Epilepsie-OP Erfahrungen

Curtix90, Samstag, 19.11.2022, 10:58 (vor 11 Tagen)

Hallo zusammen,

ich hab da so fragen an euch die eine Resektion oder eine andere art der Entfernung der Epileptischen zonen hatten.

Wie war für euch die Erfahrung? Hatte es euch geholfen oder gab es probleme?

Ich hab meine OP hinter mir im Oktober wurde eine Resektion im Linken Temporallapen entfernt und man ist sich sehr sicher das
die Epileptischen Anfälle aus der linken bereich kommt.
Nach der OP merke ich nur Gedanken und Ängste als auch Vorstellungen der Anfälle wie sie waren und hatte mal Erinnerungs flash die sich ähneln aber
sich nicht wie Anfälle sind sondern einfach meine Ängste oder meine Gefühle von früher mir sagen etwas. Ich merke nach der OP
Ängste und Unsicherheiten der Doktor der mich behandelt hat ist sich sehr sicher das ich die 70% bestanden habe aber ich fühle mich einfach komisch
denke ich hab es geschafft aber dann die gedanken ja ich könnte wieder bekommen.

Ich fühle Ängste und ähnlichen Situation an früher und die sind wie erinnerung und denke nur es geschieht aber tut es nicht. Rede, Denke und am meisten
Ängste. Ich versuche mich abzulenken aber es ist ein Schwieriger Prozess um wieder klar zu kommen.

Viele Patienten die ich kennengelernt habe sehen bei mir sehr positiv viele ich fühle mich komisch und an Erinnerung. Ich merke nur Ängste.

Epilepsie-OP Erfahrungen

Anton @, Samstag, 19.11.2022, 13:26 (vor 11 Tagen) @ Curtix90

Herzlich willkommen in diesem Forum,

Du hast es also geschafft, die linke Seite ist operiert worden. Hoffentlich bist du bisher zufrieden mit dem Ergebnis. Zum Thema Epilepsie-Chirurgie habe alleine ich viele Beiträge verfasst, die Du, wenn Du auf mein Profil gehst, lesen kannst. Um Deine Frage kurz zu beantworten. Bei mir ist es jetzt über 16 Jahre, her dass ich am rechten Temporallappen operiert worden bin und ich bin seither anfallsfrei. Jedoch unter Medikation. Das ist eine Vorsichtsmaßnahme, die ich gewünscht habe, ich meine die weitere Einnahme von Medikamenten. Ich bin Patient, medizinischer Laie und kann nur meine Erfahrungen weitergeben. Ich bin auf der rechten Seite operiert, da wird gesagt, dass Eingriffe rechts an die Psyche gehen und es eine Zeit dauert, bis das behoben ist, möglichst sollte man psychologische Hilfe in Anspruch nehmen. Was ich gemacht habe. Es hat bei mir ungefähr 2 Jahre gedauert, bis ich die Vorteile der Operation genießen konnte. Operationen links sollen an das Gedächtnis gehen, so höre ich immer wieder. Das muss aber nicht. Weiteres kopiere ich unter diesen Beitrag, ich wünsche viel Spaß beim Lesen und weiterhin gute Besserung!

Liebe Grüße
Anton


Tipps für das Verhalten nach dem Eingriff

ich glaube, diese Frage relativ ausführlich beantworten zu können. Ich gehe davon aus, dass dir eine Operation bevor steht. Viele haben den Irrglauben, dass danach sofort wieder alles geht.

Mir ist über einen Zeitraum von 6 Wochen vor und nach der Operation immer wieder eingeflößt worden, wie ich mich danach zu verhalten habe, damit es nicht wieder zu Anfällen kommt. Es sind mir Patienten vorgestellt worden, die postoperativ wegen neuer Anfälle wieder in der Klinik waren, weil sie bestimmte Regeln nicht eingehalten hatten.

Mir ist immer wieder gesagt worden, dass gerade Patienten im Alter zwischen 18 und 30 nicht mit der neuen Freiheit umgehen können. Sie wollen das in drei Jahren nachholen, was sie in den letzten 10 Jahren versäumt haben. Der größte Wunsch ist der Führerschein. Obwohl dann die Mittel nicht vorhanden sind, wird ein Auto gekauft. Der Druck, dem man sich damit aussetzt, führt zu Anfällen.

Weibliche Patienten wollen gerne eine Familie gründen und sofort Kinder haben. Es gibt noch jede Menge anderer Beispiele, sie hier alle aufzuführen, würde den Rahmen sprengen. Pauschal kann gesagt werden, wer sich nach der OP zu sehr unter Druck setzt, tut sich keinen Gefallen und läuft Gefahr, wieder Anfälle zu bekommen.

Wer meint, ganz schnell von dem Medikamten loszukommen, gehört meistens nicht zu den Patienten, die anfallsfrei bleiben. Während in der Literatur viel von ein oder zwei Jahren zu lesen ist, die die Medikamente noch weiter genommen werden müssen, ist es individuell ganz unterschiedlich. Ich bin vor gut 7 Jahren operiert worden, anfalls- und aurenfrei, nehme weiterhin die Medikamente, obwohl das EEG völlig unauffällig ist.

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Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.

Epilepsie-OP Erfahrungen

Curtix90, Samstag, 19.11.2022, 13:40 (vor 11 Tagen) @ Anton

Seitdem ich meine OP fertig habe war ich in einer Reha es war drüben echt unerträglich und schwer hab da abgebrochen weil die Pfleger echt unerträglich und mir nur ängste beschert haben. War in der Reha nur 1 Woche und muss sagen es hatte mir nicht geholfen sondern die Situation mir Psychisch fertig gemacht. Ich war im Epilepsie Zentrum hab da nach gefragt ob ich bei denen schlafen und beobachtet werden kann die meinten nein. Jetzt bin ich zu Hause merke Ängste und denke nur ja was wäre wenn kommt was???

Merke oft das ich was spüre aber es war gar nix. Ich meine nach der OP merke ich viele Gefühle die einfach mir sagen was das ist danach bekam ich in der Reha schlaf probleme. Es hat mich stark gereizt bin zu Hause und merke es bessert sich zwar aber Sorgen und so die ich habe mit der Frage was wäre wenn? Ich hab zurzeit echt vieles was mich beschäftigt.

Ich hoffe echt sehr das die OP die ich gemacht habe mir Anfallsfreiheit schenkt und ich danach entspannt werde etc.

Epilepsie-OP Erfahrungen

Anton @, Samstag, 19.11.2022, 18:47 (vor 11 Tagen) @ Curtix90

Du hast in meinem Beitrag lesen können, wo es drauf ankommt, um frei von Rezidiven zu bleiben. Oberstes Gebot: Die Medikamente müssen weiterhin pünktlich genommen werden. Wenn Du in der Reha-Klinik warst, in der ich nach der OP auch gewesen bin, dann weiß ich, mit welchem Pfleger Du nicht zurechtgekommen bist. Es ist aber einmal so im Leben, es gibt Momente, da befindet man sich in einer Abhängigkeit, da ist es dann besser zu schlucken als die Sachen zu packen. Ich bin 5 Wochen dort gewesen und habe viel gelernt über ein Leben ohne Anfälle. Wie gesagt, vieles hat mir nicht gepasst, aber ich habe die Sicherheit genossen, die OP-Klinik gleich in der Nachbarschaft zu haben, wenn es etwas zu fragen gegeben hätte, wäre ich herüber gegangen und mir wäre geholfen worden. Oder, was auch passieren kann nach großen Kopfoperationen: Hirnwasserzirkulationsstörungen! Da kommt es dann darauf an, dass man eine Fachklinik in der Nähe hat, sonst kann ganz schnell etwas schief gehen. Oder zu Entzündungen kommt es auch oft. Ich kann dir nur den Rat ans Herz legen, die von er Klinik angebotenen Kontrolltermine wahrzunehmen und bei Fragen dort vorstellig zu werden.
Und wenn die Behandlung in der Epilepsie-Klinik abgeschlossen ist, solltest Du unbedingt weiterhin einmal vierteljährlich den Neurologen zu Hause aufsuchen, der verordnet dir dann Medikamente, macht ein EEG und nimmt eventuell Blut ab. Du musst jetzt selbst am Ball bleiben, Du bekommst keine Extra-Einladungen. Und weiterhin ein gutes Verhältnis zur Epilepsie-Klinik solltest Du haben. Denn Du weißt nicht, was morgen ist. Ich wünsche dir bei der Bewältigung dieser Probleme viel Kraft.

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Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.

Epilepsie-OP Erfahrungen

Curtix90, Sonntag, 20.11.2022, 09:42 (vor 10 Tagen) @ Anton
bearbeitet von Curtix90, Sonntag, 20.11.2022, 09:54

Ich hab die kommende Woche einen Termin beim Psychotherapeuten in Berlin und bespreche alles was ich erlebt hatte. Klar ich komme auch nicht klar
das die Anfälle nicht da sind. Ich telefoniere mit den Facharzt der mich in der Prächirugschen Epilepsie durch gemacht hatte ich rede mit ihm bespreche alles.
Dann rufe ich in der OP-chirugie an und beantrage einen Termin. Jetzt versuche ich mit meinen Psychotherapeuten viel zu reden und mich versuchen positive zu reden jetzt ist das wichtig. Ich probiere das beste draus zu ziehen und denke ich werde Anfallsfrei zu sein. Ich hatte drüben in der Reha soviel Pech gehabt und konnte Psychisch ehrlich gar nicht durch halten und es tat mir sehr schwer drüben im Krankenhaus konnte ich sehr gut abschalten denken war aus. Jetzt bin ich zu Hause denke viel nach und muss jetzt mich selber ablenken gar nicht nach denken und positiv sein. Meine Umschulung beginnt nächstes Jahr und muss dann auch ins Epi-Zentrum. Ich werde das alles bewältigen
und muss dann auch mit meinen Schlaf besser in Kontrolle halten damit es nicht zu problemen führt Tabletten rechtzeitig nehmen wie du erwähnt hast risiken vermeiden. Ich merke es bessert sich bald richtig und es sollte keine probleme mehr da sein.

Aber wenn man mir eine Reha verspricht und mich versucht mich zu entspannen gab es davon nix ich war sehr unter Spannung mir hat es null was gebracht was ich erhoft hatte. Aber schade das ich nicht ins Epi-zentrum gehen konnte das war für mich die beste Reha. Ich versuche erstmal viel zu reden mit meinen Psychotherapeuten und versuche nicht nach zu denken. Mir geht es gut aber morgen mach ich Termine um schnell mit der Gesichte zu erledigen und aufpassen und denke es sollte sich alles beruhigen zurzeit ist es wichtig für mich gut abzulenken mich gut normal zu verhalten und termine mit Ärzten zu haben und zu reden. Ansonstens muss ich einen Reha antrag woanders stellen und nicht da wo ich war um mir die sicherheit zu haben oder Epi-Zentrum alle kamen klar mit mir alle waren sympathisch.

Danke dir für die Antwort und für den Tipp ich hatte es gelesen jetzt erstmal abwarten und tee trinken und danach entspannen.
Wird für mich dauern und sollte am besten ausziehen aus meiner region um in der gegend der nähe meines Epi-Zentrums zu sein.

Epilepsie-OP Erfahrungen

Anton @, Sonntag, 20.11.2022, 17:03 (vor 10 Tagen) @ Curtix90

Gut, dass Du einen Psychologen gefunden hast. Der wird dich auch begleiten können, wenn es um die Berufsfindung oder Wiedereingliederung ins Berufsleben geht. Der hat ja täglich mit Menschen zu tun, die nicht ohne Probleme zu ihm kommen. Ich gehe davon aus, dass dir das verordnet worden ist.

Ich weiß, dass es zwei Möglichkeiten gibt, einen Psychologen zu Rate zu ziehen. Die eine ist, Du gehst zum ihm und lässt dich beraten. Dann rechnet er mit der Kasse direkt ab. Das ist aber für ihn finanziell ungünstig. Besser wäre es, wenn Dein Hausarzt dir „psychologische Psychotherapie“ verschreibt, Diagnose „Zustand nach Epilepsie-Chirurgie“, dann ist es für den Psychologen finanziell sehr interessant. Und dementsprechend lange wird er auch Zeit für dich haben. Auch der Neurologe kann dir diese Überweisung ausstellen. In den letzten Jahren hat sich das Psychotherapeuten-Gesetz geändert, ob das heute noch so ist, weiß ich nicht genau. Auch darüber solltest Du mit ihm sprechen. Ist doch klar, wenn ich eine Leistung gut bezahlt bekomme, mache ich sie lieber als wenn nur wenig Geld dafür gezahlt wird.

Umziehen würde ich zurzeit an Deiner Stelle nicht. Es wäre ein ungünstiger Zeitpunkt, der dir nur Nachteile brächte. Die gleiche Wohnung, die Du heute für 100 % bewohnst, kostet an anderer Stelle 150 %, hinzu kämen die Umzugskosten und der lange Schwanz an Kosten, die jeder Umzug mit ich bringt. Das Fahren könnte bereits ab Januar günstig werden durch das 49-Euro-Ticket. Du kannst also besser fahren als umzuziehen. Und wenn Du sehr früh da sein musst, nimmst ein einen Tag vorher ein Hotelzimmer, dann bist Du pünktlich morgens da.

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Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.

Epilepsie-OP Erfahrungen

podi, Samstag, 26.11.2022, 21:12 (vor 3 Tagen) @ Curtix90

Hallo zusammen,

ich hab da so fragen an euch die eine Resektion oder eine andere art der Entfernung der Epileptischen zonen hatten.

Wie war für euch die Erfahrung? Hatte es euch geholfen oder gab es probleme?

Ich hab meine OP hinter mir im Oktober wurde eine Resektion im Linken Temporallapen entfernt und man ist sich sehr sicher das
die Epileptischen Anfälle aus der linken bereich kommt.
Nach der OP merke ich nur Gedanken und Ängste als auch Vorstellungen der Anfälle wie sie waren und hatte mal Erinnerungs flash die sich ähneln aber
sich nicht wie Anfälle sind sondern einfach meine Ängste oder meine Gefühle von früher mir sagen etwas. Ich merke nach der OP
Ängste und Unsicherheiten der Doktor der mich behandelt hat ist sich sehr sicher das ich die 70% bestanden habe aber ich fühle mich einfach komisch
denke ich hab es geschafft aber dann die gedanken ja ich könnte wieder bekommen.

Ich fühle Ängste und ähnlichen Situation an früher und die sind wie erinnerung und denke nur es geschieht aber tut es nicht. Rede, Denke und am meisten
Ängste. Ich versuche mich abzulenken aber es ist ein Schwieriger Prozess um wieder klar zu kommen.

Viele Patienten die ich kennengelernt habe sehen bei mir sehr positiv viele ich fühle mich komisch und an Erinnerung. Ich merke nur Ängste.


Ich (54) bin vor 7 Jahren operiert worden. Teilressektion re Schläfenlappen. Vorher war ich mein ganzes Leben therapieresistenter Epileptiker. Seither hatte ich keinen Anfall mehr. Es hat mich aber 3 Jahre gekostet, damit klar zu kommen keine Anfälle mehr zu haben. Ich hatte schwere Depression und hab noch lange an die Anfälle gedacht.
Heute geht's mir besser als je zuvor.

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