Levetiracetam

Katie 27, Wednesday, 03.04.2019, 12:07 (vor 2691 Tagen)

Hallo meine Lieben, ich bin etwas verzweifelt. Ich hatte mit 16 Jahren das erste Mal einen epileptischen Anfall. Leider gibt es keinerlei Hinweise wieso, weshalb warum. Ich habe keinerlei Narben im Hirn, Unfälle odg.auch EEGs sind immer unauffällig,es gibt keinerlei Reaktionen, außer, dass mich das Flackerlich beim EEG unglaublich nervös macht. Es gibt auch keinen in der Familie der Epilepsie hat. Ich mutmaße,dass mein Körper vielleicht sensibel reagierte oder es an der Migräne lage. Ich hatte seit der Diagnose um die 4 Anfälle. Zu dieser Zeit war ich psychisch sehr belastet, ich musste ein sehr traumatisches Ereignis verarbeiten und habe mich zusätzlich schulische massiv unter Druck gesetzt, ich wollte gegen Erwartungen aller beweisen was ich leisten kann. Bis mein Kopf sagte, nö, kein Bock mehr. Jetzt bin ich 27 und hatte meine letzten Anfall vor knapp 4 Jahren. Der Anfall hatte die Ursache, dass ich grad Mutter geworden bin, ich hatte massiven Schlafmangel und Ruhe Mangel, da ich sowohl von meinem damaligen Partner und auch der Familie keinerlei Unterstützung hatte. Und war so übermüdet, dass ich übersehen hatte, dass meine Medikamente leer waren. Nach dem WE auf dem Weg zur Ärztin, hatte ich einen leichten Anfall. Er dauerte so 2 Minuten und generell hatten meine Anfälle eine Dauer von aller maximalst 5 Minuten.

Es wurden verschiedene Medikamente getestet. Das Erste das gut einstellbar war, war Keppra. Leider übernahm das die Kasse nicht weiter, weshalb ich auf Levetiracetam umsteigen musste 1000mg tägl. Das nehme ich jetzt schon seit ein paar Jahren. Ich weiß, dass es eigentlich recht gut verträglich ist. Aber seit mein Kleiner auf der Welt ist, wurde ich immer müder. Ich habe alles checken lassen, auch bei verschiedenen Ärzten. Magen Darm, Blutbild groß und klein, Schilddrüse usw. Allerdings wird die Müdigkeit nicht besser, sie wird sogar schlimmer. Genauso wie die Konzentrationsprobleme,welche ich auf die Müdigkeit zurückführe. Ich habe auch mittlerweile sehr viel Unterstützung, meine Mutter nimmt den Kleinen öfter weshalb ich mich langsam mehr und mehr frage, kann es vielleicht doch an den Medikamenten liegen, dass ich die Müdigkeit und die Konzentrationsprobleme habe? Ich weiß, dass Nebenwirkungen eher am Beginn der Einnahme auftreten, aber ist es vielleicht doch möglich? Sollte ich mit meiner Neurologin reden? Ich denke nach dem dritten Anfall war es, als ich meine Ärztin fragte ob auch ein Leben oder Medikation möglich ist. Und sie sagte, dass ich sie für immer nehmen müsste.

Ich möchte eine Sache erwähnen wo ich weiß, dass folgendes nicht unbedingt lobenswert ist, aber nach der Diagnose Epilepsie, habe ich aufgehört Alkohol zu trinken, für ganze 7 Jahre. Die letzten ca. 2 Jahren habe ich wieder regelmäßig Alkohol konsumiert. Ich habe deshalb oft abends auf die Tablette "verzichtet", bzw. die Tablette früher als üblich genommen. Ich gebe auch zu, dass es etwas ausgeufert ist. Es war einfach weil ich mir in meiner Jugend keinem Raum gewährt habe, mein Grenzen zu testen, ich hatte, sagen wir es so, andere Dinge im Kopf, ich musste erwachsen sein, für meine Mutter und meine Brüder da sein. Als ich dann merkte, dass das regelmäßige Party machen mit Alkohol mir körperlich und psychisch immer schlechter getan hat, habe ich es wieder aufgehört. Mittlerweile bringe ich nicht mal mehr ein kleines Gläschen Sekt runter, weil mir der Alkohol kaum noch schmeckt.

Ich hoffe es kann mir jemand weiter helfen.

Alles Liebe

Levetiracetam

mathilda, Wednesday, 03.04.2019, 12:21 (vor 2691 Tagen) @ Katie 27

Hallo Katie,

Nebenwirkungen können auch nach langer Einnahme des Medikamentes eintreten. Ich würde auf jeden Fall mit deinem Arzt sprechen und evtl wäre ein anderes Medikament für dich besser.

Wichtig ist die regelmäßige Einnahme des Medikaments, am besten zur gleichen Uhrzeit. Obwohl bei mir zB zwei Std später oder eher nichts ausmachen. Bei anderen kann sowas schon einen Anfall auslösen.

Schön, dass dir kein Alkohol mehr schmeckt. Lass es mal dabei, ist besser. Du hast Verantwortung für dein Kind und die Medikamente wirken auf das Gehirn, ebenso der Alkohol. Finde ich keine gute Mischung.

Als mein Kind so klein war, war ich auch immer so extrem müde und habe viel geschlafen. War wie ausgepowert und hab trotzdem nichts gemacht. Zum Glück hat mir mein Mann viel geholfen. Aber ob es damals am Trileptal oder am Keppra lag, weiß ich nicht mehr.

LG und viel Kraft :-)

Levetiracetam

Katie 27, Wednesday, 03.04.2019, 14:46 (vor 2691 Tagen) @ mathilda

Liebe Matilda, ich danke dir für deine rasche Antwort. Das mit dem Alkohol bleibt auf alle Fälle so. Ich bin auch froh, dass mein Körper so drauf reagiert. Es hätte ja auch ganz anders kommen können.

Ich wusste nicht, dass sich das im Laufe der Medikation auch ändern kann. Aber ich danke dir sehr für deine Wort und werde deinen Rat beherzigen.

Dir auch viel Kraft.
Danke.

Levetiracetam

pegasus, Wednesday, 03.04.2019, 17:28 (vor 2691 Tagen) @ Katie 27

Nur einmal so eine Frage:

Wie kommst du darauf, dass die Kassen das Medikament nicht mehr übernehmen?

Der behandelnde Neurologe hätte hierzu nur das Aut Item ankreuzen müssen auf dem Rezept, weil die Generika einer Schwankung von 80 - 120 % haben dürfen. Das bedeutet, der Wirkstoff wirkt halt entsprechend, so dass die Dosis bei den Generika, sofern man es wieder wechseln muss, jedesmal neu angespasst werden muss.

https://www.epikurier.de/archiv/ausgabe-22006/generika-in-der-epilepsietherapie/

Im übrigen ist Leviarecetam der Wirkstoff von Keppra ;)