Anfall alle paar Jahre. Was nun?

Zaphod, Sunday, 19.05.2024, 19:15 (vor 817 Tagen)

Hi!

Nach über 7 Jahren hat es mich wieder erwischt. Es war der zweite Anfall im Leben. Diesmal mit Aura (Flackern), ging aber binnen ca 2 Minuten in einen tonisch klonisch generalisierten Anfall über.

Danach alles wieder "gut". Jetzt stehe ich da. Klar lasse ich mich durchchecken (MRT und EEG), Labor war alles OK wobei CRP und Leukos für meine Verhältnisse leicht erhöht waren und ich einen leichten Infekt hatte.

Was meiner Meinung nach der Auslöser war: Über Monate hinweg bestehender Stress (beruflich) mit Schlafstörungen und teilweise extremer Reduktion des Nachtschlafes (Um 2 Aufwachen und dann am Handy weiter "Fortbilden" über Stunden und dann kurz vor dem Wecker einschlafen). Reicht aber wahrscheinlich nicht für "provozierter" Anfall.

Meine konkreten Fragen: Kennt jemand einen Arzt, der sich besonders mit diesen stressgetriggerten/schlafmangelinduzierten Formen auskennt, die nur sehr sehr selten mal einen Anfall haben?

Gibt es vergleichbare Fälle / Betroffene hier im Forum?

Herzlichen Dank schon mal!

Anfall alle paar Jahre. Was nun?

Anton, Monday, 20.05.2024, 19:21 (vor 816 Tagen) @ Zaphod

Hallo und herzlich willkommen

bei uns im Forum. Dass hier nur Patienten und Nichtmediziner schreiben, ist dir bekannt. Dass dich bei Schilderung Deines Anliegens überhaupt ein Arzt behandeln wird, bezweifele ich. Denn Diagnose und mögliche Therapie sind bekannt. Ich würde sagen, wenn Du einen „normalen“, weniger exzessiven Lebensstil fährst, geht es dir besser. Ohne Arzt und ohne Medikamente. Ich wünsche gute Besserung!

Viele Grüße
Anton

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Die Informationen ersetzen auf keinen Fall die Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Bitte wenden Sie sich an ihren Neurologen!

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Anfall alle paar Jahre. Was nun?

Epi550, Tuesday, 10.12.2024, 22:18 (vor 612 Tagen) @ Zaphod
bearbeitet von Epi550, Tuesday, 10.12.2024, 23:46

Hallo Zaphod,
ich hatte bis jetzt auch erst zwei generalisierte tonisch klonische Anfälle (ohne Aura), welche jeweils nach Schlafentzug + beim zweiten Anfall Prüfungsstress, aufgetreten sind. Zwischen den beiden Anfällen liegen genau zwei Jahre. Bei meinem ersten Anfall ging man von einem "Gelegenheitsanfall" aus. (Dieser Begriff sollte mittlerweile laut Meinung einiger Epileptologen nicht mehr verwendet werden sondern stattdessen akut symptomatischer Anfall) Nach meinem zweiten Anfall habe ich noch im KH direkt Levetiracetam bekommen und die Ärzte waren sich ziemlich sicher, dass eine genetisch generalisierte Epilepsie bei mir vorliegt, da auch eine familiäre Häufung an Epilepsie besteht. Mein niedergelassener Neurologe ist der gleichen Meinung. Auch bei mir sind alle bisherigen EEG's sowie das MRT unauffällig. Ich war für eine Zweitmeinung bei einem auf Epilepsie spezialisierten Neurologen, welcher ebenfalls von einer GGE ausgeht. Diese Form der Epilepsie ist sehr bekannt für schlafmangelinduzierte Anfälle. Das EEG ist bei dieser Form häufig auffällig, aber ein unauffälliges EEG schließt die GGE auch nicht aus (laut meinen Ärzten). Außerdem geht man mittlerweile bei Anfällen nach Schlafentzug (ohne weitere Co-Faktoren wie Alkoholkonsum) nicht mehr unbedingt von provozierten Anfällen im Sinne akut symptomatischer Anfälle aus, sondern von "provozierten" (getriggerten) Anfällen im Rahmen einer bestehenden Epilepsie, da ein gesunder Mensch, auch nach einer Nacht völlig ohne Schlaf, keinen Anfall bekommen sollte. Ich nehme seit dem letzten Anfall durchgehend Antiepileptika, kann also auch nicht wirklich sagen, ob ich dadurch anfallsfrei bin oder sowieso keinen Anfall mehr bekommen hätte. (mittlerweile Lamotrigin, da ich Levetiracetam nicht vertragen habe) Ich persönlich habe keine Lust auf weitere Anfälle, vertrage Lamotrigin sehr gut und habe keinerlei Nebenwirkungen. Ich achte natürlich auch auf ausreichend Schlaf. Da ich die Anfälle als sehr belastend empfunden habe, weitere anfallsbedingte Verletzungen (siehe ältere Einträge von mir) unbedingt vermeiden möchte und nach nun mehr als 1 Jahr Anfallsfreiheit auch endlich wieder Auto fahren darf und dies nicht mehr missen möchte bzw. ohne Angst andere Menschen zu gefährden tun möchte, werde ich das Medikament vorerst nicht absetzen.

Ich glaube Herr Prof. Dr. Jan Rémi kennt sich ganz gut mit Anfällen nach Schlafentzug aus.

Bei sehr seltenen Anfällen ist es natürlich schwierig abzuschätzen, aber ich kann auch gut verstehen, wenn man erstmal ein Medikament einnehmen möchte. Der letzte Arzt bestätigte mir, dass es durchaus Epilepsien mit seltenen, dann aber großen Anfällen gibt. Gerade bei GGE gibt es auch Pat. mit sehr geringer Anfallsfrequenz. Bei den GGE mit ausschließlich Grand Mal wächst mit steigendem Lebensalter auch die Chance anfallsfrei zu bleiben (auch ohne Antiepileptika).

Ich wünsche Ihnen alles Gute und hoffe, Sie müssen nie wieder einen solchen Anfall erleben.

Anfall alle paar Jahre. Was nun?

Anici, Wednesday, 11.12.2024, 13:06 (vor 612 Tagen) @ Zaphod

Hallo Zaphod,

du gibst Dir eigentlich die Antwort selber. Deinen Stress und Schlafmangel kann Dir kein Arzt nehmen. Hier ist Deine Eigenverantwortung gefragt. Sollten die Anfälle dann trotz weniger Stress und genügend Schlaf bestehen, dann könnte ein Arzt ggf. helfen.

Liebe Grüße
Anici