Tablettenumstellung Levetiracetam auf Phenhydan

Sonnenschein2510, Thursday, 31.07.2025, 17:22 (vor 379 Tagen)

Hallo,
meine Mutter war 13 Jahre anfallsfrei. Durch einen Fehler ihres Hausarztes bekam sie an Ostern einen schweren GrandMal Anfall mit Verwirrtheit vor dem Anfall und auch noch 3 Tage danach. Ihre Neurologin und der Oberarzt im Krankenhaus waren sich einig das man sie von ihrem alten Medi Phenhydan auf Levetiracetam umstellen solle weil das Phenhydan veraltet sei und das Leve ein sehr gutes Medi. Verstehe ich bis heute nicht weil wenn man doch 13 Jahre anfallsfrei ist wozu dann wechseln? Nun gut, seit Ostern schläft sie sehr viel, hat eine schwere Gangunsicherheit und war nicht aus der Wohnung raus. Heute bei der Neurologin meinte diese, das sie das Levetiracetam nicht verträgt und sie soll doch wieder die alten Tabletten nehmen. Also geht es jetzt um Einschleichen Phenhydan und Ausschleichen Levetiracetam. Sie soll direkt morgen damit anfangen und die morgendliche Dosis Leveritacetam 750mg komplett weglassen und dafür das Phenhydan direkt 3 mal täglich nehmen. Das soll sie 1 Woche so machen. Ab nächste Woche Donnerstag soll sie dann auch die abendliche Dosis Levetiracetam 750mg weglassen. Das würde bedeuten, dass sie ab nächste Woche Freitag das Levetiracetam komplett weglässt und 3 mal am Tag das Phenhydan 100mg wieder nimmt wie früher. Ich habe jedoch bedenken, dass diese Aus-und Einschleichung viel zu schnell geht. Innerhalb von 1 Woche das Levetiracetam komplett absetzen? Wird zwar direkt ersetzt durch das Phenhydan aber die direkte Einnahme von 3 x 100 mg erscheint mir auch zu schnell. Meine Sorge besteht darin, das sie durch die schnelle Umstellung Anfälle bekommen kann wenn ich nicht vor Ort bin. Hat hier jemand Erfahrungen und kann mir berichten?
Ich danke euch

Tablettenumstellung Levetiracetam auf Phenhydan

Anton, Thursday, 31.07.2025, 18:30 (vor 379 Tagen) @ Sonnenschein2510

Hallo und guten Abend,

ich begrüße dich herzlich in diesem Forum. Dir ist sicher bekannt, dass wir alle hier als Nichtmediziner schreiben und Ratschläge in dem Sinne nicht geben dürfen. Auch ich schreibe als Patient und medizinischer Laie. Den Wirkstoff Phenytoin habe ich fast 20 Jahre genommen und war damit anfallsfrei. Nur das, was er mit mir angestellt hat, habe ich erst gemerkt, als ich ihn nicht mehr genommen habe. Er hat bei mir die Kognition sehr eingeschränkt.

Danach habe ich ungefähr 10 Jahre Valproinsäure genommen. Das Mittel war ein richtiges Hammer-Medikament und hat mich noch mehr eingeschränkt, wobei es das Hauptziel, nämlich Anfallsfreiheit, völlig verfehlt hat.

Seit fast 20 Jahren nehme ich Levetiracetam und bin ich glücklicher Mensch. Ich bin hellwach und durchgehend anfallsfrei. Ich weiß von einigen Patienten, dass sie mit Levetiracetam nicht zurechtkommen, weil psychische Störungen auftreten. Da gibt es dann die Möglichkeit, auf das Nachfolgepräparat von Levetiracetam, nämlich Brivaracetam, umzusteigen.

Zurück zu Deiner Mutter. Sollte sie schon älter sein und selbst den Wunsch äußern, dass es bei dem Phenytoin bleiben soll, hielte ich es für sinnvoll, wieder auf dieses Medikament umzusteigen. Immer vorausgesetzt, sie weiß, was sie sich damit in Hinsicht auf die Fitness antut. Denn Levetiracetam entstammt einem „Antidementivum“, es verbessert die Sauerstoff-Verfügbarkeit im Gehirn, was im Alter nicht von Nachteil ist.

Mir ging es über einen längeren Zeitraum gesundheitlich nicht so gut. Aus dem Grund sind so gravierende Umstellungen immer stationär erfolgt. Das hielte ich für vernünftiger, gerade in Hinblick darauf, dass sie einen Grand Mal hatte.

Bei fast allen Umstellungen ist bei mir nach dem Prinzip verfahren worden, dass das neue Medikament voll eingeschlichen wurde, und erst dann das alte Medikament langsam herausgenommen wurde. Auch das wird bei jedem Patienten anders gemacht. Ich wünsche alles Gute.

Viele Grüße
Anton

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Die Informationen ersetzen auf keinen Fall die Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Bitte wenden Sie sich an ihren Neurologen!

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Tablettenumstellung Levetiracetam auf Phenhydan

Sonnenschein2510, Thursday, 31.07.2025, 18:35 (vor 379 Tagen) @ Sonnenschein2510

Hallo,
meine Mutter war 13 Jahre anfallsfrei. Durch einen Fehler ihres Hausarztes bekam sie an Ostern einen schweren GrandMal Anfall mit Verwirrtheit vor dem Anfall und auch noch 3 Tage danach. Ihre Neurologin und der Oberarzt im Krankenhaus waren sich einig das man sie von ihrem alten Medi Phenhydan auf Levetiracetam umstellen solle weil das Phenhydan veraltet sei und das Leve ein sehr gutes Medi. Verstehe ich bis heute nicht weil wenn man doch 13 Jahre anfallsfrei ist wozu dann wechseln? Nun gut, seit Ostern schläft sie sehr viel, hat eine schwere Gangunsicherheit und war nicht aus der Wohnung raus. Heute bei der Neurologin meinte diese, das sie das Levetiracetam nicht verträgt und sie soll doch wieder die alten Tabletten nehmen. Also geht es jetzt um Einschleichen Phenhydan und Ausschleichen Levetiracetam. Sie soll direkt morgen damit anfangen und die morgendliche Dosis Leveritacetam 750mg komplett weglassen und dafür das Phenhydan direkt 3 mal täglich nehmen. Das soll sie 1 Woche so machen. Ab nächste Woche Donnerstag soll sie dann auch die abendliche Dosis Levetiracetam 750mg weglassen. Das würde bedeuten, dass sie ab nächste Woche Freitag das Levetiracetam komplett weglässt und 3 mal am Tag das Phenhydan 100mg wieder nimmt wie früher. Ich habe jedoch bedenken, dass diese Aus-und Einschleichung viel zu schnell geht. Innerhalb von 1 Woche das Levetiracetam komplett absetzen? Wird zwar direkt ersetzt durch das Phenhydan aber die direkte Einnahme von 3 x 100 mg erscheint mir auch zu schnell. Meine Sorge besteht darin, das sie durch die schnelle Umstellung Anfälle bekommen kann wenn ich nicht vor Ort bin. Hat hier jemand Erfahrungen und kann mir berichten?
Ich danke euch