Wiedererlangen der Fahrerlaubnis

Njiru, Friday, 29.12.2023, 22:33 (vor 959 Tagen)

Hallo,
ich habe diese Seite heute erst entdeckt, da wir ein Problem im Zusammenhang mit Epilepsie und der Fahrtauglichkeit haben und uns im Kreis drehen.
Unser Sohn wurde im September 2022 ohnmächtig aufgefunden und ins KH gebracht. Dort hat er angegeben, dass er als Kind epileptische Anfälle hatte. Daraufhin wurde u.a. ein EEG geschrieben, was auch Auffälligkeiten gezeigt hat. Daraufhin bekam er Medikamente und war für ein Jahr Fahruntüchtig geschrieben. Führerschein und Staplerschein wurden nicht eingezogen.
Nun will sein Arbeitgeber eine Bescheinigung, dass er wieder Fahrtauglich ist. Die betreuende Neurologin schreibt das aber nicht raus, sie darf das angeblich nicht.
Das letzte EEG war i.O. und er hatte auch keinen weiteren Anfall.
Wer darf die Fahrtauglichkeit bestätigen? Aktuell wird es vom Betriebsarzt zum Neurologe ubd zurück geschoben.

Danke

Wiedererlangen der Fahrerlaubnis

Anton, Sunday, 31.12.2023, 11:29 (vor 958 Tagen) @ Njiru

Hallo, guten Tag

und herzlich willkommen bei uns im Forum, ich begrüße dich recht herzlich und wünsche mir, dass wir dir helfen können. Wie fast alle anderen hier im Forum bin ich nur Patient, habe kein medizinisches Wissen und darf nur aus Erfahrung schreiben.

Die Ereignisse, die Du uns von Deinem Sohn berichtest, weichen in vielen Teilen von der üblichen Vorgehensweise, die den Umgang mit Führerschein & Epilepsie regeln, ab. Dass Dein Sohn noch halb traumatisiert von seiner früheren Epilepsie berichtet hat, kann ihm kaum übelgenommen werden, das ist ihm so rausgerutscht. Besser wäre es gewesen, nichts davon zu erzählen.

Wenn die Ärzte der Notaufnahme Kenntnis von einer früheren Epilepsie und ein auffälliges EEG vorliegen haben, dann ist es deren Pflicht, den Patienten darauf hinzuweisen, in der nächsten Zeit nicht Auto zu fahren. Ich gehe davon aus, dass er sich drangehalten hat. Was ich nicht weiß, wie oft er in dem Jahr nach dem Ohnmachtsanfall bei der Neurologin gewesen ist. Ich weiß aus Erfahrung, dass die Neurologen einen Patienten bei frisch aufgetretener Epilepsie gerne alle drei Monate sehen, um mit ihm den Verlauf zu besprechen. Nur so können sie wissen, wie es ihm geht, es werden dann die EEG-Messungen vorgenommen, der Anfallskalender wird eingesehen, bei einigen Medikamenten wird auch das Blut untersucht, der Neurologe macht sich ein Bild vom Ganzen und ist dann in der Lage, Bescheinigungen, wie sie gewünscht werden, auszufüllen.

Als Orientierung für den Patienten gibt es die Leitlinien „Epilepsie und Führerschein“. Sie sind überall im Internet zu finden. Auch aber hier im Forum, bitte nutze das Suchfeld oben rechts. Ich wünsche dir und dem Sohn für das Jahr 2024 viel Gesundheit, Glück und Erfolg. Alles Gute

Liebe Grüße
Anton

--
Die Informationen ersetzen auf keinen Fall die Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Bitte wenden Sie sich an ihren Neurologen!

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Wiedererlangen der Fahrerlaubnis

Njiru, Sunday, 31.12.2023, 16:31 (vor 958 Tagen) @ Anton

Vielen Danke für die Antwort.
Es wurde auf Anfrage im letzten Jahr nur ein EEG geschrieben und dieses war i.O.
Ansonsten ist er regelmäßig einbestellt und er ist komplett anfallsfrei.
Nächste Woche will unser Sohn nochmals in die Sprechstunde um erneut wegen einer schriftlichen Zusage zum Führen des Kfz zu bitten.
Schauen wir, was passiert. Einen EEG-Termin will er sich auch noch geben lassen, aber da ist der Neurologe nicht der schnellste.

Jana

Wiedererlangen der Fahrerlaubnis

Anton, Sunday, 31.12.2023, 18:52 (vor 958 Tagen) @ Njiru

Hallo,

danke für das Feedback auf meinen Beitrag. Mir ist bisher noch nie von einem Arzt gesagt worden, ich darf nicht mehr Auto fahren, weil die Neurologen davon ausgegangen sind, dass ich es weiß. Da fragt man sich, warum das so ist? Es hat was mit Vertrauen zu tun.

Und ein Vertrauensverhältnis zum Arzt lässt sich nur aufbauen, wenn man aktiv mitarbeitet, die Krankheit in den Griff zu bekommen. Dazu gehören regelmäßige Besuche und Berichterstattungen des Patienten, um es dem Arzt leichter zu machen, die Krankheit erfolgreich zu therapieren.

Um eine Bescheinigung zu bekommen, gehört dazu, einen Draht zum Arzt aufzubauen. Und das geht nur durch persönliche Gespräche. Dann kann der Arzt, der mit dem Ausstellen einer Bescheinigung indirekt ein hohes Risiko trägt, diese Verantwortung auch ruhigen Gewissens tragen.

Das EEG ist nur eine Kontrollmöglichkeit, um den Status und die Entwicklung des Anfallsleidens zu beurteilen. Es gibt Patienten, die dauerhaft ein auffälliges EEG liefern und nie Anfälle bekommen. Und es gibt welche mit einwandfreiem EEG, die ständig unter Anfällen leiden. Nicht nur ein oder zwei EEGs reichen, sondern regelmäßig Hirnstrommessungen sind erforderlich, um dem Arzt konstruktive Erkenntnisse zu liefern.

Ich empfehle, ein gutes Verhältnis zum Neurologen aufzubauen. Auch wenn es schwerfällt. Sollte die Sache erst beim Amtsarzt landen, dann kostet es viel Geld und könnte einen negativen Verlauf nehmen, unabhängig davon, wie sich die Epilepsie entwickelt.

Liebe Grüße
Anton

--
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jonni, Magdeburg, Friday, 10.01.2025, 12:26 (vor 582 Tagen) @ Anton

Hallo,

danke für das Feedback auf meinen Beitrag. Mir ist bisher noch nie von einem Arzt gesagt worden, ich darf nicht mehr Auto fahren, weil die Neurologen davon ausgegangen sind, dass ich es weiß. Da fragt man sich, warum das so ist? Es hat was mit Vertrauen zu tun.

Und ein Vertrauensverhältnis zum Arzt lässt sich nur aufbauen, wenn man aktiv mitarbeitet, die Krankheit in den Griff zu bekommen. Dazu gehören regelmäßige Besuche und Berichterstattungen des Patienten, um es dem Arzt leichter zu machen, die Krankheit erfolgreich zu therapieren.

Um eine Bescheinigung zu bekommen, gehört dazu, einen Draht zum Arzt aufzubauen. Und das geht nur durch persönliche Gespräche. Dann kann der Arzt, der mit dem Ausstellen einer Bescheinigung indirekt ein hohes Risiko trägt, diese Verantwortung auch ruhigen Gewissens tragen.

Das EEG ist nur eine Kontrollmöglichkeit, um den Status und die Entwicklung des Anfallsleidens zu beurteilen. Es gibt Patienten, die dauerhaft ein auffälliges EEG liefern und nie Anfälle bekommen. Und es gibt welche mit einwandfreiem EEG, die ständig unter Anfällen leiden. Nicht nur ein oder zwei EEGs reichen, sondern regelmäßig Hirnstrommessungen sind erforderlich, um dem Arzt konstruktive Erkenntnisse zu liefern.

Ich empfehle, ein gutes Verhältnis zum Neurologen aufzubauen. Auch wenn es schwerfällt. Sollte die Sache erst beim Amtsarzt landen, dann kostet es viel Geld und könnte einen negativen Verlauf nehmen, unabhängig davon, wie sich die Epilepsie entwickelt.

Liebe Grüße
Anton

Hallo,

danke für das Feedback auf meinen Beitrag. Mir ist bisher noch nie von einem Arzt gesagt worden, ich darf nicht mehr Auto fahren, weil die Neurologen davon ausgegangen sind, dass ich es weiß. Da fragt man sich, warum das so ist? Es hat was mit Vertrauen zu tun.

Und ein Vertrauensverhältnis zum Arzt lässt sich nur aufbauen, wenn man aktiv mitarbeitet, die Krankheit in den Griff zu bekommen. Dazu gehören regelmäßige Besuche und Berichterstattungen des Patienten, um es dem Arzt leichter zu machen, die Krankheit erfolgreich zu therapieren.

Um eine Bescheinigung zu bekommen, gehört dazu, einen Draht zum Arzt aufzubauen. Und das geht nur durch persönliche Gespräche. Dann kann der Arzt, der mit dem Ausstellen einer Bescheinigung indirekt ein hohes Risiko trägt, diese Verantwortung auch ruhigen Gewissens tragen.

Das EEG ist nur eine Kontrollmöglichkeit, um den Status und die Entwicklung des Anfallsleidens zu beurteilen. Es gibt Patienten, die dauerhaft ein auffälliges EEG liefern und nie Anfälle bekommen. Und es gibt welche mit einwandfreiem EEG, die ständig unter Anfällen leiden. Nicht nur ein oder zwei EEGs reichen, sondern regelmäßig Hirnstrommessungen sind erforderlich, um dem Arzt konstruktive Erkenntnisse zu liefern.

Ich empfehle, ein gutes Verhältnis zum Neurologen aufzubauen. Auch wenn es schwerfällt. Sollte die Sache erst beim Amtsarzt landen, dann kostet es viel Geld und könnte einen negativen Verlauf nehmen, unabhängig davon, wie sich die Epilepsie entwickelt.

Liebe Grüße
Anton

Hallo,

Das ganze mit dem Führerschein, bzw. das Fahren, ist nicht so einfach alles zu regeln. Ich bekomme zwar noch weiter kleine
Anfälle, aber den Führerschein besitze ich noch immer. Mit meiner Neurologin hatte ich deswegen länger darüber gesprochen.
Sie meinte das der Führerschein nicht einfach abgenommen wird.
Das ganze liegt nur aus der Sache, wenn man wegen einen Anfall, währen des Fahrens, bekommt, währe man so nicht mehr
Fahrtauglich oder bestehendes Risiko. Darauf hin kann er eingezogen werden, aber auch nur wegen einem ärztlichen Befund.
Auto fahre ich allerdings schon seit 20 Jahren nicht mehr, denn ein Risiko muss man ja nicht eingehen. Fahren tut nur meine
Frau und das geht auch.

Schönen Gruß jonni