Braucht man ein Notfallmedikament?

N-Walker, Monday, 27.11.2017, 13:13 (vor 3183 Tagen)

Hallo Ihr Lieben!

Mein Neurologe hat gesagt, ich bräuchte kein Notfallmedikament, das dauere viel zu lang, bis es wirke. Außerdem könne man mir sowieso nichts in den Mund legen, da ich bei einem Anfall mit den Zähnen knirsche. Auf einer Schulung habe ich von einem flüssigen Notfallmedi (Buccolam) gehört, bei dem man nur die Wange etwas wegziehen muss, um es in den Mund zu spritze. Aber der Neuro meint, dass braucht man nur bei Kindern ...

Habe allerdings erst zwei Anfälle gehabt (Sept. und Dez. 2016) und die morgens im Schlaf. Seit Jan. 2017 nehme ich Lamotrigin und bin seitdem anfallsfrei.

Liebe Grüße, Monja

Braucht man ein Notfallmedikament?

Green, Monday, 27.11.2017, 19:24 (vor 3183 Tagen) @ N-Walker

Hallo

nein braucht man nicht.
Warum wollen sie eins? Weil das Internet davon redet?

Gruss Green

Braucht man ein Notfallmedikament?

N-Walker, Tuesday, 28.11.2017, 14:13 (vor 3182 Tagen) @ Green

Hallo Green, :-)
danke für Deine Antwort.
Ich habe eine Frage formuliert ;-) : Habt Ihr ein Notfallmedikament für den Fall, dass ein Anfall nicht aufhören will oder mehrere hintereinander kommen (Status E.)?
Wie seht Ihr das, sollte man für so einen Fall eins haben? Wenn ja, welches habt Ihr? Habt Ihr Erfahrungen damit?

Braucht man ein Notfallmedikament?

pegasus, Monday, 27.11.2017, 22:22 (vor 3183 Tagen) @ N-Walker

Ein Notfallmedikament ist nur bei einem Status bzw. bei einer Anfallsserie notwendig und vorher nicht

http://www.epilepsie-vereinigung.de/epilepsie/erste-hilfe/notfallbehandlung/

Sollte das nicht gegeben sein, dann brauchst du auch keines ...

Braucht man ein Notfallmedikament?

N-Walker, Tuesday, 28.11.2017, 14:21 (vor 3182 Tagen) @ pegasus

Hallo pegasus, :-)

danke für Deine Antwort!
Naja, wie kann man wissen, ob man nicht irgendwann einen Status bekommt und eins braucht?

LG Monja

Braucht man ein Notfallmedikament?

pegasus, Wednesday, 29.11.2017, 13:34 (vor 3181 Tagen) @ N-Walker

Dafür gibt es die 112 die man anrufen kann, denn solange man nicht einer realistischen Gefahr ausgeliefert ist, dass es zu einem Status kommt, solange macht es keinen Sinn ein Notfallmedikament mit sich zu führen.

Ich hatte bisher auch nur 3 Mal seit 1999 einen Status und jedesmal wurde ich entsprechend mit einem Notfallmedikament versorgt durch den gerufenen Notarzt, das bedeutet aber nicht, dass ich das jedesmal benötige, denn die übrigen Anfälle führten nie zu einem Status.

Daher kann man davon ausgehen, dass man sich selbst hier in Panik versetzt und hier würde ich echt raten, geht erst einmal zu einer MOSES Schulung, denn jede Epilepsie ist individuell zu betrachten und nicht alle Epilepsien sind gleich.

Braucht man ein Notfallmedikament?

Green, Wednesday, 29.11.2017, 13:57 (vor 3181 Tagen) @ pegasus

:-) :-) :-) :-) :-)

Braucht man ein Notfallmedikament?

humba61, Tuesday, 28.11.2017, 16:47 (vor 3182 Tagen) @ N-Walker

Bei einem sekundär generalisierten Anfall braucht man auf jeden Fall ein Notfallmedikament. Dies kann auf verschiedene Art und Weise verabreicht werden, insbes. nasal (Midazolam) oder sub-lingual (Tavor).

Braucht man ein Notfallmedikament?

mezeg, München, Wednesday, 29.11.2017, 11:46 (vor 3181 Tagen) @ humba61

bei einem GM-Anfall wurde mir lt med. Bericht ein Notfallmedikamet verabreicht, weil ich sehr "unruhig" war. Im Krankenhaus kam ich "somnolent" an.

Wie es verabreicht wurde, kann ich nur ahnen. Habe eine "Albtraum-Erinnerung": lag liegend in einem dunkleren Raum, links deutliches Licht - die Tür von Sanka war wohl offen, und ein Mann in roten Hose über mich. Dann panische Verzweiflung, weil ich keine Luft mehr bekam und Angst zu ersticken hatte. Ich vermute, sie haben mir die Nase zugehalten, damit ich den Mund aufmache.

Habe mich wohl sehr heftig gewehrt, weil ich gerade eine Radtour leitete und meine Pflicht erfüllen wollte??

Bei den zwei anderen GM-Anfälle "draußen" kam ich unter einigermassem Bewußtsein aber deutlicher Sprachschwierigkeit an. Das erste Mal ging es erst wieder, nachdem sie einen französische Pfleger organisiert hatte. Ich hatte wohl im Sanka irgendetwas in meiner Sprache gestammelt, dann wieder abgetaucht. Der Sanitäter saß rechts von mir.

Das zweite Mal kam ich viel schneller zum Bewußtsein, wohl weil sie mir eine Sauerstoffmaske aufgesetzt hatten und weil... der Sanitäter meine Reaktionsfähigkeit mit sanftem Streicheln auf der Wange überprüfte. Vom Gesprochenen verstand ich nur etwas unter Bewußtsein, im Sanka überhaupt nichts... bei dem Dialekt nicht so erstaunlich. Habe im Kopf gekämpft, um in Wörter auszudrücken, daß ich als Ausländerin deren Dialekt nicht richtig verstand, dafür die Situation vollkommen aufnahm. Ich brachte nur "Ich bin Französin zusammen". Kurz danach bei Ankunft im Krankenhaus war ich vollkommen da: erklärt, daß ich die Radljacke ausziehen wollte, weil es mir zu warm war, gezielt in die Rückentasche ein Taschentuch nehmen, Aufkünfte über meinen Blutdruck freiwillig angab.
Dies ohne Notfall-Medikament.

Es würde wohl wenig bringen so ein Notfall-Medikament dabei zu haben. Ob Du selber noch Zeit hast, es selber zu nehmen? Ob Du gerade mit jemanden bist, der über Dein Problem informiert ist, weiß wo das Medikament steckt, wie er es verabreichen kann? Gibt es soviel Leute in Deiner unmittelbaren Nähe?

Wie immer: Neurologin bin ich nicht!

mezeg

Kleiner Rat: GM-Anfälle nur in Österreich! Um Deine Reaktionsmöglichkeit zu testen, wirst Du da gestreichelt aber nicht gepikst :-D :-D :-D :-D

Braucht man ein Notfallmedikament?

sandra79, Thursday, 18.01.2018, 11:38 (vor 3131 Tagen) @ humba61

Hallo huba61 und natürlich auch alle Anderen :-D

ich habe u.a. auch sekundär generalisierte Anfälle (teilweise mehrmals die Woche) und auch kein Notfallmedikament. Hätte ich allerdings auch nicht gewollt. Es gab mal eine Zeit da hat mein Neuro mir eins verschrieben... ein Zäpfchen. Da bin wahrscheinlich ein bisschen zu pingelig... mitten in der Stadt die Hose runter und rein damit. Nein Danke. Ich komm ganz ohne aus.

LG
Sandra