Seit kurzem Diagnose Epilepsie

Agni99, Mittwoch, 10.08.2022, 17:20 (vor 58 Tagen)

Hallo zusammen,

Ich freue mich sehr dieses Forum gefunden zu haben und meine Situation mit euch/ meist auch Betroffenen teilen zu können. Und bin auch dankbar um jeden, der sich den langen Text durchliest.

Ich bin 23 und hatte vor anderthalb Wochen meinen ersten GM-Anfall ( mit Sturz und Platzwunde), bis dahin hatte ich in meinem Leben nichts was annähernd auf Epilepsie hindeutet.
Bis Montag war ich auch der festen Überzeugung, dass es sich bei diesem Anfall um einen einmaligen provozierten Anfall gehandelt hat, da ich zum einen am Vorabend wirklich lange raus war ( bis 7 Uhr morgens), für meine Verhältnisse halbwegs gut Alkohol getrunken habe und auch nicht sonderlich viel geschlafen habe und auch über Stunden hinweg nichts gegessen habe. Deshalb stand im Arztbrief des Krankenhauses auch „aufgrund einer durchzechten Nacht“ Allerdings hatte ich in meinem Leben schon so einige vergleichbare Nächte, ohne das etwas passiert ist.

Was allerdings noch hinzukommt, dass ich mir die letzten Monate persönlich sehr viel Stress gemacht habe, da ich meine Studienwahl nochmal überdacht habe und mich umorientieren wollte. Ich habe wirklich jeden Tag über meine Berufswahl gegrübelt und mich wirklich sehr mit meiner Entscheidung unter Druck gesetzt und das hat mich viele Nächte und Schlaf gekostet, so dass ich teilweise Nächte am Stück über Monate hinweg nur 3-4 Std. geschlafen habe und trotzdem nichts ausgelassen habe wie Partys, Sport und sonstige Freizeitaktivitäten.

Naja und dass all das (langanhaltender psychischer Stress, Schlafmangel und durchzechte Nächte) in einem epileptischen Anfall münden kann, wirkte auf mich wirklich sehr plausibel und hat mir auch definitiv einen Denkzettel versetzt.

Jedenfalls hab ich mich danach erstmal gründlich untersuchen lassen. Das erste EEG beim Neurologen war unauffällig. Das zweite am Montag in der Epileptologie in Bonn war auffällig und zwar insoweit, dass der Arzt keine andere Wahl hatte, als mir die Diagnose Epilepsie zu stellen. Natürlich ein riesen Schock für mich, da ich wegen der Vorgeschichte wirklich sehr überzeugt von einem einmaligen Anfall war.

Im Grunde akzeptiere ich die Diagnose zwar, trotzdem habe ich noch ein paar Zweifel, einfach wegen der Vorgeschichte und weil ich vor 2 Jahren eine Atlasblockade aufgrund eines Sturzes hatte, die zu zahlreichen Symptomen geführt hat. Diese wurde leider erst nach einer ewigen Ärzte-Odyssee entdeckt, konnte zum Glück aber therapiert werden.
Seit dem Sturz durch den GM verspüre ich leider wieder eine solche Symptomatik wie damals, da durch die Blockade ja Nerven abgeklemmt werden, kann das aber vermutlich nicht zu einem verfälschten EEG führen oder?

Versteht mich nicht falsch, ich möchte die Richtigkeit der Diagnose nicht in Frage stellen, gerade in einem Epizentrum wissen die Ärzte ja wie sie die EEG’s auszulesen haben und stellen die Diagnose nicht, wenn sie sich nicht wirklich sicher sind. Trotzdem verunsichern mich meine Vorgeschichte der letzten Monate und die Atlasblockade.
Ich würde mich einfach sehr über eine Einschätzung von anderen Betroffenen über meine Situation freuen.

Ganz liebe Grüße!

Seit kurzem Diagnose Epilepsie

Dennis, Mittwoch, 10.08.2022, 19:21 (vor 58 Tagen) @ Agni99

Nabend Angi,

Also mein Neurologe hat damals auch nicht feststellen bei seinem EEG, dann in Bonn sind sie auch fündig geworden nachdem sie mich mal so richtig auf den Kopf gestellt haben.

Man sagte mir damals das das mit der Pubertät gekommen ist ( fing mit 22. lenbensjahr an bei mir ).

Ansonsten zu deinen Zweifeln... es gibt auch solche anfalls arten die wirklich keine Epilepsie sind sondern Stress-Anfälle - hoffe das du darüber auch gesprochen hast mit den Leuten in Bonn.

Ich selbst habe 2 Leute kennen gelernt die einige Jahre Antiepileptiker genommen haben ohne Epilepsie zu haben.
Das wurde in "Bethel" ( Bielefelder Epilepsie Zentrum " bei denen Festgestellt.

Falls es jetzt der einzigste Anfall war muss es nicht unbedingt Epilepsie sein, jeder Mensch kann mal einen haben. Ab dem 2. Anfall bekommt man dann die Diagnose und es werden behandlungsmöglichkeiten erörtert.

Gruß Dennis

Seit kurzem Diagnose Epilepsie

Agni99, Mittwoch, 10.08.2022, 20:12 (vor 58 Tagen) @ Dennis

Nabend Angi,

Also mein Neurologe hat damals auch nicht feststellen bei seinem EEG, dann in Bonn sind sie auch fündig geworden nachdem sie mich mal so richtig auf den Kopf gestellt haben.

Man sagte mir damals das das mit der Pubertät gekommen ist ( fing mit 22. lenbensjahr an bei mir ).

Ansonsten zu deinen Zweifeln... es gibt auch solche anfalls arten die wirklich keine Epilepsie sind sondern Stress-Anfälle - hoffe das du darüber auch gesprochen hast mit den Leuten in Bonn.

Ich selbst habe 2 Leute kennen gelernt die einige Jahre Antiepileptiker genommen haben ohne Epilepsie zu haben.
Das wurde in "Bethel" ( Bielefelder Epilepsie Zentrum " bei denen Festgestellt.

Falls es jetzt der einzigste Anfall war muss es nicht unbedingt Epilepsie sein, jeder Mensch kann mal einen haben. Ab dem 2. Anfall bekommt man dann die Diagnose und es werden behandlungsmöglichkeiten erörtert.

Gruß Dennis

Hey Dennis,

vielen Dank für deine Antwort.

Worauf hat sich denn bei dir die Diagnose gestützt? Und wie lange hast du schon Epilepsie ( wenn ich fragen darf) ?

Ja dass es auch Stressanfälle gibt weiß ich, nur unterscheiden die sich doch von epileptischen Anfällen oder? Also mein Anfall war wirklich ein GM wie er im Buche steht.

Oh okay. Und wie hat man letztendlich festgestellt, dass die beiden keine Epilepsie haben?

Das habe ich auch sehr oft gelesen und war deshalb auch erstmal davon überzeugt, dass es sich bei meinem Anfall um einen erstmaligen provozierten Anfall handelt ohne dass man mir die Diagnose Epilepsie geben muss. Allerdings sagte der Arzt leider, dass das EEG zu eindeutig ist um mir die Diagnose nicht zu stellen. Das EEG wäre auch wirklich ein absoluter Zufallstreffer gewesen.
Deshalb habe ich auch Montag schon mit der Medikation begonnen.

Liebe Grüße

Seit kurzem Diagnose Epilepsie

Dennis, Donnerstag, 11.08.2022, 10:12 (vor 57 Tagen) @ Agni99

Moin,

Ja seid 22. Lebensjahr - 39 = 17Jahre Diagnose Epilepsie.
Darauf gestützt das es mit Fokalen anfällen anfing & zu GM anfällen überging.

Die 2 die in Bethel waren haten nicht immer symthome für Anfälle die keine weiteren Symthome oder nachwirkungen nach den anfällen hatte.
So hat man die Medikamente bei denen ausgeschlichen und Psychis mit ihren Problemen auseinander gesetzt um dann etwas zu erzwingen - So habe ich das von denen verstanden, denke das ist etwas komplizierter umzusetzen als es zu beschreiben.

Womit fängt denn deine Behandlung an wenn ich fragen darf ??

Gruß Dennis

Seit kurzem Diagnose Epilepsie

pegasus, Mittwoch, 17.08.2022, 10:14 (vor 51 Tagen) @ Dennis

Erzwungen wird da gar nichts. Es gibt nur halt dissoziative Anfälle und wie es bei Dissoziationen nun einmal so ist, gibt es dafür eine Ursache, der man auf den Grund kommen kann, wenn die Psyche des Patienten denn mit macht.

Das was bei einem dissoziativen Anfall passiert ist folgendes:

Irgendetwas triggert den Menschen und setzt ihn in eine Situation die der Psyche nicht gefällt bzw. so sehr belastet, dass die Psyche nicht damit zurecht kommt und um selbiges zu blockieren kommt es dann zu einer Dissoziation.

https://www.netdoktor.de/krankheiten/dissoziative-stoerung/

Für dieses Forum wäre es dann ein dissoziativer Anfall.

Es gibt auch Menschen die beide Formen haben. Ich habe zum Beispiel eine echte Epilepsie und eine simple Brille hat mir mehr geholfen die Anfälle zu reduzieren als jedes Medikament und die dissoziativen Anfälle sind einfach weg gegangen, nach dem ich mich mit meiner Vergangenheit auseinander gesetzt habe (PTBS) und das kann man nicht erzwingen. Das muss von einem selbst kommen.

Die Bezeichnung "Stressanfälle" ist daher Irreführend, finde ich, denn mit dieser Bezeichnung könnte man jedem Stress unterstellen, dass der einen Anfall verursacht, aber das ist nicht wirklich richtig.

Seit kurzem Diagnose Epilepsie

Dennis, Mittwoch, 17.08.2022, 11:07 (vor 51 Tagen) @ pegasus

Danke für die nette erläuterung :-D

Aber Ich lasse mir das dann lieber von einem Neurologen erklären wenn ich mal wirklich wissen will wie das genau passiert und heißt.

Und nehme nicht eine Seite wie "Netzdoktor" ... da kann ich ja gleich meine ganze Krankheit damit behandeln.
Kleine Info Solche Link´s sind hier verboten im Forum.

Gruß Dennis

Seit kurzem Diagnose Epilepsie

pegasus, Freitag, 09.09.2022, 19:32 (vor 28 Tagen) @ Dennis

Das ist schön für dich ... Schon einmal daran gedacht, dass deine Ärzte dir das so erklären, dass du es nicht verstehst?

Ich habe diese Informationen von meinen Aufenthalt in Bethel und habe nur den Link gesetzt, damit man sich selbst dazu auch weitesgehender informieren kann.

Allerdings vielen Dank für deine Unterstellung, dass ich darüber keine Ahnung hätte. Habe zwar nur dissoziative/psychogene, wie auch fokale, komplex fokale und sekundär generalisierte Anfälle, also alles was damit einhergeht, aber verlasse dich mal auf das, was die Ärzte dir erzählen und du offensichtlich nicht im geringsten verstanden hast.

Seit kurzem Diagnose Epilepsie

Dennis, Freitag, 09.09.2022, 20:40 (vor 28 Tagen) @ pegasus
bearbeitet von Dennis, Freitag, 09.09.2022, 22:03

Also Ich habe mir das von keinen Ärzen erklären lassen sondern von Personen bei dennen es so Passiert ist und deren behandlung in Bethel so war.

Das ich mich damit nicht auseinander gesetzt habe weil ich mit der einfachen erklärung damit zu frieden geben kann reicht mir, bis es "evtl." mal soweit sein sollte.

Ja bitte für die Unterstellung Oo
Woher soll ich denn wissen das du so abgehst und dich als betroffene person so darüber aufregst, das ich nicht so an Netzdoktor webseite glaube.
Jesus bin ich auch nicht das ich das wissen kann.

"Ich habe meine psychogenen/dissoziativen Anfälle aufgrund einer PTBS und wenn man da dann dahergeht und irgendetwas erzwingt, dann ist das Kontraindiziert."
Habe doch nur von den 2 Leuten erzählt wie es bei denen war und nicht von dir.


Aber ist ja auch mal was Schönes so zu Diskutieren erfährt man ja mal nebenbei was andere schon durchgemacht haben und deren Wissen so mal geteilt wird.


Schönes WE noch
Dennis

Seit kurzem Diagnose Epilepsie

pegasus, Freitag, 09.09.2022, 21:23 (vor 28 Tagen) @ Dennis

Pass mal auf ... Nur weil du glaubst anhand eines Links erkennen zu müssen, um was für Seiten es sich handelt, ohne selbst mal nach zu schauen, was das für eine Seite das überhaupt ist, spricht schon für sich selbst. Des Weiteren hattest du geschrieben, dass du das mit einem Neurologen besprechen würdest wollen, bevor du eine Seite konsultierst, ohne überhaupt zu wissen, was für ein Mensch da überhaupt redet.

Das bedeutet, du hast mir unterstellt, ich hätte keine Ahnung wovon ich da rede, obwohl ich beide Seiten kenne.

Du bist hier der King und alles was dir Dritte erzählt haben, muss natürlich sofort stimmen.

Ich habe meine psychogenen/dissoziativen Anfälle aufgrund einer PTBS und wenn man da dann dahergeht und irgendetwas erzwingt, dann ist das Kontraindiziert.

Aber das macht nichts, denn dein Fachwissen ist über das Wissen einer Seite, die einfach nur INFORMIERT alle Male überlegen, denn du hast das schließlich von irgendwelchen Dritten Leuten, die das alles auch richtig verstanden haben und natürlich dementsprechend auch richtig wiedergegeben haben, vollkommen überlegen.

Ohne darüber nachzudenken oder sich gar zu informieren, was Dissoziationen sind, sollte man nicht in solchen Themen schreiben, denn das führt zu erheblichen Schädigungen, wenn man keine Ahnung hat.

Aber so viel Weitsicht kann man von dir schließlich nicht erwarten, wozu denn auch, deine Informationen ersetzen kein Arztgespräch oder ähnliches.

Du erinnerst mich sehr stark an eine Flitzpiepe die ich auch in Bethel kennenlernen durfte. Der war Ergotherapeut und wusste ständig alles besser und das obwohl ihm hunderte kleine Details zu einer Sachen fehlten. Hauptsache war, er konnte reden und ihm wurde zugehört.

Seit kurzem Diagnose Epilepsie

sandytimmy, Donnerstag, 25.08.2022, 22:29 (vor 43 Tagen) @ Agni99

Hallo
Ich würde an deiner Stelle auf jeden Fall abwarten ob es vielleicht bei einem Anfall bleibt.
Ich bin inzwischen 44, habe 42 Jahre lang Anfälle.
Für mich ist das was ganz normales. Im Laufe der Jahre habe ich weniger Anfälle, zeitweise garkeine über mehrere Jahre hinweg.
Als Kind hatte ich 1 bis 3 täglich, mit 18 jahrelang keine.
Ich lasse mich nirgends einschränken außer wo ich große Gefahr für andere Menschen sein kann.
Fahre kein Auto z. B.
Ich bin inzwischen in Rente seit ich 38 war. Vor allem weil ich eine Schrott merkfähigkeit habe.
Wenn mir jemand Fragen stellen möchte antworte ich ganz offen und ehrlich weil das eine Krankheit ist mit der man leben kann. Gibt schlimmeres.

Also warte am besten erstmal ab bevor du dich einschränken willst.

Behindert ist man nicht. Behindert wird man
Von sich selbst und von anderen

Seit kurzem Diagnose Epilepsie

Jana1234, Sonntag, 14.08.2022, 18:48 (vor 54 Tagen) @ Agni99

Hallo Agni,

ich kann dich gut verstehen, wie du dich jetzt fühlst.

Ich habe ebenfalls - aus heiteren Himmel - plötzlich die Diagnose Epilepsie erhalten und kenne die Zweifel daran. Ich habe viele Monate die Diagnose ignoriert und sie auf Stress, zu viel Grübeln (da habe ich mich in deinen Erzählungen wieder erkannt :-) ), zu wenig getrunken... zurückgeführt. Auch ein eingeklemmter Nerv kam bei mir in Betracht, da ich osteopathisch immer wieder in Behandlung war...
Leider haben meine Selbstversuche und "Möchtegern-Ursachen-Forschung" nichts gebracht. Ich hatte dennoch immer wieder Auren oder Anfälle, wodurch ich nun seit einigen Monaten Medikamente nehme, die jedoch leider auch keine Anfallsfreiheit brachten.
Bin aktuell dabei, die Diagnose Epilepsie als lebenslange Krankheit zu akzeptieren. Meistens klappt es schon ganz gut, manchmal gibt es noch Tage, da könnte ich nur noch heulen... Aber das wird schon ;-)

Ich wünsche dir ganz viel Kraft!

Viele Grüße,
Jana

Seit kurzem Diagnose Epilepsie

Dennis, Sonntag, 14.08.2022, 21:05 (vor 54 Tagen) @ Jana1234

Nabend Jana & Angi,

Ja es ist schwer die krankheit zu akzeptieren und vor allem eine gute anfallsfreie Medikamentation zu finden.

Das mit den Medikamenten gehr nur in guter zusammen arbeit mit einem selbst und dem Neurologen/Fachklinik.
Ich habe damals mit Tages/Wochen Lebenslauf meine Symthome,Gefühle und weitere Faktoren zur medikamenten Findung/Einstellung geführt.

Um die Krankheit zu Akzeptieren hat mir eine " MOSES-Schulung " sehr geholfen.

Gruß Dennis

Seit kurzem Diagnose Epilepsie

Jana1234, Montag, 15.08.2022, 15:29 (vor 53 Tagen) @ Dennis

Die Moses-Fortbildung ist ein guter Tipp :-)

Seit kurzem Diagnose Epilepsie

Anton @, Mittwoch, 24.08.2022, 13:28 (vor 44 Tagen) @ Agni99
bearbeitet von Anton, Mittwoch, 24.08.2022, 13:38

Hallo,

bei mir hat die Epilepsie im Alter von 25 Jahren begonnen. Meine Partnerin hat sie entdeckt. Und zwar habe ich morgens in der Aufwachphase ein hörbares Schmatzen und Stöhnen von mir gegeben, habe mich gedreht und war ziemlich unruhig. Auf ihr Anraten habe ich einen Internisten aufgesucht, der sofort, ohne große Untersuchungen, Epilepsie diagnostiziert hat. Er hat mir zwei Medikamente verschrieben, die ich in konstanter Menge 23 Jahre genommen habe, ich war zu 95 % anfallsfrei. Einziges Manko: Die Tabletten raubten die Kognition, sie ließen mich langsam reden, wie in Zeitlupe. Als junger Mann hatte ich am Telefon eine Stimme wie ein 80-Jähriger.

8 Jahre nach Beginn der Epilepsie ist der Clusterkopfschmerz ausgebrochen, der mich in den nächsten 15 Jahren fast ins Grab gebracht hätte. Nur durch Zufall konnten mir Ärzte helfen, nachdem ich schon in zahlreichen Krankenhäusern gewesen war, und zwar durch den Wechsel von Primidon und Phenytoin auf Valproinsäure. Der Schmerz war weg, und die Anfallsfreiheit auch. So habe ich laufend die Mediation gewechselt, alles half nichts, ich bekam wieder Anfälle. Ich war verzweifelt und hatte keine Lust mehr zu leben. Ich war ständig in Krankenhäusern, weil mein Körper das alles mitzumachen nicht mehr bereit war.

Dann kam das Internet und konnte mich nach Möglichkeiten erkundigen, was alles machbar und worauf zu achten ist. Wichtig für den behandelnden Neurologen ist zu wissen, was die Ursächlichkeit der Erkrankung ist. Ebenso wichtig ist für ihn eine Anfallsbeschreibung durch einen Dritten. Videoaufnahmen können eine Hilfe sein, das muss aber nicht unbedingt. Der Neurologe will auf jeden Fall einen Anfallskalender sehen. Und die Vorgeschichte interessiert ihn von Geburt an. Von allen bisherigen Erkrankungen, möglichst mit Arzt- und Krankenhausberichten, hat er gerne Kenntnis.

Da von den Eltern keiner mehr lebte, habe ich Auskünfte bei Bekannten und Verwandten erhalten. Da ist mir erzählt worden, dass ich nach der seinerzeitigen Pflicht-Pockenschutzimpfung sehr krank gewesen sein soll, hohes Fieber, eine Hirnhautentzündung habe es gegeben, so die Auskünfte. Zusätzlich hatte ich eine Bekannte, die bereit war, den Ablauf eines Anfalles zu dokumentieren. Diese Informationen habe ich einem Neurologen in einer Epilepsie-Ambulanz gegeben, der sofort die bisher gemachten Röntgenbilder, wie CT- und MRT-Aufnahmen sehen wollte. Auf der MRT-Aufnahme konnte er eine Narbe auf dem rechten Temporallappen erkennen, er sagte, es gäbe die Möglichkeit, diese Epilepsie zu operieren, er würde die Verbindung zu einem Epilepsie-Zentrum herstellen wollen, worum ich ihn gebeten habe. Die Operation am rechen Temporallappen ist im Juni 2006 erfolgt, seither bin ich anfallsfrei. Da ich schon älter bin und das Risiko eines Anfallsrezidivs auf jeden Fall vermeiden möchte, nehme ich weiterhin die Medikamente, die mich kognitiv nicht beeinträchtigen und deren Nebenwirkungen ich akzeptiere.

--
Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.

Seit kurzem Diagnose Epilepsie

Josy9, Mittwoch, 21.09.2022, 22:16 (vor 16 Tagen) @ Agni99

Liebe agni,
Ich wuerde dir einfach mal raten, eine zweite Meinung anzuhören. Unsicherheit fuehrt ja nochmal zu mehr Stress und den brauchst du ja nicht. Liebe Grüße und alles Gute

Hallo zusammen,


Ich freue mich sehr dieses Forum gefunden zu haben und meine Situation mit euch/ meist auch Betroffenen teilen zu können. Und bin auch dankbar um jeden, der sich den langen Text durchliest.

Ich bin 23 und hatte vor anderthalb Wochen meinen ersten GM-Anfall ( mit Sturz und Platzwunde), bis dahin hatte ich in meinem Leben nichts was annähernd auf Epilepsie hindeutet.
Bis Montag war ich auch der festen Überzeugung, dass es sich bei diesem Anfall um einen einmaligen provozierten Anfall gehandelt hat, da ich zum einen am Vorabend wirklich lange raus war ( bis 7 Uhr morgens), für meine Verhältnisse halbwegs gut Alkohol getrunken habe und auch nicht sonderlich viel geschlafen habe und auch über Stunden hinweg nichts gegessen habe. Deshalb stand im Arztbrief des Krankenhauses auch „aufgrund einer durchzechten Nacht“ Allerdings hatte ich in meinem Leben schon so einige vergleichbare Nächte, ohne das etwas passiert ist.

Was allerdings noch hinzukommt, dass ich mir die letzten Monate persönlich sehr viel Stress gemacht habe, da ich meine Studienwahl nochmal überdacht habe und mich umorientieren wollte. Ich habe wirklich jeden Tag über meine Berufswahl gegrübelt und mich wirklich sehr mit meiner Entscheidung unter Druck gesetzt und das hat mich viele Nächte und Schlaf gekostet, so dass ich teilweise Nächte am Stück über Monate hinweg nur 3-4 Std. geschlafen habe und trotzdem nichts ausgelassen habe wie Partys, Sport und sonstige Freizeitaktivitäten.

Naja und dass all das (langanhaltender psychischer Stress, Schlafmangel und durchzechte Nächte) in einem epileptischen Anfall münden kann, wirkte auf mich wirklich sehr plausibel und hat mir auch definitiv einen Denkzettel versetzt.

Jedenfalls hab ich mich danach erstmal gründlich untersuchen lassen. Das erste EEG beim Neurologen war unauffällig. Das zweite am Montag in der Epileptologie in Bonn war auffällig und zwar insoweit, dass der Arzt keine andere Wahl hatte, als mir die Diagnose Epilepsie zu stellen. Natürlich ein riesen Schock für mich, da ich wegen der Vorgeschichte wirklich sehr überzeugt von einem einmaligen Anfall war.

Im Grunde akzeptiere ich die Diagnose zwar, trotzdem habe ich noch ein paar Zweifel, einfach wegen der Vorgeschichte und weil ich vor 2 Jahren eine Atlasblockade aufgrund eines Sturzes hatte, die zu zahlreichen Symptomen geführt hat. Diese wurde leider erst nach einer ewigen Ärzte-Odyssee entdeckt, konnte zum Glück aber therapiert werden.
Seit dem Sturz durch den GM verspüre ich leider wieder eine solche Symptomatik wie damals, da durch die Blockade ja Nerven abgeklemmt werden, kann das aber vermutlich nicht zu einem verfälschten EEG führen oder?

Versteht mich nicht falsch, ich möchte die Richtigkeit der Diagnose nicht in Frage stellen, gerade in einem Epizentrum wissen die Ärzte ja wie sie die EEG’s auszulesen haben und stellen die Diagnose nicht, wenn sie sich nicht wirklich sicher sind. Trotzdem verunsichern mich meine Vorgeschichte der letzten Monate und die Atlasblockade.
Ich würde mich einfach sehr über eine Einschätzung von anderen Betroffenen über meine Situation freuen.

Ganz liebe Grüße!

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