Lamotrigin und Schwangerschaftswunsch

Kristoff, Thursday, 23.01.2020, 12:40 (vor 2396 Tagen) @ meki.0709

Hallo,

meine Frau leidet seit 2006 an Epilepsie und nimmt seit dem Erstbefund durchgängig Lamotrigin. Zwischenzeitlich sind wir zwei mal glückliche Eltern geworden und hatten trotz Befürchtungen und Sorgen keinerlei Probleme mit Lamotigin. Beide Kinder sind absolut gesund und - wie ich finde - altersgerecht entwickelt (vielleicht sogar weiter als viele andere Kinder, deren Mütter kein Lamotigin eingenommen haben). Beide Kinder wurden auch mehr als 16 Monate gestillt, ohne dass es hier Problem oder Einschränkungen gab. Ganz im Gegenteil hat das Stillen den Kindern un meiner Frau gut getan.

Du solltest allerdings einige Sachen beachten.
Achte zunächst auf die Einnahme von ausreichend Folsäure. Leider kann ich mich an die genaue Dosis gerade nicht erinnern, lass dich hier von deinem Arzt beraten. Ich meine, dass meine Frau 5 mg eingenommen hat und normalerweise bei Frauen ohne Lamotigin 0,5 mg empfohlen werden. Lamotigin und Folsäure beeinflussen sich gegenseitig und die Einnahme von Lamotigin kann zu einem Folsäuremangel führen, der während der Schwangerschaft problamtisch für das Kind sein kann. Also den Körper ruhig mal mit Fohlsäure beladen. Hier gilt das Motto viel hilft viel. Vor Eintritt der Schwangerschaft bis zum Ende des 1. Trimenon also Folsäure nehmen.

Während der Schwangerschaft wird der Lamotiginspiegel im Blut hormonbedingt abnehmen (kann auch an der Menge Blut liegen, die sich erhöht). Es ist also eine Blutspiegelkontrolle vor der Schwangerschaft (um den Normalwert zu ermitteln) und während der Schangerschaft sinnvoll. Die Lamotigindosis muss währened der Schwangerschaft langsam erhöht und nach der Entbindung schlagartig reduziert werden.
Bei meiner Frau wurde die Lamotrigin-Tagesdosis im Verlauf des zweiten Trimenons während der ersten Schangerschaft dreimal erhöht, jeweils um 25 mg. Zum Ende des zweiten Trimenons lag die Tagesdosis bei 325 mg (bei der zweiten Schangerschaft sogar bei 700 mg).

Auch nach dem Abstillen sollte der Lamotiginspiegel beobachtet und die Dosierung ggf. angepasst werden. Beachte hierbei, dass ca. 1/3 des eingenommenen Lamtrigin in die Muttermilch übergehen können. Dieses Drittel steht dir dann nicht mehr zur verfügung. Dem Kind schadet es allerdings nicht (zumindest konnten wir hier nichts feststellen). Wir haben nach der Geburt auch die Lamotiginkonzentration im Blut unserer Kleinen bestimmen lassen, um eine Dosierung außerhalb des therapeutischen Bereiches auszuschließen. Das ist meines Erachtens aber unnötig und ich würde es nicht noch einmal machen. Unsere Kinderärztin meinte, dass die Vorteile des Stillen sämtliche (möglichen) Nachteile durch die Medikamente überwiegen. So würde man sogar Drogenabhängigen Müttern empfehlen, zu stillen.

Die Dosis würde ich nicht verringer, da ich persönlich die Gefahr eines Anfalls während der Schwangerschaft problematischer sehe, als die Nebenwirkungen durch Lamotigin.

Bereite dich auf die Schwangerschaft vor und nimm die Folsäure. Such dir gute Ärtzte, die mit Schangerschaft und Epilepsie bekannt sind. Dann wird alles gut.

Wie gesagt, unsere Kinder sind absolut gesund und die Besten Kinder der Welt.

Ich kann dich nur ermutigen, diesen Schritt zu wagen.

Ich wünsche dir alle Gute
Kristoff


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