Epilepsiehund bei anfallsfreien Epileptikern

RicardaGies, Sunday, 16.02.2020, 05:22 (vor 2372 Tagen)

Hallo ihr Lieben,

vermutlich kennt mich keiner mehr, da ich hier sehr lange nicht aktiv war und eine neue Email-Adresse habe, trotzdem lese ich hier immer mit und eure Einträge ermutigen und bestärken mich immer noch sehr!!

Weil ich jetzt jedoch eine Frage habe, habe ich mir ganz egoistisch wieder ein Konto eingerichtet. Da ich euch in den letzten Jahren nie geantwortet habe, hätte ich vollstes Verständnis dafür, wenn mir niemand antwortet.

Kurz zu meiner Epilepsieform: juvenile myoklonische Epilepsie, die mit 17 angefangen hat.

Trotzdem würde ich gerne eine Frage stellen: in den letzten Jahren kam ich sehr gut mit meiner Epilepsie klar, ich hatte keine Anfälle und konnte theoretisch ein „normales Leben“ führen. Trotzdem habe ich immer wieder Panikattacken weil ich Angst habe, wieder einen Anfall zu bekommen (diese Panikattacken treten leider oft in Alltagssituationen wie Einkaufen oder spazieren gehen auf). Von meiner Neurologin habe ich dafür zwar Beruhigungstabletten bekommen, die ich in so einer Situation nehmen kann, aber die wirken irgendwie nicht und außerdem ist es nicht die Lösung, die ich mir wünschen würde.

Ich habe in den letzten Monaten oft über einen Epilepsiehund (vermutlich gibt es dieses Wort überhaupt nicht) nachgedacht, und hätte wirklich sehr gerne einen. Ich habe mich im Internet ausführlich darüber informiert, aber es wurde nie genau erwähnt, ob anfallsfreie Epileptiker ein Recht auf so einen Hund haben. Ich weiß nun, dass es zwei Arten von Epilepsiehunden gibt, nämlich die, die im Vorfeld spüren, dass ihr Besitzer im Laufe der nächsten Stunden/Minuten/Sekunden einen Anfall bekommt und ihn somit warnt, und die Hunde, die das Umfeld darauf aufmerksam macht, dass ihr Besitzer gerade einen epileptischen Anfall hat. Ich habe nun zwei Fragen, nämlich ob bei Absencen (nicht bei den kurzen, sondern bei denen, bei denen man über lange Zeit verwirrt ist) ein Epilepsiehund das erkennen kann und ob ich mit dieser Epilepsieform + Anfallsfreiheit überhaupt einen Anspruch hätte.
Abgesehen von meinen tatsächlichen Anfällen und nicht nur den Panikattacken würde ich mir wirklich sehr so einen Epilepsiehund wünschen. Ich wäre auch gerne bereit, die Anschaffung und laufenden Kosten für diesen Hund selbst zu bezahlen, aber hätte halt gerne einen Hund, der Epilepsie „kennt“. Denn dieses „Kennen“ würde mir zudem ein sehr großer seelischer Trost sein.

Und jetzt kommt endlich meine konkrete Frage: wird anfallsfreien (seit 5 Jahren) Epileptikern so ein Hund zur Verfügung gestellt?

Ich würde mich sehr über (unverdiente) Antworten freuen!

Liebe Grüße
Ricarda

Epilepsiehund bei anfallsfreien Epileptikern

mathilda, Sunday, 16.02.2020, 09:09 (vor 2372 Tagen) @ RicardaGies

Hallo Ricarda,

als erstes dachte ich bei deinem Beitrag: warum verschreibt dir dein Neurologe Beruhigungstabletten, anstatt dir eine Psychotherapie zu empfehlen?
Ich denke, dass das der bessere Weg wäre.
Panikattacken kenne ich selbst gut, eine Therapie hat mir sehr gut geholfen und ich wollte dafür lieber keine weiteren Medikamente nehmen. Und die Beruhigungstabletten lösten bei mir nochmal weiter Panik aus, wenn die Wirkung eintrat, fühlte sich alles so komisch an.

Zum Hund weiß ich nichts rechtliches; gehe aber logisch davon aus, dass die Krankenkasse dir diesen bei Anfallsfreiheit bestimmt nicht stellt.
Dieser ist wohl wirklich für Leute gedacht, die einfach so umkippen können und sich schwer verletzen, bei denen es unvorhersehbar und oft passiert.

Soweit ich weiß, wird der Hund extra ausgebildet (was ein paar Tausend Euro kostet) und der Hund muss dich und die Anfälle gut kennen lernen.

Wie gesagt, würde ich dir zu einer Therapie raten. Hinterher fühlst du dich befreiter und die Anfälle können dich nicht mehr so ängstigen. Dieses hält dann auch an, weil du mit evtl Panikattacken einfach besser umgehen kannst bzw die sofort innerlich bekämpfen kannst.

LG

Epilepsiehund bei anfallsfreien Epileptikern

sandytimmy, Sunday, 16.02.2020, 10:47 (vor 2372 Tagen) @ RicardaGies

Hallo
Welchen Nutzen versprichst du dir von solch einem komplex ausgebildeten Hund.
Ich habe mir einen Welpen geholt. Den nicht speziell ausgebildet. Nur die Standards fürs sozialleben wie alle snderen hunde auch.
Dadurch dass er die Anfälle schon früh erlebt hat reagiert er da locker drauf. Bleibt nur da wo er ist und macht nichts. Ähnlich wie bei mitmenschen. Kinder bleiben locker. Erwachsene machen's melodramatisch.

Epilepsiehund bei anfallsfreien Epileptikern

Mad, Monday, 17.02.2020, 13:19 (vor 2371 Tagen) @ RicardaGies

Hallo Ricarda,

ich fürchte, ein Epilepsiehund wird nur dann von der Krankenkasse finanziert, wenn noch Anfälle auftreten. Sein Sinn und Zweck besteht ja darin, Anfälle vorherzusagen. Wenn keine Anfälle mehr auftreten, ist der Epilepsiehund (und diesen Namen gibt es sehr wohl ;) ja eigentlich zwecklos. Er wäre für dich subjektiv vielleicht eine zusätzliche Sicherheit im Alltag. Aber die Krankenkasse urteilt eben objektiv darüber, ob es überhaupt einen Grund oder eine Berechtigung für den Epilepsiehund gibt.

Gegen die Panikattacken würde ich dir auch eine Therapie empfehlen, wenn die Tabletten nicht helfen, die deine Neurologin dir aufgeschrieben hat. Dort kannst du lernen, die Panikattacken besser zu kontrollieren und mit ihnen umzugehen.

Liebe Grüße
Florian