Lamotrigin und Schwangerschaftswunsch

meki.0709, Saturday, 18.01.2020, 08:21 (vor 2401 Tagen)

Hallo zusammen,

ich bin neu hier, und hoffe ich erfahre von euch wichtige Infos und Tipps.

Ich habe seit 2014 Epilepsie und bin auch mit Lamotrigin sehr gut eingestellt, 100-0-100 mg.
Ich hatte seit der Diagnose zwar schon zwei Anfälle, aber seit der angepassten Dosierung ist nichts mehr passiert. (zum Glück)

Nun habe ich den Wunsch schwanger zu werden, aber auf Google liest man ja vieles.
Der erste Suchbegriff sagte mir schnell, dass die Einnahme von Lamotrigin während der Schwangerschaft auf keinen Fall bzw. in der niedrigsten Dosis erfolgen soll.
Aber kann man so einfach die Dosis verringern?

Auch gehen die Meinungen über das Stillen sehr weit auseinander. Die einen sagen, dass es schon möglich ist. Bei den anderen heiße es, dass davon abgeraten wird. ?

Ich habe nun Angst, dass sich meine Epilepsie evtl. wieder durch Anfälle äußert, wenn sich die Dosis ändert.

Hat dazu jemand Erfahrungen?

Ich bedanke mich schon ein mal. :-)

Lamotrigin und Schwangerschaftswunsch

Dennis, Saturday, 18.01.2020, 11:58 (vor 2401 Tagen) @ meki.0709

Hallo Meki,

Also das Lamotrigin ist ja ein gut verträgliches Medikament.

Aber zu deinem Wunsch gibt es ein paar Sachen die du wirklich bedenken solltest,
Jedes Medikament hat ja nebenwirkungen, auch auf das Kind bei der Schwangerschaft.
Also Ich weiß nur so viel das man das mit dem Neurologen mal absprechen sollte.

Denn die Probleme sind ,das medikamente sich auf die geburt des Kindes schlecht auswirken konnten.
Und falls man die Dosis veringert und Du dann wieder einen Anfall bekommen solltest und dann unglücklich fällst kann der Embrio dadurch dann schaden erleiden.

Gruß Dennis

P.S.
Valproat = Orfiril Long = Valproin Säure ist ein sehr schädlicheres Medikament für Frauen mit Schwangerschaft

Lamotrigin und Schwangerschaftswunsch

pegasus, Saturday, 18.01.2020, 13:58 (vor 2401 Tagen) @ meki.0709

Schau doch einfach mal in deinen Beipackzettel, was da zu Schwangerschaften drin steht und befrage deinen behandelnden Neurologen zu deinem Kinderwunsch.

Lamotrigin und Schwangerschaftswunsch

Perchen, Saturday, 18.01.2020, 17:26 (vor 2401 Tagen) @ meki.0709

Moin,
ich habe damals gesagt, dass ich eventuell einen Kinderwunsch haben werde und demnach mit für das Kind verträglichen Medikamenten eingestellt werden möchte. Die zwei Topreiter sind Lamotrigin und Levetiracetam. Dies bezüglich wurde bei den beiden Medis auch viel geforscht, während bei anderen einfach noch nicht viele Daten vorliegen. Auch Valproat soll bis zu einer gewissen Dosis möglich sein bis es dann irgendwann zu Missbildungen kommt. Frei nach dem Motto "die Dosis macht das Gift". Informiere dich aber am besten bei deinem/r Arzt/Ärztin. Stelle dort alle Fragen, die du hast bezüglich Sorgen/Ängsten. Meiner meinte damals, ich würde z.B. ein "Rund um sorglos" Paket bekommen, sodass ich für die Zeit der Schwangerschaft nicht arbeiten müsse und praktisch ständig kontrolliert wird ob in meinem Kopf und Bauch alles ok ist.
LG & ich hoffe ich konnte dir helfen

Lamotrigin und Schwangerschaftswunsch

dorknopp, Sunday, 19.01.2020, 09:30 (vor 2400 Tagen) @ meki.0709

Schau Mal auf www.embryotox.de
Dort sind die verschiedensten Medikamente aufgelistet und ihre erforschten Wirkungen währen einer möglichen Schwangerschaft.
Lamotrigin ist sehr gut eingeschätzt.

Lamotrigin und Schwangerschaftswunsch

Kristoff, Thursday, 23.01.2020, 12:40 (vor 2396 Tagen) @ meki.0709

Hallo,

meine Frau leidet seit 2006 an Epilepsie und nimmt seit dem Erstbefund durchgängig Lamotrigin. Zwischenzeitlich sind wir zwei mal glückliche Eltern geworden und hatten trotz Befürchtungen und Sorgen keinerlei Probleme mit Lamotigin. Beide Kinder sind absolut gesund und - wie ich finde - altersgerecht entwickelt (vielleicht sogar weiter als viele andere Kinder, deren Mütter kein Lamotigin eingenommen haben). Beide Kinder wurden auch mehr als 16 Monate gestillt, ohne dass es hier Problem oder Einschränkungen gab. Ganz im Gegenteil hat das Stillen den Kindern un meiner Frau gut getan.

Du solltest allerdings einige Sachen beachten.
Achte zunächst auf die Einnahme von ausreichend Folsäure. Leider kann ich mich an die genaue Dosis gerade nicht erinnern, lass dich hier von deinem Arzt beraten. Ich meine, dass meine Frau 5 mg eingenommen hat und normalerweise bei Frauen ohne Lamotigin 0,5 mg empfohlen werden. Lamotigin und Folsäure beeinflussen sich gegenseitig und die Einnahme von Lamotigin kann zu einem Folsäuremangel führen, der während der Schwangerschaft problamtisch für das Kind sein kann. Also den Körper ruhig mal mit Fohlsäure beladen. Hier gilt das Motto viel hilft viel. Vor Eintritt der Schwangerschaft bis zum Ende des 1. Trimenon also Folsäure nehmen.

Während der Schwangerschaft wird der Lamotiginspiegel im Blut hormonbedingt abnehmen (kann auch an der Menge Blut liegen, die sich erhöht). Es ist also eine Blutspiegelkontrolle vor der Schwangerschaft (um den Normalwert zu ermitteln) und während der Schangerschaft sinnvoll. Die Lamotigindosis muss währened der Schwangerschaft langsam erhöht und nach der Entbindung schlagartig reduziert werden.
Bei meiner Frau wurde die Lamotrigin-Tagesdosis im Verlauf des zweiten Trimenons während der ersten Schangerschaft dreimal erhöht, jeweils um 25 mg. Zum Ende des zweiten Trimenons lag die Tagesdosis bei 325 mg (bei der zweiten Schangerschaft sogar bei 700 mg).

Auch nach dem Abstillen sollte der Lamotiginspiegel beobachtet und die Dosierung ggf. angepasst werden. Beachte hierbei, dass ca. 1/3 des eingenommenen Lamtrigin in die Muttermilch übergehen können. Dieses Drittel steht dir dann nicht mehr zur verfügung. Dem Kind schadet es allerdings nicht (zumindest konnten wir hier nichts feststellen). Wir haben nach der Geburt auch die Lamotiginkonzentration im Blut unserer Kleinen bestimmen lassen, um eine Dosierung außerhalb des therapeutischen Bereiches auszuschließen. Das ist meines Erachtens aber unnötig und ich würde es nicht noch einmal machen. Unsere Kinderärztin meinte, dass die Vorteile des Stillen sämtliche (möglichen) Nachteile durch die Medikamente überwiegen. So würde man sogar Drogenabhängigen Müttern empfehlen, zu stillen.

Die Dosis würde ich nicht verringer, da ich persönlich die Gefahr eines Anfalls während der Schwangerschaft problematischer sehe, als die Nebenwirkungen durch Lamotigin.

Bereite dich auf die Schwangerschaft vor und nimm die Folsäure. Such dir gute Ärtzte, die mit Schangerschaft und Epilepsie bekannt sind. Dann wird alles gut.

Wie gesagt, unsere Kinder sind absolut gesund und die Besten Kinder der Welt.

Ich kann dich nur ermutigen, diesen Schritt zu wagen.

Ich wünsche dir alle Gute
Kristoff