Tiefe Depressionen
Aram, Friday, 17.01.2020, 22:06 (vor 2402 Tagen)
bearbeitet von Aram, Friday, 17.01.2020, 22:30
Ich bin 52 und habe gehofft dass meine Anfaelle unter Kontrolle sind. Ich habe jetzt wieder nach 8 Monaten einen Anfall. Ich habe mich verletzt, weil ich es nicht kommen sah. Ich kann nicht aussprechen wie elend ich mich gerade fuehle. Ich war so gut drauf, habe alles richtig gemacht (dachte ich) und dann passiert das.
Ich weiss dass ich nach einiger Zeit wieder besser drauf sein werde. Diesmal hat der Anfall auch noch meine Stimmung total umgehauen.
Tiefe Depressionen
Aram, Friday, 17.01.2020, 22:35 (vor 2402 Tagen) @ Aram
Wie ergeht es euch nach dem Anfall und wie lange dauert es? Es ist nicht mein erster Anfall, aber ich fuehle mich diesmal besonders elend. Es waere gut wenn ihr mir eure Erfahrungen mitteilen würdet.
Tiefe Depressionen
stepl, Saturday, 18.01.2020, 05:10 (vor 2401 Tagen) @ Aram
Hallo,
Ich bekomme die Anfälle im Schlaf. Ich bekomme sie nicht mit.
Am Tag darauf bin ich durch die Körpertätigkeiten im Schlaf müde. Ich verbringe die
meiste Zeit des Tages mit schlafen. Obwohl ich den Tag viel mit Schlafen verbringe,
habe ich in der Nacht keine Probleme mit Schlafen.
Durch das viele Schlafen bekomme ich mit, dass ich einen Anfall hatte.
Tiefe Depressionen
Aram, Saturday, 18.01.2020, 15:15 (vor 2401 Tagen) @ stepl
Ich bin euch dankbar dass ihr antwortet. Das ist mir wichtig diese Beiträge zu lese.
Tiefe Depressionen
mathilda, Saturday, 18.01.2020, 09:21 (vor 2401 Tagen) @ Aram
Hallo Aram,
das kenne ich nur zu gut und ich habe ein paar Tage dafür gebraucht, bis es mir wieder gut ging. Doch ich hatte zu der Zeit einige Anfälle an einem Tag und war dementsprechend mehr geschlaucht.
Doch als sich meine Einstellung zu meinen Anfällen geändert hat, hat sich alles verbessert.
Auch meine Umstellung hat geholfen.
Früher ist in mir jedes mal wieder eine Welt zusammen gebrochen und ich fragte mich immer wieder: wie kann ein Mensch sowas intensives aushalten?
Inzwischen habe ich akzeptiert, dass ein Anfall einfach so, ohne erkennbaren Grund kommen kann. Naja, dann habe ich danach halt wieder drei Tage, in denen es mir schlecht geht, danach ist es wieder vorbei. Ich kann nichts machen, es ist so...
Eine Psychotherapie kann unterstützen, das Forum hier auch. Ich musste anfangs viel über meine Anfälle reden, erzählen wie es mir geht. Zum Glück hat mein Mann viel Verständnis.
Die Depris kamen bei mir von den Anfällen, das arme Gehirn ist müde und muss sich wieder erholen. Wenn man anders krank ist, von mir aus eine einfache Erkältung, fühlt man sich auch schlapp mit nicht der besten Stimmung.
LG
Tiefe Depressionen
Mad, Saturday, 18.01.2020, 12:02 (vor 2401 Tagen) @ Aram
Hallo Aram,
es gibt eine sogenannte postiktale Depression, die nach Anfällen auftritt. Es könnte sein, dass du davon betroffen bist.
Es ist immer ein Rückschlag, wenn nach längerer Pause wieder einmal ein Anfall auftritt. Aber lass dich davon bitte nicht zu sehr unterkriegen. Es kommen auch wieder bessete Tage!
Wenn du merkst, dass die depressive Stimmung nicht weggeht, kann eine Psychotherapie angeraten sein. Du kannst auch mit deinem Neurologen oder Hausarzt darüber sprechen, wie es dir geht.
Viele Grüße
Florian
Tiefe Depressionen
Perchen, Saturday, 18.01.2020, 17:46 (vor 2401 Tagen) @ Aram
Hallo Aram,
ich hatte immer so eine "Was wäre wenn" Phase nach den Anfällen. Hatte mal einen im Treppenhaus und hätte ich zwei Schritte weiter gemacht, dann wäre ich halt krampfend die Treppe runtergeseglt. Einmal bin ich auf unserem Küchenfußboden in einem Scherbenmeer aufgewacht. Naja jedenfalls kamen dann immer die Gedanken... was wäre wenn du die Treppe runtergefallen wärst, was wäre wenn ich vom Rad falle, was wäre wenn ich nun auf dem Bahnsteig krampfe... usw. Mein Exfreund hat da leider viel zu beigetragen durch seine eigenen was wäre wenn Gedanken... Irgendwann habe ich dann beschlossen, dass das Leben zu kurz ist für solche Gedanken und ich es eh nehmen muss, wie es kommt. Klar kann ich mich darum kümmern, dass ich keine zusätzlichen Risikofaktoren dabei sind. Trotzdem musste ich für mich einen Weg finden wie Epilepsie und meine Psyche zusammen einen Weg finden können, mit dem ich glücklich leben kann. Mein Freund unterstützt mich wo er nur kann und jeder Anfall der kürzer, klarer ist als die anderen vorher sind ein kleiner Erfolg. Jeder Monat anfallsfrei sein ist ein Erfolg. Klar kommen die Rückschläge, wenn ein neuer Anfall kommt, aber ich glaube fest daran, dass es irgendwie wird. Und ich motiviere mich jedesmal vom neuem und erinnere mich an soo viele schöne Augenblicke, die trotzdem gingen und genieße die Zeit einfach so gut ich es eben mit der Epilepsie eben kann.
LG
Tiefe Depressionen
Millian, Monday, 20.01.2020, 21:58 (vor 2399 Tagen) @ Aram
Ich kann das sehr gut nachvollziehen. Meine Grand Mal Anfälle sind immer nur im Schlaf aber ich brauche danach ca. 14 Tage bis ich wieder ungefähr so klar wie voher bin. Dazwischen aber tiefe Depressionen, alles fühlt sich schwer und wie klebrig an. Ich muss mich anstrengen um zu funktionieren. Mache dabei einen sehr anspruchsvollen Job.
Ich habe vor Jahren angefangen Cannabis zu nehmen, weil ich den Zustand aufheben wollte, das hat auch funktioniert. Mehr Anfälle hatte ich deswegen wohl nicht, eher weniger.
Ich war auf Keppra eingestellt und damit (+ Cannabis + gar nicht so wenig Alkohol) letztendlich fast anfallsfrei aber die Nebenwirkungen der Gesamtmischung waren nicht akzeptabel. Dennoch - ich stehe dazu - war es gut, sich der Depression nicht zu überlassen.
Habe vor 4 Wochen auf Briviact gewechselt und habe das Gefühl das Leben fängt nochmal neu an. Alles ist leichter und klarer, diese permanente Schwere ist weg.
Ich würde aus meiner Erfahrung empfehlen, die Depressionen mit allen (!) Mitteln zu bekämpfen, das muss man nicht aushalten.
Tiefe Depressionen
stepl, Tuesday, 21.01.2020, 11:11 (vor 2398 Tagen) @ Aram
Ich bin 52 und habe gehofft dass meine Anfaelle unter Kontrolle sind.
Es kann an den Wechseljahren liegen. Sie sind wie die Pubertät. Jetzt wird alles wieder
rückgängig gemacht.
In der Pubertät wurde manchen gesagt, sie sollen nicht zurückdenken. Die Erinnerung an
unsere Kindheit geht von alleine zurück. „Mutti, du musst mir doch das Nuckeln abgewöhnen!“
„Du hörst alleine mit nuckeln auf!“ antwortete sie mir.
Die Erinnerungen kommen zurück. Manche können im Alter ihr eigenen Lebensroman schreiben.
„Ich muss ja nichts machen, wenn ich nichts machen will!“ Aber warum mache ich was, obwohl
ich nicht muss? In der Kindheit treibt die Langeweile die Kinder an, aktiv zu sein.
Mein kleiner Neffe saß an der Spielzeugkiste und spielte. Er stand auf und ging in den Garten,
kam zurück und setzte sich an die Kiste und ging wieder raus. Als ruht er sich an der Kiste
aus. Nach einer Weile wurde es ihm Langweilig und lief umher.
Auch ältere Menschen suchen sich Hobbys für die Freizeit aus. Sie sprachen auch von
langer Weile.
Irgendwie baut hier das Bewusstsein um.
gruss stepl