Levetiracetam/Keppra - Entzugserscheinungen oder doch Epi?

us83, Thursday, 19.03.2020, 09:20 (vor 2340 Tagen) @ med-world

Gerne! Ich finde es sehr schön, dass man sich hier mit Leidensgenossen austauschen kann :)

Meine Nebenwirkungen waren so vielseitig. Ich hatte definitiv Schlafstörungen und auch Muskelzuckungen. Das ging sogar so weit, dass ich Schwindel und Herzrasen bekommen habe, sobald ich wusste, dass es jetzt dann bald Zeit fürs Bett war. Muskelzuckungen hatte ich auch ab und zu in Bein oder Arm, aber immer ohne Bewusstseinstrübung. Ich bin SEHR oft zu meinen Ärzten gerannt, die sich viel Zeit für mich genommen haben, und die mir erklärt haben, dass das Nebenwirkungen sind bzw. meine Psyche, die mit mir durchgeht und keine Anzeichen für Epilepsie... davon war ich nämlich die ganze Zeit überzeugt...

Meine Nebenwirkungen zähle ich dir mal schnell auf: Herzrasen, Atemnot, Schwindel, manchmal sogar komischer Druck im Kopf, wahnsinnige Angstgefühle/Panik (auch in Situationen, die völlig harmlos waren oder ich mich wohl gefühlt habe), Kribbeln in Armen und Beinen (etwa wie weiche Knie bei großer Angst), kurz vor dem Einschlafen bin ich sehr oft hochgeschreckt (Atemnot, Herzrasen etc., das war teilweise mehrere Tage hintereinander und das ganze über mehrere Stunden, bis ich vor Erschöpfung eingeschlafen bin), Müdigkeit, Nervosität, Kopfschmerzen. Ein paar Wochen lang hatte ich sogar Probleme mit den Augen, sobald ich irgendwie in einer stressigen Situation war (Augenzittern, Schmerzen, auch Panikgefühle; hab ich alles checken lassen, ich war immer kerngesund)

Nach dem Absetzen (etwa 3 Monate) hatte ich die Symptome weiterhin, deswegen war ich auch überzeugt davon, dass das alles Epilepsie ist, auch wenn ich nicht umkippe oder krampfe.
Aber wie gesagt, die Ärzte waren felsenfest davon überzeugt, dass meine Symptome „definitiv keine Epilepsie“ seien und ich sollte mich mal mit einem Psychologen bzw. einem Therapeuten für Psychosomatik treffen. Das tat ich dann auch und es hat mir SEHR geholfen. Diese Symptome haben mit den Monaten/Jahren immer weiter nachgelassen; in stressigen oder „ungesunden“ Situationen (Uni-Stress, Schlafmangel oder auch Alkohol) bekomme ich diese „Panikgefühle“ manchmal immer noch, weswegen ich es vermeide, Alkohol zu trinken oder zu wenig zu schlafen, aber das tu ich für meinen Seelenfrieden auch gerne :D Mir ist auch aufgefallen, dass sie Symptome im Sommer nicht so stark auftreten, was wahrscheinlich an der vielen frischen Luft und Sonne liegt :)

Falls du noch weitere Fragen hast, melde dich gerne! Liebe Grüße!


gesamter Thread: