Langzeit-Nebenwirkungen Orfiril/Valproat?

burkhard-8, Thursday, 13.07.2023, 11:37 (vor 1129 Tagen)

Hallo zusammen,
ich hatte einige wenige Grand-Mal Anfälle im Alter von 20 bis 35, wurde dauerhaft mit Orfiril eingestellt, 600 (teilweise 900)mg und alles lief gut. Bin jetzt 60 und die Epilepsie meldet sich wieder mit anderen Symptomen: Stressanfälligkeit, allgemeine Verlangsamung, Konzentrationsschwäche, vereinzelt Wortfindungsstörungen...
aber keine Grand Mals.
Habe irgendwo gehört, das könnten Langzeit-Nebenwirkungen vom Orfiril sein. Nach Umstellung auf Lamotrigin verbessert sich meine Situation langsam, der Neurologe scheint dennoch nicht recht an solche Langzeit-Nebenwirkungen zu glauben.
Kann jemand was dazu sagen?

Langzeit-Nebenwirkungen Orfiril/Valproat?

Anton, Thursday, 13.07.2023, 18:53 (vor 1129 Tagen) @ burkhard-8
bearbeitet von Anton, Thursday, 13.07.2023, 19:03

Hallo,

ich habe von 1996 bis 2006 Ergenyl Chrono (Valproinsäure) 600 --- 600 mg und Timox (Oxcarbazepin) 300 --- 300 mg genommen. Nie zuvor ging es mir so schlecht wie unter dieser Medikation. Ich war überwiegend anfallsfrei, aber es war kein Leben mehr.

Da ich an einer therapierefraktären Temporallappenepilepsie litt, es fokale Anfälle auftraten, hat sich ein Neurologe (Facharzt für Epileptologie) noch einmal genau die MRT-Aufnahmen vom Kopf angesehen und konnte auf der rechten Seite im Temporallappen den auslösenden Fokus orten. Mit dieser Feststellung hat er mich in ein Epilepsie-Zentrum geschickt und eine OP empfohlen. Die nötigen Untersuchungen dort brachten Gewissheit, dass eine Operation am Temporallappen möglich sei und ein zufriedenstellendes Ergebnis erreicht werden könnte.

Noch vor der Operation hatte der Chefarzt der Klinik die postoperative Medikation zusammengestellt. Ich bin seit der OP im Juni 2006 unter folgender Medikation anfallsfrei und verzeichne kaum Nebenwirkungen. Levetiracetam von UCB 500 --- 500 mg, Trileptal (Original) (Oxcarbazepin) 450 --- 450 mg. Ich möchte dir mit dieser Schilderung empfehlen, mit dem behandelnden Neurologen einen Aufenthalt in einem Epilepsie-Zentrum zwecks Abklärung einer OP oder Verbesserung der Medikation zu besprechen. Ich wünsche gute Besserung!

Viele Grüße
Anton

--
Die Informationen ersetzen auf keinen Fall die Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Bitte wenden Sie sich an ihren Neurologen!

Weitere Beiträge finden Sie in meinem Profil!
Bitte auf "Anton" auf der Kopfleiste klicken.

Langzeit-Nebenwirkungen Orfiril/Valproat?

Mellos, Wednesday, 30.07.2025, 12:20 (vor 381 Tagen) @ burkhard-8

Hallo zusammen,
ich hatte einige wenige Grand-Mal Anfälle im Alter von 20 bis 35, wurde dauerhaft mit Orfiril eingestellt, 600 (teilweise 900)mg und alles lief gut. Bin jetzt 60 und die Epilepsie meldet sich wieder mit anderen Symptomen: Stressanfälligkeit, allgemeine Verlangsamung, Konzentrationsschwäche, vereinzelt Wortfindungsstörungen...
aber keine Grand Mals.
Habe irgendwo gehört, das könnten Langzeit-Nebenwirkungen vom Orfiril sein. Nach Umstellung auf Lamotrigin verbessert sich meine Situation langsam, der Neurologe scheint dennoch nicht recht an solche Langzeit-Nebenwirkungen zu glauben.
Kann jemand was dazu sagen?

Bei unserer Tochter ( k+g behindert) traten die ersten epileptischen Anfälle mit 18 Jahren auf. Sie wurde dann mit Orfiril 300 long morgens und abends gut eingestellt. Blutwerte waren danach immer ok. Zog 10 Jahre später in ein Wohnheim. dort meinten die Betreuer, dass sich ihre spastik verschlechtert, was wir aber nicht bei unseren besuchen bestätigen konnte. Trotzdem meinte die Neurologin, eine Medikamentenumstellung müsse gemacht werden. Danach fing das Elend an, viele schwere Anfälle über Jahre, bis wir zu einem wirklichen Fachprofessor für Epileptologie gewechselt sind. Dort habe ich auf die frühere Gabe von Orfiril Long hingewiesen und dass zu der Zeit keine Anfälle auftraten. Jetzt sind die Anfälle sehr selten geworden.
Zum Thema Nebenwirkungen : Da reagiert jeder Körper anders, eine pauschale Antwort kann man dazu nicht geben