Epileptischen Anfall bei meinem Sohn nach viel Alkoholfreies

Julja, Thursday, 31.07.2025, 01:43 (vor 380 Tagen)
bearbeitet von Julja, Thursday, 31.07.2025, 01:46

Hallo zusammen. Ich schreibe wieder. Bin besorgte Mutter. Gestern hat mein Sohn( 18) sein 6ten Anfall gehabt. Tonisch klonisch. Schlimm. Gut, dass ich in der Nähe war. Ich habe lauten Krach gehört , kamm ins Badezimmer und er lag steif über Badewanne. Ich musste Krankenwagen holen, ich wusste nicht , ob er Verletzungen hat. Wir haben ihn in die Seitenlage gebracht und Krankenwagen hat ihn zur Klinik gebracht. In der Nacht um 3 durfte/ musste ich meinen Sohn abholen. Er hat 10 Flaschen alkoholfreies Bier getrunken. Mehrere Tage nacheinander. Mein Mann schimpft und Sohn versteht das irgendwie nicht. Übrigens, angefangen haben Anfälle mit Alkohol. Morgen fahre ich ihn zu Neurologin. Ich bin sehr besorgt. Er fragt mich über Kopfschutz. Gibts so was? Und wie ist das praktisch? Wir sagen, dass er alkoholfreies Bier lassen muss. Früher hat er Alkohol getrunken, aber wegen Anfälle auf alkoholfreies umgestellt. Aber dort gibts Alkohol trotzdem. Zur Zeit nimmt er 125 mg Lamotrigin 2 Mal am Tag und Sertralin 100 mg mittags. Meine Fragen:
1. Kann Sertralin( Antidepressiva) die Epilepsie begünstigen/ Anfälle provozieren?
2. Was macht Ihr nach dem Anfall, holt Ihr jedes Mal Krankenwagen?
3.Wie sinnvoll ist Kopfschutz?
4 .Wie lange nach großem Anfall dauert bis man erholt hat?
Das wird morgen vermutlich Medikament wieder erhöht. Danke .
LG Julia

Epileptischen Anfall bei meinem Sohn nach viel Alkoholfreies

Anton, Thursday, 31.07.2025, 19:25 (vor 379 Tagen) @ Julja

Hallo Julia,

es gibt Anfallskranke, die dürfen nicht einen Tropfen Alkohol, das kann besonders für Personen gelten, die durch ein übermäßiges Verzehren alkoholischer Getränke an Epilepsie erkrankt sind.

Es ist bekannt, dass in den meisten Getränken, die die Bezeichnung „alkoholfrei“ tragen, noch Alkohol vorhanden ist. Und das ist bei Bier immer der Fall. Fairerweise müsste auf den Flaschen stehen „mit extra wenig Alkohol“. Selbst im angeblich alkoholfreien Dunkelbier ist Alkohol enthalten.

Ich hatte mal eine Freundin, die litt häufig unter Auren. Als sie dann bei mir zu Besuch war, traten ständig Auren auf, die nicht mehr aufhören wollten. Das Ganze ging in einen epileptischen Anfall über, und bei dem sah es so aus, als wollte er nicht enden. Mir schien, als würde es ein Status epilepticus. Gott sei Dank kam es so weit nicht.

Beim nächsten Besuch beim Neurologen habe ich den gefragt, was er an meiner Stelle gemacht hätte. Er hatte eine einfache Regel parat. „Solange Sie es aushalten können, sich das anzusehen, dürfen sie auf das Ende eines solchen Ereignisses warten. In Deinem Fall finde ich, war es korrekt den Krankenwagen zu rufen. Ich dem Moment, wo man nicht mehr weiß, wie es sich weiterentwickeln könnte, sollte man den Krankenwagen rufen.

Wo es die speziellen Helme, die als Kopfschutz für Anfallskranke geeignet sind, zu kaufen sind, kann ich nicht sagen, das wüsste dann aber das Sanitätshaus, wo das Rezept für einen solchen Schutz einzulösen wäre. Würde er denn überhaupt bereit sein, einen solchen Helm zu tragen?

Ob Sertralin die Anfälle begünstigen kann, kann ich nicht sagen. Ich weiß von einem Wirkstoff, der in Dänemark als Antiepileptikum hergestellt worden ist, hier in Deutschland die Zulassung als Antiepileptikum nicht bekommen hat, aber als Antidepressivum seine Dienste erfüllt, und als diesen Wirkstoff hier auch verordnet werden darf. Der Wirkstoff heißt „Citalopram“, der Hersteller ist Lundbeck Dänemark.

Wie lange es dauert, bis man sich von einem Anfall erholt hat, hängt von vielen Faktoren ab. Angenommen, man ist alleine zu Hause, bekommt einen großen Anfall, verletzt sich wenig und hat Zeit, sich danach zu erholen, dann ist alles nicht so belastend. Schlimmer ist es, wenn es in der Menschenmenge passiert, viele Schaulustige die Sache erschweren und der Kranke vorgeführt wird. Das als Betroffener zu verkraften fällt schwer und es dauert lange, bis man wieder fit ist.

Viele Grüße
Anton

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Epileptischen Anfall bei meinem Sohn nach viel Alkoholfreies

Julja, Friday, 01.08.2025, 00:24 (vor 379 Tagen) @ Anton

Hallo Julia,

es gibt Anfallskranke, die dürfen nicht einen Tropfen Alkohol, das kann besonders für Personen gelten, die durch ein übermäßiges Verzehren alkoholischer Getränke an Epilepsie erkrankt sind.

Es ist bekannt, dass in den meisten Getränken, die die Bezeichnung „alkoholfrei“ tragen, noch Alkohol vorhanden ist. Und das ist bei Bier immer der Fall. Fairerweise müsste auf den Flaschen stehen „mit extra wenig Alkohol“. Selbst im angeblich alkoholfreien Dunkelbier ist Alkohol enthalten.

Ich hatte mal eine Freundin, die litt häufig unter Auren. Als sie dann bei mir zu Besuch war, traten ständig Auren auf, die nicht mehr aufhören wollten. Das Ganze ging in einen epileptischen Anfall über, und bei dem sah es so aus, als wollte er nicht enden. Mir schien, als würde es ein Status epilepticus. Gott sei Dank kam es so weit nicht.

Beim nächsten Besuch beim Neurologen habe ich den gefragt, was er an meiner Stelle gemacht hätte. Er hatte eine einfache Regel parat. „Solange Sie es aushalten können, sich das anzusehen, dürfen sie auf das Ende eines solchen Ereignisses warten. In Deinem Fall finde ich, war es korrekt den Krankenwagen zu rufen. Ich dem Moment, wo man nicht mehr weiß, wie es sich weiterentwickeln könnte, sollte man den Krankenwagen rufen.

Wo es die speziellen Helme, die als Kopfschutz für Anfallskranke geeignet sind, zu kaufen sind, kann ich nicht sagen, das wüsste dann aber das Sanitätshaus, wo das Rezept für einen solchen Schutz einzulösen wäre. Würde er denn überhaupt bereit sein, einen solchen Helm zu tragen?

Ob Sertralin die Anfälle begünstigen kann, kann ich nicht sagen. Ich weiß von einem Wirkstoff, der in Dänemark als Antiepileptikum hergestellt worden ist, hier in Deutschland die Zulassung als Antiepileptikum nicht bekommen hat, aber als Antidepressivum seine Dienste erfüllt, und als diesen Wirkstoff hier auch verordnet werden darf. Der Wirkstoff heißt „Citalopram“, der Hersteller ist Lundbeck Dänemark.

Wie lange es dauert, bis man sich von einem Anfall erholt hat, hängt von vielen Faktoren ab. Angenommen, man ist alleine zu Hause, bekommt einen großen Anfall, verletzt sich wenig und hat Zeit, sich danach zu erholen, dann ist alles nicht so belastend. Schlimmer ist es, wenn es in der Menschenmenge passiert, viele Schaulustige die Sache erschweren und der Kranke vorgeführt wird. Das als Betroffener zu verkraften fällt schwer und es dauert lange, bis man wieder fit ist.

Viele Grüße
Anton

Epileptischen Anfall bei meinem Sohn nach viel Alkoholfreies

Julja, Wednesday, 13.08.2025, 23:37 (vor 366 Tagen) @ Anton

Dankeschön, Anton. Vielen Dank für tolle Ratschläge. Ich konnte nicht sofort antworten, weil nicht gleich kapiert habe, wie das geht. Also, Lamotrigin bei Niklas wurde auf 150-0-150 erhöht. Morgen ist Blutabnahme bei ihm.

LG Julia
Hallo Julia,


es gibt Anfallskranke, die dürfen nicht einen Tropfen Alkohol, das kann besonders für Personen gelten, die durch ein übermäßiges Verzehren alkoholischer Getränke an Epilepsie erkrankt sind.

Es ist bekannt, dass in den meisten Getränken, die die Bezeichnung „alkoholfrei“ tragen, noch Alkohol vorhanden ist. Und das ist bei Bier immer der Fall. Fairerweise müsste auf den Flaschen stehen „mit extra wenig Alkohol“. Selbst im angeblich alkoholfreien Dunkelbier ist Alkohol enthalten.

Ich hatte mal eine Freundin, die litt häufig unter Auren. Als sie dann bei mir zu Besuch war, traten ständig Auren auf, die nicht mehr aufhören wollten. Das Ganze ging in einen epileptischen Anfall über, und bei dem sah es so aus, als wollte er nicht enden. Mir schien, als würde es ein Status epilepticus. Gott sei Dank kam es so weit nicht.

Beim nächsten Besuch beim Neurologen habe ich den gefragt, was er an meiner Stelle gemacht hätte. Er hatte eine einfache Regel parat. „Solange Sie es aushalten können, sich das anzusehen, dürfen sie auf das Ende eines solchen Ereignisses warten. In Deinem Fall finde ich, war es korrekt den Krankenwagen zu rufen. Ich dem Moment, wo man nicht mehr weiß, wie es sich weiterentwickeln könnte, sollte man den Krankenwagen rufen.

Wo es die speziellen Helme, die als Kopfschutz für Anfallskranke geeignet sind, zu kaufen sind, kann ich nicht sagen, das wüsste dann aber das Sanitätshaus, wo das Rezept für einen solchen Schutz einzulösen wäre. Würde er denn überhaupt bereit sein, einen solchen Helm zu tragen?

Ob Sertralin die Anfälle begünstigen kann, kann ich nicht sagen. Ich weiß von einem Wirkstoff, der in Dänemark als Antiepileptikum hergestellt worden ist, hier in Deutschland die Zulassung als Antiepileptikum nicht bekommen hat, aber als Antidepressivum seine Dienste erfüllt, und als diesen Wirkstoff hier auch verordnet werden darf. Der Wirkstoff heißt „Citalopram“, der Hersteller ist Lundbeck Dänemark.

Wie lange es dauert, bis man sich von einem Anfall erholt hat, hängt von vielen Faktoren ab. Angenommen, man ist alleine zu Hause, bekommt einen großen Anfall, verletzt sich wenig und hat Zeit, sich danach zu erholen, dann ist alles nicht so belastend. Schlimmer ist es, wenn es in der Menschenmenge passiert, viele Schaulustige die Sache erschweren und der Kranke vorgeführt wird. Das als Betroffener zu verkraften fällt schwer und es dauert lange, bis man wieder fit ist.

Viele Grüße
Anton

Epileptischen Anfall bei meinem Sohn nach viel Alkoholfreies

benuna, Saturday, 02.08.2025, 11:53 (vor 378 Tagen) @ Julja

Hallo Julja :)
In Deutschland dürfen Getränke mit bis zu 0,5% Alkohol als Alkoholfrei bezeichnet werden.
Wenn also nicht explizit 0,0 auf den Getränken stand, kann er sich bei 10 Flaschen ordentlich ein hinter die Binde gekippt haben.
Was man nach einem Anfall tun sollte, ist eine Entscheidung der Situation.
Meine Erfahrungen bisher:
Nach ca. zwei Stunden meines heftigsten generalisierten Anfalls, war ich wieder anwesend und hab mich benommen aber Alltagsfähig gefühlt.
Das KH hat mich aufgrund der Sturzfolgen (Fraktur und EDH) einen Tag auf der Intensiv behalten. Durfte am Folgetag wieder gehen.
Ich würde bei einem gehörten Sturz immer einen RTW holen um Folgeschäden ausschließen zu lassen.

Gruß, benuna

Epileptischen Anfall bei meinem Sohn nach viel Alkoholfreies

Julja, Wednesday, 13.08.2025, 23:42 (vor 366 Tagen) @ benuna

Vielen Dank für Antwort und alles Gute. Als Mutter möchte ich schon alles richtig machen, aber in diesem Fall muss man schnell reagieren.

LG Julia
Hallo Julja :)

In Deutschland dürfen Getränke mit bis zu 0,5% Alkohol als Alkoholfrei bezeichnet werden.
Wenn also nicht explizit 0,0 auf den Getränken stand, kann er sich bei 10 Flaschen ordentlich ein hinter die Binde gekippt haben.
Was man nach einem Anfall tun sollte, ist eine Entscheidung der Situation.
Meine Erfahrungen bisher:
Nach ca. zwei Stunden meines heftigsten generalisierten Anfalls, war ich wieder anwesend und hab mich benommen aber Alltagsfähig gefühlt.
Das KH hat mich aufgrund der Sturzfolgen (Fraktur und EDH) einen Tag auf der Intensiv behalten. Durfte am Folgetag wieder gehen.
Ich würde bei einem gehörten Sturz immer einen RTW holen um Folgeschäden ausschließen zu lassen.

Gruß, benuna