Wetterempfindlichkeit & Wetteränderung

Neubeginn69, Zwickau / Sachsen, Friday, 11.07.2025, 17:45 (vor 399 Tagen)

Hallo. Kennt dies jemand ? Man hat alle Medikamente durch, dazu 1 Hirn OP und danach noch 10x versucht die Medikamente neu einzustellen. Trotzdem hilft nicht bei mir. Jedenfalls ist mir seit dem ich 10 Jahre bin (bin 56 Jahre) eines aufgefallen und dies bemerke ich immer wieder. Dies ist der extreme Wetterwechsel (Hochdruck-Tiefdruckgebiet) und starker Temperaturrückgang dazu. Man hat es erst vor einigen Tagen bemerkt. Extreme Wärme und trockene Luft, bis plötzlich über Nacht eine Gewitterwand und Temperaturrückgang bei uns in Sachsen herrein zog. Ich merkte schon abends das etwas kommt, weil die Luftfeuchtigkeit schon drückte. Dann nachts war es soweit bei mit. Es muss ein extremer fokaler Anfall gewesen sein, dann die nächsten zwei tage war ich nicht richtig anwesend. Dazu die Halswirbel 2x verdreht, 1x den Lendenwirbelbereich und im Brustwirbel hat es auch 1x geknackt. Dies erst nach 3 Tagen wo sich die ganzen Muskels wieder gelockert haben.

Eine zweite Hirn OP hatte man mir nicht empfohlen, da die Narbe jetzt zu verhärtet wäre. Was ich mich auch frage ist, da kann man ja auch die Medikamente weg lassen, weil es (fast) immer mit dem Wetter bei mir zusammen hängt. Denn die Medikamente haben eben alle ihre Nebenwirkungen.

Geht es jemand Anderem auch so ?

Danke und Euch gute Besserung

Wetterempfindlichkeit & Wetteränderung

Anton, Friday, 11.07.2025, 19:14 (vor 399 Tagen) @ Neubeginn69

Hallo und guten Tag,

tut mir leid, dass es dir nicht gutgeht, ich fühle mit dir. Wir haben ja schon geschrieben und dir ist bekannt, dass ich kein Arzt bin. Aufgrund eigener Erfahrung würde ich sagen, du hast eine „ungünstige“ Epilepsie. Erstens weil es fokale Anfälle sind, die medikamentös schlechter zu behandeln sind als generalisierte Anfälle, der zweite Knackpunkt ist, dass es auf der linken Seite ist. Ich weiß nicht, wann Du das letzte Mal nach einer zweiten OP gefragt hast.

So wie Du deinen Zustand nach dem letzten Anfall geschildert hast, ist es meiner Sicht derzeit unverantwortlich, einfach die Medikamente wegzulassen. Das könnte dann auch leicht mal im Status Epilepticus, schlimmstenfalls mit einem SUDEP enden. Lässt sich an der Mediation nicht noch was drehen? Vorhandene Tabletten werden von Zeit zu Zeit verändert, es entstehen dann sogenannte Derivate, bei denen man die Erfahrungen mit dem Vorgänger eingebracht hat.

Auf der anderen Seite muss ich sagen, wenn dich die Medikamente derart einschränken, sollte auch jeden Fall eine mit dem Neurologenteam eines Zentrums eine Änderung vorgenommen werden.

Was ich in solchen trostlosen Zeiten allerdings schon gemacht habe, ist, dass ich die verordnete Menge stufenweise etwas reduziert oder erhöht habe. Parallel dazu habe ich dann einen Anfallskalender geführt und auch geschrieben, wie ich mich gesundheitlich dabei gefühlt habe. Anschließend habe ich dann diesen Vorgang mit den Unterlagen dazu dem Neurologen geschildert und ihn gefragt, ob es richtig war.

Das Wetter ist derzeit für alle eine Belastung. Ich würde gut auf mich aufpassen und die Gesundheit an solchen Tagen noch mehr in den Vordergrund stellen. Ich wünsche gute Besserung!

Viele Grüße
Anton

--
Die Informationen ersetzen auf keinen Fall die Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Bitte wenden Sie sich an ihren Neurologen!

Weitere Beiträge finden Sie in meinem Profil!
Bitte auf "Anton" auf der Kopfleiste klicken.

Wetterempfindlichkeit & Wetteränderung

Neubeginn69, Zwickau / Sachsen, Wednesday, 16.07.2025, 12:12 (vor 395 Tagen) @ Anton

Hallo und guten Tag,

tut mir leid, dass es dir nicht gutgeht, ich fühle mit dir. Wir haben ja schon geschrieben und dir ist bekannt, dass ich kein Arzt bin. Aufgrund eigener Erfahrung würde ich sagen, du hast eine „ungünstige“ Epilepsie. Erstens weil es fokale Anfälle sind, die medikamentös schlechter zu behandeln sind als generalisierte Anfälle, der zweite Knackpunkt ist, dass es auf der linken Seite ist. Ich weiß nicht, wann Du das letzte Mal nach einer zweiten OP gefragt hast.

So wie Du deinen Zustand nach dem letzten Anfall geschildert hast, ist es meiner Sicht derzeit unverantwortlich, einfach die Medikamente wegzulassen. Das könnte dann auch leicht mal im Status Epilepticus, schlimmstenfalls mit einem SUDEP enden. Lässt sich an der Mediation nicht noch was drehen? Vorhandene Tabletten werden von Zeit zu Zeit verändert, es entstehen dann sogenannte Derivate, bei denen man die Erfahrungen mit dem Vorgänger eingebracht hat.

Auf der anderen Seite muss ich sagen, wenn dich die Medikamente derart einschränken, sollte auch jeden Fall eine mit dem Neurologenteam eines Zentrums eine Änderung vorgenommen werden.

Was ich in solchen trostlosen Zeiten allerdings schon gemacht habe, ist, dass ich die verordnete Menge stufenweise etwas reduziert oder erhöht habe. Parallel dazu habe ich dann einen Anfallskalender geführt und auch geschrieben, wie ich mich gesundheitlich dabei gefühlt habe. Anschließend habe ich dann diesen Vorgang mit den Unterlagen dazu dem Neurologen geschildert und ihn gefragt, ob es richtig war.

Das Wetter ist derzeit für alle eine Belastung. Ich würde gut auf mich aufpassen und die Gesundheit an solchen Tagen noch mehr in den Vordergrund stellen. Ich wünsche gute Besserung!

Viele Grüße
Anton

Wetterempfindlichkeit & Wetteränderung

Neubeginn69, Zwickau / Sachsen, Wednesday, 16.07.2025, 12:23 (vor 395 Tagen) @ Neubeginn69

Hallo und guten Tag,

tut mir leid, dass es dir nicht gutgeht, ich fühle mit dir. Wir haben ja schon geschrieben und dir ist bekannt, dass ich kein Arzt bin. Aufgrund eigener Erfahrung würde ich sagen, du hast eine „ungünstige“ Epilepsie. Erstens weil es fokale Anfälle sind, die medikamentös schlechter zu behandeln sind als generalisierte Anfälle, der zweite Knackpunkt ist, dass es auf der linken Seite ist. Ich weiß nicht, wann Du das letzte Mal nach einer zweiten OP gefragt hast.

So wie Du deinen Zustand nach dem letzten Anfall geschildert hast, ist es meiner Sicht derzeit unverantwortlich, einfach die Medikamente wegzulassen. Das könnte dann auch leicht mal im Status Epilepticus, schlimmstenfalls mit einem SUDEP enden. Lässt sich an der Mediation nicht noch was drehen? Vorhandene Tabletten werden von Zeit zu Zeit verändert, es entstehen dann sogenannte Derivate, bei denen man die Erfahrungen mit dem Vorgänger eingebracht hat.

Auf der anderen Seite muss ich sagen, wenn dich die Medikamente derart einschränken, sollte auch jeden Fall eine mit dem Neurologenteam eines Zentrums eine Änderung vorgenommen werden.

Was ich in solchen trostlosen Zeiten allerdings schon gemacht habe, ist, dass ich die verordnete Menge stufenweise etwas reduziert oder erhöht habe. Parallel dazu habe ich dann einen Anfallskalender geführt und auch geschrieben, wie ich mich gesundheitlich dabei gefühlt habe. Anschließend habe ich dann diesen Vorgang mit den Unterlagen dazu dem Neurologen geschildert und ihn gefragt, ob es richtig war.

Das Wetter ist derzeit für alle eine Belastung. Ich würde gut auf mich aufpassen und die Gesundheit an solchen Tagen noch mehr in den Vordergrund stellen. Ich wünsche gute Besserung!

Viele Grüße
Anton

Hallo Anton. Ich danke dir für deine ausführliche Antwort. Jedenfalls werde ich im kommenden Monat den Arzt, wo ich direkt auch ambulannt behandelt werde den Arzt ansprechen. Jetzt habe ich auch nach den Arztberichten, wo ich schon stätionär mit den Medikamenten mehrmals umgestellt wurde herraus gefunden, das ich das jetzige Medikament (Lacosamit) sschon mal hatte. Damals wurde unter den Namen Vimpat geführt und hatte damals auch die gleichen Nebenwirkungen und extremen Anfälle noch dazu. Dies war damal vor der OP mit exta Untersuchungen ect.

Jedenfalls den Oberarzt werde ich darauf ansprechen. Vieleicht auch um die Reduzierung der Medikamente

Grüße aus Sachsen

Wetterempfindlichkeit & Wetteränderung

benuna, Saturday, 12.07.2025, 07:43 (vor 399 Tagen) @ Neubeginn69

Hallo Neubeginn69,
das Wetter macht einen tatsächlich sehr zu schaffen. Die Hitze sorgt bei mir für Kribbeln an den Händen und Füssen und ich meine die Feinmotorik zu verlieren. Die kontrastreichen Farben draussen - der blaue Himmel, die Spiegelung der Sonnenstrahlen auf den Böden - überfordern mein Gehirn. Draussen suche ich oft ne Bank zum hinsetzen oder ne Wand zum anlehnen. Zu Hause muss ich mich öfter hinlegen und schlaf dabei ein.

Heute z.B. grau, nass, öde. Meinem Hirn gefällts.

Die Frage wäre, wie würde es dir ergehen, wenn die Medikamente abgesetzt wären. Ich überspitz es mal: die folgen deines fokalen Anfalls könnten ohne Medikamente ein Genickbruch sein. Dann würden wir heute nicht hier schreiben.

Ich hatte vor eineinhalb Jahren einen Armbruch durch einen Anfall im Schlaf. Davon gingen die Ärzte wegen meines Hintergrundes zumindest aus, da ich ihn nicht wahrgenommen habe und auch kein Unfall, Sturz oder Zusammenstoß bei Bewusstsein ihn erklärte. Auch ein Blutwert der für die Muskelregenartion zuständig ist, war fünf mal höher als der Grenzwert. Dafür gäbe es nicht viel Erklärungen.

Man muss sich leider darüber im klaren sein oder werden, dass Medikamente nur einen schlimmeren Ausgang vermeiden. Nicht den Zustand vor der Epilepsie wieder herstellen. Stelle ich jeden Tag aufs neue fest.

Gruß, benuna

Wetterempfindlichkeit & Wetteränderung

Neubeginn69, Zwickau / Sachsen, Wednesday, 16.07.2025, 12:49 (vor 395 Tagen) @ benuna

Hallo Neubeginn69,
das Wetter macht einen tatsächlich sehr zu schaffen. Die Hitze sorgt bei mir für Kribbeln an den Händen und Füssen und ich meine die Feinmotorik zu verlieren. Die kontrastreichen Farben draussen - der blaue Himmel, die Spiegelung der Sonnenstrahlen auf den Böden - überfordern mein Gehirn. Draussen suche ich oft ne Bank zum hinsetzen oder ne Wand zum anlehnen. Zu Hause muss ich mich öfter hinlegen und schlaf dabei ein.

Heute z.B. grau, nass, öde. Meinem Hirn gefällts.

Die Frage wäre, wie würde es dir ergehen, wenn die Medikamente abgesetzt wären. Ich überspitz es mal: die folgen deines fokalen Anfalls könnten ohne Medikamente ein Genickbruch sein. Dann würden wir heute nicht hier schreiben.

Ich hatte vor eineinhalb Jahren einen Armbruch durch einen Anfall im Schlaf. Davon gingen die Ärzte wegen meines Hintergrundes zumindest aus, da ich ihn nicht wahrgenommen habe und auch kein Unfall, Sturz oder Zusammenstoß bei Bewusstsein ihn erklärte. Auch ein Blutwert der für die Muskelregenartion zuständig ist, war fünf mal höher als der Grenzwert. Dafür gäbe es nicht viel Erklärungen.

Man muss sich leider darüber im klaren sein oder werden, dass Medikamente nur einen schlimmeren Ausgang vermeiden. Nicht den Zustand vor der Epilepsie wieder herstellen. Stelle ich jeden Tag aufs neue fest.

Gruß, benuna

Hallo benuha

Ich danke dir für deine ausführliche Antwort. Das absetzen von heute auf morgen würde ich mit dem Arzt absprechen und dazu alles in einem langsamen Schritt. Was aber auch vieleicht gut ist, ist nur eine Reduzierung der Medikamente. Denn Eines habe ich wieder fest gestellt bei mir und dies immer wieder nach einer totalen Medikamenten Umstellung/Neueinstelung in einer Spezialklinik noch dazu. Nach der Umstellung wirken die Medikamente ca. 6 Monate und dann geht alles wieder von vorn los.

Was aber auch (fast) immer der Grund ist, für einen solch einen stärkeren Anfall. Das Wetter ! Dies beobachte ich bei mir selbst jetzt seit 45 Jahren. Wie oft kann ich auch sagen das wir anderes Wetter bekommen. Das beste Beispiel war vergangene Woche.
Es waren bald an die 40 Grad tagsüber, wo es mir im ganzen gut ging (natürlich musste ich langsam machen mit Allem). Dann kam der Wetterumschwung nach Sachsen herrein. Plötzlich starker Temperaturrückgang und das starke Tiefdrückgebiet noch dazu. Ich merkte es schon einige Stunden vorher, wo ich sagte das das Wetter sich ändert. Darauf hin war es nachts soweit bei mir. Es muss ein starker Anfall gewesen sein, denn Rippenprellung, Hallswirbel 2x verdreht, Lendenwirbel verdreht und dazu kommt noch das ich den kommenden Tage garnicht richtig voll anwesend war. Meine Nachbarn haben mich garnicht groß angesprochen, weil sie auch merkten das etwas war bei mir. Vollstes Vertrauen untereineinder !

Jetzt gerade ist es bei mir als wäre nichts gewesen. Bis es wieder zuschlägt.

Jedenfalls in ca. einer Woche muss ich wieder zu einem ambulanten Termin in die Spezialklinik. Mal sehen

Noch mal ein DANKE für deine Antwort
und Grüße aus Sachsen

Wetterempfindlichkeit & Wetteränderung

benuna, Wednesday, 16.07.2025, 20:40 (vor 394 Tagen) @ Neubeginn69

Hallo Neubeginn69,
ich fühle mit dir, ähnliche Erfahrungen habe ich auch hinter mir. Nach einer Zeit die quasi symptomfrei war mit Levetiracetam, ging die Luft zum Herbst letzten Jahres raus und es haute mich um (im wahrsten Sinne des Wortes).
Danach gab es ein zweites Medikament dazu, Lacosamid. Die EEG-Werte seien nun gut. Ich selber lümmel aber quasi nur noch herum. Geschehen um mich herum sowie Licht und Geräusche führen mich schnell an meine Grenzen.
Habe leider nicht das Glück das da seitens der neurologischen Praxis drauf eingegangen wird. Man reduziert die Behandlung auf die EEG-Werte, nicht auf das Wohlfühlen.
Habe einen Termin für eine Zweitmeinung. Mal schauen.

Dir alles Gute und halte uns/mich auf den laufenden. :)

Gruß, benuna