Epi-Betroffene in der Ukraine

spacelad @, Schweiz, Donnerstag, 28.04.2022, 09:22 (vor 152 Tagen)

Hallo

Vorgestern hatte ich in der Pause ein langes Gespräch mit einem ukrainischen Arbeitskollegen von mir. Er ist ein Expat und arbeitet seit etwa 12 Jahren hier bei uns. Er ist mit einer Russin verheiratet und hat zuvor viele Jahre in Russland für Roskosmos gearbeitet. Viele seiner Verwandten leben in der Ostukraine, wo er auch aufgewachsen ist.

Der Grund, warum er mir von seiner Familie in seiner Heimat erzählte, war folgender: Er hat einen Neffen, der 19 Jahre alt ist und an Epi leidet. Dank guter Medikamente sei er seit Jahren anfallsfrei gewesen. Trotz seiner Krankheit meldete er sich in den ersten Tagen des Krieges freiwillig zur ukrainischen Armee. Mehrere Wochen lang half er in den Logistikverbänden bei der Verteidigung seines Landes, gegen den Tyrannen in Moskau. Jetzt aber, sei sein Medikamentenvorrat aufgebraucht, und er habe in den letzten zwei Wochen insgesamt ca. 15 schwere GM gehabt. In der Ukraine sind nicht nur Epi-Medikamente kaum noch erhältlich, sondern alle Medikamente. Nicht einmal die Armee ist derzeit in der Lage, die von ihm benötigten Medikamente zu organisieren. Das betrifft auch viele andere chronisch kranke Menschen, die an anderen Krankheiten leiden.

Was für eine Hölle macht dieser junge Mann gerade durch? Neben der Angst um Leib und Leben sowie der Angst vor einer sehr ungewissen Zukunft, habe er nun auch grosse Angst vor dem nächsten Anfall. Er habe Angst zu stürzen und sich zu verletzen und so. Bei einer ernsthaften Verletzung wäre wiederum ungewiss ob ihm adäquat geholfen werden könnte.

Das alles hat mich sehr zum Nachdenken gebracht. Dieses Gespräch mit meinem Kollegen hat mich sehr bewegt und es geht mir nicht mehr aus dem Kopf. Es relativiert viele Probleme, die man mit der eignen Epilepsie hat. (Siehe: https://forum.epilepsie-online.de/index.php?id=91046 )

Ich frage mich immer wieder, wie wir Epilepsie-Betroffen in Mitteleuropa - denen es im Vergleich meist sehr gut geht - unseren Leidensgenossen in der Ukraine aktuell konkret helfen könnten? Wenn es im Moment so aussieht, dass nicht einmal das IKRK helfen kann, was kann man dann derzeit tun?

Wer hat eine konkrete Idee?

Stefan

--
Ich lebe mit meiner Epilepsie und nicht mehr gegen sie.

Epi-Betroffene in der Ukraine

pegasus, Freitag, 29.04.2022, 15:16 (vor 150 Tagen) @ spacelad

Auch wenn es hart klingen mag ... Der Junge hat aus meiner Sicht selber schuld. Er war nicht gezwungen sich zu melden und hat es dennoch getan und muss nun mit den daraus resultierenden Konsequenzen leben.

Anders würde ich es allerdings bei Menschen sehen, die sich nicht freiwillig gemeldet haben sondern aus anderen Gründen noch immer vor Ort verblieben sind.

Generell ist es aber so, dass es immer wieder zu Lieferengpässen gekommen war und sicher auch noch kommen wird. Das ist ein Kalkül der Pharmaindustrie, in dem nicht genug produziert wird und hier ist die Politik einfach mal gefragt und muss die Pharamindustrie in die Pflicht nehmen, Medikamente immer in ausreichend genügenden Menge vorrätig zu haben.

Im übrigen verweise ich dich auf den angepinnten Beitrag oben in der Forenübersicht und ich selbst habe erst vor einigen Tagen einen Bericht gesehen, dass selbst Krankenhäuser in Deutschland mittlerweile Schwierigkeiten haben dringend benötigte Medikamente zu bekommen.

Epi-Betroffene in der Ukraine

spacelad @, Schweiz, Freitag, 29.04.2022, 18:29 (vor 150 Tagen) @ pegasus

Auch wenn es hart klingen mag ... Der Junge hat aus meiner Sicht selber schuld.

@pegasus:
Ich finde es ein wenig anmassend, wie du über diesen jungen Mann urteilst.

Vielleicht ist auch dir zu Ohren gekommen, dass ukrainische Männer zwischen 18 und 60 Jahren das Land derzeit nicht verlassen dürfen? Dass ihm die Medikamente ausgegangen sind, hat nichts mit seiner Entscheidung zu tun, der Armee zu helfen. Sie wären ihm auch ausgegangen, wenn er sich anders entschieden hätte und sich in seinem Keller verkrochen hätte, wie viele andere. Ja, diese Entscheidung kann und sollte man zu Recht hinterfragen. Darin stimme ich mit dir überein. Aber diese Entscheidung ist nicht der Grund dafür, dass er jetzt keine Medikamente mehr hat und sehr leidet weil er nun täglich GM erlebt. Der Grund ist allein der skrupellose Despot in Moskau und der von ihm geschürte Nationalismus. Diese Verantwortung kann diesem Jungen und allen anderen Epileptikern in der Ukraine wirklich nicht zuschieben.

Der Unterschied zwischen Deutschland und der Ukraine ist, dass es in der Ukraine für die Bevölkerung, im Allgemeinen kaum noch Medikamente gibt. Selbst wenn sie im Land in den eigenen Lagern noch verfügbar wären, können sie oft nicht zu den Menschen, die sie brauchen gelangen. Auch die Generikas oder ein Wechsel der Medikamente ist keine Lösung, denn auch diese Alternativen sind nicht verfügbar. Von solchen Zuständen ist Deutschland noch sehr, sehr weit entfernt. Ich will die Versorgungsengpässe in Deutschland nicht verharmlosen. Ich will nur die Relationen verdeutlichen. Im Vergleich zur Ukraine geht es uns allen sehr gut.

Auf die Verschwörungstheorien über die Pharmaindustrie möchte ich nicht näher eingehen. Das würde zu weit führen. Nur so viel: Schon mal daran gedacht, dass das vielleicht keine Bosheit dahinter steckt, sondern grosse Lieferschwierigkeiten bei den Rohstoffen? Ich arbeite unter anderem in der Elektronikindustrie, und viele unserer Zulieferer haben seit mehr als zwei Jahren genau dieses Problem, bei vielen Chemikalien. Wenn so lange nur wenig Nachschub kommt, kann man die Lager füllen wie man will. Es nützt nichts. Und kein Politiker bei uns kann daran etwas ändern. Auch die Pharmaindustrie ist von entscheiden der Diktatoren dieser Welt abhängig. Der aktuelle Krieg und die Pandemie hat die Pharmaindustrie eben so wenig gewollt wie wir. Beides war/ist extrem Geschäftsschädigend.

Sei deshalb bitte sehr vorsichtig bevor du, anderen schlechte Absichten und Kalkül zu unterstellst.

--
Ich lebe mit meiner Epilepsie und nicht mehr gegen sie.

Epi-Betroffene in der Ukraine

pegasus, Samstag, 30.04.2022, 14:51 (vor 149 Tagen) @ spacelad

Der Reihe nach:

Ich finde es schon sehr polemisch, dass du denkst, dass das hier in Deutschland so mir nichts dir nichts so einfach verschwinden würde mit dem Medikamentenmangel.

Hier mal ein Beispiel aus diesem Forum:

https://forum.epilepsie-online.de/index.php?id=90390

Da hatte doch tatsächlich jemand ein Problem sein Medikament zu erhalten. Es gibt noch mehr solcher Themen in diesem Forum, wo ein Medikament gegen Epilepsie einfach nicht lieferbar gewesen ist. Ebenso ist es so, dass sich dieses Problem mit dem Lieferschwierigkeiten nicht nur auf Medikamente gegen Epilepsie beschränkt, sondern auf immer mehr Medikamente zu trifft. Das mag dir zwar nicht gefallen, aber wie ich schon geschrieben habe, hatte ich erst neulich eine Reportage darüber gesehen und die Teile ich nun auch mit dir:

https://www.youtube.com/watch?v=JHu377kCbhA

Aber du hast dennoch Recht, dass es sich hierbei um eine Verschwörungstheorie handelt, dass die Pharmaindustrie das teilweise in vollster Absicht herbeiführt.

Nun zum Konflikt selbst.

Ich halte es für gefährlich, dass man hier nur Russland die Schuld geben will. Es ist nicht so, dass ich diesen Konflikt kleinreden will oder ihn gutheiße, aber was wir uns in unserer westlichen Welt hier auf diesem Planeten schon herausgenommen haben, wächst auf keine Kuhhaut. Wenn es nach diesem Maßstab geht, der gerade bei Russland angewandt wird, dann waren die letzten Präsidenten der USA alle samt Despoten, genauso wie unserer Politiker und auch andere, die sich an Kriegen beteiligt haben. Niemand auf diesem Planeten, hat wenn es um völkerrechtliche Aspekte geht, irgendein Recht dazu irgendwo einzumaschieren, dort alles platt zu machen und sich dann so hinzustellen als sei es durch irgendetwas gerechtfertigt.

Wenn du also davon sprichst, dass Russland hier die Schuld trägt, dann solltest du daher auch berücksichtigen, dass WIR es sind, die Russland die ganze Zeit immer wieder kleine Stiche zugefügt haben. WIR waren es, die unsere jeweiligen Regierungen dazu legimitiert haben, dass diese Sanktionen auch immer wieder erweitert wurden. WIR waren es, die uns als moralisch überlegen gegenüber Russland verhalten haben, obwohl WIR nicht im geringsten besser sind usw usw usw.

Es heißt nicht ohne Grund, bevor man mit einem Finger auf andere zeigt, sollte man sich zuerst an die eigene Nase fassen und das beste aktuellste Beispiel dafür ist Afghanistan. WIR haben uns mehrheitlich von der Regierung belügen lassen, dass es da u.a. um Mädchenschulen gehen würde und was war am Ende mit den Mädchenschulen? Es hieß, es ging niemals um eben diese Schulen. Wir sind da eingefallen, haben die Taliban angeblich bekämpft und dann sind die jetzt trotzdem wieder an der Macht.

Manchmal denke ich, es sollte hier grundsätzlich einmal die Logik noch einmal neu justiert werden. Da ist ein Land wie Russland und die NATO rückt immer mehr ran an die Grenzen von Russland. Das Russland das nicht möchte, aus eigenem Sicherheitsinteresse ist für mich nachvollziehbar, aber dennoch sind WIR dagegen, dass Russland das nicht will. Wir setzen, wie schon erwähnt, immer wieder neue Stiche gegen Russland und dann wird sich darüber gewundert, dass die es dann auch noch wagen sich auf einmal zu wehren.

Vergleichbar ist das ganze, wenn man es ganz genau nimmt, mit Mobbing. Dem Mobbingopfer führt man immer wieder kleine Stiche zu und wenn sich dann das Opfer wehrt, fühlt man sich als Täter dann selbst als Opfer.

Ich kann da ehrlich gesagt nur den Kopf schütteln.

Und ja, ich finde immer noch, dass der junge Mann selbst schuld hat. Er hätte sich nicht zum Dienst verpflichten müssen als an Epilepsie erkrankter Mensch kann man immer damit argumentieren, dass man das nicht darf und es aufgrund der Selbst- und Fremdgefährdung nicht wirklich sinnvoll ist, aber er hatte sich dafür entschieden den Dienst zu machen und das weswegen?

Bei all deinen Texten geht das nicht im geringsten irgendwo heraus. Du nimmst einfach nur an, dass es nachvollziehbar sein soll, dass ein junger Epileptiker den Dienst an der Waffe tut, doch für mich ist es das nicht. Wir lernen, wenn wir denn unseren Ärzten zuhören würden, dass wir Stress vermeiden müssen, wenn es den geht und dieser junge Mann hatte die Wahl. Entweder Stress durch den Krieg an sich oder eben noch mehr Stress durch den Dienst an der Waffe.

Also warum sollte ich diesen jungen Mann bemitleiden? Er hatte sich ganz klar dafür entschieden, dass er neben den Stress des Krieges noch den Stress in der Armee haben möchte und das verdient in keinster Weise irgendein Mitleid. Wäre das jemand, der nur den Krieg miterlebt, würde das ganz sicher bei mir anders aussehen ... Aber so ...?

Nö, selber schuld sage ich da und das meine ich auch so!

Epi-Betroffene in der Ukraine

spacelad @, Schweiz, Samstag, 30.04.2022, 17:40 (vor 149 Tagen) @ pegasus

@pegasus

Man kann die Realität anerkennen oder sich eine eigen basteln. Man kann Gräueltaten als solche anerkennen und man kann die Gräueltaten - in einer gegenüber dem Opfer total respektloser Art und Weise - entschuldigen/kleinreden, mit dem sehr billigen Argument: "Die anderen sind noch viel schlimmer!"

Tatsache ist das Russland der Aggressor in der Ukraine ist und nicht die NATO-, die USA- oder ein EU-Land. Und ebenso tatsache ist das Russland viele seiner Nachbarn überfallen hat. Krim, Georgien, Weissrussland, Tschetschenien, Achsasien, Armenien...

Das die USA auch einige Länder überfallen hatte, macht die Aggression von Russland in keiner weise besser und entschuldigt sie nicht im geringsten.

Was die Deutsche Armee am Hindukusch verlorenen hatte, verstehe ich so wenig, wie warum Russland seinen Nachbarn überfallen muss.

Die NATO bedrohte Russland seit 25 nicht mehr. Es ist nicht so, dass der Westen Russland behindert hat. Im Gegenteil: Die Handelsbeziehungen waren bis vor kurzem sehr gut. Der russische Machthaber alleine hatte ins seiner grossen Weisheit entscheiden, sein Land in der Welt Stück für Stück zu isolieren. Russland hatte alle Möglichkeiten gehabt und nutzte sie nicht. Russland wurde sogar die NATO-Mitglied angeboten, in der 90er-Jahren. In Wirklichkeit geht es Putin nur um seine eigne Machterhaltung. Dafür ist er bereit über Leichen zu gehen. Würde es Putin um was Wohl seines Volks gehen, sähe Russland heute ganz anders aus. Um das eklatante versagen seiner eignen Politik zu kaschieren wird nun das Ausland beschuldigt. Die NATO und der Westen sind nur die dreiste Ausrede.

Warum Deutschland am Hindukusch einen sinnlosen Krieg führte musste, musst du "die Deutschen" fragen. Ich bin nicht deutsch, ich wohne nicht in Deutschland und ich verstehe es auch nicht. Dies ist aber keine Entschuldigung für das was in der Ukraine gerade passiert. Weil Deutschland oder die USA Fehler machten, wird das was Puntin gerade tut nicht weniger schrecklich und ist nicht weniger verwerflich. Deine Entschuldigungen für Russland sind nichts anderes als dreiste russische Propaganda. Die Argumente: "Die anderen machen's auch!" oder "Die anderen sind noch viel schlimmer!" hatte schon im Kindergarten wenig geholfen die Realität zu erklären. Wenn sie jemand auf die Weltpolitik anwendet, kann ich nur den Kopf schütteln.

Ich arbeite seit über 20 Jahren mit Russen zusammen und habe immer noch mehrere grosse Kunden in Russland. Hört man denen zu, so zeigt sich, dass du kaum eine Ahnung von der Situation in Russland selbst hast. Ich war in den letzten 20 Jahren oft dort.

Wer mit einem Opfern, egal auf welcher Seite es steht (und Soldaten sind nicht selten Opfer, ihrer Machthaber), keine Empathie entgegenbringt und dem Opfern selbst auch noch die Schuld gibt, ist wirklich nur noch bedauernswert. Es spiel keine Rolle ob ein Opfer einen Fehler gemacht hatte oder nicht. Es bleibt ein Opfer. Wer keine Empathie empfindet, hat eine der wichtigsten menschlichen Eigenschaften aufgegeben. Umso tragischer, wenn du scheinbar selbst an der gleichen chronischen Krankheit leidest, wie das Opfer. Ich möchte nicht wissen wie du mit deinen Mitmenschen umgehst, bei so wenig Empathie? Bist du möglicherweise deswegen einsam und verbittert? Denke mal darüber nach und das meine ich sehr ernst. Sorry, für die klaren Worte.

Weil Leute die sich so weit von der Realität entfernt haben, für Argumente selten zugänglich sind, lasse dir gerne deine einseitige Meinung gerne. Glaube an diese wirren Verschwörungstheorien, wenn du willst. Die Realität richtet sich zum Glück nicht nach solchen Theorien. Das wirst du selbst auch irgendwann beim Zurückschauen erkennen müssen. Ich hoffe für dich, dass diese Einschicht dann nicht zu bitter werden wird.

--
Ich lebe mit meiner Epilepsie und nicht mehr gegen sie.

Epi-Betroffene in der Ukraine

pegasus, Sonntag, 01.05.2022, 10:10 (vor 149 Tagen) @ spacelad

Hach Herrlich... Erst ging es dir nur um den armen Jungen in der Ukraine und jetzt wo ich dir eine Reportage gezeigt habe die aufzeigt, dass das keine Verschwörungstheorie ist, dass die Pharmaindustrie das mit Absicht macht, greifst du mich persönlich an und ignorierst dein eigenes ursprüngliches Anliegen.

Geile Sache ist das. Deine Attitüden kannst du woanders ablassen. Ich habe meine Meinung und du deine und auch wenn es dir missfällt, ich bin tatsächlich ein Pazifist und aus dieser Position heraus kann ich dir eben auch sagen:

Wer A sagt, muss auch B sagen.

Da hilft es auch nicht, wenn du nicht in Deutschland lebst, was mir im übrigen egal ist.

Aber du hast es ja nicht nötig, auf Argumente einzugehen, sondern kannst die, wie man sehen kann, sehr gut relativieren als nicht existierend oder gar nicht relevant bezeichnen. Auch dieses Recht steht dir zu.

Und ich finde es erstaunlich, dass es so viele Menschen wie dich gibt, die viele Bekannte, Freunde und Geschäftskunden in Russland haben und auch schon einmal da gewesen sind. Dass dieses Argument schlicht und ergreifend nichts zur politischen Sache tut, um die es dir offensichtlich mehr geht als um den jungen Mann, kann man da getrost ignorieren.

Wenn ich auf einen Parteitag der Partei XYZ gehe, dann finde ich dort auch nur Menschen, die alle samt die gleiche Meinung vertreten. Die Filterblasentheorie gilt nicht nur für dein Gegenüber, sondern auch für dich selbst.

Aber auch das ist nicht relevant.

Ja, du hast vom gesamtpolitischen handeln eines Staates natürlich mehr Ahnung als alle anderen, die nicht deiner Meinung sind und das auf der Grundlage von was?

Gesamtpolitisch betrachtet ist es für mich immer noch nachvollziehbar, dass Russland das macht, was Sie gerade machen. Sie wollen Demilitarisieren, genauso wie zum Beispiel die USA in anderen Staaten. Na und?

Als logisch denkender Mensch würde ich dann nicht in eine Armee eintreten und dann auf verlorenem Posten kämpfen wollen, mir den zusätzlichen Stress eines Krieges auch noch antun und dann so tun als wären trotzdem die anderen Schuld. Ich muss mich dann als Epileptiker nicht wundern, dass ich dann noch mehr Anfälle bekomme. Das gehört zu diesem Stress dazu und das sage ich aus eigener Erfahrung. Ich war bei der Bundeswehr und bin da zwar nicht so oft, wie jetzt dein junger Mann umgekippt, aber dieser Stress war mir dennoch zu viel und so bin ich halt ein ums andere Mal umgekippt und dabei hätte ich Zivildienst machen können. Ich wollte aber keines von beiden machen, weder Wehrdienst ableisten noch den Ersatzdienst und so hatte ich mich halt einziehen lassen mit dem Resulat, dass ich Wehruntauglich entlassen wurde.

Die Bevölkerung der Ukraine und auch die Bevölkerung in Russland selbst haben es ist in der Hand und können dagegen etwas unternehmen. Keine Regierung auf dieser Welt ist allmächtig, aber natürlich ist es angenehmer und vor allem sehr viel bequemer einem einzigen die Schuld an etwas zu geben, was schlicht und ergreifend vermeidbar ist.

Was hindert den ukrainischen Präsidenten zu erklären, dass das Militär nicht zurück angreifen soll gegen einen übermächtigen Feind? Die militärische Stärke der beiden Staaten ist nicht im geringsten miteinander vergleichbar, aber dennoch kämpft die Ukraine auf verlorenem Posten.

Geile Sache ist das!

Aber naja, macht ja nichts. Dafür kann Deutschland jetzt Panzer dort hin liefern und einen Verschrottungsprozess einleiten für unser altes Gerät. Ist doch auch etwas nettes, finde ich. Zwar sind für eine Ausbildung auf diesen Panzer Monate nötig, aber dieser Konflikt muss auf Teufel komm raus weiter befeuert werden und auch noch unterstützt werden. Dass das völkerrechtlich betrachtet schlicht und ergreifend nicht zulässig ist, wen interessiert das schon.

Hach ich mag Menschen wie dich.

Epi-Betroffene in der Ukraine

spacelad @, Schweiz, Sonntag, 01.05.2022, 13:42 (vor 148 Tagen) @ pegasus
bearbeitet von spacelad, Sonntag, 01.05.2022, 13:57

@pegasus

Nur noch dies:

Es ging mir darum Ideen zu finden, wie man anderen Betroffen in der Ukraine helfen könnte. Wenn du diese Hilfe nicht mittragen möchtest, propagiere diene eigne Weltsicht bitte wo anders. Wir wissen nun, dass du alles anders siehst. Wir wissen nun, dass du nicht helfen möchtest.

Ich könnte dir nun lange und breit die Lage in Russland selbst erklären. Die ist für die russische Bevölkerung und für die Firmen dort, welche unsere Kunden sind/waren auch sehr, sehr schwierig. Und das nicht erst seit den Sanktionen. Die Russen sind selbst zu Opfern eines skrupellosen Diktators geworden.

Mein Bruder arbeit in leitender Stellung in der Medizinaltechnik und ich könnte dir nun lang und breit über die Marktmechanismen im Medizinbereich schreiben. In diesem Licht scheint vieles anders, als es aufs Erste scheint. Und ja, schwarze Schafe, die Arte gerne und zurecht aufgreift, gibt es in jeder Branche. Nicht nur in der Pharmaindustrie. Die Mehrheit der "Schafe" ist aber auch in der Pharmaindustrie weiss.

Aber welchen Sinn würde es machen das hier weiter auszuführen? Ich wollte hier keine Debatte über Ideologie und Politik lostreten. Mit Leuten die für Argumente empfänglich sind und abstrahieren können, führe ich gerne politische Diskussionen. Das kann sehr bereichernd sein. Aber mit in einer Ideologie festgefahrenen Menschen dreht man sich dabei nur im Kreis. Deshalb möchte ich dir keine weitere Argumente liefern. Dies würde keinem einzigen Betroffen in der Ukraine helfen.

Mir ist es wirklich zu dumm, nochmals auf alle deine ideologischen Positionen zu erwidern, obwohl ich das könnte. Solange du deine Ideologie und Weltsicht, über die Empathie mit anderen Epileptikern in einem Krieg stellst, ist das total sinnlos. Dieses Verhalten, sagt viel mehr über deine psychische Verfassung aus, als deine politischen Positionen. Das schockiert mich weit mehr, als deine politischen Positionen für sich alleine.

--
Ich lebe mit meiner Epilepsie und nicht mehr gegen sie.

Epi-Betroffene in der Ukraine

pegasus, Mittwoch, 08.06.2022, 10:38 (vor 111 Tagen) @ spacelad

Hach, ich hatte bisher ehrlich gesagt, keine Lust mir deinen Beitrag anzusehen, denn es war mir durchaus klar, dass so etwas in der Art dabei herumkommen wird.

Aber daran merkt man auch, dass du eigentlich gar nichts über die Krim weißt bzw. nur das weißt, was in der Regel in den Medien derzeit einfach nur verbreitet wird.

Solltest du dich mal mit der Geschichte der Krim beschäftigen wollen, so wirst du zwangsläufig darauf stoßen, dass die der Konflikt zwischen der Bevölkerung der Krim und der Ukraine selbst schon seit dem Verfall des Ostblocks existiert und nicht erst seit der maßgeblichen Annexion durch Russland.

Das bereits damals Anfang der 90iger Jahre eine überwältigende Mehrheit die Abspaltung von der Ukraine wollte, genauso wie beim letzten Referendum über die Abspaltung der Krim, kann man daher getrost weiterhin als Einflussnahme Russlands deuten, obwohl damals Boris Jelzin Präsident von Russland war und eher dem Party (dem Vodka) machen zugeneigt war als dem regieren von Russland.

Aber ja, du hast Recht, meine "Ideologie" ist dennoch die eines gestörten, denn die hat nicht das geringste mit der Realität zu tun. Wenn man vieles einfach nicht gehört hat oder, wie in deinem Falle, auch gar nicht weiß, dann kann man das durchaus denken, aber für mich bist du eher einer derjenigen, die keine Ahnung darüber haben, was es mit dem Krieg dort eigentlich tatsächlich auf sich hat.

Schließlich dürfen wir uns in Bürgerkriege in anderen Ländern einmischen, aber Putin soll gefälligst aufhören sich in diesen innerstaatlichen Konflikte anderer Staaten einzumischen, der schon, wie in diesem Falle, seit knappen 30 Jahren dort existiert.

Geile Doppelmoral sage ich dazu nur.

Aber das ist in der heutigen Zeit einfach nur noch normal geworden. Wir dürfen, gehasste Staaten dürfen das nicht.

Und zu deinem Epileptiker, warum sollte ich da Mitleid haben, kannst du mir auch nur einen verdammten Grund dafür nennen?

Natürlich kannst du mir Gründe nennen, aber auch die lassen sich für mich leicht handhaben. Ich wohne hier sehr nahe an einer Flüchtlingsannahmestelle und daher treffe ich desöfteren auch mal junge Männer aus der Ukraine an, welche sich die Kante geben, also warum hat dein Epileptiker nicht die Beine in die Hand genommen und hat versucht von dort zu fliehen?

Ich will sein Leiden nicht herunterspielen, aber das sind für mich selbstgemachte leiden. Es war klar, dass durch den Krieg nötige Medikamente fehlen werden und wie ich dir schon dargelegt haben, sind wir hier in Deutschland auch nicht vor Medikamentenknappheit geschützt und das willst du weiterhin nicht wahrhaben, obwohl es sich sehr leicht hier durch das Forum beweisen lässt.

Also ich bitte dich. Eigenverantwortung müssen nur wir an den Tag legen, andere Menschen auf diesem Planeten dürfen natürlich nicht Eigenverantwortlich leben und müssen gehätschelt und getätschelt werden, obwohl eine erhebliche Selbstschuld vorhanden ist. Diese Selbstschuld kann man aber getrost woanders abladen, wenn man einen Finger besitzt und auf jemanden zeigen kann, dem man die Schuld geben kann.

Aber wenn man alles ignoriert, was der eigenen Meinung abträglich ist und dazu führen könnte, dass die eigene Meinung dadurch im Prinzip nichts mehr Wert sein wird, dann wird das als Verschwörungstheorie und gestörte Ideologie klassifiziert.

Für sich selbst ein Recht in Anspruch nehmen, aber wenn andere das machen sind die anderen die Bösen bzw. haben keine Ahnung.

RSS-Feed dieser Diskussion