Provozierten GM zur Pflege von Depression/Schizophrénie

mezeg, München, Sunday, 09.04.2017, 09:22 (vor 3416 Tagen)

Aus der Zeitung Oest-France
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« électroconvulsivothérapie » (ECT)
thérapie appliquée pour soigner les troubles de l’humeur, en particulier la dépression profonde et, plus rarement, la schizophrénie. Le CHU de Nantes traite cinq à six patients tous les matins.
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Therapie gegen tiefer Depression und seltener Schizophénie.

Im Artikel wird erklärt, daß mit Elektroschock - viel niedriger als bei Reanimation - einen GM-Anfall bewußt provoziert wird, damit die Problem-Zonen sich wieder zum richtigen Platz positionieren. Bei Medikamenten erfolglos behandelter Depressionen oder Schizophrénie.

In der Uni-Klinik werden täglich 5 / 6 Patienten täglich behandelt.

mezeg

P.S Nantes ist übrigens eine schöne Stadt, vom Atlantik 90 km entfernt... :-D :-D :-D :-D

GM

papillon, Sunday, 09.04.2017, 20:01 (vor 3415 Tagen) @ mezeg

Hallo mezeg,

die Theorie, dass GM-Anfälle eventuell festgefahrene Muster lösen, ist mir auch aufgefallen.

Gruß papillon

P.S.
Bin über Ostern eine Woche an der Gironde-Mündung und erfreue mich über den Atlantik.
Das ist dann Entspannung pur.

GM

mezeg, München, Monday, 10.04.2017, 09:00 (vor 3415 Tagen) @ papillon


P.S.
Bin über Ostern eine Woche an der Gironde-Mündung und erfreue mich über den Atlantik.
Das ist dann Entspannung pur.

Und ich bin Ende Mai in Nantes - meine Stadt! Aber nicht in der "Clinique Universitaire" ;-) ;-)

Ein Neffe ist Arzt zwar Allergologue, ich werde aber mit ihm darüber reden.

Und an der Küste natürlich auch!

Grüße die Gironde für mich

mezeg

Provozierten GM zur Pflege von Depression/Schizophrénie

pegasus, Wednesday, 12.04.2017, 20:07 (vor 3412 Tagen) @ mezeg

Ähm, tja, das ist kein provozierter GM, dass ist schlicht und ergreifend das Grillen des Gehirns
.

Die Wirksamkeit ist hierbei auch umstritten, dieses habe ich durch Zufall eher erfahren bei einer Schulung in einer Traumaklinik und ich weiß nicht, man sollte sich darüber im klaren sein, dass das nicht bei einmal kurz anlegen bleibt, sondern dass das alles mehrmals gemacht werden muss, damit dieser vermeintlich "sichtbare" Erfolg, auch tatsächlich zustande kommt.

Wer sein Hirn schädigen will, kann das gerne tun, aber ganze als Grand Mal Anfall zu bezeichnen halte ich dann doch für zynisch.

GM

papillon, Wednesday, 19.04.2017, 12:46 (vor 3405 Tagen) @ mezeg

Hallo mezeg,

habe dem Atlantik Grüße von dir ausgerichtet. Er hat sich mächtig gefreut.
Bin vom Sonnenschein am Meer ins Schneetreiben Zuhause gekommen. Eine sehr interessante Situation.

Was den Grand-Mal betrifft, so genügen mir die, welche sich ab und an von alleine zeigen.
Vermutlich sind provozierte Anfälle in Situationen relevant, wo es zur Festlegung der Epilepsie unter fachärztlicher Kontrolle von Bedeutung ist. Das regelt dann ein Facharzt für Epilepsie.
Hat der Artikel, welchen du erwähnt hast, etwas mit Epilepsie zu tun? Bis auf den Grand-Mal eigentlich nicht, der ist provoziert und einmalig. Dennoch ist es interessant, darüber geschrieben zu haben.

Einen Gruß von mir nach Nantes.
Fahre ich das nächste Mal über die Bretagne nach Charente-Maritime, dann werde ich Nantes besuchen.

papillon

GM

mezeg, München, Thursday, 20.04.2017, 09:15 (vor 3405 Tagen) @ papillon

Hallo Papillon,

das - noch bestehende - Schneewetter geht mir auch auf den Keks, das Fahrrad jammert in der Garage. Und die europäische Wetterkarte im TV tut weh... Schön, daß Du Sonne hattest.

Den Artikel versuche ich nun zu deuten. Es geht definitiv nicht um Festlegung von epileptischem Potential, ich vermute - bin eigentlich sicher, daß die Patienten vorher gründlich darauf untersucht werden. Nur für wen sicher nicht epileptisch, dafür aber schwer depressiv / bipolar ist, Medikation erfolglos.
Es geht gezielt darum, einen Krampf à la GM zu provozieren, um "Ordnung" im Gehirn wieder herzustellen. Vielleicht wird ein besonderes Gebiet präzis gewählt - Vorsicht: dies war nicht im Artikel, nur meine eigene Vermutung!

In Artikel einer dieser Stadtviertel Zeitungen gab es mal eine kurze Erklärung der Epilepsie, konzentriert, fachmännisch. Für mich so kurz nach deren Erscheinung sehr hilfreich. Den Satz "Epilepsie ist ein kurzes Gewitter im Gehirn" ist mir in Gedanken geblieben.

Bei dieser "Elektro-convulsivo-Therapie" wird der Krampf gewiß unter medizinische intensive Bewachung durchgeführt. Dürfte sehr kurz sein und ohne die üblichen Nachwirkungen. Ob die Bezeichnung "GM" im Artikel ausdrücklich stand, weiß nicht mehr, das Wort Epilepsie aber definiv. Vielleicht auch verwendet, um die Prozedur für Durchschnitt-Leser deutlich zu erklären, so "à la Epilepsie".

Ich fand es sehr positiv, daß Epilepsie nicht nur wie normale Krankheit erwähnt wird, sondern aus der Tabu-Zone rausgezogen. Mit suggeriertem Hinweis: "kann doch sogar positive Aspekte haben"

So habe ich den Artikel empfunden. Es war auch nicht das erste Mal, daß Ouest-France etwas über Epilepsie schrieb, als Tatsache und nicht "warnend" wie bei selbst verursachter Zirrhose, AVC, Fettsucht etc.

Fliegst Du dann nach Nantes, zum Flughafen "schmollendes Schloß"?

Kenavo

mezeg

Nochmals ausdrücklich: mein persönliches Verständnis des Artikels.

GM

pegasus, Thursday, 20.04.2017, 10:24 (vor 3404 Tagen) @ mezeg

Das was du beschreibst nennt man eine EKT = ElektroKrampfTherapie und wie ich in meinem anderen Beitrag schon schrieb, halte ich es für sehr fragwürdig, dieses zu verniedlichen, denn dabei können erhebliche Gehirnschädigungen auftreten

https://de.wikipedia.org/wiki/Elektrokrampftherapie#Unerw.C3.BCnschte_Wirkungen

GM

mezeg, München, Thursday, 20.04.2017, 10:33 (vor 3404 Tagen) @ pegasus

also electro-convulsio-thérapie heißt genau EKT - "convulsion" = Krampf aber mit Schütteln, mit Muskelkrampf nichts zu tun -. Über die Wirkungen, positiv wie negativ äußere ich keine Meinung. Ich habe nur den Artikel zusammen gefaßt und was ich davon verstehe. Keine medizinische Meinung.

Deinen Link schau ich an, wenn der Kater seine Siesta auf meinem Art gnädigerweise
beendet hat...

VG

mezeg

GM

papillon, Thursday, 20.04.2017, 16:01 (vor 3404 Tagen) @ mezeg

Hallo mezeg,

nun scheint die Sonne auch hier.

Ich hab mich jetzt auch mal näher mit der EKT - Methode auseinandergesetzt und je mehr ich darüber erfahren habe, desto besser gefällt mir meine medikamentös behandelbare Epilepsie.
Wobei mit dem entsprechenden Medikament, und der dazugehörigen Neurologin, welche sich keine Zusatzkenntnisse für den Bereich Epilepsie aneignet, sich eine Depression einschleichen kann. Der Einsatz eines neuen Medikaments und der Entzug eines alten Medikaments hat mir dann eine Psychose beschert. Nach meinem dritten Anfall tagsüber und den reichhaltigen Informationen hier im Forum habe ich mir den Termin im Epilepsiezentrum geholt.

Es ist immer von Bedeutung, wie der Arzt zu dem Patienten und dessen Bedürfnissen steht. Vielleicht ist es auch der Entzug des Schlafmittels (Antiepileptika), welches mich zum Nachdenken gebracht hat.

Für mich ist dieses Forum auch dafür geeignet, Dinge anzusprechen, welche ausgewogen betrachtet werden. Dafür habe ich dann meinen freien Willen, um bei weiteren Schritten selbst zu entscheiden.

P.S.
Ich habe vor, die Küste Frankreichs abzuklappern, dabei über "Mont Saint Michel", um die "Bretagne" zur "Ile de Re". An der spanischen Grenze über Land und am "Mittelmeer" zurück soweit es geht.
Dabei biege ich dann zwischendrin nach "Nantes" ab. Wird bestimmt lustig.

papillon

GM

mezeg, München, Friday, 21.04.2017, 10:31 (vor 3403 Tagen) @ pegasus

Das was du beschreibst nennt man eine EKT = ElektroKrampfTherapie und wie ich in meinem anderen Beitrag schon schrieb, halte ich es für sehr fragwürdig, dieses zu verniedlichen, denn dabei können erhebliche Gehirnschädigungen auftreten

https://de.wikipedia.org/wiki/Elektrokrampftherapie#Unerw.C3.BCnschte_Wirkungen

Hallo Pegasus,

den Text habe ich aufmerksam gelesen. Dazu nicht nur der Geschichte dieser medizinischen Handlung.

Eigentlich das Gleiche wie im Ouest-France Artikel aber ausführlich erklärt.

EKT ist nicht eine Therapie gegen Epilepsie sondern ein gezielt provoziertes GM als Therapie bei medikamentös-resistenten besonderen Formen von Depression. Ausführlich auch für die Unerläßlichkeit ausführlicher Voruntersuchungen, Betreuung des Patienten während und danach, Nebenwirkungen etc. erklärt.

Zu Wikipedia France gesprungen. Dieses Thema wird auch bei Wikipedia France behandelt. Grundsätzlich sehr nah, wenn auch mit deutlichem Hinweis auf verschiedene Meinungen in der Ärzteschaft. Negative Nebenwirkungen kritisch betrachtet. Andersrum detailliert über die Anwendung, Dauer, Stromleistung, Anästhesie, Position der Elektroden, Patientenbetreuung.

Die Diskussion überlasse ich den Fachärzten. Meine Meinung ist, daß beide Parteien sehr oft auf ihrer Weise recht haben, sich aber unbedingt mit der anderen Seite austauschen müßten. Nochmals: nur persönliche Meinung.

Diese Diskussion hier ist "nur" äußerst interessant und informativ, als selber Epileptiker sind wir für einen provozierten Anfall definitiv "ungeeignet". :-D :-D :-D

VG und bestem Dank für die Vertiefung des Thema.

mezeg

GM

mezeg, München, Friday, 21.04.2017, 10:46 (vor 3403 Tagen) @ papillon

Hallo Papillon,

über das Thema Elektro-convulsivo-Therapie habe ich den von Pegasus angegebenen Bericht aufmerksam gelesen und dazu die Wikipedia-France. Beides sehr interessant, habe entsprechend bei Pegasus angegeben. Ich gestehte, bin zu faul, um es bei Dir rein zu kopieren. Asche über meine Haupt...

Deine Meinung über dieses Forum entspricht ebenfalls meinem Interessen daran.

mezeg

P.S. Die Bretagne habe ich fast 20 Jahre lang beradelt. Zuerst intensiver an der Küste, dann immer mehr im Inneren, wo ich faszinierendes fand und meine eigene Familie darüber hinwies. Sie fahren auf der Autobahn und werfen keinen Blick links und rechts. Mit dem Fahrrad kann ich außerdem jederzeit überall stoppen, mit einer "Limousine" wäre es komplizierter...

Habe einmal auf seine ausdrückliche Bitte einen Kumpel vom Fahrradclub mitgenommen. Nicht ganz so begeistert: Als Mannbild und viel jünger natürlich viel besser als ich. Noch schlimmer: Auf dem Rad war er bereits in China und Neuseeland, wird ihm die Bretagne nur fad erscheinen? Umgekehrt. Am vierten Tag habe ich die Möglichkeiten an Sehenswürdigkeiten etwas reduziert, damit er sich dran gewöhnt. Sein Kommentar danach: "In Neuseeland fährt man in wunderschöner Landschaft aber irgendwie immer das Gleiche. Bei Euch gibt es jedes 5 Kilometer was anderes zu entdecken!"

GM

mezeg, München, Friday, 21.04.2017, 10:55 (vor 3403 Tagen) @ pegasus

Laut deutschen Artikel wurde bei der medikamentösen Versuchen Kampfer vor der EKT-Lösung versucht. Hat mich erstaunt, ich kannte es in meiner Kindheit als Motten-Abschreckung. Wurde auch ausdrücklich gewarnt, daß die kleinen weißen Kugeln giftig sind und definitiv nicht gegessen werden dürfen.

Eigentlich bei derem Geruch war die Warnung vollkommen überflüssig. :-D :-D :-D :-D

mezeg

GM

papillon, Thursday, 11.05.2017, 16:29 (vor 3383 Tagen) @ mezeg

Hallo mezeg

Bin wieder fit und mit dabei.
In der Nacht zum 21.04. hatte ich einen GM aus dem Schlaf und am Tag darauf einen ordentlichen Muskelkater mit Kopfschmerzen.
Es kam eine Zeit, da hatte ich keine Lust mehr über Epilepsie zu kommunizieren.

Ich vermute, die Gedanken an Frankreich haben mir in dem Moment den Atlantik nahe gebracht, und das hat mir gut getan.
Danke für die Inspiration.

papillon

GM

mezeg, München, Thursday, 11.05.2017, 19:48 (vor 3383 Tagen) @ papillon

Hallo mezeg

Ich vermute, die Gedanken an Frankreich haben mir in dem Moment den Atlantik nahe gebracht, und das hat mir gut getan.
Danke für die Inspiration.

papillon

Hallo Papillon,

ich freue mich, wenn ich Dir was fröhliches gebracht habe.

Im Moment spielt Epilepsie für mich keine Rolle. Eine Nichte ist plötzlich zusammengefallen und kurz danach trotz OP an einem Aneurismus gestorben. Ich stelle nun kleine Texte, Fotos und sonstige Erinnerungen zusammen, um sie als Erinnerung-Dokument zu verfassen. Meine Schwester sagt, es hilft ihr die Trauerarbeit zu ertragen und ich habe das Gefühl meiner Nichte eine Nachricht zu schicken.

Dich sollte ich nicht damit belasten, es geht mir aber ständig durch den Kopf

mezeg

GM

papillon, Friday, 12.05.2017, 10:04 (vor 3383 Tagen) @ mezeg

Hallo mezeg,

ich möchte zurückhaltend Anteil nehmen.
An deiner Situation und wie du sie verarbeitest.

Für mich gehört das Sterben zum Leben, genauso wie die Geburt, welche sich eine gewisse Zeit vorher ankündigt. Das Sterben kann sich ebenfalls ankündigen, oder wie du beschreibst, sich plötzlich vollziehen.

Ich wünsche dir eine gute Zeit.

papillon