: Stürze abzufangen.
Es lernt hinzufallen, aber auch runter zu fallen und andere Stürze abzufangen.

Also mach dir nicht so viel Sorgen.


Gruß stepl

Umgang mit Sturzrisiko bei Grand-Mal-Anfällen

pegasus, Sunday, 29.01.2017, 17:39 (vor 3485 Tagen) @ Joy

Mir ist bisher nur 2 mal etwas passiert. Einmal fällt das unter bescheiden gelaufen, weil ich schlicht und ergreifend mit dem Stuhl gekippelt hatte, dann einen Anfall bekam und dann mit dem Nacken gegen einen Heizkörper gefallen bin. Resultat war: Schleudertrauma!

Beim zweiten Male hatte ich nur eine tiefere Schürfwunde am Unterbein und eine Schürfwunde am Unterarm.

Ansonsten hatte ich bisher nur Zerrungen davon getragen und das obwohl ich schon seit 1999 die Diagnose habe und noch länger bereits umgekippt war. Die Wahrscheinlichkeit, dass tatsächlich etwas schlimmes passiert ist daher nicht höher als bei Menschen ohne Epilepsie und daher bleibt es deine eigene Entscheidung:

Entweder immer in Sorge um deinen Freund leben oder einfach mal darauf vertrauen, dass nichts passiert!

Umgang mit Sturzrisiko bei Grand-Mal-Anfällen

Green, Sunday, 29.01.2017, 17:57 (vor 3485 Tagen) @ Joy
bearbeitet von Green, Sunday, 29.01.2017, 18:13

Hallo Joy

..nein über so einen Sturzmelder habe ich nie nach gedacht den was ändert das ...nix.

Ihre Nervosität kann ich verstehen...nur letztendlich ist es seine Verantwortung wie er damit um geht.
Einen Diabetiker können sie ja auch nicht ständig an mailen ob er nicht unterzuckert.
So blöd es auch klingt..sie werden sich daran gewöhnen müssen....und sehen sie es dochmal so ..sie können auch über die Strasse gehen und angefahren werden.
Das sind Gedanken die helfen können.

Es gibt Dinge die für mich hier nicht ins Forum gehören...neben meinem Namen ist ein Mail wenn Sie mögen schreiben sie mich an.

Auch wenn die Famoses-schulung aus Ihrer Sicht mehr für Eltern/Kinder ist...das Problem ist das Gleiche oder?
Mal hin gehen und sehen.

Gruss Green