Atone Anfälle

Carre69, Saturday, 30.08.2025, 20:11 (vor 349 Tagen)

Hallo zusammen,

bei meiner einjährigen Tochter ging es vor ca. 2 Monaten los. Von heute auf morgen bekam sie regelmäßig atone Anfälle, die auch in einem EEG aufgezeichnet wurden. Wir waren zur Diagnostik in einer Kinderklinik. MRT und LP waren unauffällig, ein genetischer Test steht noch aus.
Zur Therapie versuchen wir gerade Levetiracetam einzustellen. Als wir noch bei einer niedrigeren Dosis waren hatte ich den Eindruck dass die Anfälle seltener werden. Sofort als wir die Dosis auf die vorgesehene Dosis erhöht haben gingen die Anfälle wieder los. Jetzt hat sie gerade jeden Tag mindestens einen Anfall und leidet massiv unter Schlafstörungen. Hat jemand eine ähnliche Erfahrung gemacht? Was können wir tun?

Atone Anfälle

Anici, Sunday, 31.08.2025, 02:03 (vor 349 Tagen) @ Carre69

Hallo Carre,

herzlich Willkommen.
bitte besprich das zeitnah mit dem behandeldem Arzt, dass sich die Anfälle nach anfänglicher Minderung, nun nach Erhöhung des Medikamentes verstärkt haben. Denn so skurril es klingt - es kann passieren, dass durch bestimmte Medis die Häufigkeit der Anfälle oder in der Intensität verstärkt werden. Es gibt unzählig viele Präparate an Antiepileptika, das Richtige für die zu behandelnde Epilepsie-Form zu finden, kann manchmal mehrere Anläufe bedeuten. Wenn dieses Präparat nicht hilft,könnte man ggf. ein anderes versuchen - deshalb bitte Rücksprache mit dem Arzt, das kann nur er entscheiden.

Eine andere Frage hätte ich - hat Deine Tochter zeitnah vor Auftreten des ersten epil. Anfalls eine Schutz-Impfung erhalten?

Liebe Grüße und alles liebe und Gute für Deine kleine Maus
Anici

Atone Anfälle

Anton, Monday, 01.09.2025, 18:25 (vor 347 Tagen) @ Carre69

Hallo,

ich persönlich halte Levetiracetam für ein wunderbares Mittel. Warum schreibe ich das? Weil ich seit fast 20 Jahren gut damit zurechtkomme, was für mich Anfallsfreiheit heißt, und dass ich relativ wenig Nebenwirkungen habe.

In der Anfangszeit habe ich es mal um gut 10 Prozent erhöht und ein wahres Wunder erlebt. Dieses eine Mal werde ich nie vergessen. Es hat mich nicht nur kognitiv ganz enorm eingeschränkt, sondern aus meiner Sicht habe ich „Blödsinn“ geredet. Es bekam mir gar nicht. Danach bin ich wieder auf die gewünschte Menge heruntergefahren und es klappt wunderbar.

Zu dem Schlafproblemen, die durch die Einnahme von Levetiracetam auftreten können: aus meinem Bekanntenkreis weiß ich von vielen, die das Medikament dann abends einige Stunden vor dem Schlafengehen eingenommen haben, dass sie dann wesentlich besser schlafen konnten. Wer sich näher mit der Herkunft des Wirkstoffs Levetiracetam beschäftigt, weiß auch, woran es liegt.

Viele Grüße
Anton

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Die Informationen ersetzen auf keinen Fall die Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Bitte wenden Sie sich an ihren Neurologen!

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Atone Anfälle

Paul aus Bayern, Friday, 05.09.2025, 08:38 (vor 344 Tagen) @ Anton

Hallo Anton,
Deine Einlassung zu Schlafproblemen mit Levetiracetam würde mich interessieren. Könntest du das erläutern?
Ich versuche alles meiner Frau einen angenehmen und erholsamen Schlaf zu gewährleisten und sie wacht oftmals morgens auf und sagt wie schlecht sie geschlafen hat. Vor knapp über zwei Wochen wurde ihre Dosis Leve erhöht, nach neuerlichem Anfall. Jetzt lese ich du hast im Bekanntenkreis Erfahrungen die Abenddosis früher vor dem Schlafengehen zu nehmen. Gestern hat sie weil wir unterwegs waren ihre Abenddosis erst kurz vor dem Schlafengehen genommen und hatte wieder eine unruhige Nacht…

Hallo,

ich persönlich halte Levetiracetam für ein wunderbares Mittel. Warum schreibe ich das? Weil ich seit fast 20 Jahren gut damit zurechtkomme, was für mich Anfallsfreiheit heißt, und dass ich relativ wenig Nebenwirkungen habe.

In der Anfangszeit habe ich es mal um gut 10 Prozent erhöht und ein wahres Wunder erlebt. Dieses eine Mal werde ich nie vergessen. Es hat mich nicht nur kognitiv ganz enorm eingeschränkt, sondern aus meiner Sicht habe ich „Blödsinn“ geredet. Es bekam mir gar nicht. Danach bin ich wieder auf die gewünschte Menge heruntergefahren und es klappt wunderbar.

Zu dem Schlafproblemen, die durch die Einnahme von Levetiracetam auftreten können: aus meinem Bekanntenkreis weiß ich von vielen, die das Medikament dann abends einige Stunden vor dem Schlafengehen eingenommen haben, dass sie dann wesentlich besser schlafen konnten. Wer sich näher mit der Herkunft des Wirkstoffs Levetiracetam beschäftigt, weiß auch, woran es liegt.

Viele Grüße
Anton

Atone Anfälle

Anton, Friday, 05.09.2025, 18:01 (vor 343 Tagen) @ Paul aus Bayern
bearbeitet von Anton, Friday, 05.09.2025, 18:12

Hallo,

Als Nichtmediziner und pharmakologischer Laie beziehe ich Stellung zu den angesprochenen Schlafproblemen durch Keppra (Levetiracetam). Ich tausche mich in diesem Forum seit 2007 über dieses Thema aus und weiß, dass es vielen so ging, dass sie trotz guter Wirkung von Keppra (Levetiracetam) nicht oder nur schlecht schlafen konnten. Es ist immer wieder berichtet worden, nicht nur in diesem Forum, dass eine frühe Einnahme am Abend die Chance auf besseren Schlaf erhöht.

Wenn ich über die Herkunft von Levetiracetam nachdenke, sehe ich da einen Zusammenhang. Levetiracetam ist ein Derivat des Antidementivums Piracetam. Antidementiva verbessern u. a. die Sauerstoffverwertung im Gehirn. Näheres über Levetiracetam bzw. Keppra bietet Wikipedia. Grob gesagt könnte man Levetiracetam am Abend auch als „Wachmacher“ sehen.

Levetiracetam hat mittlerweile schon wieder einen Nachfolger. Ich weiß von zahlreichen Patienten, die mit Levetiracetam nicht zurechtgekommen sind, dass sie das Nachfolgemittel von Levetiracetam, Brivaracetam besser vertragen haben. Ich würde den Neurologen darauf ansprechen.

Viele Grüße
Anton

Interessantes über Levetiracetam
https://forum.epilepsie-online.de/index.php?id=92593

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