Convulex 300 mg

Schatz, Tuesday, 12.12.2023, 11:15 (vor 977 Tagen)

Hallo, liebe Forumleute.

Ich bin neu hier. Meine ertser Epilepsieanfall (ausschließlich nach dem Aufwachen) geschah im Jahre 2018. Danach wurde mir Convulex 500 mg 2 mal pro Tag verschrieben. Ich habe 1 Jahr lang sie eingenommen und dann due Einnahme eingestellt. 4 Jahre hatte ich keine Anfälle. Aber am 1 Januar 2022 nach dem Böllern, wo ich die ganze Nacht nicht einschlafen konnte geschah wieder der Anfall, dann 3 Monate später wieder.. Seitdem trinke ich wieder diese Tabletten, aber habe sehr oft Übelkeit, Magenschmerzen und starken Haarausfall. Ich bereite mich innerlich vor, die Tabletteneinnahme einzustellen. Was meinen Sie dazu? Und wer diese Tabletten trinkt, welche Nebenwirkungen haben Sie? Vielen Dank für Ihre Meinungen. LG Schatz

Convulex 300 mg

Sanktus Achzehn, Tuesday, 12.12.2023, 15:30 (vor 977 Tagen) @ Schatz

Hallo du,

das mit dem "einfach die Tabletten absetzen", solltest du aus deinem Hirn streichen. Du hast eine ernstzunehmende Krankheit, der du dich gezielt stellen solltest.

Da es sich nicht um einen einfachen Schnupfen handelt, sondern um ein tiefergehendes, neurologisches Problem, sind die Medikamente entsprechend stark in ihrer Wirkung und damit leider auch oft in ihren Nebenwirkungen. Hier gilt es, ein Medikament zu finden, das gegen die Anfälle hilft und gleichzeitig bestmöglich vertragen wird. Ein guter Arzt wird entsprechend immer auch beides im Blick haben.

Es ist so, dass Nebenwirkungen in der Anfangszeit häufig stärker auftreten, nach einer Weile (ca. 1- 2 Monate) aber nachlassen, wenn sich der Körper daran gewöhnt hat. Da du die Medikamente schon länger nimmst, wird sich aber nichts mehr verändern. Was du jedoch eventuell noch ausprobieren kannst ist, dass du die Medikamente nicht auf leeren Magen einnimmst und ausreichend dazu trinkst. Manchmal kommt der Körper dann einfach besser damit klar. Gerade bei den von dir beschriebenen Magenproblemen wäre das denkbar. Auch regelmäßige Einnahmezeiten sind sinnvoll, also nicht mal morgens um sechs, mal um acht, mal um zehn oder gar elf, sondern immer zur selben Zeit. Entsprechendes natürlich abends. Das kann dem Körper ebenfalls helfen, sich besser auf das Medikament einzustellen.

Sollte das alles nichts bessern, sprich beim nächsten Besuch mit deinem Neurologen über die Nebenwirkungen und wie sehr sie dich beeinträchtigen. Manchmal lässt sich auch die gesamte Dosis über den Tag verteilen, also z. B. statt morgens und abends auch noch mittags und nachmittags, und wird dann eventuell besser vertragen. Geht das nicht bzw. hilft auch das nicht, wird ein anderes Medikament versucht, sofern möglich. Was in deinem Fall mit Sicherheit machbar ist, da es ja dein erstes Medikament ist.

Es dürften hier im Forum übrigens schon jede Menge Leute Valproinsäure genommen haben. Das ist der Wirkstoff von Convulex. Es bringt dir aber nicht viel, wenn jetzt jeder seine Nebenwirkungen damit auflistet, denn welche Nebenwirkungen bei wem auftreten ist immer sehr individuell. Während einer so ziemlich alle im Beipackzettel genannten abhaken kann, hat ein anderer womöglich nur eine oder sogar gar keine Nebenwirkung. Daraus kannst du nicht wirklich etwas für dich ableiten.

Viel eher wichtig wären so Dinge wie: Wurde denn mal ein EEG gemacht? War es ein einfaches oder ausführliches (z. B. mit Lichtblitzen, ggf. auch ein Schlafentzugs-EEG oder dergleichen)? Konnte man darin etwas ablesen? Wurde schon mal ein Kernspin gemacht? Führst du einen Anfallskalender? Hast du schon mal geschaut, ob es gewisse Strukturen gibt, wenn du Anfälle hast, also gab es z. B. jedes Mal Schlafentzug oder anderweitigen Stress vorab?

Gruß,
Sanktus Achtzehn

Convulex 300 mg

Schatz, Tuesday, 12.12.2023, 16:22 (vor 977 Tagen) @ Schatz

Hallo, Sanctus. Vielen lieben Dank für deine schnelle und ausführliche Antwort. Ja, EEG wurde gemacht, aber seit langem. EEG mit Schlafentzug und Kernotomographie nicht. Es ist ein grosses Problem einen erfahrenen Epileptologen zu finden. Bei mir die Auslöser des Anfalls sind entweder Stress oder Schlfentzug.
VG
Schatz

Convulex 300 mg

Anton, Tuesday, 12.12.2023, 16:43 (vor 977 Tagen) @ Schatz

Hallo,

herzlich willkommen bei uns im Forum. Wie Du bestimmt mitbekommen hast, duzen wir uns. Hoffentlich ist es dir recht. Wirkstoffe gegen Epilepsie sollten möglichst nur in Absprache mit dem Neurologen abgesetzt oder verändert werden. Bitte beachte, dass ich als Patient und medizinischer Laie schreibe.

Wenn dir der Neurologe ein Medikament verschreibt, zeichnet er sich auch verantwortlich dafür, dass Du damit zurechtkommst. Aus dem Grunde solltest Du ihn aufsuchen und dieses Mal auf keinen Fall selbst herumdoktern. Eine Methode, Wirkung und Verträglichkeit eines Medikaments zu messen, ist die Betrachtung des Blutserumspiegels.

Ich habe ungefähr 10 Jahre Valproinsäure genommen. Die Nebenwirkungen waren stark, die Wirkung bescheiden. Auf der anderen Seite gibt es Patienten, bei denen es gut verträglich ist und auch seinen Zweck, nämlich eine Reduzierung der Anfälle, erfüllt.

Am besten dokumentierst Du in der nächsten Zeit, was dich alles stört an diesem Wirkstoff, das können für den Neurologen wichtige Informationen sein, um dich auf ein anderes, nebenwirkungsärmeres Mittel umzustellen. Ich wünsche gute Besserung!

Viele Grüße
Anton

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Die Informationen ersetzen auf keinen Fall die Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Bitte wenden Sie sich an ihren Neurologen!

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