Das streben nach Perfektion und die Angst vor dem Nichts
Den Spruch "nichts ist Perfekt" hat ja jeder schon mal gehört. Aber wenn man dann anfängt über die Bedeutung dieses Satzes nachzudenken, dann stellt man fest, dass dahinter sich eine bitter süße Erkenntnis verbirgt...
Denn es ist Wahr; in dieser Welt, in der wir uns befinden, existiert die Perfektion nicht. Hier in dem uns bekannten Universum herrscht neben den von Menschen entdeckten Naturgesetzen, auch das Chaos und das Ungleichgewicht; es fehlt immer was. Zu sehen ist es in allen Lebenslagen und Situationen....Es fehlt und mangelt immer an etwas an einer oder anderen Stelle, es ist nie vollkommen...
Der menschliche Geist oder Verstand versucht diese Vollkommenheit, diese absolute Perfektion (manche bewusst viele unbewusst) zu erreichen und zu erlangen, doch gelingt es nie...
Denn in der existenziellen Ebene des Daseins ist es nicht machbar...
Andererseits gibt es im menschlichen Bewusstsein (bei manchen bewusst, bei vielen unbewusst) die Angst vor dem Nichts (wenn man anfängt sich zu fragen wo gehen wir hin, wo kommen wir her); ich mein den absoluten Nichts...
Da kommt mir die Epilepsie wie ein Fenster vor, das ab und an uns geöffnet wird, damit wir hinter das Gefängnis (was ich Körper nenne) blicken können. Denn in diesem chaotischen und absolut unvollkommenen Universum, welches das Dasein genannt wird, ist die Sichtweise auf das Perfekte sehr beschränkt. Nämlich die Ego-Perspektive und das was wir mit unseren 2 Augen, Ohren und der Speicherkapazität der Walnuss da im Kopf sehen, hören und erfassen können...
Dabei ist es doch so einfach; denn jeder von uns kennt es und jeder hat es erlebt, die so genannte Perfektion oder das perfekte Universum, denn wir waren alle dort und kommen von dort. Von einem perfekten Ort, wo kein Ort ist und sonst auch nix ist, nämlich das absolute Nichts. Dort herrscht das vollkommene Gleichgewicht...Oder ein perfektes Universum.
Es fehlt nichts, man braucht nichts, denn dort ist nichts und wir waren ein Teil von dem Nichts. Eben die absolute Freiheit von Allem.
Viele Menschen die unter Epilepsie leiden, fürchten den Teil, wenn die Wahrnehmung des Daseins schwindet; wenn auf einmal, Raum, Zeit, das Ich-Bewusstsein und jegliche Gedanke, alles und jeder verschwindet und man von einem Augenblick in den anderen plötzlich sich im absoluten Nichts befindet, dort wo eine Sekunde, eine Minute gleich ist wie eine Ewigkeit...
Das lässt viele unsicher durch diese chaotische und unvollkommene Welt wandeln. Denn durch die Epilepsie (was ein Fensterblick zu anderen Universen aus meiner Sicht ist) fühlen sich viele eben unvollkommen und nicht perfekt (man hat Angst, das man irgendwohin fällt und sich blamiert oder sonst was)...
Dabei ist es unmöglich in diesem Universum ein vollkommenes Individuum zu sein (perfekt zu sein). Denn es ist die Natur des Daseins, Unvollkommen zu sein...So ist die Furcht, die man empfindet, (wenn der Prozess des Anfalls, des Verschwindens aus dem Dasein beginnt) nicht die Furcht vor dem Nichts... Es ist die Furcht der Erkenntnis, das man aus dem Perfekten Zustand wieder in dieses Chaos, diese Unvollkommenheit gezogen wird....
so wie der Spruch es ja schon sagt:
Nichts ist perfekt...
So das alle in der heutigen Welt nach der Perfektion streben und das Nichts dennoch fürchten...(Unterbewusst will man hin und dennoch hat man angst davor...)
So seid euch eurer Selbst nicht unsicher und fühlt euch nicht unvollkommen, denn es ist die Natur dieses Universums und wir sind ein Teil davon...Also nicht nötig sich zu verkriechen, zu verstecken oder gar sich zu schämen.....
Liebe Grüße an alle Müden da draußen von einem unvollkommenen Walnussbesitzer :)
Ebenso lag es mir fern, ein Urteil zu fällen.